Qnap Umzug; brauche mehr Leistung

JJJT

Commander Pro
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Guten Abend zusammen,

Ich habe mir vor knapp 4 Monaten ein QNAP TS-431P2-1G gekauft und bin eigentlich sehr zufrieden, jedoch läuft die CPU immer mehr auf Anschlag.

Das NAS hat 4 Platten verbaut und es ist kein Raid aktiv, jedoch habe ich die Festplatten letztens alle verschlüsselt. Seit dem kommt die verbaute CPU (Annapurna Labs A314) oft an seine Grenzen.
Letzte Woche kam auch ein neuer 4K Fernseher an was die Situation nicht besser macht.

Wenn ich übers Netzwerk auf das NAS kopiere ist er bei ungefähr 115 mb/Sek schon bei über 60% CPU Auslastung, desweiteren sind immer wieder Familienmitglieder und auch ich per webdav mit dem NAS verbunden, bei etwa 5 mb/Sek Upload via webdav ist die CPU schon auf über 70% Load.
Wenn ich mich per App vom Handy verbinde ist bei etwa 7 mb/Sek Schluss, da die CPU auf 100% Last läuft.

Wenn jetzt diese Dinge parallel laufen, ist alles schon nur noch eingeschränkt oder teilweise kaum mehr möglich.

Jetzt suche ich leider bereits nach einem NAS mit mehr Leistung.
Es muss wieder qnap sein, damit ich die Festplatten einfach migrieren kann.

Auf meiner Suche bin ich auf folgendes NAS gestossen:
QNAP TS-453Be-2G

Ist der dort verbaute Celeron j3455 meinen Anforderungen gewachsen oder muss ich mich nach einem mit Core i umgucken?
 
Zuletzt bearbeitet:
Du solltest damit anfangen die CPU-Auslastung zu ignorieren. Mehr als 115MB/s bekommst du so oder so nicht über eine 1GBe Verbindung (ohne Bonding). Wenn du diese Geschwindigkeit bekommst kann dir egal sein ob die CPU bei 1% oder 80% Auslastung hängt.

Das WebDAV zwingend schneller wird ist duch eine dicke CPU im NAS nicht zwingend. Dein Smartphone muss ja auch genügend CPU Wumms haben um die Daten ausreichend schnell zu verarbeiten und genauso muss dein W-Lan mit deinen Geräten genügend Bandbreite liefern. Schau dir also lieber mal an ob es da nicht limitiert.

Der Intel Celeron ist eine ganze Ecke fixer als der günstige ARM-Chip. Gerade was den Durchsatz bei RAIDs und Crypto angeht. Ein Faktor von 5 würde mich da kaum wundern. WebDav muss von diesem Potential jedoch nicht annähernd profitieren.
 
Merkst du denn irgendwelche negativen Auswirkungen? CPU-Auslastung hin oder her, aber wenn das NAS die gewünschte Leistung bringt, ist doch alles in Ordnung. Erst dann, wenn du tatsächlich Probleme bekommst, weil zB jemand aus der Familie gerade mit 5 MByte/s via WebDAV etwas runter-/hochlädt und dann im LAN plötzlich die Übertragungsrate von 115 MByte/s auf die Hälfte oder so absackt, kann man tatsächlich von einem Problem sprechen, weil dann nach deinen Ausführungen ja theoretisch 60+70 = 130 % CPU-Leistung gefordert wäre.

Im übrigen darf man die GUI auch nicht unterschätzen. Die CPU-Auslastung ist gerade bei exakt bemessenen CPUs kaum real über die GUI zu beurteilen, weil die GUI als solche schon einen gewissen Teil verbraucht. Heißt im Klartext: Während du in der GUI die CPU-Auslastung betrachtest, ist sie unter Umständen 10-20% höher als es ohne GUI der Fall wäre. Bei PCs, die nun mal vergleichsweise enorme Leistungsreserven haben, fällt sowas kaum auf, aber bei embedded devices wo die CPU explizit auf das Gerät abgestimmt wird, kann sich das schon deutlicher abzeichnen.

Ich selbst habe einen Linux-Server, aber ein Bekannter von mir hat ein älteres NAS von Zyxel und hatte sich über dasselbe "beschwert" wie du. Mittels eines kleinen Scripts habe ich im Hintergrund die CPU-Auslastung ausgelesen und siehe da, ohne die aktive GUI war alles in Butter. Dasselbe Bild ergibt sich zB bei meinem EdgeRouter, der im Leerlauf vermeintlich schon ~30% CPU verbrät - ohne die GUI langweilt sich die Kiste bei <10%.

Ob das bei dir jetzt auch so ist, kann ich nicht beurteilen. Ausschlaggebend ist aber die Nutzungsleistung und nicht irgendwelche Statistiken. Am Ende kaufst du dir nun das größere und teurere Modell, merkst aber unterm Strich keinen Unterschied - abgesehen davon, dass du dann ein gutes Gefühl hast, wenn du dir den ganzen Tag die CPU-Auslastung anguckst ;)

Allerdings kann natürlich die Verschlüsselung schon einen starken Einfluss auf die CPU haben. Sofern keine dedizierte Crypto-Hardware verbaut ist, muss die CPU das alles in Software berechnen. Das kostet natürlich Leistung. Allerdings würdest du dann vermutlich auch im LAN nicht mal annähernd an die 115 MByte/s herankommen, da das nun mal das Maximum bei Gigabit-Ethernet ist und wenn das NAS das trotz Verschlüsselung voll auslasten kann, ist die CPU in meinen Augen vollkommen in Ordnung.
 
Zuletzt bearbeitet:
Vielen Dank schonmal für die Antworten!

Mir ist bewusst dass die Ethernet Schnittstelle beim Übertragen das Limit ist und dafür erstmal egal ist wie hoch die CPU Auslastung ist.

Leider Bemerke ich im Alltag doch Einschränkungen. Wenn ich z.B. etwas aufs NAS kopiere und bei uns guckt jemand etwas auf einem oder mehreren Geräten und jemand ist per Webdav auf dem Gerät, dann bricht die Übertragungsrate sowohl im Lokalen Netzwerk als auch bei der Webdav Übertragung ein und auf den Geräten auf denen etwas gestreamt wird kommt es zu unschönen Rucklern. Dabei ist das NAS dann komplett auf anschlag am laufen.

Ich habe mir alles mögliche angeguckt und immer ist das NAS der Flaschenhals.
Es reicht auch schon wenn wir zuhause einen hochwertigen 4K Film vom NAS auf dem Fernseher schauen und jemand per Webdav verbunden ist um die CPU auf 100% last zu bringen und dann gibt es nur sehr wenig Durchsatz beim Webdav.

@Raijin
Die GUI selber frisst eigentlich kaum Leistung. Wenn gerade nix auf dem NAS los ist und ich auf der Oberfläche bin ist die CPU-Auslastung nur bei 1-2%
 
Das ist etwas anderes. Bisher hast du die CPU-Auslastung in den Vordergrund gerückt und kaum Hinweise auf tatsächliche Probleme gebracht. So wie du es beschreibst kann in der Tat die CPU ausschlaggebend sein.

Wenn das NAS wie von dir beschrieben scheinbar intensiv parallel genutzt wird, kann man natürlich neben der Aufrüstung auf ein Modell mit potenter CPU auch über Dinge wie Link Aggregation nachdenken. Wenn das NAS zB mit 2x1 Gbit/s am Netzwerk angebunden ist, können eben auch in der Theorie zwei Clients gleichzeitig eine Verbindung mit 1 Gbit/s zum NAS bekommen. Bei normalen HDDs limitiert natürlich die Festplatte selbst - insbesondere ohne RAID - aber eine SSD würde sich zB bei 1 Gbit/s bzw. ~120 MByte/s langweilen und könnte locker über den 2. LAN-Port noch einen weiteren Client bedienen. LAG setzt allerdings voraus, dass auch der Switch das beherrscht. Soll aber auch nur ein Denkanstoß sein ;)
 
Wenn zwei Clients auf der selben HDD arbeiten, kann ohne RAID deren Durchsatz auch auf unter 100MB/s einbrechen. Die CPU-Last kann dabei auch bei einer fixen CPU bei 100% liegen, denn auch I/O-Waits fallen in die CPU-Auslastung, auch wenn die CPU in der Zeit wirklich nur wartet und andere Threads abarbeiten könnte. Wenn ich bei meinem Notebook einfach nur stumpf von der SSD lese kommt sowas bei raus:
Code:
Global-CPU-Stats---->     8.5% user      Load Average  CPU use since boottime                          │
│ /proc/stat line 1        0.0% user_nice  1 mins  0.99 Uptime Days Hours Mins                          │
│100 ticks per second     37.9% system     5 mins  0.70 Uptime    0     1   13                          │
│100%=1 CPUcoreThread    322.0% idle      15 mins  0.76 Idle      0     1   46                          │
│       1   RunQueue      26.7% iowait                  Uptime has overflowed                           │
│       1   Blocked        0.0% irq                                                                     │
│    2897.8 Context        0.5% softirq                 4 CPU core threads                              │
│           Switch         0.0% steal                                                                   │
│       0.0 Forks          0.0% guest                   Boot time 1521465856                            │
│    1214.3 Interrupts     0.0% guest_nice              02:24 PM 19-Mar-2018

Wie du siehst macht ~27% der CPU-Auslastung nur das Warten auf die flotte SSD aus, eigentliche Rechenarbeit (user und system) sind hingegen keine 50%. Mit Festplatten nimmt I/O-wait normalerweise deutlich zu. Ich habe nur gerade das Luxusproblem nur Rechner mit SSDs um micht herum zu haben -.-


An deiner Stelle würde ich es probieren, das NAS mit ner gescheiten RAID-Konfiguration zu betreiben und zu testen (Raid5). Wenn das dann nicht hilft kannst du das Geld für das dickere System problemlos in die Hand nehmen.
 
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