Pause nicht gestattet, wird trotzdem vom Lohn abgezogen

In der Gastronomie werden solche Arbeitszeiten auch gern ausgenutzt, wie mir versichert wurde.
Nur stehen alle Branchen unter dem Arbeitsrecht und wenn die Firma ihr kündigt, weil sie gegen die Arbeits- und Pausenzeiten klagt, wird ihr jedes Arbeitsgericht Recht geben.
Man kann übrigens auch auf Wiedereinstellung klagen und wenn diese Zeiten in der Firma nicht üblich sind, wird es eher dem Filialleiter an den Kragen gehen als der Freundin des TE´s!

Ein Brief an die Geschäftsführung kann auch manchmal Wunder wirken ;)
 
zumal das ständige durcharbeiten ohne pause über kurz oder lang krank macht.
 
staubtuch schrieb:
ich würde behaupten nichtmal der Lohn vom Filialleiter würde 60h rechtfertigen und schon gleich gar nicht ohne Pause!
/QUOTE]

Es kommt immer auf den Bereich an. Es gibt auch Branchen mit 12 Stunden Schichten.

Und gerade in der Lebensmittellindustrie werden 7 Tage die woche 3 Schichten gefahren.

Da kommt man auch auf 56 Stunden. Ist halt alles nicht so einfach mit beschweren, klagen Gericht usw. Das sagt sich als Aussenstehender immer leicht.
 
spacepilot11 schrieb:
Und gerade in der Lebensmittellindustrie werden 7 Tage die woche 3 Schichten gefahren.

Kann ich bestätigen. Da gibt es dann auch gerne mal über 20 Arbeitstage am Stück, obwohl arbeitsrechtlich nur 12 erlaubt sind....
 
|MELVIN| schrieb:
...obwohl arbeitsrechtlich nur 12 erlaubt sind...
Du sagst doch selbst, dass es nicht erlaubt ist. Wieso dann nicht den Mund aufmachen?! Wenn man nichts sagt, dann wird sich auch nichts ändern. Es gibt nicht umsonst Regeln...
 
Weil das zur Folge hätte, dass bestimmte Anlagen abgestellt werden müssten. Die Anlagenauslastung und damit die Wirtschaftlichkeit würde deutlich sinken. Dadurch würde das Unternehmen relativ schnell wirtschaftliche Schwierigkeiten bekommen und müsste Leute entlassen. Es wird ja nach Leuten gesucht, aber finde mal in Baden Württemberg bei dieser Arbeitsmarktsituation qualifizierte Anlagenfahrer, die zu Wochenend- und Schichtarbeit bereit sind. An zu geringem Lohn liegt es meiner Meinung nach nicht, der ist durchaus angmessen. Ein Anlagenfahrer bekommt bei uns ca. 2.700 € Brutto als Grundgehalt im Monat plus Schicht-, Wochenend- und Feiertagszuschläge. Weihnachts- und Urlaubsgeld sowie betriebliche Altersvorsorge gibts auch noch oben drauf. 30 Tage Jahresurlaub, 38 Stunden-Woche.
 
Zuletzt bearbeitet:
@Melvin

Euer Vertrag, oder NGG Tarif? Das Problem ist das viele Anlagenfahrer nach einiger Zeit einfach keine Lust mehr habe, ist ja auch alles sehr belastend.

@ qhil


Es ist in der Lebensmittel, vor allem in der Milchindustrie, nun mal leider so üblich. Du kannst ja der Kuh schlecht sagen, "Gib heute bitte keine Milch". Und Milch läßt sich im frischen Zustand nun mal schlecht lange lagern..

Zudem werden diese Stunden auch ausgeblichen. Das ganze liegt auch an der "Geiz ist geil" Mentalität. Zu viele kaufen bei den Discountern, da muss man am Personal sparen.

Und Anlagen müssen ausgelastet sein damit sie sich rechnen. Würde man immer auf die Zeiten achten, wäre dem Endverbraucher wohl alles zu teuer.
Es ist in der Lebensmittelindustrie auch nicht möglich etwas nachzuarbeiten oder die Produktion ohne größere Schäden länger stehen zu lassen.


Ich hab den Mist selber fast 4 Jahre gemacht. Teilweise 12 bis 14 Stunden in der Schicht und von der Spät direkt in die Frühschicht und noch mehr solche Spielchen.

Aber auch ein scheiß Job ist ein guteer Job wenn man ihn erst mal verloren hat.

Denkt mla in Zukunft daran wenn Ihr Lebensmittel wie Milch, Fleisch usw. kauft, an solche Menschen
 
Das dachte ich mir fast. Von der NGG bin ich eh immer etwas enttäuscht. Große Worte und nix dahinter. Aber besser als nix.

Als ich noch in dem Beruf gesucht habe, bekam ich auch nur Angebote als Maschinenfahrer, aber nur in der Abfüllung. Ich habe zwar nix gegen die Maschinenfahrer, aber ich stelle mich mit Sicherheit als Facharbeiter an eine Hamba Bechermaschine, wenn ein Stockwerk höher die Erhitzer und Sepis stehen:lol:
 
...wobei ich zumindest bei uns die Arbeit an den Abfüllmaschinen als leichter und stressfreier einstufen würde als die Arbeit in der Aufbereitung/Schaltzentrale.
 
Von 7-20 Uhr arbeiten ist aber SOWAS von Verboten, daß es ärger nicht geht.
Maximal sind 12h zulässig, im Ausnahmefall und muß beim Arbeitsgericht angefragt und genehmigt werden.

Normal darf eine tägliche Arbeitszeit von 10h nicht überschritten werden und im Überschreitungsfall besteht Selbstanzeigepflicht der Lohnverrechnung.

Pausenzeiten wie oben geschrieben.
 
Theorie und Praxis.

Was bringt es dir wenn du alles meldest und dann schlußendlich doch auf der Straße stehst und dem Staat auf der Tasche liegst.

Gerade in einem spezialisierem Beruf ist es schwer was zu finden.
 
theblade schrieb:
zumal das ständige durcharbeiten ohne pause über kurz oder lang krank macht.
Das, und nur das allein, ist der springende Punkt. Es bringt absolut GAR NICHTS, für einen angeblich so toll bezahlten Job den eigenen Körper oder Geist zu ruinieren und nach 2 Jahren ausgebrannt nicht einmal mehr einen Finger krumm machen zu können.

Arbeiten um zu leben, nicht leben um zu arbeiten!

spacepilot11 schrieb:
Was bringt es dir wenn du alles meldest und dann schlußendlich doch auf der Straße stehst und dem Staat auf der Tasche liegst.

Gerade in einem spezialisierem Beruf ist es schwer was zu finden.
Wenn das Arbeitsgericht auch nur den Hauch einer Ahnung hat, dass du wegen berechtigtem Meckerns gefeuert wurdest, dann hauen die der Personalabteilung die Kündigung hochkant um die Ohren. Eine Klage auf Wiedereinstellung ist hier nur die halbe Miete, viel cooler ist ne schöne fette Abfindung (weil das Vertrauensverhältnis keine Wiedereinstellung zu lässt). Da können dann durchaus einige Monatsgehälter zusammen kommen, das tut dem AG richtig böse weh. Danach lebt man eine Weile gemütlich von ALG1 und hat mehr als genug Zeit, sich für seinen ach so spezialisierten Job doch was neues zu suchen.
Gerade in den spezialisierten Bereichen mit hohen Anforderungen und hoher Vergütung ist es in Deutschland bei weitem nicht so bejammernswert, wie einige immer tun. Dünn sieht es nur bei den 08/15-Jobs aus.
 
Die fette Abfindung wird im schlimmsten Fall aufs das ALG angerechnet.

Und so gemütlich lebt es sich nicht mit ALG 1
 
immer noch besser als nach 2 jahren mit burnout aus jeglichem berufsleben auszusteigen.
 
Abfindung hin oder her, meint ihr ein neuer Arbeitgeber stellt jemanden ein der Arbeitsrechtlich gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber angegangen ist?
Gleich und gleich gesellt sich gern, man darf also davon ausgehen das man regional keine Anstellung mehr finden wird.

Selbst wenn man versucht anonym zu bleiben, glaube ich nicht, dass ein Arbeitgeber der einem nichtmal eine Pause zugesteht, Probleme damit hat die komplette Belegschaft in einer Filiale auszutauschen. Vielleicht nicht von heute auf morgen, aber mittelfristig garantiert.

Sind die Arbeitsbedingungen unerträglich, würde ich mich nach einer neuen Stelle umsehen und dann kündigen.
 
Ist ja alles schön und gut. Hier geht es aber nicht um eine eventuelle Kündigung, sondern um eine bevorstehende Vertragsverlängerung. Der AG muss nicht begründen, warum er den Vertrag nicht verlängert, daher auch keine Grundlage fürs Arbeitsgericht. Ihr bleibt wohl oder übel nur die Möglichkeit sich damit abzufinden und zu hoffen, dass der Personalengpass baldig ein Ende hat oder sie muss sich eben nach etwas neuem umsehen.
 
hanussen schrieb:
Abfindung hin oder her, meint ihr ein neuer Arbeitgeber stellt jemanden ein der Arbeitsrechtlich gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber angegangen ist?
Gleich und gleich gesellt sich gern, man darf also davon ausgehen das man regional keine Anstellung mehr finden wird.
Du musst es deinem neuen AG ja nicht auf die Nase binden. Im Zeugnis darf nix entsprechendes stehen etc... Denkste dein alter AG schreibt alle ähnlichen Firmen an, dass du ein Querulant bist?

Leon1909 schrieb:
Ist ja alles schön und gut. Hier geht es aber nicht um eine eventuelle Kündigung, sondern um eine bevorstehende Vertragsverlängerung. Der AG muss nicht begründen, warum er den Vertrag nicht verlängert

Stimmt natürlich... Schön ist die Situation trotzdem nicht. Man sollte es auf jeden Fall mal ansprechen, denn akzeptabel ist die Situation in der Form ebenfalls nicht. Burnout ist Burnout, egal ob man sich ihn nun zuzieht um einen Vertrag zu verlängern oder eine Kündigung zu umgehen.
 
Sie soll alle Zeiten erfassen und wenns gekündigt wird zurückverlangen. Wichtig ist aber, dass sie es irgendwo erfasst.
 
Leon1909 schrieb:
Der Hammer ist halt, dass ihr die Pausen (bei einer 8h Schicht 30 Minuten) vom Lohn abgezogen werden. Scheinbar ist aber im System ersichtlich, ob die Pause über die Zeiterfassung eingelegt wurde oder ob die Zeiten nachträglich verändert wurden.

Das Problem wird sein, dass die elektronische Zeiterfassung hier vollkommen richtig rechnet, denn nach Arbeitszeitgesetz sind bei einer Arbeitszeit von 8 Stunden nach 6 Stunden 30 Minuten Pause Vorschrift und wenn mehr als 9 Stunden gearbeitet wird, sind nach 9 Stunden weitere 15 Minuten Pflicht.

Wenn der Arbeitnehmer sich nicht ausstempelt, wird die Zeit automatisch abgezogen.

Das wird bei fast allen Unternehmen so gehandhabt sein.

Übrigens sind auch mehr als 10 Stunden (also 10:45 Std. incl. der Pausen) Arbeitszeit, wenn es regelmäßig vorkommt, nicht zulässig.

Das Problem liegt hier also eindeutig beim Chef.
Den Arbeitnehmern stehen ihre Pausen zu, sie sind sogar gesetzlich vorgeschrieben.

Wobei ich ehrlich sagen muss, dass bei uns viele Kollegen das eben auch nicht weiter dramatisch sehen und halt (in vollem Bewusstsein, dass automatisch abgezogen wird) einfach durch arbeiten und ihr Brot halt während der Arbeit am Schreibtisch essen.

Dafür brauchen wir zum Rauchen nicht ausstempeln - man kann sowas auch pragmatisch regeln.
 
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