Platons Höhlengleichnis oder Die wirklichste Realität

Spartaner117

Lt. Commander
Registriert
Feb. 2005
Beiträge
1.299
Hi zusammen,

tja wie fang ich an...

Angefangen hat es eigendlich schon vor längerem, als das Höhlengleichniss von Platon im Religionsuntericht drankam.
Seitdem hab ich mir einige Fragen gestellt, die dieses Thema betreffen. Nachdem ich mir gestern Matrix 1 und 2 reingezogen und ein bischen auf Wikipedia gelesen habe, unter anderem über die Erkenntnistheorie, hatte ich mir gedacht, ich schreib hier mal was ich denke. (Matrix 3 heb ich mir noch auf) ;)

Es gibt ein paar Fragen worüber ich nachgedacht hab, was mir bisjetzt auch noch niemand richtig beantworten konnte:

Was ist Realität bzw die Wirklichkeit?
Was ist die "wirklichste" Realität?
Denken/Leben wir in der "wirklichsten" Realität?
Wenn nein, kommen wir zur Wirklichkeit, und wie?

Dieser Teil der Philosophie ist meiner Meinung nach einer der vielleicht wichtigsten, denn was wäre wenn sich zB herausstellt, dass wir in einer Traumwelt leben? (Nur ein Bsp.)

So, schreibt was das Zeug hält, mich interessiert eure Meinung.
 
Zuletzt bearbeitet:
1) schwer zu sagen, werden wir m.e. auch nie wissen. der film 'antz' passt da gut dazu
2) siehe 1 ;)
3) definitiv nicht! -bsp 'liebe' die blind macht....wir sind einfach tiere mit hirn. aber das rückenmark bestimmt mituner was wir denken ....also sind wir gefangen im körper mit seinen bedürfnissen
4) denk nicht.

und meine moral von der gschicht... deker haben keine revolution begründet, sie haben auch selten daran mitgekämpft sie haben sie lediglich dokumentiert (zb m.e kant, der normale bauer konnte nicht lesen, 100 andere vor dem haben möglicherweise das selbe geschrieben nur wurden die schriften verbrannt und die schreiber entfernt)
 
Zuletzt bearbeitet:
Was die Realität ist wissen wir nicht. Wir nehmen IMMER eine subjektive Welt war. Die Realität entsteht als in unserem Kopf und ist für jeden Menschen anders. Ein Mensch ist zu primitiv um die absolute objktive Wirklichkeit wahr zu nehmen, das kann wohl nur ein höheres Wesen.

fjmi du willst jetzt aber nicht allen ernstes behaupten, dass vor Kant schon zig andere die gleichen geistigen Gedanken gehabt haben. Weißt du eigentlich wie Komplex, die Komplette Philosophie Kants ist? Der Kategorische Imperativ ist nur eine der ersten Erkenntnisstufen...
 
naja, die revolution hat er nicht arrangiert, die hat sich 'ergeben'. und ich behaupte nicht weil die bauern seine schriften gelesen haben.
 
Ich würde sagen, Realität ist das, was man aufgrund seiner Erfahrung und seines Wissens von dem, was um einem herum passiert, deuten kann. Oder um die Frage nach der Realität einmal auszuweiten:

Was ist Realität - Lebe ich in der Realität - lebe ich überhaupt - leben noch andere - was ist Leben - was bin ich?

Es geht doch um die grundlegende Frage, was man überhaupt unter dem Leben versteht und wie man feststellen kann, dass man selbst lebt und seine Umwelt wahrnimmt. Und darauf gibt es wohl nur eine einzige Antwort, die unbestreitbar ist:

Cogito ergo sum - Ich denke, also bin ich - Rene Descartes.

Nur weil wir denken, wissen wir, dass wir etwas wissen und können beurteilen, was um uns geschieht. Das, was allerdings geschieht, können wir nicht mit Sicherheit sagen. Wer sagt mir, dass das Rot, das ich sehe, für einen anderen nicht grün ist? Das Hühnchen nicht wie Hafer schmeckt oder das laut nicht leise ist?

Was real ist und was nicht bestimme ich durch mein Denken, meine Realität endet daher auch dort, wo mein geistiger Horizont endet und die wirklichste Realität wäre eine, die nur ein Allwissender wahrnehmen könnte.
 
Zuletzt bearbeitet:
Jeder Mensch erlebt seine Umwelt durch seine eigene Wahrnehmung. Dabei gibt es Dinge, die man schlichtweg nicht mitbekommt, die aber trotzdem passieren. Zum Glück bekommt der Mensch so gut wie gar nichts von dem mit, was um ihn herum geschieht, denn seine Fähigkeit zur Wahrnehmung ist sehr eingeschränkt.

Ich weiß z. B. nicht, was mein Nachbar gerade macht, obwohl ich davon ausgehen kann, dass er immer noch so lebendig ist wie ich. Wenn ich etwas über das Leben meines Nachbarn erfahren will, muss ich mich auf Beobachtungen und Gespräche usw. verlassen, die jedoch immer bruchstückhaft sind. Und so kommt es, dass jeder Mensch seine ganz persönliche Meinung über „die Welt da draußen“ hat. Selbst wenn mein Nachbar und ich etwas gemeinsam erleben (etwa ein Fußballspiel oder einen Streit), nehmen wir die Dinge unterschiedlich wahr und – ganz wichtig – interpretieren sie jeweils anders.

Das neu Erlebte wird dem bereits vorhandenen Bewusstsein als ein weiterer Gedächtnis- oder Erlebnisbaustein hinzugefügt und verschmilzt dort ganz individuell zu einem erweiterten Bewusstsein, das wiederum die Basis für weitere Wahrnehmungen und Interpretationen ist.

Es gibt „die Realität“ als die Summe aller Geschehnisse. Aber für den einzelnen Menschen ist sie nicht fassbar. Wenn es in der Philosophie aber um den Menschen geht, dann sollte seine persönliche Erkenntnis im Vordergrund stehen, wobei man über die Grenzen der menschlichen Erkenntnisfähigkeit philosophieren könnte, die ja individuell höchst unterschiedlich ausgeprägt sind.

Zu den Fragen: Jeder lebt in seiner eigenen und sehr beschränkten Realität. Was die wirkliche Realität ist, kann niemand wissen. Wir bleiben immer in dem Rahmen gefangen, den uns die eigene Erkenntnisfähigkeit setzt. Daraus gibt es kein Entrinnen.


Lohnenswert scheint mir ein Blick auf besondere Problembereiche, etwa die Frage danach, was ein Demenzkranker als real empfindet. Er hat z. B. eine Tochter, aber wenn er sie sieht, erinnert er sich nicht daran, dass er überhaupt eine Tochter hat und hält sie für eine Fremde. Als Tochter würde man in dem Augenblick aber sagen: Klarer Fall, hier stehen sich Vater und Tochter gegenüber. Aber der demenzkranke Vater sieht das in diesem Moment anders. Und jeder glaubt an seine wahrgenommene Realität. Der behandelnde Arzt, der etwas abseits steht, weiß es wiederum besser. Die Frau, die ich als Tochter vorgestellt habe, ist in Wirklichkeit nur eine Drogenabhängige, die im Augenblick unter starken Halluzinationen leidet. Sie hält den Demenzkranken aufgrund seines ähnlichen Aussehens für ihren Vater, was aber falsch ist. Was ist hier Realität und was nicht? Vielleicht ist der beobachtende Arzt auch nur auf ein Déjà vu hereingefallen und die Situation war noch anders.
 
Zuletzt bearbeitet:
Wie Platon schon sagte, liegt Realität im Auge des Betrachters. Eine Schnecke zB. erlebt sicherlich eine andere Realität wie wir, da wir einfach mehr über unsere Welt wissen und auch zu mehr fähig sind als eine Schnecke.

Aber den möglichen Level an Realität zu erreichen wird noch sehr lange dauern, falls wir überhaupt dazu in der Lage sind. Ich bin mir 100% sicher das es irgendwo Lebewesen gibt, für die wir die selbe Bedeutung haben wie für uns Schnecken.

Solange wir das Weltall nicht begreifen, brauchen wir gar nicht denken das wir auch nur einen meßbaren Level erreicht haben. Wir fragen uns ob das Weltall unendlich ist oder nicht. Ich frage mich viel mehr: Wo ist es drinnen? und wo ist das drinnen wos drinnen ist? Und genau da sind wir auch schon an den Grenzen unserer Realitat. Für die Schnecke ist es der Gartenzaun und für uns das Ende des Weltalls.
 
Zuletzt bearbeitet:
lies sofies welt wenn dich philosophie wirklich interessiert, kann ich nur empfehlen:D
 
Ah, schön dass doch noch jemand geantwortet hat. :)

Klingt alles sehr einleuchtend was ihr sagt, aber wie sieht es aus, wenn wir tatsächlich in einem "Traum" leben, und wir/ einer von uns durch ein Ereignis, was auch immer, in eine höhere "Wirklichkeits"-ebene gehoben wird.

Denkt ihr, das ist möglich? Eben, nicht wie ihr schon erwähnt habt, durch eigene Leistungen, was wohl nicht möglich wäre. (Sry wenn ich zusehr an Matrix anlehne ^^)

Und ich habe schon von der These gehört, dass man nur das wahrnimmt, was in seinem Vorstellungsbereich liegt, seiner "Wirklichkeit". Dass also zB. Zufälle in unserer Realität eigendlich Aktionen sind, die mit einem anderen Realitätsbild leich erklärbar wären?

Edit: @Mc_Ferry: Wie "harter" Stoff ist das denn? ;)
 
Das in einer Traumwelt leben könnten wie in "Matrix" oder "Total Recall" habe ich mir auch schon oft gedacht.
Zieh dir mal die Clips von MOMO ZONE rein. Hat zwar nichts mit "Traumwelt" zu tun, geht aber alles in eine ähnliche Richtung.
Er meint zB das jeder seine eigene Zukunft steuern kann. Also Quasi hacken.:lol:
 
Zuletzt bearbeitet:
Was ich mir auch überlegt habe:

Wenn es einem Menschen irgendwie ermöglicht worden wäre, aus dem "Traum" zu entkommen und in eine andere Ebene zu gelangen, würden wir ihn warscheinlich als Spinner/Irren abtun.
Wie würden wir dann erkennen dass wir nur zu doof sind um ihn zu verstehen?
 
Matrix ist insofern als Beispiel gar nicht schlecht. Wir kommunizieren mit unserer Umwelt indem wir Signal über Rezeptoren senden oder empfangen. Manipuliert man die Signale ändert sich auch zwangsläufig die Interpretation der Umwelt. Das kann man sich aktiv(Selektierung von Informationen oder Manipulation/Austausch des Informationsflußes von Außen - Matrix lässt grüßen) oder auch passiv(Indoktrinierung) vorstellen. Dazu kommt ja noch, dass das Gehirn immer (als unwichtig erkannte) Informationen verwirft, da es einfach zu viele Infos sind.

Wir interpretieren unsere Umwelt mittels Erfahrung. Das is besonders deutlich in unbekannten/neuen Situationen. Die interpretierte Realität ist aber nur existent, wenn man Informationen darüber erhält. Die erhält man aber nur, wenn man sozusagen die Umwelt "vermisst". Da knüpft sich zum Beispiel die Frage an, ob der Mond auch existiert, wenn man nicht hinschaut...
 
Zurück
Oben