Musik-Download ist im Regelfall legal

H

Heison

Gast
Rechtliche Lage bei Musiktiteln:

Der Download von Musik in P2P-Tauschbörsen ist nach derzeitiger Rechtslage im Regelfall legal, da nur der Download von „offensichtlich rechtswidrig hergestellten" Vorlagen gegen das Urheberrechtsgesetz verstößt. Bei P2P-Tauschbörsen sind die Vorlagen aber laut Bundesjustizministerium „vielfach ... rechtmäßig hergestellt" (1)

Der Upload von Musik in P2P-Tauschbörsen ist im Regelfall ein Verstoß gegen das Urheberrechtsgesetz (1). Allerdings ist erst ab einem Angebot von 500 Musiktiteln oder mehr die Wahrscheinlich hoch, dass dieser Verstoß auch ernsthaft strafrechtlich verfolgt wird. (2)

Mit der derzeit geplanten Verschärfung des Urheberrechts würde auch der Download in P2P-Tauschbörsen gegen das Urheberrechtsgesetz verstoßen.

Der sehr günstige Musik-Kauf über ausländische MP3-Seiten wäre allerdings auch nach der neuen Fassung des Urheberrechts als legal anzunehmen (3), solange diese Seiten nicht nach deutscher Rechtssprechung den Status „illegal" erhalten (4).

Viele Grüße

Heison

Quellen:

(1) Das Bundesministerium für Justiz schreibt im aktuellen Referentenentwurf vom 26.01.2006 für eine Novellierung des Urheberrechtsgesetz (http://www.bmj.bund.de/media/archive/1122.pdf):

"Allerdings greift die Formulierung in Absatz 1, die allein darauf abstellt, ob die Vorlage rechtswidrig hergestellt worden ist, beim Download von Werken aus dem Internet zu kurz. Vielfach werden hier – gerade beim File-Sharing in Peer to Peer-Tauschbörsen – Werke zum Download angeboten, bei denen die entsprechenden Vorlagen als zulässige Privatkopien rechtmäßig hergestellt worden sind. Allerdings erfolgt hier das Angebot zum Download, d.h. die öffentliche Zugänglichmachung, ohne die erforderliche Zustimmung des Urhebers oder Rechtsinhabers. Hier liegt die Urheberrechtsverletzung also nicht in der Herstellung der Vorlage, sondern in deren unerlaubter öffentlicher Zugänglichmachung."

Für Filme ist allerdings als Ausnahme anzunehmen, dass bei Werken, die vor Kinostart downloadbar sind, von einer "offensichtlich rechtswidrig" hergestellten Vorlage ausgegangen werden kann, der Download also rechtswidrig wäre.

(2) http://www.heise.de/newsticker/meldung/67918

(3) http://www.heise.de/ct/05/05/156/

(4) http://www.heise.de/tp/r4/artikel/20/20494/1.html
 
M

Mr. Snoot

Gast
Legal war es ja schon immer - das Problem für Freunde der raubkopierten Musik ist halt, dass man beim Filesharing automatisch auch Files anbietet (meist) - und dann isses eben nicht mehr legal ;)
 

Fenriswolf

Lieutenant
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das ist so nicht ganz korrekt:
es ist legal seine musik an bis zu 7 freunde/bekannte weiterzugeben, allerdings ohne einen kopierschutz zu umgehen!!
bei tauschbörsen ist das so : downloaden is genauso illegal wie uploaden(mit der einschränkung die oben schon im ersten beitrag steht), nur ist downloaden bei weitem schwerer nachzuweisen

s. www.stiftung-warentest.de
 
Zuletzt bearbeitet:

rikuL

Ensign
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In der Schweiz ist das downloaden von Musik legal, dass stand jedenfalls in mehrern Berichten in Zeitungen. Aber wie Gauder auch schon gesagt hat, man bietet bei den meisten Filresharing Programmen auch automatisch an.
 

corsair

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Ich sag mal so: Wer wirklich für sich selber paar Lieder runterlädt und zuhause abspielt und sich vielleicht später entscheidet sich den Kram doch zu kaufen hinterlässt weniger Schäden als wenn so ein "Trottel" (sorry für den Ausdruck ) tonnenweise gebranntes Material auf Flohmärkten verscherbelt... Dann ist auch wirklich wirtschaftlicher Schaden davongetragen.
 
H

Heison

Gast
Zitat von Fenriswolf:
das ist so nicht ganz korrekt:
es ist legal seine musik an bis zu 7 freunde/bekannte weiterzugeben, allerdings ohne einen kopierschutz zu umgehen!!
bei tauschbörsen ist das so : downloaden is genauso illegal wie uploaden.
Falsch: Guck in den Gesetzestext (Urheberrecht § 53) und den Kommentar des Bundesministeriums für Justiz(!)

Nachtrag: Der Link von Stiftung Warentest sagt im Grunde das Gleiche:

Zwar steht da zunächst "der Praxis ist zwar jeder Downloader auch ein Uploader" (was falsch ist, da Programme wie KaZaa einseitigen Download ermöglichen, und sofern der Uploader ein Ausländer ist, das Upload-Problem sich somit erledigt hat)

aber die Stiftung Warentest schreibt danach selbst:

"Die Musikindustrie zeigt übrigens nur „Uploader“ an. [...] Nur wer „offensichtlich rechtswidrig hergestellte“ Dateien herunterlädt, verstößt gegen das Urheberrechtsgesetz. Und das ist - so argumentieren die Anwälte der Downloader - zum Zeitpunkt des Herunterladens nicht zu erkennen."

Die Anwälte haben Recht, denn die Verfasser - das Justizministerium - der betroffenen Stelle im Urheberrechtsgesetz sehen es genau so.

Grüße

Heison
 
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