also um das mal abzukürzen: für bildbearbeitung ist oled raus, weil hier die panelschutzmechanismen das panel dynamisch dimmen und mit statischem inhalt brennt oled über die zeit ein - vorallem wenn man das dynamische dimming abschält.
warum srgb kein guter arbeitsfarbraum ist: sRGB deckt nicht ansatzweise alle druckfarben im CMYK farbraum ab und auch digital stinkt sRGB im sichtbaren spektrum gegen DCIP3 oder rec2020 oder adobe rgb ab.
adobe rgb deckt srgb, DCIP3 und cmyk vollständig ab und kann quasi alle sichtbaren farben darstellen - rec2020 ist noch etwas größer, aber da stößt man im alltag nicht auf auffällige nicht darstellbare farben.
um mal ein beispiel zu geben: srgb kann weder ein natürlich saftiges grün darstellen noch die 0815 druckfarbe cyan und ein richtig kräftig leuchtendes rot von bspw. rosen oder verkehrsschildern kann srgb auch nicht korrekt darstellen.
aRGB ist eigentlich momentan der beste arbeitsfarbraum, bis bspw. rec2020 oder sowas adobe rgb ablöst, aber stand heute ist adobe rgb auch bei kameras der standard wide gamut farbraum.
am besten also einen monitor kaufen, der ~>99% aRGB abdeckt. das kann auch ein QD IPS panel sein.
muss ein monitor hardwarekalibrierbar sein? nein. weil du sowieso ein ICC profil für den monitor brauchst, das als übersetzungslayer zwischen programmen und monitor arbeitet, weil arbeits und zielfarbraum nicht die selben sind und dynamische übersetzungen stattfinden.
eine hardwarekalibrierung hilft nur den farbkorrekturteil des ICC profils direkt im monitor zu schreiben und damit bekommt man am ende des tages zwar messbar bessere ergebnisse, aber messbar und sichtbar sind zwei paar schuhe.
du gehst also so vor:
wide gamut monitor mit nativem farbraum, der ca 100% argb abdeckt. kann auch gaming sein.
colorimeter (achte auf kombatibilität mit quantum dots, falls es ein QD IPS wird) - ich habe ein calibrite display pro - vorher ein datacolor spyder, das ding war langsam und ungenau.
dann kalibrierungs- und profilierungssoftware der wahl hernehmen. entweder das was beim colorimeter dabei ist oder displaycal. beim monitor den nativen farbraum auswählen, kontrast lässt du auf standard, alles was den schwarzwert anhebt oder das display dynamisch abdimmt oder aufhellt deaktivieren.
wenn du für druck kalibrierst, wählst du als zielhelligkeit 120 nits aus. ja, das ist dunkel. aber papier ist auch dunkel. ich würde auch sonst 120 nits empfehlen.
wenn du heller willst und hauptsächlich digital arbeitest, kannst du bis ca 200 nits gehen. wenn du höher gehst, ist der monitor eigentlich unrealistisch hell und du kannst dich auf die helligkeitsdarstellung nicht mehr verlassen - dann geht nur noch via histogramm.
du solltest auch schauen, dass deine beleuchtung im raum zur monitorhelligkeit passt und falls möglich eine neutrale lichtfarbe - zwischen 4000k und 6500k.
bei der kalibrierung passt du den weißpunkt via monitor OSD an - bei QD kommt noch ein schwarzpunkt dazu, aber da bist du vom monitor abhängig, manche erlauben nur gain (weißpunkt) und keinen bias (schwarzpunkt). nahe schwarz wirds mit einer reinen weißpunktkalibrierung etwas ungenauer, aber das ist eigentlich nicht so tragisch. hier ist hardwarekalibrierung besser, aber das schränkt die monitorwahl massiv ein.
nachdem du via osd kalibriert hast, fängt das colorimeter erst richtig an zu arbeiten - jetzt wird via soll/ist vergleich ein ICC profil für den nativen farbraum des monitors erzeugt. das dauert eine ganze weile, je nachdem wie präzise das werden soll. hier umgebungslichteinflüsse eliminieren.
wenn das fertig ist, muss das profil aktiv geschalten werden. das passiert mit displaycal über den profile loader, das würde ich auch dringend empfehlen. alternativ kannst du in windows auch das profil via windows laden, aber das ist unzuverlässig und teilweise auch buggy.
ich empfehle den profile loader. ABER bei windows 10 gibts für den explorer keinen rendering intent, d.h. mit dem profile loader wird der windows 10 explorer im nativen farbraum dargestellt, aber ist eigentlich srgb content = "übersättigt". ist aber so nicht schlimm, sieht eigentlich auch besser aus.
wenn du das profil direkt via windows lädst, zumindest bei win11, dürfte hier ein srgb rendering intent greifen, und der explorer wird als srgb ausgegeben.
jetzt kommt die softwarehölle "color managed". nicht alle programme beherrschen colormanagement und rufen somit nicht das hinterlegte monitor ICC profil ab - hier wird dann grundsätzlich srgb angenommen, aber srgb wird via wide gamut dargestellt = übersättigt. ironischerweise beherrscht der aktuelle windows bildanzeiger KEIN colormanagement, d.h. der zeigt die farben grundsätzlich falsch an. der windows 7 bildbetrachter ist dagegen colormanaged.
irfanview beherrscht colormanagement. sofern microsoft kein colormanangement beim aktuellen win11 bildbetrachter unterstützt, musst du dich hier nach einer alternative umsehen.
photoshop, lightroom, affinity suite usw. beherrschen alle colormanagement, d.h. hier werden inhalte anhand der ICC profile korrekt dargestellt.
CMYK ist CMYK, sRGB ist sRGB und aRGB ist aRGB. und das ist das eigentlich wichtige. wenn du hier jetzt in argb arbeitest und srgb exportierst, siehst du anhand der quelle und dem export den unterschied in den farben.
mit einem reinen srgb workflow wird dir CMYK grundsätzlich falsch dargestellt und du siehst auch diverse farbschattierungen im grün, türkis und rotspektrum aus dem aRGB farbraum nicht, die eigentlich im foto sind.