Das ist ein generelles Problem heute, dass in vielen Lebensmitteln dank Massenproduktion so viel Misst steckt und wir denken wir tun uns damit was gutes.
Ich denke, das eigentlich Problem ist, das sich die Leute gar nicht drum scheren was in diesen Produkt drin steckt und zum anderen Teil sind es Leute, die wissen, das die Produkte durch Werbung schön geredet wird, jedoch diese Produkte dann doch kaufen, weil es eben schmeckt.
Der Lebensmittelmarkt hier in Deutschland wird von Convenienceprodukten einfach überschwemmt und es sind grade diese Produkte, die die Hersteller durch Werbung "aufwerten", sei es sie seien besonders gesund, so lecker wie hausgemacht, wertvolle Inhaltsstoffe etc.
Die Leute wollen einfach diese Conveniencprodukte, sei es weil sie keine Zeit haben zum kochen, aus bequemlichkeit, des Geschmackes wegen oder aber weil Werbung/Verpackung ihren Wirkung auf den Kunden entfalten konnte ist erstmal völlig egal. Punkt ist der Markt ist dafür vorhanden und zum anderen sind die Deutschen geizig, was Nahrungsmittel betrifft. Die Convinienceprodukte sollten also möglichst billig sein und trotzdem schmecken, doch wie soll das funktionieren, wenn nicht hier und da ein paar Lebensmittelchemiker versuchen aus Blei Gold zu machen?! Es ist wesentlich billiger Geschmacksstoffe zum künstlich herzustellen, als tausende von echten Apfeln zu nehmen, so kommt es auch, dass die Endprodukte dann mit echten Nüssen oder Milch als Zutat beworben werden, letztendlich aber nur einen Anteil im niedrigen einstelligen %-Bereich ausmachen.
Bevor man also gegen Analogkäse & Co wettert, sollte man doch erst selbst an die eigene Nase fassen und etwas mehr Geld auf die Theke legen. Denn guter Käse kostet im Kilopreis nich 1-2 Euro, sondern kann auch mal locker die 20 Euromarke knacken und es geht noch wesentlich teurer. Auch wird ein Nusskuchen a 400g aus der Tiefkühltheke für 1.99Euro sicher nicht mit den Zutaten aufwarten, die in einem Nusskuchen bei einem guten Bäcker enthalten sind. Das der Nusskuchen beim Bäcker teurer ist sollte wohl klar sein.
Wer nicht bereit ist für Lebensmittel ein paar Taler springen zu lassen, der sollte nicht erwarten, dass in Concenienceprodukten und ähnlich gearteten Lebensmitteln edelste Zutaten enthalten sind.
Das zum einen, soll gegen niemanden persönlich gerichtet sein, sondern nur die Diskussion um die geiz ist geil Einstellung bei Lebensmitteln ergänzen, denn es wird immer schwerer hochwertige Produkte gezielt in einem Supermarkt zu bekommen, immer mehr Discounter, immer weniger "Frische-Theken" stattdessen mehr SB-Kühltheken usw. stattdessen muss man sich viel Zeit fürs Einkaufen nehmen. Gemüse und Obst gibts frisch beim Türken, wie oft seh ich in Supermärkten und Discountern in der Gemüse und Obst Abteilung verschimmelte Waren(wie lange diese wohl schon ausliegen) oder Waren die in sich zusammengefallen sind, weil vertrocknet. Dann noch der Gang zum Fleischer, denn die Auswahl der SB-Theken ist echt traurig und abportionierte Ware lässt sich nunmal nich eben zurechtschneiden. Und zum Schluss führt es dann einen noch in einen Supermarkt oder Discounter, für allerhand Kram den man schon fertig portioniert und abgepackt benötigt, wie Salz, Butter, Süßkram...
Die andere Sache ist, es gibt natürlich auch teure Convenienceprodukte von namhaften Herstellern, die aus scheisse bestehen, nicht das halten was die Werbung suggeriert oder einen Kombination aus beidem. Dort seh ich schon eher ein Problem, was die Lebensmittelindustrie einem auftischt. Denn wenn man schon teure Produkte kauft, dann ist auch ein entsprechender Gegenwert zu erwarten, das uns jedoch zu einem anderen Problem führt: Ist dieser Gegenwert der Geschmack oder der Inhalt des Produktes? Ausgehend vom Erfolg von Produkten wie Actimel, Corny-Riegeln & Co reicht der grossen Käuferschicht wohl anscheinend der Geschmack oder ist gesegnet durch Unwissen, Gleichgültigkeit, Naivität,...
Ich achte teilweise drauf, was ich esse. Möchte ich mir was gutes tun, koche ich selber mit frischen Zutaten, keine Rezepttüten ala Maggi & Co. Sobald ich jedoch zu Convenienceprodukten greife, denn nicht immer hat man Zeit zum Kochen, achte ich je nachdem was es ist auf die Zutatenliste. Abgepacktes Fleisch aus der Tiefkühl, dass in ner hübschen Pappverpackung steckt, kommt bei mir erstmal gar nicht auf den Teller, denn bei Fleisch sollte die Sichtprüfung schon möglich sein. Fritten & Co wird einfach in den Einkaufswagen geschmissen mit Blick auf Preis, jedoch viel entscheidener bishere Erfahrungen mit dem Produkt. Aufschnitt je nachdem ob ich denke, dass die Sichtprüfung mir reicht oder nicht wird nochmal hinten drauf geschaut. Formfleisch kann ich zb gar nich leiden, lässt sich jedoch schnell erkennen und im Zweifel, weils nirgendwo draufsteht oder die Beschreibung nur vage ist, dann wird das Produkt liegen gelassen. Was Jogurts angeht, ich kaufe nur Bauerjogurts. In Fruckjogurts sind Früchte drin, schmeckt, passt. Zum einem gibt es nicht genügend Jogurthersteller, dass nicht innerhalb von kurzer Zeit sich "schlechte" von "guten" Jogurtherstellern herauskristallisiert haben und zum anderen, ich kenn niemanden, der ständig seinen Jogurtmarke wechselt.
Natürlich ist es dreist, wenn Hersteller A seine Mogelpackung auf den Markt schmeisst und diese noch als besonders tolles Produkt bewirbt, doch 1. entscheidet der Käufer was gekauft wird und was nicht. Sollte man auf solch eine Mogelpackung reingefallen sein, kauft man diese nicht mehr und neue unbekannte Produkte kauft man in der Regel auch nicht auf Vorrat, sodass nur ein kleiner Verlust entsteht. 2. Bedient sich jede Industriesparte mehr oder weniger mit Werbung voller Versprechen, die gar nicht oder nur teilweise erfüllt werden. Siehe Hifi Sparte, ich kenn kaum einen Bereich in dem soviel gelogen und getrickst wird, grade weil es genügend Leute gibt, die unwissend sind oder naiv genug, auf solche Versprechungen reinzufallen. Siehe Computerartikel, Headsets die billig klingen, Mäuse mit Lasertechnologien die wählerisch mit der Unterlage sind, Keyboards für 100+ Euro jedoch nichtmal mit Mikroschalten daherkommen, Bildschirme mit Kontrasten und Reaktionszeiten jenseits von gut und böse und die Liste lässt sich beliebig weiter führen.
Natürlich muss man das nicht gut heissen, aber verteufeln sollte man es auch nicht, denn es gibt diese Produkte, weil es Käufer gibt und der Hersteller wirft nur das auf den Markt, was die grosse Masse fordert. Ein Produkt das niemand will, verkauft sich nicht, egal ob mit oder ohne Lüge.
Was wir, die solch Produkte & die dazugehörige Werbung als irreführend bezeichnen würden, tun können ist sich besser informieren und diese Produkte meiden. Denn wenn man nicht irgendwas will, sondern bestimmte Anforderungen hat, dann MUSS man sich auch mit diesen Produkten auch auseinander setzen.
Oder kauft ihr Schuhe in eurer Schuhgrösse ohne sie vorher anzuprobieren?
Odium schrieb:
Selbst wenn man irgendwo liest, dass Sachen wie Actimel nun gar nichts für die Gesundheit tun, bleibt im Hinterkopf doch immer die Werbung und die Produktverpackung hängen. Lebensmittel sind 'convenience goods', also Dinge des täglichen Bedarfs und so gut wie kein Käufer investiert da mehr als ein paar Sekunden, um sich über das Produkt zu informieren.
Das ist eben nicht so. Lebensmittel können Convenienceprodukte sein, sind es nicht zwangsläufig. Eher trifft es fertig zubereitete, portionierte und abgepackte Lebensmittel die direkt oder mit minimalen Aufwand verzerrfertig sind wie Curryking, diese Abartigkeit Schnitzeltoast usw. Und Convenieceprodukte würd ich auch nicht zwingend in die Sorte der Dinge des täglichen Bedarfs einordnen. Lebensmittel für den täglichen Bedarf kann man zum grossen Teil durch Nicht-Convenience Produkte abdecken(Brot, Fleisch, Milch, Gemüse, Obst, Kartoffeln&Co, Getreide) Eine Tiefkühlpizza, oder Hamburger zählen mit Sicherheit nicht dazu. Es gibt eine Liste an Grundnahrungsmitteln(Google fragen), und diese deckt viele Zutaten ab, sodass man nicht befürchten muss jede Woche das gleiche zu essen und weiter sind diese Zutaten frisch erhältlich.
Fehlt einem die Zeit aus was auch immer für Gründen oder hat grade nicht die Möglichkeit sich eine Mahlzeit zuzubereiten, dann bleibt einem meist nur einen Tag vorher etwas zubereiten, schauen was die Gastromie so bieten kann oder Convenieceprodukte, doch in den seltensten Fällen bleibt letzteres als einzige Möglichkeit.