Nossi
Captain
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- Okt. 2002
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Benjamin Netanjahu hat in Jerusalem in der Holocaust-Gedankstätte Jad Vaschem eine Ausstellung eröffnet, in welcher einige der original Baupläne Ausschwitz ausgestellt werden.
In seiner Eröffnungsrede verglich er Hitler-Deutschland mit dem heutigen Iran, indem er sagte
Was haltet ihr von solchen Aufrufen ?
Macht sich Netanjahu nicht selbst zu einem "Brandstifter" und missbraucht er nicht die Ausstellung - und die Leiden der europäischen Juden im dritten Reich - für seine eigene politische Agenda ? Mich erschreckt es, mit welcher Unverfrorenheit Netanjahu bei so einer Gelegenheit in das selbe Horn bläst, welches man sonst nur von radikalen Gruppierungen hört - wohlgemerkt geht es meist gegen Israel selbst, wenn man solche Brandreden hört. Berechtigt das jüdische Schicksal die heutige Regierung Israels dazu, die westliche Welt zu Sanktionen oder gar Krieg gegen einen anderen, souveränen Staat aufzurufen ? Oder ist die Bedrohung durch den Iran tatsächlich so akut, das Netanjahu Angst haben muss um sein Volk und um seinen Glauben ?
Eine andere Frage ist: Was hält der durchschnittliche Israeli von solchen Reden ? Gibt es in Israel Kritik an Netanjahu oder werden solche Aufrufe positiv aufgenommen. Immerhin ist Israel eine Demokratie und ein westlicher Staat, dementsprechend steht zu befürchten, dass nicht wenige Israelis solche Aussagen gutheißen - Netanjahu ist schliesslich regulär gewählt worden.
Was mir auch auffällt ist, dass es sehr häufig von israel-nahen Organisationen Kritik hagelt wenn man versucht, irgend ein Geschehen auf der Welt mit dem dritten Reich zu vergleichen. Hitlers Greueltaten wären unvergleichlich und jeder Versuch würde die Geschehnisse verharmlosen, heißt es dann häufig. Auf der anderen Seite ist sich Netanjahu nicht zu schaden, eben solche Vergleiche zu bemühen, wenn es seinen Zielen nutzt. Der Iran/Nazi-Vergleich ist in meinen Augen schon sehr offensichtlich.
Ich bin der Meinung, Netanjahu hätte besser daran getan, sich bei seiner Rede auf's eigentliche Thema zu beziehen und nicht die Medienaufmerksamkeit als Plattform zu nutzen für seine Politik. Das empfinde ich als sehr unangemessen und respektlos.
Ich rufe trotz des brisanten Themas - hoffentlich nicht vergeblich - zur Maßregelnung auf. Das hier ist weder ein Thread für polemisches Stammtischniveau gegen Israel noch für rassistische und faschistische Hetze. Ich bitte aber auch die andere Seite der Diskussion um Objektivität - meiner Meinung nach muss man Israel kritisieren dürfen ohne direkt die Nazi-Keule um die Ohren gehauen zu bekommen!
In seiner Eröffnungsrede verglich er Hitler-Deutschland mit dem heutigen Iran, indem er sagte
"Was man in dieser Ausstellung und in diesen Zeugnissen sieht, ist das Böse in Reinform"
und weiter"Die neuen Aufrufe zur Vernichtung des jüdischen Staates sind sicherlich unser Problem, aber nicht nur unseres. So wie das, was hier ausgestellt wird, nicht nur ein Verbrechen gegen die Juden war, sondern ein Verbrechen gegen die Menschheit."
Die internationale Gemeinschaft werde "getestet wie selten zuvor seit der schicksalhaften Niederlage Nazi-Deutschlands vor 65 Jahren. Sie wird jetzt getestet, ob sie für die Wahrheit einsteht, für die Beweise des Bösen, für das Design von Massenmord. Das ist ein Test für die Menschheit."
Quelle: TagesschauIn den kommenden Wochen und Monaten werde man sehen, so Netanjahu, wie die internationale Gemeinschaft ihrer Verantwortung gerecht werde und das Böse stoppe, "bevor es sich für immer ausbreite".
Was haltet ihr von solchen Aufrufen ?
Macht sich Netanjahu nicht selbst zu einem "Brandstifter" und missbraucht er nicht die Ausstellung - und die Leiden der europäischen Juden im dritten Reich - für seine eigene politische Agenda ? Mich erschreckt es, mit welcher Unverfrorenheit Netanjahu bei so einer Gelegenheit in das selbe Horn bläst, welches man sonst nur von radikalen Gruppierungen hört - wohlgemerkt geht es meist gegen Israel selbst, wenn man solche Brandreden hört. Berechtigt das jüdische Schicksal die heutige Regierung Israels dazu, die westliche Welt zu Sanktionen oder gar Krieg gegen einen anderen, souveränen Staat aufzurufen ? Oder ist die Bedrohung durch den Iran tatsächlich so akut, das Netanjahu Angst haben muss um sein Volk und um seinen Glauben ?
Eine andere Frage ist: Was hält der durchschnittliche Israeli von solchen Reden ? Gibt es in Israel Kritik an Netanjahu oder werden solche Aufrufe positiv aufgenommen. Immerhin ist Israel eine Demokratie und ein westlicher Staat, dementsprechend steht zu befürchten, dass nicht wenige Israelis solche Aussagen gutheißen - Netanjahu ist schliesslich regulär gewählt worden.
Was mir auch auffällt ist, dass es sehr häufig von israel-nahen Organisationen Kritik hagelt wenn man versucht, irgend ein Geschehen auf der Welt mit dem dritten Reich zu vergleichen. Hitlers Greueltaten wären unvergleichlich und jeder Versuch würde die Geschehnisse verharmlosen, heißt es dann häufig. Auf der anderen Seite ist sich Netanjahu nicht zu schaden, eben solche Vergleiche zu bemühen, wenn es seinen Zielen nutzt. Der Iran/Nazi-Vergleich ist in meinen Augen schon sehr offensichtlich.
Ich bin der Meinung, Netanjahu hätte besser daran getan, sich bei seiner Rede auf's eigentliche Thema zu beziehen und nicht die Medienaufmerksamkeit als Plattform zu nutzen für seine Politik. Das empfinde ich als sehr unangemessen und respektlos.
Ich rufe trotz des brisanten Themas - hoffentlich nicht vergeblich - zur Maßregelnung auf. Das hier ist weder ein Thread für polemisches Stammtischniveau gegen Israel noch für rassistische und faschistische Hetze. Ich bitte aber auch die andere Seite der Diskussion um Objektivität - meiner Meinung nach muss man Israel kritisieren dürfen ohne direkt die Nazi-Keule um die Ohren gehauen zu bekommen!
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