NAS Kaufberatung - Use Cases noch nicht vollends definiert

AlexHM

Ensign
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Hallo zusammen,

Erläuterung der Ausgangssituation:
Ich nutze über mein Microsoft M365 Abo den Cloudspeicher in OneDrive. Bis dato bin ich damit zufrieden. Nun habe ich mir ein Heimkino im Keller gebaut und plane größere Mengen an Blu-rays und UHD Blu-rays zu rippen und zu speichern. Ggfs. möchte ich diese medien über einen HTPC mit MadVR in meinem Kino abspielen. Grundsätzlich bin ich auch offen für DIY Lösungen, habe aber aktuell aufgrund beruflicher und privater Verpflichtungen (kleine Kinder) nur begrenzt Zeit mich in komplexere Themen einzuarbeiten. Ich spiele schon seit Längerem mit dem Gedanken einen eigenen Homeserver aufzusetzen, tendiere aber immer mehr zu plug-and-play Lösungen.

Speicherbedarf: Initial gering, ich würde gerne mittelfristig auf 60-80 TB hochskalieren.
Budget: Max. 600-800 für ein NAS hatte ich geplant.

Fragen:
1) Welche NAS kommen in Frage für meinen use-case?
2) Alternative Lösungen?
3) Welche HDD sind zu empfehlen?

Viele Grüße
Alex
 
1. mind. 4bay Systeme (bei zukünftig 60TB+) wie bspw.: Ugreen NASync DXP4800
2. DIY-NAS mit Proxmox/unRaid/OpenMediaVault/etc.
3. Bei den Festplatten hast du eh kaum Auswahl, da es nur 3 Hersteller gibt. Ich setze seit längerem auf Toshiba, nutze aber auch noch ältere Western Digital & Seagate HDDs.
 
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Wie erfolgt das Abspielen der Filme? Auf welchen Endgeräten? Nur lokal, oder auch unterwegs? Ist Transcoding notwendig? Sind die 600 - 800 EUR nur für das NAS ohne HDDs?
 
Möglichst viele Plattenschächte. Damit kann man am einfachsten schrittweise Hochskalieren.
Und wenn mal eine Platte kaputt ist, ist ein Resync mit kleinerer Platte auch schneller getan. Denn die Platten werden schon immer größer. Aber die Geschwindigkeit wächst nicht mit.
Das ist auch ein Problem beim Erweitern eines Raids. Also wenn man eine zusätzliche Platte dazu steckt.
 
Empfehlung deine Rips direkt auf H265 oder besser zu kodieren

Bei der Menge an Daten solltest du auch mit nem 10G Port planen. Bei 1G wirds einfach zäh
 
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Wie du die Discs rippen kannst, weißt du hoffentlich (Empfehlungen, wie man Kopierschutz umgeht, können wir hier nicht geben). Bei UHD-BD kann das schwer bis unmöglich werden.

Der rote Fuchs ist auch in Rente. Also mit zukünftigen Discs wird es noch schwerer werden. Die sterben leider ohnehin immer mehr aus.

Piak schrieb:
Empfehlung deine Rips direkt auf H265 oder besser zu kodieren

Am besten auf AV1 würde ich sagen (außer die Endgeräte unterschützen das nicht nativ). Besonders, wenn man sich das Lizenz-Hick-Hack hier so anschaut. Wer weiß, wie das noch weiter geht.
 
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Ein RAID würde ich mir gut überlegen, vor allem wenn es viele Schächte werden sollten.
Ich selbst fahre hier Einzeldisk mit derzeit 12+12+12 TB und habe ein zweites NAS das als Sicherungsziel für das Filme-NAS dient. Wenn kein Transcoding notwendig ist, dann ist die Rechenleistung und die RAM-Größe nicht so von Bedeutung. Meine Filme-NAS ist ein altes QNap TS-669L mit 2GB RAM, das reicht hierfür locker aus.
https://www.qnap.com/de-de/product/ts-669l

10GBit für ein Filme-NAS sind auch obsolet, da müssten schon SSDs drin sein damit man max. 1GByte/s erreichen kann mit HDDs nicht, jedoch ist ein 2,5GBit-Netz auf Augenhöhe mit akutellen HDDs.
Davon abgesehen kann man in die aktuellen Geräte meist auch 5GBit/s oder 10Gbit/s nachrüsten, wie z.B. in meinem Sicherungs-NAS Qnap TS-453D.
https://www.qnap.com/de-de/product/ts-453d
Dieses bzw. deren Nachfolger kratzen aber schon gehörig am Budget des TE, Platten sind da ja noch außen vor.

Also je nach geplanter Größe des Datenbestandes reicht ein 4-Bay NAS oder ggf. ein 5-Bay NAS aus.

In QNap-"Währung" wäre das die passende Übersicht:
https://www.qnap.com/de-de/product/?conditions=feature-daily_storage_backup&product-group=home
Je nach Einsatzzweck kann es sinnvoll sein auf x86-Technig ggü. ARM zu setzen.
Meine NAS-Geräte sind alle mit Intel-Prozessoren bestückt.
 
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Ich hab einen N100 sowie ein DH4300 zum Thema Transkodieren auf HDDs getestet.
Der N100 und der SOC der DH4300 schaffen locker 3 Streams von 4k HEVC in 1080p HEVC oder H264 zu transkodieren.

Und ansonsten limitierenhalt die Zugriffe auf die HDD, wobei bei Raid 5 und Raid 1 mehr geht als bei ner Single HDD. Auch hier. 4 Streams gleichzeitig mit ca. 28Mbit/s liefen problemlos.
 
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prian schrieb:
Ein RAID würde ich mir gut überlegen, (...)

10GBit für ein Filme-NAS sind auch obsolet, da müssten schon SSDs drin sein damit man max. 1GByte/s erreichen kann mit HDDs

Mit einem RAID5 z.B. und mehreren HDDs kann man auch 10GbE auslasten. Mit drei HDDs plus der einen für Parität liegt man schon deutlich über 2,5GbE, kommt in der Spitze auf 750MB/s rum.

Zusätzlich hat man den Vorteil, dass man den Speicherplatz flexibel nutzen kann (man muss kein Buch darüber führen, auf welcher HDD welcher Film liegt), auch im Hinblick auf den Ausfall einer HDD, wo man hier einfach ein Rebuild starten kann nach Tausch.


@AlexHM "Use cases noch nicht vollends definiert" bereitet gewisse Probleme dabei, hier eine Empfehlung zu geben. Aktuell würde ich mich anschließen, mindestens ein 4-Bay-NAS zu nehmen von UGreen. Und ich würde dort TrueNAS installieren und ein RAIDZ1 (Pendant zu RAID5) aufsetzen.

Als Backup bleibt bei den Kapazitäten eigentlich auch nur ein weiteres NAS.


PS: Ich hoffe, hier soll nicht transkodiert werden. Das wäre wirklich eine Armutserklärung für ein Heimkino.
 
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Banned schrieb:
Ich hoffe, hier soll nicht transkodiert werden. Das wäre wirklich eine Armutserklärung für ein Heimkino
Bei mir ists nur wenn ich von unterwegs schauen oder am Browser...aber wie oft kommt das vor?

Der weitere Vorteil von den DXPs... Docker auf eine SSD, dann schlafen auch die Festplatten mal.
 
Azghul0815 schrieb:
Der weitere Vorteil von den DXPs... Docker auf eine SSD, dann schlafen auch die Festplatten mal.

Ich persönlich würde so einen monströsen Datenspeicher von 60-80TB im privaten Umfeld ohnehin nie mit Diensten kombinieren, die ständig laufen sollen. Dafür würde ich mir einfach nen Mini-PC, Raspberry ö.Ä. anschaffen und fertig.
Bei einem so großen Datenspeicher hingegen wäre mir hauptsächlich die Integrität der Daten wichtig. Und da führt dann an RAID und ZFS hier in meinen Augen kein Weg vorbei, wenn man es nicht sehr umständlich haben will.
 
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Danke für die zahlreichen Beiträge.

Ich plane eher einen separaten Server für Services. Transcoding ist nicht vorgesehen. Nutzung rein lokal.
Abspielen vermutlich über einen Mediaplayer wie z.B. Zidoo oder R_volution.
Video-Output: JVC NZ-500
Audio: Denon AVC 6700H - 7.1.6 Soundsystem
 
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Auf die RAID5-BTRFS-Problematik hatte ich ja schon mal verwiesen. Somit bleibt eigentlich nur mindestens RAIDZ1 bei dieser Datenmenge, wenn es vernünftig sein soll mMn.
 
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@Banned
Was ist denn mit der Aussage?
1. Btrfs als RAID-Layer ist das Problem – nicht Btrfs als Dateisystem

Die kaputte Komponente ist das eingebaute Btrfs-RAID5/6.
Wenn du hingegen ein RAID mit:
  • mdadm (klassisches Linux-Software-RAID)
  • oder dem NAS-eigenen RAID (Synology SHR, QNAP, Ugreen RAID-Manager)
aufsetzt, dann liegt das RAID unterhalb des Dateisystems.
Dann ist Btrfs oben drauf kein Risiko mehr bezüglich RAID5/6-Bug, weil Btrfs die Parität gar nicht selbst verwaltet.
Oder ext4 verwenden?
 
Wo kommt die Aussage her?

Wie bekommt man UGOS dazu, mdadm oder so für das RAID und dann BTRFS für die einzelnen Platten zu verwenden? Synology hat da ne eigenentwickelte Implementation. Gibt es das bei UGreen auch? Mir ist das nicht bekannt. Vielleicht fragst du mal bei denen nach; du bekommt doch Zeug von denen, soweit ich mich erinnere. :)

BTRFS und das RAID müssen schon in irgendeiner Weise miteinander kommunizieren können. Sonst können Dateien, die über das RAID zerstückelt liegen, nicht erkannt und deren Integrität geprüft werden.

Angenommen, du hast ein RAID5 mit drei HDDs und eine Datei befindet sich nun teilweise auf HDD1 und HDD2. BTRFS auf jeder HDD verwaltet nun die Blöcke, kann aber keine Dateien referenzieren, wenn Teile davon auf einer anderen Platte liegen. Deshalb funktioniert das nicht.

Das klassische RAID wiederum arbeitet auf Firmware-Ebene und kennt generell keine Dateien. Man benötigt da also zwangsweise eine Eigenlösung.


Azghul0815 schrieb:
Oder ext4 verwenden?

Ist doch überhaupt nicht vergleichbar mit ZFS oder BTRFS. EXT4 hat keine Prüfsummen auf Dateisystemebene und kann über Scrubs oder beim Lesen keine einzelnen korrumpierten Dateien identifizieren und automatisch aus der Redundanz bzw. über die Parität korrigieren.

(Bein klassischen RAID-Scrub werden die Sektoren auf Firmware-Ebene geprüft und auch hier kann über die Redundanz bzw. Parität korrigiert werden. Man erfährt aber nie, ob korrigiert wurde, was korrigiert wurde und was ggf. nicht korrigiert werden konnte. Auch sind die Prüfsummen etwas schwächer als auf Dateisystemebene mit ZFS/BTRFS)

Auch sind ZFS und BTRFS CoW-Dateisysteme und EXT4 ein Journaling-Dateisystem. Das ist hier aber eher weniger relevant.
 
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