Es kommt schwer drauf an, welche Komponenten montiert sind, denn die Abzieher usw. sind Spezialteile, die über die Technik-Generationen auch mal umgestellt worden sind. Bei mir war das Mitte der 90er eine Montagehilfe für Shimano-Tretlagerpatronen, ein Abzieher für Standard-Kurbeln und ein Pedalschlüssel und damit nicht sonderlich teuer. Habe ich irgendwann mal bei einem Fahrradversender mitbestellt (Brügelmann, Rose-Versand, Bicycles (jetzt BOC24)).
Zur Montage sind die Einbauanleitungen von Shimano häufig recht ausführlich, wenn sie denn dem Rad beilagen. Und immer schön die Anzugs-Drehmomente einhalten. Das empfiehlt sich vorrangig dann, wenn man keine Erfahrung beim Fahrradschrauben hat.
Übrigens ist Fetten des Vierkants der Tretlagerachse durchaus nicht verkehrt, wird aber - außer bei wirklich professionell arbeitenden Schraubern wie dem unten verlinkten Christian Smolik - gerne kontrovers diskutiert.
http://groups.google.com/group/de.r...:de.rec.fahrrad&rnum=3&hl=de#504a5f6668889893
Viel schlimmer sind festkorrodierte Kurbeln, was bei der üblichen Materialpaarung (Tretlagerachse aus Stahl, Kurbeln aus Aluminium) auf Dauer schneller passieren kann, als einem lieb ist. Wenn die Kurbeln nicht korrekt angezogen sind, sind u.U. sehr schnell neue fällig. Wer die notwendige Erfahrung nicht hat oder nett zu seinen Komponenten sein will, weil er viel und intensiv fährt, sollte einen Drehmomentschlüssel bemühen.
Auf einigen zehntausend Kilometern mit diversen Rädern und über den Daumen ca. 10 Kurbel-Montagen habe ich jedenfalls
immer die Achs-Vierkante gut gefettet und keine Kurbeln dabei verloren.
Shimano hat seine hochpreisigen MTB - Gruppen seit etlichen Jahren vom Vierkant an der Tretlagerachse auf eine Kerbverzahnung umgestellt.
Einige Ursachen für Knackgeräusche im Tretlagerbereich noch mal zusammengefasst:
Bei mir war das einmal ein schlecht gefertigtes Tretlager-Gewinde. Wenn man Glück hat, kommt man mit Aufschrauben, Nachfetten, Zuschrauben für die nächsten Jahre davon. Wer aber mit Linksgewinden (!) und Drehmomenten nichts am Hut hat, sollte das Schrauben besser einer
guten Fachwerkstatt überlassen. Wo die ist, bekommt man u.U. beim regionalen ADFC heraus.
Eine Ursache für Schleifgeräusche (hier geht es wohl eher um Knack-Geräusche) kann eine am Umwerfer schleifende Kette sein. Das lässt sich häufig durch Nachjustieren des Schaltzuges beheben. Montagefehler sind da als Ursache aber auch nicht gerade selten. Speziell bei einer Kettenschaltung mit einem rastenden Schalthebel auch für den (vorderen) Umwerfer muss man sehr präzise montieren. Schon bei der Positionierung des Umwerfers am Rahmen kann es auf zwei Millimeter ankommen, wenn beim Schalten wenig bis gar nichts schleifen soll. Eine kreative Komponentenwahl am Baumarkt-Rad kann sich ebenfalls negativ für die Geräuschkulisse auswirken. Im Extremfall sorgen Schrott-Kurbeln mit "eiernden" Kettenblättern für Geräusch.
Für das Knacken beim Treten können auch Sattel und Sattelstütze sorgen. Oder ein in der Tretlagergegend zerbröselnder Rahmen.
Nach zwei Jahren kann, wenn das Rad genügend häufig bei jedem Wetter gefahren wurde, auch das Tretlager (Fachchinesisch "Innenlager" genannt) oder die Pedale "reif für die Insel" sein. Wenn man mit der Hand einmal die Kurbeln und dann die Pedale seitlich hin und her drückt, kann man bei gut trainiertem Fingerspitzengefühl recht gut entscheiden, ob die Lagerung der Pedale oder das Tretlager betroffen sind. Nach "zu viel Spiel" kommt "Kugel(n) zerbröselt". Spätestens dann wird die Geräuschkulisse ebenfalls heftig.
P.S.: Die Links aus Beitrag #27 funktionieren nicht mehr. Wo hast Du Anleitungen heruntergeladen?
Eine sehr brauchbare Site zu Fahrradtechnik (Stand 2003) ist
http://www.smolik-velotech.de/. Der Mann ist - im Gegensatz zu mir - absoluter Profi. Auch er sieht Fett bei der Kurbel-Montage nicht als Problem.
Allerdings ist die Website "eigenwillig" programmiert, d.h. ich habe Javascript dann doch erlaubt.
Direkt zum Innenlager + Zubehör:
http://www.smolik-velotech.de/technik/06kurbel.htm#Innenlager