Pause nicht gestattet, wird trotzdem vom Lohn abgezogen

Leon1909

Lt. Commander
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Wie im Titel ersichtlich. Eine Freundin arbeitet seit 1,5 Jahren in dieser Firma. Der Filialleiter hat kürzlich gewechselt.

Normalerweise arbeitet sie 8 Std. am Tag und darf keine Pause machen. Was ihr gesetzlich zusteht, weiß ich alles. Da sie ihre Festanstellung im Oktober nicht riskieren möchte, hält sie (bis dahin) die Klappe.

Nun gibt es aktuell einen Personalengpass, sodass sie von 7-20 Uhr arbeitet, OHNE Pause.
Im besten Fall darf sie 10 Minuten "aber bitte zack zack" etwas essen.

Der Hammer ist halt, dass ihr die Pausen (bei einer 8h Schicht 30 Minuten) vom Lohn abgezogen werden. Scheinbar ist aber im System ersichtlich, ob die Pause über die Zeiterfassung eingelegt wurde oder ob die Zeiten nachträglich verändert wurden.

An wen wendet man sich da? Gewerbeaufsichtsamt?

Danke.
 
ab 6h arbeitszeit: 30 min
ab 9h: 45 min

damits keine rechtlichen probleme gibt, werden die pausenzeiten - sofern nicht abgestempelt wird - autmoatisch nachgepflegt. das ist durchaus üblich und auch zulässig

was NICHT zulässig ist, ist dass sie keine pause machen darf. hier ist der betriebsrat der richtige ansprechpartner (sofern vorhanden).

welche branche?
 
Kein Betriebsrat. Die sind in der BG für Fahrzeughaltung. Detaillierter gerne per PN (Paranoia :D)
 
Klingt nach Einem bekannten Discounter, Betriebsrat nicht vorhanden nehme ich an? In dem Fall zum zuständigen Gewerbeaufsichtsamt.
 
Kein Discounter. Aber schon ein großer bekannter Konzern. War auch schon öfter in der Presse und im Fernsehen (Frontal21) aufgrund fraglicher Umgangsweise mit dem Personal.
 
in dem fall bleibt dann nur das gewerbeaufsichtsamt, ggf die gewerkschaft (sofern mitglied). die bg dürfte das sicherlich auch interessieren, wenn auch nicht primär (stichwort: unfallgefahr durch übermüdung etc. aufgrund nicht gewährter pausen)

ps:
es betrifft alle dort angestellten, oder?
 
Naja schade ist nur, deine Freundin muß sich im klaren sein wer petzt und erwischt wird muß mit Kündigung rechnen.
 
Alles klar, danke :)

@fishboy: Sie wird ja nicht petzen, sondern ich :D

Kann bei einer dortigen Mannschaftsstärke von 10 Leuten jeder sein .. auch einer mit Festvertrag.

Da der Filialleiter erst kurz dabei ist, wird sich so eine Prüfung mit entsprechendem Ergebnis bei der Hauptverwaltung sehr negativ für ihn auswirken.
 
keine Sorge, die lassen sich immer etwas einfallen ;)
 
Reicht ja schon wenn sie den Vertrag nicht verlängern. So war der Post wohl auch gemeint.
 
deine Freundin sollte sich einen anderen Arbeitsplatz suchen

warum will sie in so einem Laden eine Festanstellung?
 
Weil der Job eigentlich (zumindest in ihrer Position) ganz gut bezahlt ist. Bisher gabs auch keine Probleme, nur der neue Filialleiter spielt sich mächtig auf.

Sie kommt diese Woche übrigens auf über 60 Stunden, das kann doch auch nicht Rechtens sein!?

Ich kenne mich mit dem Thema Arbeitsrecht leider überhaupt nicht aus.
 
Leon1909 schrieb:
Weil der Job eigentlich (zumindest in ihrer Position) ganz gut bezahlt ist. Bisher gabs auch keine Probleme, nur der neue Filialleiter spielt sich mächtig auf.

Sie kommt diese Woche übrigens auf über 60 Stunden, das kann doch auch nicht Rechtens sein!?

Ich kenne mich mit dem Thema Arbeitsrecht leider überhaupt nicht aus.


Naja die wöchentlichen und täglichen Höchstarbeitszeiten gehen ja alle aus dem Arbeitszeitgesetz hervor. Mehrarbeit ist in gewissem Rahmen zulässig, sofern es ausgeglichen wird.

In meinem ersten Beruf wurde auch 7 Tage die Woche gearbeitet, als noch genug Personal vorhanden war, wurde das das auch relativ shcnell ausgeglichen
 
Bin gerade echt schockiert, dass solche Unternehmen mit soetwas überhaupt noch durchkommen.

Tritt bei solchen Fällen nicht der Kündigungsschutz ein? Ich meine, man sollte ja schlecht gefeuert werden können, weil man auf seine Rechte besteht!
 
Gefeuert nicht, aber bei der anstehenden Vertragsverlängerung auf Festvertrag heißt es dann eben "Tut uns sehr leid, aber..."

Bleibt nur Zähne zusammenbeißen und durch.
 
Zwischen "sehr gut bezahlt" und "60 Stunden Woche" liegt doch noch ein Unterschied.

PS wenn Sie doch noch eine Kündigung bekommt - klagen, dann gibts wenigstens eine anständige Lohnnachzahlung!!!
 
Es hadelt sich um einen für die Branche sehr guten und nicht üblichen Stundenlohn. So gesehen steigt natürlich auch das Einkommen mit den 60 Stunden. Angeblich soll es nächste Woche ruhiger werden. Also Galgenfrist für den Hampelmann. Lassen wir uns überraschen, ansonsten melde ich mich nochmal.
 
_killy_ schrieb:
Zwischen "sehr gut bezahlt" und "60 Stunden Woche" liegt doch noch ein Unterschied.
Mehr Stunden heiß auch mehr Lohn außer es handelt sich um unbezahlte Arbeitsstunden. Wobei ich das hier jetzt nicht raus lese.

Wenn sie am Job hängt und alternative Job Angebote weniger einbringen, Augen zu und durch. Mit weniger Pause lässt sich ja leben wenn der Rest passt.
 
ich würde behaupten nichtmal der Lohn vom Filialleiter würde 60h rechtfertigen und schon gleich gar nicht ohne Pause!

wenn deine Freundin nach 10h+++ Arbeit übermüdet nach Hause fährt und ein Unfall verursacht siehts für den Arbeitgeber ziemlich schlecht aus
 
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