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Nachrichten-Burnout, wem geht es auch so?

@

Motorrad

Logi, weil ich abwarte und nicht direkt meine Meinung (außer, dass ich mit der Meinung des Threaderstellers konform bin) raus haue bin ich natürlich ein Bot (oder Botter). Ist klar....
Wie ich schon geschrieben habe, finde ich es klasse, dass es diesen Thread gibt und viele Leute ähnlich denken wie der Threadersteller.
Ich weiß halt nur nicht wie gut sich die Leute mit Medien usw. auskennen (deshalb meine abwartende Haltung).
Da gibt es immer zu gewissen Zeiten absoluten Quatsch > Stichwort "Sommerloch"..... "Problembär"......uvm.

Das mit dem Wal ist jetzt auch wieder solch ein Mumpitz. Jährlich sterben zig Wale und Delphine aufgrund des Beifangs >
(https://www.fr.de/panorama/was-der-...n-zustand-unserer-meere-verraet-94257698.html)

Aber wegen einem Wal wird natürlich direkt die Medienlandschaft aktiv. Es ist absurd. Was interessiert mich solch ein Quatsch? Klar möchte man Empathie und Tierwohl triggern weil es Klicks bringt aber wtf?
Ich schaue seit fast 9 Jahren kein Fernsehen mehr, Infos bekomme ich über das Internet.

Und genau das ist etwas dass mich bekloppt macht:
Es ist egal ob ich bei Spiegel, der Zeit oder Bild (jap den Kotz tue ich mir manchmal wirklich an) oder anderen Seiten (nicht YT) unterwegs bin > Es ist immer der gleiche Rotz.
was @

Iron Plague

geschrieben hat ist zu 100% deckungsgleich mit meinem Empfinden. Es gibt sooooo unfassbar viele Rechtschreibfehler in Print- und Online- Artikeln (im Grunde überall) die mich einfach davon abhalten überhaupt noch zu lesen. (Danke Iron). Wohin führt das? Ich selbst muss Sätze teilweise 3-5 mal lesen, um festzustellen, dass nicht ich das Problem sondern der Artikel das Problem ist. Natürlich ist niemand frei von Fehlern aber oftmals denke ich mir > Schaut da keiner mehr rüber? Liest man nicht irgendwie mal Korrektur?
Also @

Motorrad

Ich bin kein Bot (oder Botter). Ich bin in diesem Forum schon recht lange ein Mitglied aber oftmals nur ein stiller Mitleser. Ich muss nicht zu jedem Bums meine Meinung äussern. Ich liebe dieses Forum weil es mir die unterschiedlichen Meinungen zu den Themen offenbart > und das finde ich grandios!

Zum Abschluss für heute @

ziggyzaggy und allen Anderen >​


Ich versuche es oft mit Hagen Rether (ist ne Empfehlung bei YT) zu halten > Was reg ich mich auf.....

Liebe Grüße an euch und kommt gut durch den morgigen Tag
 
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joojoe schrieb:
Natürlich ist niemand frei von Fehlern aber oftmals denke ich mir > Schaut da keiner mehr rüber? Liest man nicht irgendwie mal Korrektur?
Nope, wurde alles wegrationalisiert. Früher gab es in Print auch noch direkt Leute die nichts anderes gemacht haben als Verifikation und Quellencheck aber im Onlinejournalismus gibts das nicht mehr oder wenn dann nur sehr begrenzt. Kostet schließlich Geld und ist kaum kompatibel mit click-baiting.

Printmagazine haben das durchaus noch, z.B. vom GEO Magazin weiß ich das (hab das seit vielen Jahren abonniert).
 
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Ich denke, das Kernproblem ist Reizüberflutung in Verbindung mit Sucht. Einerseits fühlt man sich von den vielen Informationen im Internet gestresst, anderseits macht die Interaktivität abhängig. Man kommt also nicht davon weg, obwohl es einem nicht gut tut.

Der erste Schritt ist, sich dies einzugestehen. Dann kann man mit Entschleunigung gegensteuern. Also den Computer nur noch gezielt nutzen und häufiger analog unterwegs sein. Kurze Nachrichten aus dem Radio, ein gutes Buch lesen, sich mit Freunden verabreden oder einfach raus in die Natur gehen und einen Spaziergang im Wald genießen.
 
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Hi Leute,

danke für eure Antworten.

Also bei mir ist es so, dass ich einen Mittelweg, wo ich den Konsum reduziere nicht hinbekomme. Da ist es entweder alles oder nichts.

Manchmal schaffe ich es auch, mal paar Tage überhaupt keine Nachrichten zu schauen, aber angenommen es passiert dann wieder irgendwas "Großes" zum Beispiel der Iran-Krieg geht wieder los oder Trump twittert wieder irgendeinen Wahnsinn, dann bin ich sofort wieder in Versuchung mich informieren zu müssen und dann bin ich sofort wieder voll "dabei" und das ganze Spiel geht von vorne los.

Angenommen es würde endlich mal Ruhe einkehren, dann wäre es leicht, nen Cut zu machen, aber es kommt ja nie Ruhe rein. :(

Oder was ist denn, wenn zum Beispiel in der Ukraine was Gravierendes passiert und ich erfahre davon nichts? Das finde ich schon verunsichernd.

Klar, man kann eigentlich eh nichts ändern, aber angenommen man ignoriert die Nachrichten ist das nicht auch irgendwie "egoistisch"? Die armen Menschen in der Ukraine haben diese Luxus nicht. Ich denke manchmal, dass man dazu verpflichtet ist, sich damit zu befassen, einfach aus Solidarität.
 
ziggyzaggy schrieb:
oder Trump twittert wieder
twittert er nicht praktisch täglich, ggf mehrfach?
ziggyzaggy schrieb:
wenn zum Beispiel in der Ukraine was Gravierendes passiert und ich erfahre davon nichts?
dann ist das halt so, ändert aber nichts an der Tatsache, dass da was gravierendes passiert ist.

ziggyzaggy schrieb:
ist das nicht auch irgendwie "egoistisch"?
ich finde das nicht egositisch.
 
ziggyzaggy schrieb:
Oder was ist denn, wenn zum Beispiel in der Ukraine was Gravierendes passiert und ich erfahre davon nichts?
Hast Du persönliche, direkte Kontakte dorthin bzw mit Flüchtlingen von dort oder warum ist es so wichtig, dass Du davon etwas erfährst?

ziggyzaggy schrieb:
aber angenommen man ignoriert die Nachrichten ist das nicht auch irgendwie "egoistisch"?
Ändert dein Wissen auch Dein Handeln?

Aber findest Du es nicht egoistisch, dass Du Dich nur von den Meldungen beeinflussen lässt, die eine Redaktion für Dich vorfiltert? U.U. sind ja ganze andere Probleme oder Krisen für Dich oder Dein Umfeld viel relevanter.

ziggyzaggy schrieb:
Die armen Menschen in der Ukraine haben diese Luxus nicht.
Die Ukraine ist leider nicht der einzig Krisenherd in der Welt. Fühlst Du Dich für alles persönlich verantwortlich?

Restart001 schrieb:
Echt einzigartig, der Hype um Timmy ist vorbei, keine Newsmeldung dazu heute Abend.
Ich lese anscheinend die falschen Online-Nachrichten und werde dort immer noch mit diesen völlig sinnlosen Meldungen zugemüllt.
"Oh, er hat sich in die richtige Richtung gedreht".
 
Etwas offtopic aber gerade das Wal-Thema(welches ich etwas verfolge) offenbart mal wieder den ganzen Bürokratiewahnsinn hier in Deutschland,

Befeuchtete Tücher auf den Wal legen? Genehmigung!
Salbe auftragen? Genehmigung!
Dürfen die Helfer schei*en gehen? Genehmigung!? :D...

B2T: Grundsätzlich ist es nie verkehrt, wenn man weiß was auf der Welt abgeht. Das sollte man aber mit dem gewissen Abstand machen. Wenn das Thema einem nicht guttut, sollte man dieses nicht zwingend konsumieren.
 
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ziggyzaggy schrieb:
Angenommen es würde endlich mal Ruhe einkehren, dann wäre es leicht, nen Cut zu machen, aber es kommt ja nie Ruhe rein. :(
Es gab nie „Ruhe“. Das ist auf einer Welt mit Milliarden Individuen auch völlig unmöglich. Der Unterschied ist, dass sich der Medienkonsum und Angebot in den letzten Jahren drastisch verändert hat und damit auch die Medien selbst. Wenn du vor 25 Jahren an „News“ kommen wolltest, musstest du entweder auf die Nachrichten warten oder aktiv und recht mühsam danach suchen: im Internet der 2000er, im Teletext, Stammtisch oder am Zeitungsständer beim Kiosk.

Heute hast du faktisch Nachrichten aus aller Welt, 24/7 in deiner Hosentasche: einfach, algorithmisch beschleunigt und maximal komprimiert. Dafür ist der Mensch nicht geschaffen. Ein solcher Informationsfluss überfordert jeden. Dadurch leiden Rationalität und Distanz, während Emotionalität, Narzissmus und Dopaminerschöpfung das Ruder übernehmen.

Früher hatten wir einmal die Woche 80 Millionen Fußballtrainer und alle vier Jahre 80 Millionen Politikexperten. Heute haben wir im Tagestakt 80 Millionen Politikexperten/Ökonomen/Philosophen/Philanthropen/Wahlexperten/Energieexperten/Psychologen/Ernährungsexperten/Kriegsstrategen und [Beliebiges einsetzen] - die überall eine Blase zur maximalen Selbstbestätigung finden. Das kann nur unglücklich machen und überfordern.

Es ist zudem sehr schwer, sich davon zu lösen. Typische Mechanismen wie etwa die Angst, etwas zu verpassen (FOMO), von der sich niemand von uns vollständig lösen kann, wirken dem ja nicht gerade entgegen. Eine Pauschallösung gibt es auch nicht. Man kann sich aber weniger abhängig machen, indem man bewusst seinen Medienkonsum reduziert, technische Barrieren einbaut (z.B. Alerts auf dem Smartphone deaktiviert) und sich selbst darüber im Klaren wird, dass man auf diesem Planeten nicht mehr ist als eine milliardstel Einheit und dass man nicht in der Lage ist, alles auf diesem Planeten besser machen zu können.
 
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Mir hat es geholfen einige Sozialmedia Apps zu deinstallieren und lustiger weiße vermisse ich die Plattformen auch nicht, ist leichter als mit dem rauchen aufzuhören.

War im Grunde eh nur Dystopie, nichts was Spaß macht.
 
Nazrael schrieb:
Heute hast du faktisch Nachrichten aus aller Welt, 24/7 in deiner Hosentasche: einfach, algorithmisch beschleunigt und maximal komprimiert. Dafür ist der Mensch nicht geschaffen. Ein solcher Informationsfluss überfordert jeden. Dadurch leiden Rationalität und Distanz, während Emotionalität, Narzissmus und Dopaminerschöpfung das Ruder übernehmen.
Absolut. Ich habe mal mit einer erfahrenen Psychotherapeutin gesprochen. Die sah das ganz ähnlich. Besonders schädlich sind dabei wohl die sog. sozialen Medien, wo buchstäblich jeder mehr oder weniger alles zeigen oder behaupten kann, sei es auch noch so falsch, manipuliert, unmoralisch, dumm oder nichtig. Selbst vermeintlich harmlose Webseiten wie z. B. 9gag, ein extrem toxischer Ort jenseits des Darkwebs, befeuern solche Phänomene unter dem Deckmantel des Humors oder des Austausches.
 
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