Neubau: Elektriker empfiehlt "Homeway" als Vernetzung im Haus. Sinnvoll?

Wenn eine vollständige Hausautomatisierung gewünscht ist, würde ich persönlich auf eine Plattform setzen, die über ihre Generationen eher nur geringfügigere Änderungen erfährt oder aber komplett modular ist. Auch würde ich vom dem dezentralen Gedanken abgehen und die Steuerung in einen eigenen Betriebsraum packen.
Die Anschlüsse sollten nach Möglichkeit auch an Konkurrenzprodukte passen.
Soweit wie möglich sollten "Standardkomponenten" verwendet werden, für die es mehr als genug Hersteller gibt und eine gesunde Konkurrenz.
Die Anlage sollte leicht um zusätzliche Ein- und Ausgänge erweiterbar sein, und "Standard-Signale" wie die beliebten 4-20mA verarbeiten können.

Mit anderen Worten: Ich würde eine handelsübliche SPS einsetzen. Deren Anwendungsfeld wird auch noch in 20 Jahren bestehen.
 
soll denn die klassische telefon leitung noch genutzt werden?

wenn man die SAT- und die LAN-Leitung einzeln, bis hinter jede dose, verlegt, verbaut man zu beginn eine der drei möglichkeiten ( 2xSAT ; 2xLAN ; 1xSAT & 1xLAN ) und wenn mann mal wechseln will muss man nur eine neue dose einbauen und an die dahinterliegenen leitungen anschließen. das mag zwar etwas aufweniger sein als ein kleines modul mit nur einer schraube zu wechseln, jedoch spart man sich das proprietäre system.

im prinzip hängt das davon ab wie häufig man die schlüsse wechseln will. wenn man sich nur die option offen halten will nach 5-10 jahren einen Fernsehr in ein anderes zimmer zu stellen ist ein klassisches system ausreichend.
 
Also ich habe in meinem vor 14 Jahren gebautem Haus in jeden Raum eine Leerrohr, damals für Sat-Kabel, verlegt. Später habe ich ein LAN Kabel dazu reingezogen. Ferner wurde in jeden Raum ein Telefonkabel verlegt. Ich vermisse nix und bin auf Jahrzehnte gerüstet.
Anmerkung:
Wer später auf Sat-ip wechseln will, sollte zum Standort der Sat-ip-Servers ein dickes Leerrohr verlegen. Der Server sollte beim Wohnzimmer TV stehen wg. möglicher Aufnahmen auf USB-Festplatte. Den Sat-ip-server kann man allerdings auch an x-beliebiger Stelle aufstellen wo die 4 Sat-Kabel von der Sat-Antenne ins Haus kommen. Allerdings müste man dann dort die USB-Festplatte anschließen. Wenn das dann der Dachboden ist, wird das im Sommer etwas zu warm.
 
Ich rate auch zu Lehrrohren, CAT7 für die "Hauptstränge" und je nach Bedarf noch HF-Kabel für Sat dazulegen.

CAT6a/CAT6e ginge auch.

CAT6a/CAT6e ermöglich für handelsübliche Längen 10GBe. Da ist man also auch für die nächsten 10 Jahre mindestens auf der sicheren Seite.

Wenn man Heimautomation machen will, sollte man sich auf ein atuelles und offenes System festlegen. Wie schon gesagt kann man über die verlegten CAT-Kabel auch gerne Telefon oder sonstiges machen, man muss nur genug davon in der Wand haben :)

Ich persönlich würde mir kein proprietäres System andrehen lassen. In 2 Jahren steht man da und das Ding kann kein IPv6, kommuniziert nicht mit dem Linuxserver, die Module werden nicht mehr hergestellt, etc. pp.

Positiv-Beispiel:
Ein Kollege von mir steuert seine Zentralheizung je nach Raumtemperatur der einzelnen Räume im Haus. So etwas geht nur mit offenen Systemen.
 
Orcon schrieb:
Ich würde jeweils Cat7 Simplex und ein gutes Koax-Kabel verlegen,
Ich würde gleich zu Duplex raten. Ist nicht wirklich Mehraufwand, man hat dafür aber mehr Reserven, falls mal noch was dazukommt.
Orcon schrieb:
Viel zu teuer und echt besch.... bei der Installation. Ich würde davon nur abraten.
Glaub ich dir sofort, habst zum Glück (noch) nie installieren müssen.

Checkup schrieb:
Ein Kollege von mir steuert seine Zentralheizung je nach Raumtemperatur der einzelnen Räume im Haus. So etwas geht nur mit offenen Systemen.
Was verwendet er denn?
DMX, KNX, ne SPS, Eigenbaulösung?
 
Homeway ist auch ein offenes system.
Man kann auf das kabel auch beliebige Dosen montieren. Es ist einfach ein Daten und ein koax kabel zusammengefasst.
Vorteil. Weniger Rohr, Dosen und damit auch weniger Arbeitszeit.
 
Ich sehe da absolut keinen Vorteil darin sich an einen Anbieter zu binden.

Günstiger und DEUTLICH zukunftssicherer ist es genügend große Leerrohre zu verbauen und alles auf Patchpanel zusammenlaufen zu lassen.
So kann man jederzeit ein zusätzliches CAT 6 Kabel ziehen und wenn es in 15 Jahren FC-Kabel sind, hat man die auch ohne Aufwand gezogen.
 
Hallo zusammen,

wir sind derzeit ebenfalls in der Planungsphase für ein Einfamilienhaus und stehen nun ebenfalls vor der Entscheidung, auf ein mit vom Bauträger angebotenes Homeway-System zurückzugreifen, oder aber eine eigene Infrastruktur aufzubauen. Es käme bei mir jetzt in erster Linie darauf an, was sich die Varianten unter Berücksichtigung der extra zu legenden Leerrohre bzw. Verrechnung preislich nehmen.

So wie ich den Auftritt des Herstellers verstehe, handelt es sich doch im Prinzip um ein Kombikabel aus Koax für TV und CAT 7 für das Ethernet, bestehend aus 2 physisch getrennten Leitungen. Dieses verläuft in die einzeln aufgesplitteten Dosen an den jeweiligen Anschlussorten. Im Anschlussraum laufen die CAT 7 in ein Patchfeld und können von dort aus über kundeneigenen (?) Router / Switch weiter angebunden werden. Die Koaxkabel gehen in den Multiswitch.

Meine größte Sorge wäre, dass es den Hersteller irgendwann nicht mehr gibt und man daher bei Bedarf nicht aufrüsten könnte. Das sollte aber doch nicht der Fall sein, da man im Prinzip Patchfeld, Switch, Router und Multiswitch jederzeit frei gegen beliebige Hardware tauschen kann? Auch die RJ-45 Dosen müssten sich bei Bedarf doch ersetzen lassen, da nichts anderes als ein CAT 7 Standardkabel dort anliegt? Möchte man irgendwann auf Glasfaser wechseln, müssten ja so oder so alle Kabel raus und neu eingezogen werden.

Oder hängt dort doch noch irgendeine herstellerspezifische Hardware/Software drin?
 
Zuletzt bearbeitet:
Zurück
Oben