Open Document Format (ODF) wird im Deutschland-Stack als verbindlicher Standard verpflichtend – proprietäre Formate ausgeschlossen

tarifa

Lieutenant
Registriert
März 2020
Beiträge
758
Neues zum Thema offene Standards :: ein Meilenstein für digitale Souveränität: Deutschland-Stack macht Open Document Format (ODF) zum verbindlichen Standard. ODF wird Pflicht: die Zukunft gehört demnach also den offenen Dokumentenformaten :: zum Hintergrund: Der Deutschland-Stack ist das Fundament für das digitale Deutschland und setzt auf offene internationale Standards (Tech-Stack). Ziel ist eine souveräne, europäisch anschlussfähige und interoperable digitale Infrastruktur für Bund, Länder und Kommunen zu schaffen. Dazu soll ein lebendiges Ökosystems offener Innovation etabliert und bestehende nationale und europäische Bausteine integriert werden.


Liebe Computerbase-Community, guten Morgen, 😊

vorweg: gerade in diesen Zeiten ist die Frage nach offenen Standards in der Öffentlichkeit - sie wird geführt gewissermaßen auf allen Ebenen. Die Bedeutung von offenen Standards, sie zeigt sich auch in dem Move von vielen Akteuren z.B. in der Öffentlichen Verwaltung - Schleswig Holstein, Dänemark, oder aber auch dem Heer in Österreich. Es geht um den Einsatz offene Formate und Standards; sie werden immer wieder (ein-) gefordert:

bereits vor einigen Tagen gab es einen kleinen ( sagen wir mal "Aufmerksamkeits"-) Erfolg - der in der Auseinandersetzung zum Einsatz offener Formate errungen wurde.

Italo Vnogli hat darüber schon berichtet - auf dem Blog der ODF-Foundation: "IMPORTANT ODF Template added to CRA Guidance feedback" vgl. https://blog.documentfoundation.org...-odf-template-added-to-cra-guidance-feedback/

doch nun geht es weiter: und nun tut sich wieder etwas: Open Document Format (ODF) wird im Deutschland-Stack als verbindlicher Standard verpflichtend – proprietäre Formate - die sind darin nun ausgeschlossen. Ein echter Meilenstein für digitale Souveränität: Deutschland-Stack ODF wird Pflicht: Deutschland-Stack setzt auf offene Dokumentenformate

Also nun ja: - das ist ein starkes Signal:

vor wenigen Stunden hat Italo Vignoli es publiziert: vgl. Germany’s Sovereign Digital Stack Mandates ODF: a Landmark Validation of Open Document Standards https://blog.documentfoundation.org/blog/2026/03/19/germanys-sovereign-digital-stack-mandates-odf/

Italo: Zit:

"Die Document Foundation (TDF), die gemeinnützige Organisation hinter LibreOffice, begrüßt die Aufnahme des Open Document Format (ODF) als verbindliches Standardformat in den Deutschland-Stack, das souveräne digitale Infrastruktur-Rahmenwerk der Bundesregierung für alle öffentlichen Verwaltungen." ... und weiters...

Der vom Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung veröffentlichte Stack legt die technischen Standards für eine gemeinsame, interoperable und souveräne digitale Infrastruktur für alle öffentlichen Verwaltungen in Deutschland fest. Im Rahmen der Säule „Semantische Technologien und Echtzeitanalysen“ des Rahmenwerks werden ODF und PDF/UA explizit als die beiden verbindlichen Dokumentenformate genannt; proprietäre Alternativen sind ausgeschlossen.
„Dies ist keine Empfehlung oder Präferenz, sondern eine Verpflichtung“, sagte Florian Effenberger, Geschäftsführer der Document Foundation. „Deutschlands Entscheidung, das ODF als Kernstück seiner nationalen souveränen Infrastruktur zu verankern, bestätigt unsere jahrelange Argumentation: Offene, herstellerneutrale Dokumentenformate sind kein Nischenthema für einige Technologiespezialisten und FOSS-Verfechter. Sie bilden die fundamentale Infrastruktur für demokratische, interoperable und souveräne öffentliche Verwaltungen.“
Der Deutschland-Stack basiert auf Prinzipien, die mit den langjährigen Positionen des TDF übereinstimmen. Das Rahmenwerk verfolgt den Grundsatz „Made in EU first“, fordert offene Schnittstellen und lokale Datenspeicherung, schreibt Open-Source-Entwicklung vor, wo andernfalls proprietäre Eigentumsrechte gelten würden, und zielt explizit darauf ab, die Abhängigkeit von einzelnen Anbietern zu reduzieren. Der Stack stützt sich auf Beschlüsse der Digitalministerkonferenz, des Bundeskabinetts und der Ministerpräsidentenkonferenz und strebt die konkrete Bereitstellung von Infrastrukturkomponenten für alle Regierungsebenen bis 2028 an.
Die Einbindung des ODF in dieses Rahmenwerk ist kein Zufall. Sie spiegelt die konsequente Ausrichtung der europäischen Digitalpolitik wider, vom Europäischen Interoperabilitätsrahmen (EIF) bis zum Cyber Resilience Act (CRA), die offene Standards als Voraussetzung für Interoperabilität, Souveränität und langfristigen öffentlichen Nutzen anerkennt.

Lest mehr auf dem Artikel von Italo - vgl. den Link untenstehend.


weitere Daten, weitere Hintergründe - und Materialien

der Deutschland-Stack: eine allgem. Vorstellung: https://deutschland-stack.gov.de/gesamtbild/
der neue Artikel von Italo: https://blog.documentfoundation.org/blog/2026/03/19/germanys-sovereign-digital-stack-mandates-odf/
vor einigen Stunden hat Bobby Borisov in einem Artikel auf das Thema aufmerksam gemacht: Germany Mandates ODF for Public Administration in Sovereign Digital Stack vgl, https://linuxiac.com/germany-mandates-odf-for-public-administration/


zum Deutschland-Stack: der Deutschland-Stack: eine allgem. Vorstellung: https://deutschland-stack.gov.de/gesamtbild/

vgl. Zitat:
"Der Deutschland-Stack ist das Fundament für das digitale Deutschland und setzt auf offene internationale Standards (Tech-Stack). Ziel ist eine souveräne, europäisch anschlussfähige und interoperable digitale Infrastruktur für Bund, Länder und Kommunen zu schaffen. Dazu soll ein lebendiges Ökosystems offener Innovation etabliert und bestehende nationale und europäische Bausteine integriert werden.

Strategie: Die Strategie ist an den politischen Zielsetzungen und notwendigen Umsetzungsbedingungen ausgerichtet. Grundlage sind die Festlegungen aus Koalitionsvertrag, Modernisierungsagenda Bund und Föderal sowie die Beschlüsse aus Digitalministerkonferenz und IT-Planungsrat.
  • Gemäß Koalitionsvertrag wird Ländern und Kommunen die Nutzung eines interoperablen und europäisch anschlussfähigen souveränen Deutschland-Stack ermöglicht, welcher KI, Cloud-Dienste sowie Basiskomponenten integriert. Der Aufbau soll europäische Anbieter, Lösungsmodelle und vertrauenswürdige Anbieter berücksichtigen "Ende des Zitats!

Lest mehr zum Deutschland-Stack: eine allgem. Vorstellung: https://deutschland-stack.gov.de/gesamtbild/

Euch allen auf dem Computerbase-Forum nun einen schönen Freitag - und einen tollen Einstieg ins Wochenende 😀😇
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Gefällt mir
Reaktionen: Thorakon, Col. Jessep, muentzer und 2 andere
Wieder so ein Kopie Past Beitrag und dazu noch "Wow - das ist ein starkes Signal:"

Von der Leyen möchte auch die Atomenergie wieder in Deutschland sehen. Auch ein starkes Signal .. Statt deiner AI Posts: fahre mal dein "Hey schaut mal Unfall Modell" runter und bewirb dich eher als Redakteuer. Aber ohne eigene Text wird das nichts werden.
 
Die Überschrift, das find ich klasse und sinnvoll. Jedenfalls sich auf ein Microsoft Format festzulegen und sei es das "offene" (angeblich) wäre ja auch lächerlich :D
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: tarifa
Richtig und wichtig.

Schleswig-Holstein macht es im Kleinen vor.

@tRITON Deinen Kommentar kann man sich auch sparen.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: tarifa
hallo u. guten Tag, Alexander2 und Col.Jessep,


vielen Dank für Eure Beiträge.

@Alexander2

Die Überschrift, das find ich klasse und sinnvoll. Jedenfalls sich auf ein Microsoft Format festzulegen und sei es das "offene" (angeblich) wäre ja auch lächerlich :D

danke - wir brauchen die Offenen Formate - grad in den lausigen Zeiten.

und @Col. Jessep

Schleswig-Holstein macht es im Kleinen vor.

ja - und ich finde das total wichtig, dass sich solche Projekte jetzt trauen - dass sie stattfinden und dass sie passieren. Damit gibts die Chance, dass sich über die Leuchtrürme

a. Schleswig-Holstein (30000 Arbeitsplätze)
b. Dänemark (einige Bereiche der Verwaltung)
c. Oesterreich - das Bundesheer

....dass darüber hinaus sich noch was tut und wir noch mehr offene Standards bekommen - und sich weitere Projekte anschließen. Je mehr mitmachen - desto besser.

vgl. auch hier: Open-Source-Software in öffentlichen Einrichtungen
https://de.wikipedia.org/wiki/Open-Source-Software_in_öffentlichen_Einrichtungen


Zwischenfazit: der Blick auf die hier erwähnte Wikiseite - er zeigt meines Erachtens sehr schön, dass es insgesamt doch schon einige Projekte gibt - und dass die Aufbrüche in Sachen mutiger Projekte eigentlich doch schon beachtlich ist - und dass diese kleinen Aufbrüche landauf und landab - dem "politischen Aufwachen" - welches sich in den neuen Initiativen eines Deutschland-Stacks (und entsprechender ähnlicher europäischer Initiativen) gewissermaßen vorausgegangen sind.

Mutig ist das 💪 - und meines Erachtens auch sehr sehr wichtig.👍

Darüber hinaus: ich finde, dass wir halt noch viel viel mehr da tun müssten - dass es insgesamt noch zu wenig ist - die paar "Leuchttürme" die wir haben: Es wäre wichtig wenn sich in Deutschland (und darüber hinaus in der EU) noch mehr trauen würden auf Open Source zu setzen - denn ich denk, dass Open Source und dass darüber hinaus die offenen Standards echt die Grundlagen darstellen für eine echte und reale digitale Souveränität,

Grad in diesen Zeiten ist die Abhängigkeit ja viel zu groß - und gerade in diesen Zeiten, wo die politische Großwetterlage uns in Europa richtig den Wind ins Gesicht rein drückt ists m.E. um so wichtiger, sich eben nicht in (falschen) Abhängigkeiten sicher zu fühlen. Diese - diese können uns teuer zu stehen kommen - z.b. dann wenn es zum Beispiel um Topoi geht wie z.B. etwa auch die Innovationsfähigkeit oder aber die Sicherheit.

Gerade an den Feldern Innovationsfähigkeit und Sicherheit sieht man ziemlich gut, wie wichtig es ist - sich aus den m.E. falschen Abhängigkeiten zu lösen.
Konkret jetzt mal: Wie einfach lassen sich denn zum Beispiel, lang eingespielte und superlang entwickelte Abhängigkeiten im Bereich der Verteidigung lösen. Denke mal dass, das echte Herkulesaufgaben sind. Denn - wie viele digitale Infrastrukturen sind denn allein auf diesen beiden Feldern ( der Sicherheit & der Verteidigung ) mittlerweile schon - sagen wir mal "megatief" von US-Anbietern ( und darüber hinaus vielle auch von anderen, die wir da nicht haben, nicht sehen wollen ) schlicht durchdrungen - und wie schwer lassen sich da diese Sachen so ohne weiteres (wieder) rückgängig machen?
Und dabei ist das nur ein einziger Sektor: der der Sicherheit. Es gäb hier noch eine ganze Menge mehr zu nennen - und zu diskutieren - auf denen es sich auch bitter notwendig ist - ( meines Erachtens jedenfalls ) aus den Abhängigkeiten zu lösen.

Man sieht also: Wir sind mit diesem Thema hier nicht an einer technischen oder politischen Nische - ne - ich finde wir sind hier mitten drinne in einer der der größten Herausforderungen dieser Tage.



...und nun zu dir itRITON;

... no worries here ....😇

"Schreiben" soso - mach dir da mal keine Sorgen - ich hätt noch viel mehr schreiben können - aber auf dem Weg ins Büro ( also in den knappen Minuten in der Straßenbahn halt ) hat halt leider nicht mehr rein gepasst. 🙂


Grüße ☺️


hier noch zum Weiterlesen:

a. Startschuss für eigenständigeres Europa
https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/digitale-souveraenitaet-2394250
Deutschland und Frankreich setzen mit einem gemeinsamen Gipfel ein Zeichen für mehr digitale Unabhängigkeit. Investitionen in Schlüsseltechnologien und die Stärkung europäischer Lösungen sind der Schlüssel, um im digitalen Raum weniger auf Dritte angewiesen zu sein.

b. EU-Parlament: Große Mehrheit stimmt für digitale Souveränität
https://www.br.de/nachrichten/netzw...mehrheit-fuer-digitale-souveraenitaet,V9Do4b4
Fraktionsübergreifend hat das EU-Parlament eine Resolution angenommen, die gegen digitale Abhängigkeit von Technologiekonzernen wirken will. EU-Kommission und Mitgliedsländer werden zu einer Bestandsaufnahme und konkreten Gegenmaßnahmen aufgefordert.
 
Zuletzt bearbeitet:

Open Document Format (ODF) wird im Deutschland-Stack als verbindlicher Standard verpflichtend​

Solche Meldungen sind deutlich wichtiger als "wir setzen hier jetzt verpflichtend Linux + LibreOffice ein". So spielt nämlich die verwendete Software keine Rolle, solang die sich an den Standard hält.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: tarifa
Microsoft hat deren implementierung wie ich hörte leider fehlerhaft umgesetzt (kann ja nur absichtlich sein denn die haben auch das eigene um viele größenordnungen kompliziertere shit zeug umgesetzt)
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: tarifa
Zurück
Oben