Monitor für Photobearbeitung/LR und gelegentliches Gaming

_sebi_

Cadet 4th Year
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Glaube Kernfrage ist: ein IPS Panel nehmen oder OLED?
Und dann natürlich welches Modell...

Edit: mir ist bewusst, dass 2 separate Monitore für Gaming und Grafik wahrscheinlich die beste option wäre, aber da fehlt leider der Platz

Danke für eure Hilfe!


1. Wie viel Geld bist du bereit auszugeben?
bis 500-1.500 ca.

2. Wie sehen die Hauptanforderungen aus, die du an den Monitor stellst?
  • 32"
  • Ultra HD (3840x2160)
  • 120+
  • IPS oder OLED
  • Soll der Monitor G-Sync oder FreeSync beherrschen? keine ahnung...
3. Brauchst du den Monitor für spezielle Programme und/oder professionell? (z. B. Fotobearbeitung) Falls ja, nenne uns Programme und spezielle Anforderungen.
1) Fotobearbeitung / Lightroom
2) Gaming gelegentlich (keine ultraschnellen Shooter o.ä.)

4. Nutzt du weitere zusätzliche Monitore? Welches Modell, Auflösung, Hz, Gsync/Freesync und Anschlüsse besitzen diese? (Bitte mit Link zum Hersteller oder Preisvergleich!)
nein

5. An welcher Grafikkarte soll der Monitor betrieben werden? Modell und Bezeichnung(Bitte mit Link zum Hersteller oder Preisvergleich!):
Aktuell noch 3060; zukünftig 5070ti

6. Hast du besondere Wünsche bezüglich des Monitors? (Pivot-Funktion, Wandmontage, Farbe, Hersteller, Beleuchtung etc.)
  • Hohe Farbgenauigkeit (100% sRGB)
  • Kalibierbarkeit

7. Wann möchtest du den Monitor kaufen? Möglichst sofort oder kannst du noch ein paar Wochen/Monate warten?
asap
 
Zuletzt bearbeitet:
@duskstalker Du meinst sowas wie Spyder? Muss dafür ein Monitor nicht hardware-kalibrierbar sein, oder kann man das mit jedem Monitor verwenden?

Farbraum: bin weniger mit Print unterwegs, aber klar eine gute AdobeRGB Abdeckung wäre auch ein Vorteil
 
also um das mal abzukürzen: für bildbearbeitung ist oled raus, weil hier die panelschutzmechanismen das panel dynamisch dimmen und mit statischem inhalt brennt oled über die zeit ein - vorallem wenn man das dynamische dimming abschält.

warum srgb kein guter arbeitsfarbraum ist: sRGB deckt nicht ansatzweise alle druckfarben im CMYK farbraum ab und auch digital stinkt sRGB im sichtbaren spektrum gegen DCIP3 oder rec2020 oder adobe rgb ab.

adobe rgb deckt srgb, DCIP3 und cmyk vollständig ab und kann quasi alle sichtbaren farben darstellen - rec2020 ist noch etwas größer, aber da stößt man im alltag nicht auf auffällige nicht darstellbare farben.

um mal ein beispiel zu geben: srgb kann weder ein natürlich saftiges grün darstellen noch die 0815 druckfarbe cyan und ein richtig kräftig leuchtendes rot von bspw. rosen oder verkehrsschildern kann srgb auch nicht korrekt darstellen.

aRGB ist eigentlich momentan der beste arbeitsfarbraum, bis bspw. rec2020 oder sowas adobe rgb ablöst, aber stand heute ist adobe rgb auch bei kameras der standard wide gamut farbraum.

am besten also einen monitor kaufen, der ~>99% aRGB abdeckt. das kann auch ein QD IPS panel sein.

muss ein monitor hardwarekalibrierbar sein? nein. weil du sowieso ein ICC profil für den monitor brauchst, das als übersetzungslayer zwischen programmen und monitor arbeitet, weil arbeits und zielfarbraum nicht die selben sind und dynamische übersetzungen stattfinden.

eine hardwarekalibrierung hilft nur den farbkorrekturteil des ICC profils direkt im monitor zu schreiben und damit bekommt man am ende des tages zwar messbar bessere ergebnisse, aber messbar und sichtbar sind zwei paar schuhe.

du gehst also so vor:

wide gamut monitor mit nativem farbraum, der ca 100% argb abdeckt. kann auch gaming sein.

colorimeter (achte auf kombatibilität mit quantum dots, falls es ein QD IPS wird) - ich habe ein calibrite display pro - vorher ein datacolor spyder, das ding war langsam und ungenau.

dann kalibrierungs- und profilierungssoftware der wahl hernehmen. entweder das was beim colorimeter dabei ist oder displaycal. beim monitor den nativen farbraum auswählen, kontrast lässt du auf standard, alles was den schwarzwert anhebt oder das display dynamisch abdimmt oder aufhellt deaktivieren.

wenn du für druck kalibrierst, wählst du als zielhelligkeit 120 nits aus. ja, das ist dunkel. aber papier ist auch dunkel. ich würde auch sonst 120 nits empfehlen.

wenn du heller willst und hauptsächlich digital arbeitest, kannst du bis ca 200 nits gehen. wenn du höher gehst, ist der monitor eigentlich unrealistisch hell und du kannst dich auf die helligkeitsdarstellung nicht mehr verlassen - dann geht nur noch via histogramm.

du solltest auch schauen, dass deine beleuchtung im raum zur monitorhelligkeit passt und falls möglich eine neutrale lichtfarbe - zwischen 4000k und 6500k.

bei der kalibrierung passt du den weißpunkt via monitor OSD an - bei QD kommt noch ein schwarzpunkt dazu, aber da bist du vom monitor abhängig, manche erlauben nur gain (weißpunkt) und keinen bias (schwarzpunkt). nahe schwarz wirds mit einer reinen weißpunktkalibrierung etwas ungenauer, aber das ist eigentlich nicht so tragisch. hier ist hardwarekalibrierung besser, aber das schränkt die monitorwahl massiv ein.

nachdem du via osd kalibriert hast, fängt das colorimeter erst richtig an zu arbeiten - jetzt wird via soll/ist vergleich ein ICC profil für den nativen farbraum des monitors erzeugt. das dauert eine ganze weile, je nachdem wie präzise das werden soll. hier umgebungslichteinflüsse eliminieren.

wenn das fertig ist, muss das profil aktiv geschalten werden. das passiert mit displaycal über den profile loader, das würde ich auch dringend empfehlen. alternativ kannst du in windows auch das profil via windows laden, aber das ist unzuverlässig und teilweise auch buggy.

ich empfehle den profile loader. ABER bei windows 10 gibts für den explorer keinen rendering intent, d.h. mit dem profile loader wird der windows 10 explorer im nativen farbraum dargestellt, aber ist eigentlich srgb content = "übersättigt". ist aber so nicht schlimm, sieht eigentlich auch besser aus.

wenn du das profil direkt via windows lädst, zumindest bei win11, dürfte hier ein srgb rendering intent greifen, und der explorer wird als srgb ausgegeben.

jetzt kommt die softwarehölle "color managed". nicht alle programme beherrschen colormanagement und rufen somit nicht das hinterlegte monitor ICC profil ab - hier wird dann grundsätzlich srgb angenommen, aber srgb wird via wide gamut dargestellt = übersättigt. ironischerweise beherrscht der aktuelle windows bildanzeiger KEIN colormanagement, d.h. der zeigt die farben grundsätzlich falsch an. der windows 7 bildbetrachter ist dagegen colormanaged.

irfanview beherrscht colormanagement. sofern microsoft kein colormanangement beim aktuellen win11 bildbetrachter unterstützt, musst du dich hier nach einer alternative umsehen.

photoshop, lightroom, affinity suite usw. beherrschen alle colormanagement, d.h. hier werden inhalte anhand der ICC profile korrekt dargestellt.

CMYK ist CMYK, sRGB ist sRGB und aRGB ist aRGB. und das ist das eigentlich wichtige. wenn du hier jetzt in argb arbeitest und srgb exportierst, siehst du anhand der quelle und dem export den unterschied in den farben.

mit einem reinen srgb workflow wird dir CMYK grundsätzlich falsch dargestellt und du siehst auch diverse farbschattierungen im grün, türkis und rotspektrum aus dem aRGB farbraum nicht, die eigentlich im foto sind.
 
Danke für die detailierte Antwort @duskstalker. Das muss ich nochmal in Ruhe ein zweites (und drittes) mal lesen und durcharbeiten.

Zum Farbraum: wenn ich primär für digital arbeite, werden die Bilder ja primär auf Endgeräten betrachtet werden, die nicht Profi-Hardware und nicht Wide Gamumt sind. Random PC Monitor, Handy, usw.

Was bringt es mir im aRGB zu arbeiten, wenn im am Ende in sRGB exportiere/speichere und betrachte? Vielleicht steh ich auf dem Schlauch, aber ich muss doch im bzw. für den Farbraum arbeiten, in dem das Ergebnis überwiegend betrachtet wird?
 
srgb ist völlig veraltet - das ist ein standard, der für röhrenmonitore der 1990er entwickelt wurde.

kaum ein moderner monitor oder fernseher stellt nur srgb dar - das ist wirklich nur noch im absoluten low end oder spezifischen geräten so. jedes mainstream gerät, das hdr darstellen kann, ist wide gamut - zwangsweise - weil ein erweiterter farbraum integraler bestandteil der hdr normen ist.

srgb ist nur jetzt noch der standard, weil microsoft mit windows in der vergangenheit stecken geblieben ist. apple nutzt unter dem decknamen "color lcd" den dci-p3 standard, der schon wesentlich größer als srgb ist. man hätte schon vor 15 jahren den nativen farbraum auf dci-p3 wechseln können. der PC ist hier auf dem stand der technik von vor 30 jahren. 30 jahre vor 1996 gabs nicht mal farbfernsehen.

ein wide gamut workflow ermöglicht dir die maximale qualität in jedem farbraum verarbeiten zu können, weil dein quellfarbraum größer als der zielfarbraum ist.

du hast jetzt ein bild als raw, das exportierst du im adobe rgb farbraum und bearbeitest es. jetzt kannst du gezielt für web als srgb, für print als cmyk oder für chemische ausbelichtung / fineart in argb/prophoto rgb exportieren. man könnte für digitale galerien auf der eigenen homepage auch bilder im adobe rgb farbraum anbieten. es werden immer mehr endgeräte erweiterte farbräume+color management unterstützen.

wenn du in srgb arbeitest, kannst du eigentlich nur für srgb exportieren und falls du mal für druck oder andere farbräume exportierst, hast du sofort ein problem in form von farbverfälschungen.

du kannst natürlich bewusst auf wide gamut verzichten und rein in srgb arbeiten, aber als fotograf absichtlich in einem farbraum zu arbeiten, der die farben des täglichen lebens nicht richtig darstellen kann, macht halt irgendwie aus meiner sicht auch keinen sinn. auch wenn stand heute noch vorwiegend in srgb exportiert wird - du nimmst dir aber jegliche optionen in einem besseren farbraum exportieren zu können.
 
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