Pessimismus überall?

bitfunker

ewohner
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Hi, Folks!
Lange ist es her, dass ich in P&G selbst eine Thread eröffnet habe. Doch wenn ich mir die Topics der letzten Wochen und Monate ( https://www.computerbase.de/forum/forums/politik-und-gesellschaft.44/ ) oder einfach nur die Zeitungen und Nachrichten ansehe, frage ich mich, wer denn überhaupt noch daran glaubt, dass uns (der Gesellschaft,den Europäern, der Welt, der Wirtschaft, der WasWeißIchWas, ...) mal wieder besser gehen könnte als heute? Alles (auch einige meiner Posts in P&G) klingt nach "Früher war alles besser.", "So gut werden wir es nicht mehr haben.", usw.
Sind wir denn wirklich so schlimm dran oder sind wir einfach nur ins Jammern verfallen und können uns davon nicht mehr lösen?
 
Es gibt da so nen Spruch
"Pessimisten sind Realisten mit Erfahrung" ;)

Sieh es ein, die Welt geht den Bach runter.
In 50 Jahren ists aus mit Öl und co, dann fängt die Kacke erst richtig an zu dampfen. Und bis dahin gehts (wenn vielleicht auch mit kurzen Schwankungen nach oben hin) stetig bergab.

Außerdem: warum soll man einen Thread aufmachen "Alles ist toll, mir scheint die Sonne aus dem Arsch" ?
Solange es jemanden gibt, dem es besser geht auf der Welt wird der Mensch immer nur neidisch nach oben sehen.
 
Die Deutschen sind Weltmeister im Jammern.
Dieses ist selbst in unseren Nachbarländern bekannt und wird nur mit Kopfschütteln zur Kenntnis genommen.
Im Ausland wird auch nur mit Wasser gekocht.

Die Medien picken sich zu oft die negativen Beispiele heraus.
In vielen Branchen unserer Wirtschaft (Deutschland, Europa aber auch Weltweit) geht es aufwärts.
Natürlich darf man globale Mißstände nicht verleugnen.
Insgesamt ist die Lage aber nicht so schlecht wie sie gemacht wird.

Natürlich ist es alles rosig. Eine Einstellungswelle ist leider auch so schnell nicht zu befürchten.
Schließlich muß man nach wie vor Konkurenzfähig bleiben.
Mit etwas mehr Kompromißbereitschaft der Gewerkschaften, Betriebsräte und Politik ließe sich jedoch einiges machen.

Dieses dauert allerdings häufig sehr lange, deswegen ist Eigeninitiative angesagt.
Deshalb sollte man mal wieder auf die Tugend Fleiß setzen.
Mehr Flexibilität und Arrangement ist gefragt.
Diese gilt im Beruf, wie auch Ausbildung.
Die Politik wird dann schon irgendwann mitziehen. ;)

edit:
@Blutschlumpf:
Du hast Recht, es gibt diese globalen Probleme wie Klima, Energieversorgung, Überbevölkerung usw.
Ohne Kernkraft gäbe es schon jetzt kein Öl mehr
Der Mensch hat aber bisher gezeigt, daß er mit veränderten Umständen in den letzten 10.000 Jahren sehr gut klar gekommen ist.
Auch wenn nicht mehr jeder sein eigenes Auto hat und jedes Jahr im Urlaub fliegen kann, was soll es. Daran werden wir nicht untergehen.
Der Mensch ist sehr erfindungsreich!

Lieber optimistisch sterben, als pessimistisch dahinvegetieren.
 
Zuletzt bearbeitet:
Naja, wenn man sich die Schlagzeilen der letzten Wochen anschaut dann, klingt alles wirklich ein bisl düster. Hier mal eine kleine Auswahl der letzten Tage und Wochen:

*Viele Tote beim Geiseldrama in Beslan
*Der Ölpreis steigt immer höher
*Hartz IV wirft seine Schatten auf Deutschland
*Im Irak und in Afganisthan wird die Lage nicht besser
*Der Kampf gegen den Terrorismus scheint immer aussichtsloser zu werden
*Der Iran nimmt sein Atomprogramm wieder auf

Tja, die Liste könnte man noch beliebig fortsetzen....

ABER:
Irgendwann wird es schon wieder aufwärts gehen. :)

Mir ist aber auch schon aufgefallen, dass viel Schwarzmalerei betrieben wird, positive Impulse ignoriert werden, kleinste Hoffnungsschimmer mißachtet werden und niemand scheint da zu sein, der mal sagt, "Hey Leute, slow down, das wird alles schon wieder!"

Ich glaube übrigens überhaupt nicht, dass früher alles besser war, aber vieles eben anders! Man kann auch einfach sagen: "Wir jammern auf sehr hohem Niveau!" Niemals ging es uns in der Gesamtheit (in Deutschland) so gut, selbst derjenige, der keine Arbeit hat, muss sich vom Dreck unter den Fingernägeln ernähren, sondern ist halbwegs sozial abgesichert, das reicht zwar nicht für große Sprünge (eher für ganzganz kleine), aber man kann davon leben und wenn man will, sind einem viele Möglichkeiten gegeben, um wieder Tritt zu fassen.
Nun kommt allerdings die Sache, dass sich unsere Alterspyramide immer weiter verschiebt, sodass unser soziales System irgendwann zusammenbricht, wenn wir weiter diesen Standard halten, daher erscheint es als logisch, dass Einschitte die Folge sind. Da dann natürlich viele Leute Angst bekommen und um ihre Exzistenz fürchten, liegt in der Natur der Sache, daraus folgt, dass die Stimmung im Lande nicht die beste ist... Dazu kommt noch die Angst vorm islamistischen Terror, hier meine ich aber auch, dass dies ein bisl übertrieben wird, eine Gefahr besteht zwar anscheinend schon, aber nicht so akut, ich denke, die Gefahr ist größer, dass man von eimen herunterfallenden Blumentopf erschlagen wird...:rolleyes:

Wird schon wieder! :)
 
Man sollte halt auch mal die guten Sachen sehen:
- Die Luft und die Gewässer sind deutlich sauberer.
- Die Autos sind deutlich sicherer -weniger Tote und Verletzte.
- Die große "Rechts-Schwemme" ist (vorerst) vorbei.
- Ein TV ist kein finanzieller Kraftakt mehr.
- Eine Reise nach London kostet weniger als 100 Euro.
- ...
 
b-runner schrieb:
- Ein TV ist kein finanzieller Kraftakt mehr.
- Eine Reise nach London kostet weniger als 100 Euro.
- ...
Das, und viele andere Geiz ist Geil angebote machen mir mehr sorgen um die Wirtschaft, als alles andere zusammen!
Der Kunde rationalisiert seinen Arbeitsplatz selbst weg.
Alles muß billiger werden, auch die Arbeit.
Ich wünschte die Zeiten kämen noch einmal wieder, wo ein 0815 PC von der Stange 4000-5000 DM (2000-2500 Euro) kostet.
Aber die Hersteller raffen es nicht, die Distributoren raffen es nicht, der Großhandel rafft es nicht und der Händler rafft es erst wenn er Konkurs anmelden muß. :(
Margen von 1,5 % bis max. 5%
Da leg ich aber mein Geld schon bei der Bank sicherer (und je nach Art auch für mehr) an, als für solche Margen noch das Risiko eines Unternehmens einzugehen.
Es ist schon traurig was auf den gesamten elektronik Sektor abgeht.
 
Hm, und das sagt jemand, der es Wissen muss... Ist schon bedenklich.
Aber ich dachte an den Kunden, nicht den Händler ("breite Masse").
 
Original geschrieben von phil.
Die Deutschen sind Weltmeister im Jammern.
Dieses ist selbst in unseren Nachbarländern bekannt und wird nur mit Kopfschütteln zur Kenntnis genommen

das kann ich, aus dem ausland kommend und oft dort hin fahrend nur bestätigen
in keinem anderen europäischen land sieht es mit den lebensverhältnissen so gut aus wie in deutschland und nirgends ist das soziale netz so undurchlässig.
 
th3o schrieb:
Original geschrieben von phil.
Die Deutschen sind Weltmeister im Jammern.
Dieses ist selbst in unseren Nachbarländern bekannt und wird nur mit Kopfschütteln zur Kenntnis genommen

das kann ich, aus dem ausland kommend und oft dort hin fahrend nur bestätigen
in keinem anderen europäischen land sieht es mit den lebensverhältnissen so gut aus wie in deutschland und nirgends ist das soziale netz so undurchlässig.
Es ist richtig, dass in Deutschland (noch) auf einem verhältnismäßig hohem Niveau gejammert wird. Dennoch muß man sich einmal fragen, ob dieses jammern nicht doch auch irgendwo gerechtfertigt ist.

Ich lebe hier in einem Dorf mit weniger als 200 Einwohnern, und wenn ich die Fälle (von denen ich weiß) von Sozialbetrug, Steuerhinterziehung, Leistungsmißbrauch etc. einmal statistisch auf die BRD hochrechne, dann frage ich mich schon warum ich morgens noch zur arbeit gehe. Aber, es sind ja nicht nur die Fälle von Betrug die einem die Haare zu Berge stehen lassen, sondern vielmehr auch noch die vielen Dinge welche Legal sind.
Warum z.B. darf ein Rentner sich aus der Solidargemeinschaft ausklinken? Warum darf er soviel verdienen wie er will, ohne Sozialabgaben zahlen zu müßen? Für jede Firma ist es nur von Vorteil, wenn sie einen Rentner als Vollbeschäftigten haben. Sie (und er) zahlen keine Sozialabgaben und nur die Firma bezahlt einen pauschalen Steuerbetrag an das Finanzamt. Hurra, da hat man Brutto für Netto und die Firma hat auch noch gespart. Mit 65 Jahren fängt also das Verdienen an. Sagt einmal ehrlich, gehts noch?

Diejenigen, welche das ganze System noch (ehrlich) tragen, werden leider immer weniger. Und das ist der Punkt, warum das ganze System am kolabieren ist.
 
Zuletzt bearbeitet:
GRAKA0815 schrieb:
Das, und viele andere Geiz ist Geil angebote machen mir mehr sorgen um die Wirtschaft, als alles andere zusammen!
Der Kunde rationalisiert seinen Arbeitsplatz selbst weg.
Alles muß billiger werden, auch die Arbeit.
Ich wünschte die Zeiten kämen noch einmal wieder, wo ein 0815 PC von der Stange 4000-5000 DM (2000-2500 Euro) kostet.
Aber die Hersteller raffen es nicht, die Distributoren raffen es nicht, der Großhandel rafft es nicht und der Händler rafft es erst wenn er Konkurs anmelden muß. :(
Margen von 1,5 % bis max. 5%
Da leg ich aber mein Geld schon bei der Bank sicherer (und je nach Art auch für mehr) an, als für solche Margen noch das Risiko eines Unternehmens einzugehen.
Es ist schon traurig was auf den gesamten elektronik Sektor abgeht.
Man muss dann aber auch sehen, dass sich dann kaum einer mehr einen PC leisten könnte, weil z.B. die Lebenshaltungskosten in Deutschland es einfach nicht zulassen mal eben 2500 € für nen PC hinzublättern.

Das würde im Umkehrschluss bedeuten das wir genauso da stehen würden wie jetzt auch.

Die Großmärkte machen halt die Preise weil sie es können, sie beziehen ihre Ware aus Japan, China,
Korea wo Massenware gefertigt wird. Der einzige Ausweg aus dieser Situation ist, m.M.n. eine Steigerung der Qualität.
Deutsche Produkte müssen wieder im Vergleich zu denen der Billiglohnländer einen entscheidenen qualitativen Vorteil
bringen, wie es früher bsplw. bei Autos der Fall war. Und das zu natürlich zu
erschwinglichen Preisen. VW versucht diese jetzt z.B. mit einem neuen Model das wieder dem Namen "Volkswagen" gerecht werden soll.
Bleibt die Frage, ob auch die Qualität den Ansprüchen des Volkes entspricht.

Ansonsten denke ich, die Medien gaukeln uns größtenteils eine surreale Welt vor, da wirklich,
wie Focusbiker schon sagte, wir überschwemmt werden mit negativ
Schlagzeilen und die positiven Aspekte eigentlich nur am Rander Erwähnung finden. Wenn überhaupt.

Aber auch das ist wieder einzig und allein auf den Konsumenten zurückzuführen. Eine Schlagzeile Marke "Kampfhund beißt Kind tot" erhitzt die Gemüter und weckt das Interesse mehr als eine Schlagzeile "Verspielter Vierbeiner und Kind sind die besten Freunde". Die Menschen wollen einfach, bzw. wollten früher nicht alltägliche Nachrichten sehen. Nachrichten, die man nicht in der Nachbarschaft erlebt. Und die Medien liefern dies, denn es bringt Einschaltquoten. Das der Konsument diesem langsam überdrüssig wird, werden die Medien schon noch schnell genug merken. U.a. an Einschaltquoten und Kritiken an diversen "Realityshow" die niemand braucht und irgendwann auch niemand mehr sehen will.

Soviel(zuviel ;)) dazu.


Mfg

Matthias
 
@13thAngel

Denke bitte nicht nur an die primären Arbeitsplätze, sondern auch einmal an die sekundären.
Wenn heute mein DVD Player kaputt geht, für den ich vor 2 Jahren 149,- Euro bezahlt habe, dann klopp ich das Ding in die Tonne und kauf mir einen neuen für 49,- Euro. Wem würde es denn noch einfallen, das Ding in ein HiFi-Fachgeschäft zu tragen um es reparieren zu lassen? Genau das passiert doch bei millionen andere Konsumgüter auch so.
Wenn die Couch für 499,- im Arsch ist dann fliegt das Ding auf den Sperrmüll, genauso der Sessel, der Tisch, der Stuhl, der Schrank uvam. Warum also zum Schreiner tragen?
Wollten wir nicht eine "Dienstleistungsgesellschaft" werden?
Wo sollen denn bitteschön die Arbeitsplätze herkommen, wenn keiner solche Leistungen in anspruch nimmt?
Wir sind eine REINE Konsumgütergesellschaft. Produktion, Produktion, Produktion.
Energieverschwendung, Ressourcenverschwendung, Arbeitsplatzvernichtung.
 
@ Graka

Von dem Standpunkt aus betrachtet hast du vollkommen recht.

Kann ich dir nur zustimmen, aber daran kann man auch sehen, das der Weg der Dienstleistungsgesellschaft vielleicht der falsche bzw. nicht der ausgereifteste Weg ist.

Vielleicht sollten wir sollten wir schauen, ob wir nicht die Dienstleistungen größtenteils abgeben (Outsourcing, wird in jedem großen Unternehmen betrieben) und Qualitativ hochwertige Ware produzieren die wir dann zu Dumpingpreisen im Ausland reparieren lassen können.
 
13thAngel schrieb:
Vielleicht sollten wir sollten wir schauen, ob wir nicht die Dienstleistungen größtenteils abgeben (Outsourcing, wird in jedem großen Unternehmen betrieben) und Qualitativ hochwertige Ware produzieren die wir dann zu Dumpingpreisen im Ausland reparieren lassen können.

dann müssten wir aber auch die ersatzteile zu dumping-preisen ins ausland verkaufen ;-).
und welches ausland meinst du?
in den neuen eu-ländern ziehen die löhne extrem an (z.B. Polen).
noch ist es günstig, für viele unternehmen jetzt aber schon "zu teuer".
ich habe gerade erst von manchen konzernen gehört, die aus polen und tschechien
in die slowakei ziehen. dort sind die löhne noch billiger.
in ein paar jahren gleicht sich aber auch dort vieles an. und was dann? taiwan, china, rußland??? dort dauert es zugegeben länger, bis ein lohnausgleich stattfindet, aber schau mal auf die wachstumsraten...
außerdem darf man gewisse transport und transaktionskosten nicht vergessen. je weiter das entsprechende land entfernt ist, desto teurer oder undurchführbarer (zeitfaktor) wird das dienstleistungs-outscourcing.
mal ein beispiel: ein monitor geht in der garantietzeit kaputt. der hersteller bekommt es eingeschickt und schickt zwecks reparatur das ding nach taiwan. nach 10 wochen kommt er zurück- wieder defekt. man hat das transportrisiko nicht beachtet. und selbst wenn alles glatt gehen würde dann wären 10 wochen für den kunden unzumutbar.
 
Zuletzt bearbeitet:
Was auch noch dazukommt ist dass es immer weniger Menschen gibt die gläubig sind. Gläubige Menschen sind meistens Optimisten, ganz einfach weil sie immer etwas haben woran sie glauben können. Der normale Mensch des 21. Jahrhunderts glaubt aber nicht an Gott und hat nur wenig oder gar nichts woran er wirklich glaubt. Ergo gibt er auch schneller auf und ist eher ein Pessimist.
 
der glaube an gott ist nunmal kein muss mehr in heutiger zeit, wofür man vor einigen jahrhunderten noch mit exorzisten verfolgt und "zwanghaft-bekehrt" wurde.

nur finden viele nicht oder verlieren viele den glauben zu sich selbst. was aber auch kein wunder ist bei den entwicklungen die sich gesellschaftlich mitunter auftun. überall gibt es hungernde, sinnlose kriege und idioten an der spitze der kette. somit bleibt es nicht aus das immer mehr unzufrieden werden, was sich auch noch maßlos steigern wird, wenn es so weiter gehen wird, das beispielsweise der generations vertrag nich mehr greift oder 3 von 4 irgendwann durch rationalisierungen auf der straße sitzen (um mal den wirtschaftlichen aspekt zu sehen), oder aber die rohstoffe des planeten ausgehen.

genau genommen ist das doch eh nur die ruhe vor dem sturm der in den nächsten 50 jahren auf uns zu kommt... und ganz ehrlich, weiß ich nich ob ich das erleben will, auch wenn es reizt sich daneben zustellen und wie nelson von den simpsons zu lachen "haha". :rolleyes: :D
 
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