News Philips Fixables: 3D-Druck-Vorlagen für private Reparaturen sichtbarer Teile

Philipps kaufe ich nicht mehr. Beim Fernseher (Ambilight, älteres Modell) wurden vor Jahren per Update Smart-Funktionen entfernt. Ein No-Go. Dann hat der erste Lichtwecker nach ca. 5 Jahren den Geist aufgegeben. Das Gehäuse ließ sich nicht zerstörungsfrei öffnen. Auf der Platine wäre auch nichts zu reparieren gewesen. Der zweite Lichtwecker zickt jetzt ebenfalls nach etwas mehr als 5 Jahren rum. Display schwach, reagiert kaum noch auf Eingaben. Neues Netzteil gekauft, keine Besserung. Es reicht mit dem Kram.

Was ist so schwierig daran, einen simplen Wecker so zu bauen, dass er 20+ Jahre und nicht 5 hält? Zumal er nicht preiswert ist.
 
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Nitschi66 schrieb:
Eigentlich müsste es dafür keinen Partner wie Prusa für geben sondern könnte komplett internet funktionieren.
Naja, letztlich steht das Teil einfach nur auf Printables zur Verfügung und dort kann sich jeder interessierte Nutzer anmelden und es downloaden. Prusa stellt also nur seine Plattform zur Verfügung, auf der inzwischen viele tausend andere Modelle zur Verfügung stehen.

Ich konstruiere mir bei Bedarf auch meine Ersatzteile und drucke sie, wenn ich dadurch einem Gerät zu einer verlängerten Lebenszeit verhelfen kann. War mit der wichtigste Grund für die Anschaffung des 3D Druckers.
 
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Eigentlich eine gute Idee. Doch auch mir kam der Gedanke: Jetzt bezahlt der Kunde die Reparatur seines Gerätes in der Gewährleistungs- bzw. Garantiezeit schon selbst.

amoing schrieb:
...einen simplen Wecker so zu bauen, dass er 20+ Jahre und nicht 5 hält?
Alter Handwerkerspruch: Was lange hält, bringt kein Geld. ;)
 
Ich bin da auch erstmal pessimistisch. Dass nur von außen zugängliche Teile gemeint sind hat sicher seinen Grund.
Anekdote dazu: Am Samstag war ich bei einem Repaircafé. Dort gab es einen Typen, der nur Kaffemaschinen (Vollautomaten) repariert hat den ganzen Nachmittag. Er pries DeLonghi und Jura für die Wartbarkeit und fluchte nur über eine Marke: Philips...weil da der Auseinanderbau 10x so zeitaufwändig ist.

Bei dem gezeigten Beispiel mit dem Rasiererkamm frage ich mich spontan auch, wie gut das 3D-Druckresultat da sein wird. Wird man das wirklich problemlos in guter Qualität daheim drucken können? Oder wird ein verzogenes, kratziges Teil mit viel Nacharbeit entstehen, wo man dann nach dem Drittversuch doch lieber das Original kauft?
 
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Corros1on schrieb:
Im Grunde ist das kein großer Aufwand – und schon gar kein Hexenwerk.

Man exportiert einfach die 3D-Daten aus dem CAD-Programm im STL-Format oder speichert das Bauteil in einem anderen gewünschten Format ab und macht es zugänglich – mehr ist das nicht..
Ach, danke für die Info! Ich dachte ja bis jetzt das gesamte Teil wird neu vermessen und extra nochmal neu gezeichnet! Was für ein Glück... /s

Back to topic. Vielleicht ja Mal eine Idee für ein nützliches EU Gesetz: Konstruktionsdateien für einfache Anbauteile/Ersatzteile sind zur Verfügung zu stellen. Insbesondere wenn nicht (nicht mehr) als Ersatzteil erhältlich.
 
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@Thorakon
Wenn man es zum Druck richtig positioniert und dann auch die angegebene Layerhöhe von 0,15 mm auf 0,08 mm oder vielleicht sogar 0,05 mm reduziert, es nicht zu schnell und auch mit einem gut eingestellten Slicerprofil druckt, bekommt man da schon was brauchbares raus. Und mit einer Druckzeit von 1,5 h gehts dann auch mit der Druckzeit. Muss man halt zumindest vorne wo die Brücken entstehen noch Supports drunterstellen, dann passt das schon und es kommt was sauberes raus.
 
Thorakon schrieb:
Oder wird ein verzogenes, kratziges Teil mit viel Nacharbeit entstehen, wo man dann nach dem Drittversuch doch lieber das Original kauft?
Verzogen wird da nichts sein. Kratzig auf jeden Fall. Und nur Hardcore Idioten werden das machen. Vielleicht stellen sie andere Ersatzteile bereit, bei denen ein Druck zu Hause sinnvoller ist.
Ergänzung ()

areiland schrieb:
noch Supports drunterstellen, dann passt das schon und es kommt was sauberes raus.
Support und sauber in einem Satz zu nennen zeugt schon von Unkenntnis. Entfernt man den Support ist es niemals sauber.
 
@T3rm1
Wenn Du sowas nicht kannst, selbst schuld! Meine Supports lassen sich immer rückstandslos entfernen.
 
Würde wegen dieser News jetzt zu einem Philips Gerät greifen, wenn ich vor der Wahl stehen würde~
 
simpsonsfan schrieb:
Bei Rasierern verdient Philips vermutlich an den Ersatzklingen. Das Gerät selbst ist u.U. sogar "subventioniert."
Erfahrungsgemaß versagen bei derlei Geräten am ehesten die Akkus. Die Klingen sind über die Nutzungsdauer fast unkaputtbar. Die Kämme können bei unsachgemäßer Handhabung aber durchaus brechen - insofern ist das Ganze ein NiceToHave.

Was hier aber wohl noch gar nicht thematisiert wurde: wenn man über den 3D-Datensatz verfügt, kann man das Modell auch modifizieren und an die eigenen Ansprüche anpassen - auch nicht schlecht ^^
Insgesamt betrifft das aber wphl eher eine Nische der Anwender...
 
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Philips ist ja nun nicht der erste Hersteller, der sich da dran wagt:
https://www.printables.com/brands

Das meiste, was die Hersteller da einstellen, sind aber keine Ersatzteile, sondern Zubehör wie Halter für Werkzeug oder Staubsaugerdüsen und Adapter, die es so nicht zu kaufen gibt.

Gerade bei Dingen aus dem Lebensmittel und Hygienebereich sollte man aber auch wissen, dass 3D Drucke fast immer nicht lebensmittelecht sind. Das Filament ist es (bis auf wenige Ausnahmen) nicht und der Druck mit seiner leicht rauen Oberfläche auch nicht. Das ist bei einem Schraubverschluss für Kaffeebohnentüten (der hier ist gut: https://www.printables.com/model/663693-3d4u-by-miele-coffee-clip ) kein Problem, bei einem Teil für eine Zahnbürste, was dann im Mund landet dürfte das schnell unhygienisch werden.

Auch sollte man nicht naiv sein. Die Hersteller verdienen am Verkauf ihrer Produkte. Die werden sich selbst keine Konkurrenz machen. Ebenso ist der Aufwand für ein gut druckbares 3D-Modell deutlich größer als nur das vorhandene Modell für Spritzguss oder zerspanende Bearbeitung als *.stl zu exportieren.
 
Spriti schrieb:
Warte mal ab, Testballon. Sobald die damit Geld verdienen können geht es ab ;-)
Wieso? Einer lädt es runter und zahlt...dann wird die STL Datei im Netz geteilt :)
 
areiland schrieb:
@T3rm1
Wenn Du sowas nicht kannst, selbst schuld! Meine Supports lassen sich immer rückstandslos entfernen.
bitte den Trick dafür nennen !
PLA ?
Ergänzung ()

BlaBlam schrieb:
wenn man über den 3D-Datensatz verfügt, kann man das Modell auch modifizieren und an die eigenen Ansprüche anpassen - auch nicht schlecht ^^
kommt auf das Format drauf an..
die 3D-Datei ansich werden sie wohl nicht mitliefern, sondern nur eine fertige stl
woraus man sich eher schlecht wieder ne bearbeitbare 3D-Zeichnung machen kann
 
Kraeuterbutter schrieb:
bitte den Trick dafür nennen !
Die Supports dürfen ans Druckteil nicht direkt angelegt sein, sondern sollten zu den Druckteilen einen Abstand einhalten. Bei mir passen z.B. bei PLA meist 0,2 mm Abstand, dann lassen sich die Supports superleicht entfernen und trotzdem erfüllen sie ihren Zweck. Ist das gleiche wie beim Brim das man auch so einstellen kann, dass es einen Abstand hält aber trotzdem seinen Zweck, die Haftung zu verbessern, erfüllt. Die Slicer bieten in den Supporteinstellungen die Möglichkeit des X/Y und des Z Abstandes der Stützstrukturen auch an.

Allerdings berücksichtige ich Supports schon bei der Konstruktion und füge sie direkt entsprechend ein. Hat auch nix mit dem verwendeten Filament zu tun, dafür sind höchstens Variationen bei den Abständen in X/Y und Z notwendig.
 
@areiland
Danke...
also die erst Schichtdicke etc. - das kenn ich bei Supports, dass ich da Modifikationen machen kann..
(betrifft wohl die Haftung am Bett - aber nicht wie gut sich support von den Bauteilen dann löst)
verwende den Flashforge-ORca Slicer
gibt da noch einige Einstellungen - muss ich mal spielen damit
bin noch neu, erst paar Tage dabei - hab bis jetzt nur in PLA gedruckt, mit Fusion360 konstruiert

EDIT: könnte es die Einstellung sein, die hier am Bild ganz unten abgeschnitten ist?
https://www.reddit.com/media?url=https://preview.redd.it/best-tree-support-settings-ive-used-v0-frixz6d3hqjb1.png?width=640&crop=smart&auto=webp&s=a277a72cb428461f29260599a632febf8102022a

sprich: Top-Z distance: 0,16mm
sprich: er macht den Support etwas zu "wenig" hoch -> wodurch die dann folgende Schicht nicht so gut drauf klebt (??) muss ich mir das so vorstellen ?
 
Ja, diese Top Z Distance entspricht dem was ich sagte. Aber 0,16 mm Abstand sollte auch passen. Damit werden dann die Filamentfäden nicht direkt auf dem Support abgelegt, sondern haben nur ganz leichten Kontakt. Bei mir gibts dann nur ganz leichtes Stringing zwischen Support und gestützter Fläche, der Support löst sich von ganz alleine.
 
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100%ig sauber wird's halt meiner Erfahrung nach nicht, wenn die Supports nicht direkt anliegen (was nur mit Breakaway-, wasserlöslichem oder nicht aufeinander haftendem Support Interface wie z.B. PETG+PLA möglich ist).

Und zum eigentlichen Thema: Ist ja grundsätzlich schön, dass die Hersteller zwischenzeitlich Modelle zum selbst drucken anbieten, aber so ein 3D-gedruckter Kammaufsatz ist halt idR nicht so stabil wie ein Spritzgussteil aus dem gleichen Material
 
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mein Rasierer ist 20 jahre alt - ich frag mich wie man so einen originalen Kammaufsatz überhaupt beschädigen kann..
verlieren ja - aber beschädigen ?
kann meiner Meinung ja nur passieren, wenn man den Rasierer Nachmittags zum Schafe-Scheeren im Stall verwendet
 
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Natürlich ist sowas selbst gedrucktes nicht so stabil wie ein Spritzgussteil. Aber mal ehrlich, welche Kräfte muss dieser Kammaufsatz denn aushalten? Ausserdem ist das Teil so schnell erneut gedruckt, dass es eben interessant ist.

Ich hab vor Jahren die Reglerknöpfe eines Heizlüfters nachgebaut und gedruckt - die sind immer noch wie neu. So hab ich uns die Entsorgung und den Neukauf gespart und das mit zwei Teilen von wenigen Gramm Gewicht.

@Kraeuterbutter
Eben, deshalb ist es für Philips auch nicht interessant solche Dinge als Ersatzteile anzubieten. Erst recht dann nicht, wenn die zugehörigen Geräte vielleicht sogar schon gar nicht mehr verkauft werden.
 
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Thorakon schrieb:
Ich bin da auch erstmal pessimistisch. Dass nur von außen zugängliche Teile gemeint sind hat sicher seinen Grund.
Anekdote dazu: Am Samstag war ich bei einem Repaircafé. Dort gab es einen Typen, der nur Kaffemaschinen (Vollautomaten) repariert hat den ganzen Nachmittag. Er pries DeLonghi und Jura für die Wartbarkeit und fluchte nur über eine Marke: Philips...weil da der Auseinanderbau 10x so zeitaufwändig ist.
Jura hat keine durch den Benutzer entnehmbare Brühgruppe. Gerne mal mal nach Schimmel und Jura suchen. Jeder Besitzer einer Maschine mit entnhembarer Brühruppe weiß, wie schnell es schimmeln kann. In Extremfällen kann es bis zum Wachstum von Maden gehen, das aber nicht speziell auf Jura bezogen.
Habe mich für eine Siemens entschieden, da einige Shops pdsf mit detailierten Anleitungen zur Reparatur bereitstellen.
 
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