GrinderFX schrieb:
Weil auch nur die Deutschen diese Freiheit missbrauchen und in Deutschland einfach kaum gekündigt werden kann.
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Kein anderes Land auf der Welt hat so viele Arbeitnehmer die lieber auf der Arbeit rumdödeln als zu arbeiten.
Das sehe ich anders - mir fallen da auf Anhieb die südlicheren Länder Europas ein, wo man ein deutlicheres Leben führt. Zumindest für Griechenland kann ich einen sehr legeren, ruhigen Arbeitsstil bestätigen.
Es ist an der Zeit zu begreifen, dass für Arbeit im 21. Jahrhundert die Arbeitsmodelle des 19. Jahrhunderts kaum noch taugen. Gerade "Kopfarbeiter" benötigen zwischen ihren Arbeitsphasen auch Ruhepausen, in denen sie ihre angestrengten grauen Zellen entlasten. Ein Handwerker haut auch nicht von 8-16 Uhr ohne jegliches Absetzen mit dem Hammer einen Nagel um den anderen ein - irgendwann muss er mal die Arm/Schultermuskulatur entspannen.
Zudem sollte man vom überkommenen Arbeitsbegriff des Arbeitstages mit fester Arbeitszeit wegkommen. Was zählt, ist DAS die anfallende Arbeit bis zum gesetzten Termin gemacht wird. Nicht WANN oder WIELANGE der Einzelne dafür braucht. Manche Menschen haben kurze Arbeitsphasen, in denen sie mehr leisten als andere in viel längeren Arbeitsphasen. Das Arbeitsergebnis ist entscheidend, nicht die Zeit. Deutschland hat nunmal die Ausbeutung der Arbeitskraft perfektioniert, wo nicht nach optimalen Arbeitsergebnissen gefragt wird, sondern die maximale Leistung in der kürzest möglichen Zeit mit dem geringsten Arbeitseinsatz und minimalst möglichem Kostenaufwand ein Ergebnis zu liefern. Nicht mehr zeitgemäß, meiner Meinung nach. Zumal wir uns nur umschauen brauchen um festzustellen, dass wir zuviele Arbeitsfähige für zuwenig Arbeit haben (oder zuviel Arbeit, von der man nicht leben kann).
Ich habe mein flexibles Arbeitsmodell kultiviert und habe kein Problem damit, meine Termine einzuhalten. Sicherlich habe ich "feste" Arbeitszeiten, aber die sind vor allem der Erreichbarkeit und Ansprechbarkeit geschuldet. Wenn ich konzeptionell arbeiten muss, nehme ich mir aber die Freiheit das dann zu tun, wenn ich leistungsfähig bin. Sei es nun vormittags während der Arbeitszeit oder am Wochenende mit dem Laptop am Teich, wenn nichts anderes anliegt. Solange ich am Ende des abliefere, was von mir verlangt wird, hat mein Dienstherr kein Recht mich zu bevormunden. Auch wenn er das vielleicht meint, tun zu müssen. Aber der öffentliche Dienst ist ja der allgemeinen Entwicklung sowieso viel weiter hinterher als die freie Wirtschaft.
- Harry