Jokener
Captain
- Registriert
- Nov. 2007
- Beiträge
- 3.594
Guten Tag allerseits,
ich habe da mal eine Frage bezüglich der Fernwärme.
In meinem Haus gibt es, schon seit Jahrzehnten, Fernwärme, die ich seit Einzug auch nutze.
Ist es zulässig, dass sich der Preis der Wärme je nach Nutzungsart unterscheidet?
Also dass Wärme, die zum Heizen verwendet wird, weniger kostet als Wärme, die Trinkwasser erwärmt?
Insgesamt gibt es hier nämlich drei Zähler: Wärmemenge, kaltes Trinkwasser und warmes Trinkwasser.
Der Wärmezähler misst direkt hinter der Übergabestelle die Insgesamt in meinem Haus verbrauchte Wärmemenge.
Der Kaltwasserzähler misst, direkt hinter der Übergabestelle, wieviel Wasser in mein Haus geliefert wird.
Und dann gibt's noch den Warmwasserzähler. Der misst (in Kubikmetern) wieviel vom gelieferten Wasser bei mir vor Nutzung erwärmt wird.
So weit so gut... Aber warum kümmert es meinen Versorger, was ich mit meiner Wärme mache?
Beziehungsweise warum sollte es mich mehr kosten, wenn ich Wärme zur Warmwasserbereitung nutze, als wenn ich damit die Hütte heize?
(Und jetzt bitte nicht sagen: Weil es so im Vertrag steht.)
Aktuell sind das ZUSÄTZLICH ca 400€ pro Jahr für 70 Kubikmeter warmes Wasser (ich weiß, das ist viel, aber darum geht's mir gar nicht).
Und die Logik dahinter, abgesehen davon dass der Versorger hier den eigenen Profit maximiert, will sich mir nicht erschliessen.
Denn die Fernwärme, die zur Trinkwasser-Erwärmung genutzt wird, ging bereits vorher durch den Wärmezähler.
Das Trinkwasser geht ebenfalls erst durch den Kaltwasser-Zähler und dann 2 Meter später durch den Warmwasser-Zähler.
Auf der Abrechnung werden mir dann aber Raumwärme (Heizung), Kaltwasser und Warmwasser aufgeschlüsselt.
Das Kaltwasser wird nach Gesamtwasser minus Warmwasser errechnet. Soweit so logisch.
Das Warmwasser wird in Kubikmetern gemessen und das bezahle ich auch nach Verbrauch.
Und für die Raumwärme bekomme ich dann pro verbrauchtem Kubikmeter Warmwasser eine Gutschrift von 89kWh (Wärme wird in kWh beziehungsweise MWh gemessen), da bezahle ich also Gesamtwärme minus Warmwasser-Wärme.
Was mich daran irritiert ist, dass für die Warmwasser-Erzeugung ein Energiebedarf des Boilers von ca 90 kWh pro Kubikmeter angenommen wird.
Wo der herkommt, kann mir beim Versorger niemand sagen.
Der physikalische Energiebedarf bei ca. 70 kWh pro Kubikmeter (bei gemittelter Kaltwasser-Temperatur und 60 Grad Warmwasser-Temperatur hier im Haus).
Nur will ich nicht ganz glauben, dass ein Boiler von 1967 einen Wirkungsgrad von 78% hat...
Der Boiler ist außerdem ausdrücklich NICHT Eigentum des Versorgers. Nur der Zähler gehört dem Versorger, einen defekten Boiler darf man selber tauschen/bezahlen/installieren.
Andere Leute hier im Versorgungsgebiet haben den alten Boiler auch schon wegen Defekts gegen einen neuen (nicht baugleichen) getauscht, der Effizienzwert wurde aber nicht angepasst.
Und überhaupt kostet mich das warme Wasser mehr, als ein Kubikmeter kaltes Wasser plus die angenommenen 90 kWh Wärme (nämlich über 10€ pro Kubikmeter, plus Abwasserkosten).
Ist das so zulässig? Wenn ja, auf welcher Grundlage?
Die Fernwärmeverordnung (AVBFernwärmeV) habe ich mir schon durchgelesen, dort aber keine Grundlage für die "Diskriminierung" von warmem Trinkwasser gefunden.
(Auch kein explizites Verbot, sonst würde ich ja nicht fragen.
Oder um es anders zu formulieren: Habe ich ein Recht auf die Belieferung mit Fernwärme, ohne dass ich Warmwasser bezahle?
(Ich würde es natürlich weiterhin mit kaltem Wasser und Fernwärme erzeugen und verbrauchen...)
Grüße vom:
Jokener
Für mich stellt sich hier die Frage, was von den ganzen Sachen unzulässig ist...
Ich bin ein Maschinenbauer und habe hier eine kompetente BWL-Frau neben mir sitzen und wir steigen gemeinsam nach einigen STUNDEN nicht komplett durch die ganzen Berechnungen durch.
Das geht sogar so weit, dass ich angefangen habe Flipcharts an die Wand zu hängen und Diagramme zu zeichnen um es zu verstehen.
Alleine die Formel zur Berechnung des Wärmepreises und die Abhängigkeit der Grundgebühr von einem durchschnittlichen Angestellten der Tarifgruppe X in Betrieb Y, sowie ein weiterer Aufschlag auf den Wärmepreis in Abhängigkeit des Erzeugerpreises von Schweröl (das Blockheizkraftwerk verfeuert ausschließlich Erdgas)... und natürlich ist auch der Preis für Elektromotoren in der Formel zur Preisberechnung enthalten! (WHAT THE FUCK?)
Das führt dann dazu, dass der Wohnraum-abhängige Grundpreis um 3% steigt, der Verbrauchsabhängige Leistungspreis aber um 20%, weil der Arbeiter X nur 3% mehr verdient aber das Schweröl, Elektromotoren und anderer Unfug 20% mehr kosten als im Vorjahr.
Und außerdem ist Wärme natürlich teurer, wenn man Wasser und keine Luft erwärmt... ... ...
ich habe da mal eine Frage bezüglich der Fernwärme.
In meinem Haus gibt es, schon seit Jahrzehnten, Fernwärme, die ich seit Einzug auch nutze.
Ist es zulässig, dass sich der Preis der Wärme je nach Nutzungsart unterscheidet?
Also dass Wärme, die zum Heizen verwendet wird, weniger kostet als Wärme, die Trinkwasser erwärmt?
Insgesamt gibt es hier nämlich drei Zähler: Wärmemenge, kaltes Trinkwasser und warmes Trinkwasser.
Der Wärmezähler misst direkt hinter der Übergabestelle die Insgesamt in meinem Haus verbrauchte Wärmemenge.
Der Kaltwasserzähler misst, direkt hinter der Übergabestelle, wieviel Wasser in mein Haus geliefert wird.
Und dann gibt's noch den Warmwasserzähler. Der misst (in Kubikmetern) wieviel vom gelieferten Wasser bei mir vor Nutzung erwärmt wird.
So weit so gut... Aber warum kümmert es meinen Versorger, was ich mit meiner Wärme mache?
Beziehungsweise warum sollte es mich mehr kosten, wenn ich Wärme zur Warmwasserbereitung nutze, als wenn ich damit die Hütte heize?
(Und jetzt bitte nicht sagen: Weil es so im Vertrag steht.)
Aktuell sind das ZUSÄTZLICH ca 400€ pro Jahr für 70 Kubikmeter warmes Wasser (ich weiß, das ist viel, aber darum geht's mir gar nicht).
Und die Logik dahinter, abgesehen davon dass der Versorger hier den eigenen Profit maximiert, will sich mir nicht erschliessen.
Denn die Fernwärme, die zur Trinkwasser-Erwärmung genutzt wird, ging bereits vorher durch den Wärmezähler.
Das Trinkwasser geht ebenfalls erst durch den Kaltwasser-Zähler und dann 2 Meter später durch den Warmwasser-Zähler.
Auf der Abrechnung werden mir dann aber Raumwärme (Heizung), Kaltwasser und Warmwasser aufgeschlüsselt.
Das Kaltwasser wird nach Gesamtwasser minus Warmwasser errechnet. Soweit so logisch.
Das Warmwasser wird in Kubikmetern gemessen und das bezahle ich auch nach Verbrauch.
Und für die Raumwärme bekomme ich dann pro verbrauchtem Kubikmeter Warmwasser eine Gutschrift von 89kWh (Wärme wird in kWh beziehungsweise MWh gemessen), da bezahle ich also Gesamtwärme minus Warmwasser-Wärme.
Was mich daran irritiert ist, dass für die Warmwasser-Erzeugung ein Energiebedarf des Boilers von ca 90 kWh pro Kubikmeter angenommen wird.
Wo der herkommt, kann mir beim Versorger niemand sagen.
Der physikalische Energiebedarf bei ca. 70 kWh pro Kubikmeter (bei gemittelter Kaltwasser-Temperatur und 60 Grad Warmwasser-Temperatur hier im Haus).
Nur will ich nicht ganz glauben, dass ein Boiler von 1967 einen Wirkungsgrad von 78% hat...
Der Boiler ist außerdem ausdrücklich NICHT Eigentum des Versorgers. Nur der Zähler gehört dem Versorger, einen defekten Boiler darf man selber tauschen/bezahlen/installieren.
Andere Leute hier im Versorgungsgebiet haben den alten Boiler auch schon wegen Defekts gegen einen neuen (nicht baugleichen) getauscht, der Effizienzwert wurde aber nicht angepasst.
Und überhaupt kostet mich das warme Wasser mehr, als ein Kubikmeter kaltes Wasser plus die angenommenen 90 kWh Wärme (nämlich über 10€ pro Kubikmeter, plus Abwasserkosten).
Ist das so zulässig? Wenn ja, auf welcher Grundlage?
Die Fernwärmeverordnung (AVBFernwärmeV) habe ich mir schon durchgelesen, dort aber keine Grundlage für die "Diskriminierung" von warmem Trinkwasser gefunden.
(Auch kein explizites Verbot, sonst würde ich ja nicht fragen.
Oder um es anders zu formulieren: Habe ich ein Recht auf die Belieferung mit Fernwärme, ohne dass ich Warmwasser bezahle?
(Ich würde es natürlich weiterhin mit kaltem Wasser und Fernwärme erzeugen und verbrauchen...)
Grüße vom:
Jokener
Für mich stellt sich hier die Frage, was von den ganzen Sachen unzulässig ist...
Ich bin ein Maschinenbauer und habe hier eine kompetente BWL-Frau neben mir sitzen und wir steigen gemeinsam nach einigen STUNDEN nicht komplett durch die ganzen Berechnungen durch.
Das geht sogar so weit, dass ich angefangen habe Flipcharts an die Wand zu hängen und Diagramme zu zeichnen um es zu verstehen.
Alleine die Formel zur Berechnung des Wärmepreises und die Abhängigkeit der Grundgebühr von einem durchschnittlichen Angestellten der Tarifgruppe X in Betrieb Y, sowie ein weiterer Aufschlag auf den Wärmepreis in Abhängigkeit des Erzeugerpreises von Schweröl (das Blockheizkraftwerk verfeuert ausschließlich Erdgas)... und natürlich ist auch der Preis für Elektromotoren in der Formel zur Preisberechnung enthalten! (WHAT THE FUCK?)
Das führt dann dazu, dass der Wohnraum-abhängige Grundpreis um 3% steigt, der Verbrauchsabhängige Leistungspreis aber um 20%, weil der Arbeiter X nur 3% mehr verdient aber das Schweröl, Elektromotoren und anderer Unfug 20% mehr kosten als im Vorjahr.
Und außerdem ist Wärme natürlich teurer, wenn man Wasser und keine Luft erwärmt... ... ...