Probleme mit neuer arbeit...

Desmopatrick

Lt. Commander
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Feb. 2007
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hallo erstmal,
arbeite seit ende september in ner kleinen firma als bauzeichner (probezeit 6 monate) und muss
täglich zweimal 50km fahren. 40 stunden woche (mo-do: 7:30-17 uhr, 1std pause; fr: 7:30-14:30, 1 std pause)
komme mit meinen kolleginnen sehr gut aus, aber die chefin
geht mir ziemlich gegen den strich: erstens hat es beim vorstellungsgespräch geheißen,
dass so gut wie keine überstunden anfallen...täglich ne halbe bis ganze stunde ist normal (chefin fällt immer
kurz vor feierabend lauter zeug ein) und mit meiner fahrzeit von ca. 45minuten bin ich dann fast jeden tag gut 12 stunden außer haus und
kann sogut wie nichts mehr erledigen. da ich 2005 mein abi geschrieben habe, ist mir der beruf
als bauzeichner grundsätzlich für die zukunft zu wenig udn deshalb wollte ich nebenher mit dem
bautechniker anfangen, was aber mangels zeit eh nicht geht! hab mich jetzt fürs sommersemester 2010
als bauingenieur (studium) beworben.
hab vor ner guten woche den befund bekommen, dass ich borreliose hatte und war ne woche
krankgeschrieben (borreliose ist aber eigentlich schon zu lange her (lt. arzt), sodass ich mich eigentlich nicht
deswegen so bescheiden gefühlt habe, wohl eher durch die belastung und den stress in der arbeit...
wie würde das jetzt aussehen, wenn ich kündigen würde, mir macht das hier keinen spaß...aber was soll ich bis zum märz tun,
würde ich arge bekommen?
oder was kann ich sonst tun, mich macht die arbeit irgendwie fertig und krank?
danke :(
 
bevor du die kündigung in betracht ziehst würde ich einfach mal mit der chefin reden. kündigen kannst du dann immernoch. manchmal sind chefs auch ganz umgänglich ;-)

was die streckenbelastung angeht... das ist grundsätzlich dein eigener "mist", das hast du schließlich auch schon gewusst als du dich beworben hast. da gibts eigentlich nur 2 möglichkeiten: damit leben oder näher an die arbeitsstelle ziehen. kündigen würde das problem natürlich auch lösen.

ob du hilfe von der arbeitsagentur bekommst und in welcher höhe, kann dir eine dortige sachbearbeiterin sicherlich besser erklären. grobe informationen bekommt man glaube ich auch am telefon (mit termin), dafür muss man nicht vorbei fahren.

zusätzliche alternative: teilzeit arbeiten und nebenbei deinen techniker machen, sofern das geld ausreicht.
 
Anspruch auf ALG1 besteht hier nicht, höchstens ALG2. Bist du noch u25, unverheiratet und wohnst bei deinen Eltern im Haushalt? Wenn ja, bildest du mit ihnen eine Bedarfsgemeinschaft. Falls du du einen Antrag stellst, wird ihr Einkommen eurem Gesamtbedarf (Regelsätze + KdU) gegenüber gestellt. Wenn deine Eltern genügend verdienen, hättest du keinen Anspruch auf zusätzliche Unterstützung, da sich dich unterstützen müssten. Falls nicht und der Staat aushelfen müsste um den Bedarf zu decken, würdest du sie mit reinziehen in das Fordern und Fördern, wobei das Fordern ganz klar überwiegt. Ob sie das so gut finden würden? Außerdem wärst auch du verpflichtet, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um deine Hilfebedürftigkeit zu verringern, d.h. jede zumutbare Arbeit müsstest du annehmen - und das ist für einen jungen und gesunden Mann wie du vermutlicher einer bist quasi alles.
Ich möchte dich nicht angreifen, aber bei mir kommt der Verdacht auf, dass sich bei dir ein bischen der Schlendrian eingeschlichen hat und du gerne ein paar Monate Urlaub auf Kosten des Sozialstaats machen möchtest. Das funktioniert mit Hartz4 nicht mehr.
 
Zuletzt bearbeitet:
wenn du einfach kündigst bekommst du eine sperre vom amt. das solltest du also gut überlegen. hier gilt ursachenbekämpfung. chefs sind auch nur menschen mit denen man reden kann. also nur zu. ansonsten kannst du dir parallel was neues für die zeit suchen.
 
Hallo,

erstmal vielen Dank für den ausführlichen Bericht. Die beschriebene Situation ist sehr gut beschrieben.

Ich denke die Arbeitszeiten sind an sich erstmal normal, und sollten besonders in der Probezeit so hingenommen werden. Dafür ist diese Eingewöhnungszeit gedacht, man lernt eben das komplette Spektrum des AN-Alltags kennen. Allerdings hängen speziell die Überstunden (und die Arbeitszeiten ganz allgemein) auch immer vom Vertrag ab. Und eure Arbeitszeiten gehören gewiss nicht zu den schlechtesten - welche ich bisher gesehen habe - das Gegenteil ist wohl eher der Fall :)

Die Überstunden werden t.w. abgegeolten, t.w. dürfen sie innerhalb einer bestimmten Frist ausgeglichen werden oder müssen schlicht ohne Ausgleich geleistet werden. Es kommt zudem in sehr Zeit orientierten Branchen oft zu solchen Engpässen, wodurch man u.U. zu erheblicher Mehrarbeit gezwungen ist. Hingegen gibt es auch mal wieder Flauten. Aufgrund deiner noch relativ kurzen Betriebszugehörigkeit kannst du aber sicherlich diese Fluktuation noch nicht abschätzen.

Ich würde daher erst einmal folgende Schritte vorschlagen.
Bis zum Ende des Jahres, somit ca. Mitte deiner Probezeit, weiterarbeiten und die Situation akzeptieren.
Sofern es sich im Januar nicht bessert die Chefin um ein persönliches Gespräch bitten. Dort kannst du dein bisheriges Engagement hervorheben, aber auch auf die tgl. Mehrbelastung eingehen. Hier solltest du aber vorher die Regelung in deinem Arbeitsvertrag lesen! Im Gespräch eine Lösung vorschlagen! Ich würde mit ihr auch ganz offen über deine Zukunft sprechen, je nachdem wie dein Verhältnis zu ihr ist, die Optionen offen auf den Tisch legen. Eine Interessante Variante wäre in deinem Fall sicherlich ein BA-Studium, dies wäre auch für deinen Arbeitgeber durch einige Vorteile recht interessant. Für die arbeitszeitlichen Veränderungen bietet es sich an, eine Frist zu setzen, ca. eine Woche, damit evtl. Planungen umgestellt werden können, oder ihr trefft eine andere Einigung.

Ein Gespräch mit dem Betriebsrat sollte vorher stattfinden, allerdings vermute ich aufgrund deines Berichtes die Abwesenheit des selbigen.

Die Krankheit, welche Ursachen auch immer, ist sicherlich schlimm, gehört aber zum tgl. Arbeitsalltag und sollte dich bei deiner Entscheidung nicht beeinflussen.

Abschließend sei noch erwähnt, dass es bei einer Kündigung durch den AN sehr schlecht um eine Förderung gemäß SGB II ausschaut. I.d.R. wird hier eine dreimonatige Leistungssperre verhängt. Bei einem Aufhebungsvertrag würde selbige in Kraft treten. Um ALG I zu erhalten, muss man nachweisbar ein zwölfmonatiges Arbeitsverhältnis bei einem AG vorlegen können. Allerdings muss man hier auch die schwere deiner Krankheit betrachten, sofern sich diese Borreliose attestierbar auf deine Arbeitsfähigkeit auswirkt, kann die Leistung seitens der Arge nicht verwehrt werden. Leider müssen diese Forderungen aber regelmäßig von Betroffenen ein geklagt werden.

Grüße,
Franeklevy
 
Zuletzt bearbeitet:
Willkommen im Berufsleben.

Denke aber auch, Du solltest mit offenen Karten bei der Chefin spielen.
Auch das Thema "MEhrarbeit" sollte darin geklärt werden.

Dann kannst Du immernoch gehen, oder besser gegangen werden.
Betriebsbedingte KÜndigung sieht besser aus als selber gekündigt.
 
Aber eine betriebsbedingte Kündigung innerhalb der Probezeit sieht schlechter aus als selbst innerhalb der PZ gekündigt zu haben ;) Denn erstes zeigt AN doof, zweites zeigt AG doof. Auch wenn man 3 Monate Sperre bekommt würde ich zweites vorziehen ;)
 
Anspruch auf ALG 1 besteht in diesem Fall sowieso nicht, daher ist der Hinweis auf die "Sperre" gegenstandslos . Hier würde maximal der ALG2-Regelsatz gekürzt.
 
Auch wenn man kündigt ?

Wie auch immer .. an Deiner Stelle würde ich die Kündigung als letzte zu ergreifende Option wählen.
Quasi erst dann, wenn alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft wurden.
Zu mal Du ja zZt. "nur" noch bis März 2010 durchhalten musst, wenns mit Studium klappt.
 
Dem Bericht von franeklevy kann ich absolut zustimmen. Besser kann man das nicht machen.

Ich möchte nur ein hinzufügen: Auf keinen Fall kündigen! Kündige nur, wenn du den Arbeitgeber wechseln willst und schon eine neue Stelle in Aussicht hast. So schlimm sind deine Arbeitsbedingungen auch gar nicht. 1 überstunde pro Tag ist kein Beinbruch. Es sei denn, es gibt keinen Ausgleich dafür. Es könnte ja auch gut sein, dass dich deine Chefin auf Probe stellt (Stichwort Probezeit). Kleinere Betrieb müssen einen neuen Mitarbeiter schon etwas genauer betrachten und testen. Da kommt es ja meist auf jeden einzelnen an. Bei großen Betrieben kann man einen schwächeren Mitarbeiter viel besser kompensieren.
Also ich würde an deiner Stelle bei einem Gespräch mit der Chefin die Mehrarbeit nur ganz, ganz behutsam erwähnen. Besser sogar gar nicht.

12h außer Haus ist nicht unnormal. Du hast noch Glück und nur 45min einfachen Fahrtweg. Es gibt zich tausend Berufstätige die auf öffentliche Verkehrsmittel angwiesen sind und erheblich länger für einen einfachen Fahrtweg brauchen.
Ich selbst bin auf dem Dorf groß geworden und hab mal über 1 jahr im 20Km entfernten Erlangen gearbeitet. Mit dem Bus war ich auch fast eine Stunde (insgesamt 1 1/4h) einfach unterwegs. 12h war da fast schon die untere Grenze. Aber da hat man dann immer noch 4h Freizeit und 8h Schlafenszeit. Vollkommen ausreichend für einen erwachsenen Menschen.


Ps:
Tyr43l schrieb:
Willkommen im Berufsleben.
 
dann muss ich wohl noch bis ende februar durchhalten... :( wird schon irgendwie gehen :stock:
wurde wohl in meiner 2-jährigen ausbildung zu sehr verwöhnt, tolle arbeitszeiten und super betriebsklima
Ergänzung ()

Haudrauff schrieb:
1 überstunde pro Tag ist kein Beinbruch. Es sei denn, es gibt keinen Ausgleich dafür.

es gibt offiziell keine überstunden, d.h. wenn welche anfallen "würden", was es ja nicht gibt :rolleyes: , dann passiert damit rein gar nichts - weder urlaub noch geld :mad:
 
naja, aber du schreibst doch selbst, dass du auch mit deinen jetzigen Kollegen prima auskommst, oder?

Darf ich fragen, wie groß eure Firma ist? Wie sehen andere Mitarbeiter die Situation, gibt es evtl. schon. Lösungsansätze oder wird darüber womöglich gar nicht gesprochen -einfach mal mit jemanden privat reden (Raucherpause, Mittagspause, abends bei einem Bier...)

Sicherlich ziemt es sich nicht, nach nur ein paar Monaten den kompletten Workflow umzustellen, aber speziell die Eigenart deiner Chefin, kurz vor Betriebsschluss spezielle Aufgaben zu verteilen, lässt sich evtl. leicht abstellen. Womöglich ist ihr das gar nicht bewusst, weil sie Kundentermine wahr nahm, etc. Hier könnte man nach Absprache mit anderen Mitarbeitern und gemeinsam mit deiner Chefin eine Lösung suchen. Dies bedarf aber sehr sehr viel Gespür für die richtigen Momente, da man bei einem übertriebenen Einsatz sehr schnell als Störenfried wahrgenommen wird. Denn keiner möchte gern seine gewohnten Arbeitsabläufe ändern, dies geschieht eigentlich nur, wenn diese als problematisch wahrgenommen werden und sich gleichzeitig eine weitaus besser Lösung anbietet.

Es ist eben die Frage, ob und wie du mit dieser Firma weiter arbeiten möchtest, davon hängen im Prinzip auch deine nächsten Schritte ab - dies kannst aber leider nur du selbst entscheiden.

Grüße,
franeklevy
 
Okay, ohne Ausgleich würde mir auch gehörig gegen den Strich gehen. besonders wenn es regelmäßig geschiet. Allerdings würd ich das dann auch in relation zum Gehalt stellen. Btw, bekommst du Lohn (nach Stunden) oder Festgehalt?
Ansonsten muß ich wieder franeklevy zustimmen. Als "Neuer" ist es denkbar schlecht gleich vom Start weg Betriebsstrukturen ändern zu wollen. Besprich das mit deinem Kollegen die schön länger da sind und deshalb die Chefin auch besser kennen. Überlass in der Beziehung die Initiative ihnen.
 
Also zum Thema Überstunden: Ich hab mir in meinen 6 Monaten Probezeit nicht eine Überstunde aufgeschrieben obwohl es da nicht wenige gab. Man will ja auch irgendwie zeigen das man den Job wirklich will.
 
franeklevy schrieb:
Darf ich fragen, wie groß eure Firma ist? Wie sehen andere Mitarbeiter die Situation, gibt es evtl. schon. Lösungsansätze oder wird darüber womöglich gar nicht gesprochen -einfach mal mit jemanden privat reden (Raucherpause, Mittagspause, abends bei einem Bier...)
so 7 im büro, 30-40 auf den baustellen...hier würde aber wohl niemand was sagen, hat ja jeder schon ein schlechtes gewissen, wenn sie pünktlich heim gehen
Sicherlich ziemt es sich nicht, nach nur ein paar Monaten den kompletten Workflow umzustellen, aber speziell die Eigenart deiner Chefin, kurz vor Betriebsschluss spezielle Aufgaben zu verteilen, lässt sich evtl. leicht abstellen. Womöglich ist ihr das gar nicht bewusst, weil sie Kundentermine wahr nahm, etc.
glaube auch, dass das keine absicht von ihr ist, aber dummerweise sind die termine immer fast kurz vor feierabend zuende bzw. sie kommt kurz vorher heim :(
Es ist eben die Frage, ob und wie du mit dieser Firma weiter arbeiten möchtest, davon hängen im Prinzip auch deine nächsten Schritte ab - dies kannst aber leider nur du selbst entscheiden.

Grüße,
franeklevy

hier bleibe ich keinesfalls, entweder es wird was mit ner anderen stelle näher in der heimat oder ich fange im märz mit dem studium an ;)
Ergänzung ()

Benzer schrieb:
Also zum Thema Überstunden: Ich hab mir in meinen 6 Monaten Probezeit nicht eine Überstunde aufgeschrieben obwohl es da nicht wenige gab. Man will ja auch irgendwie zeigen das man den Job wirklich will.

wir haben ne stempeluhr, wofür auch immer... :rolleyes:
Ergänzung ()

Haudrauff schrieb:
Okay, ohne Ausgleich würde mir auch gehörig gegen den Strich gehen. besonders wenn es regelmäßig geschiet. Allerdings würd ich das dann auch in relation zum Gehalt stellen. Btw, bekommst du Lohn (nach Stunden) oder Festgehalt?
fest, haben ja keine überstunden :rolleyes:
Ansonsten muß ich wieder franeklevy zustimmen. Als "Neuer" ist es denkbar schlecht gleich vom Start weg Betriebsstrukturen ändern zu wollen. Besprich das mit deinem Kollegen die schön länger da sind und deshalb die Chefin auch besser kennen. Überlass in der Beziehung die Initiative ihnen.
das stimmt allerdings
Ergänzung ()

PaMe87 schrieb:
zusätzliche alternative: teilzeit arbeiten und nebenbei deinen techniker machen, sofern das geld ausreicht.

naja hab mir erst ein auto wegen der arbeit gekauft, das hat schon ein loch in die kasse gerissen
 
Nur mal so als Negativ-Beispiel, vor 2 Jahren habe ich 3.200 Überstunden (10 Jahre Arbeit) verfallen lassen, weil es auch nicht anders ging.
Überstunden und vor allem unbezahlte Überstunden, sind / waren in meinem Berufsleben überall normal und nichts besonderes - kenne ich gar nicht anders, auch wenn das sicher in der Menge die Ausnahme ist!
 
Was ich hier heute morgen geschrieben habe, ist falsch. Hatte den Sachverhalt nicht richtig erfasst und bin fälschlicherweise davon ausgegangen, dass der TE im September eine Ausbildung zum Bauzeichner begonnen hatte. Bitte ignorieren!
 
3.200 Überstunden (10 Jahre Arbeit)
das sind ca. 27 stunden pro monat - ich kenns nicht anders und es ist auch keine ausnahme (wenn man nicht gerade jemand ist, der sich einen sch**** um seine kollegen oder das arbeitsaufkommen schert) und wäre froh, mal nach 8 stunden netto gehen zu können. scheinbar kennt der te diese einstellung zur arbeit aber nicht...

der mensch sucht sich immer den vermeintlich einfachsten weg, nur um selbst möglichst wenig tun zu müssen. 6000€ + dienstwagen, 35 tage urlaub, 13.+14. gehalt und das alles bei einer 30h-woche, wobei man dann noch alle 6 wochen krank ist und wenn man mal kommt über die miserablen arbeitsumstände und den ewig langen arbeitsweg schimpft. wenn ich ehrlich bin: solche "kollegen" oder "mitarbeiter" überleben bei mir nicht lange - und auf solche leute kann jedes unternehmen sehr gut verzichten ;)
 
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