Raumfüllender Klang auch bei geringer Lautstärke

T

Tandeki

Gast
Hallo zusammen,

ich habe folgendes Szenario und hoffe, dass ihr mir damit weiterhelfen könnt:

Mein Schlafzimmer ist etwa 18qm groß und quadratisch. In der Mitte vor einer Wand ist das Bett und an der Wand vor dem Bett steht der Kleinerschrank, der die gesamte Wand bedeckt. Links neben dem Bett steht ein Nachttisch und auf der rechten Seite gibt es zwar keinen Nachttisch, dafür aber eine Kommode an der rechten Wand. Das Fenster erstreckt sich über die linke Wand.

Nun möchte ich eine Anlage und Lautsprecher im Raum integrieren, um Abends bzw. Nachts Musik und Hörbücher zu hören. Dabei ist es mir wichtig, dass die Anlage den Raum auch bei leiser Musik klanglich ansprechend füllt.

Was würdet ihr mir dafür vorschlagen? Preislich rechne ich mit mindestens 500,- Euro, bis 1000,- Euro kann ich gut mit dem Preis leben, bis 2000,- Euro würde ich prinzipiell auch zahlen. Dann muss es aber etwas ganz raffiniertes sein. ;)

Ideen?
 
Vielleicht solltest du deinen Anspruch etwas genauer definieren. "Raumfüllender Klang" auf 18m² sollte so ziemilch mit jedem Lautsprecher möglich sein. Zudem müsste man wissen, welche Quellen angeschlossen werden sollen.

Ich habe in meinem Schlafzimmer z.B. eine Logitech Squeezebox für Hörbücher (gefüttert von nem Squeezebox Server) und eine Denon Ceol Carino für Medienstreaming vom Tablet/Handy per Bluetooth. Klanglich bei Schlafzimmerlautstärke (für meine Ansprüche) absolut zufriedenstellend und außerdem auch relativ klein. Und für mich besonders wichtig: Beide Geräte haben noch eine physikalische Fernbedienung, damit man nicht die Augen öffnen muss, wenn man schon am Einschlafen ist und noch nen Track überspringen möchte.
 
folgendes könntest du zb machen:
4x JBL-one (kleine konpakte LS) an die zimmerdecke oder in der nähe montieren -2 an der bettseite nahe der ecken und die 2 anderen an den 2 anderen ecken. so kommt der klang von oben was im bett liegend günstig ist und füllt so den raum akkustisch gut aus. sollten dir da die JBL ja keine riesen LS sind zu wenig bass haben, stelle einen subwoofer dazu -zb unters bett.
das ganze angesteuert über einen 4.1 receiver deiner wahl.

mfg
robert
 
Naja spontan fällt mir hier schlicht "Quadrophonie" ein und sogar die billigen 10 Euro Tischlautsprecher dürften für Deine "Wünsche" ausreichen...
 
Vier Lautsprecher in den Ecken (z.B. vier kleine Heco Celan GT 202) sind ein guter Anfang, einen passenden Sub dazu, dazu vielleicht gar noch ein kleiner Kompressor (z.B. dbx 166XS) und ein parametrischer EQ (z.B. Eylsia xFilter, PEQs sind jedoch leider recht teuer), und es kann auch "Laut" klingen auf geringer Ausgangsleistung, auch wenn die ganze Wohnung nicht mitvibriert. Richtig Clever wäre natürlich ein mehrbändiger Kompressor (z.B. Drawmer 1973), kostet aber auch. Natürlich, nutzt Du nur Deinen Rechner als Quelle, kannst du das ganze Geraffel auch durch gute Software ersetzen, es gibt sogar einige brauchbare, kostenfreie und quelloffene Software dafür, sodaß Du mehr Klimpergeld für vernünftige LS übrig hast.
 
Danke für eure Anregungen!

pintness schrieb:
Vielleicht solltest du deinen Anspruch etwas genauer definieren. "Raumfüllender Klang" auf 18m² sollte so ziemilch mit jedem Lautsprecher möglich sein. Zudem müsste man wissen, welche Quellen angeschlossen werden sollen.

"Raumfüllend" habe ich es wegen folgenden Problems genannt: ich höre gerne noch etwas Musik oder Hörbücher zum Einschlafen, meine Freundin jedoch nicht. Jetzt nutzt sie zwar Oropax, aber laute Geräusche, wie z.B. übermäßiger Bass oder ähnliches wird sie dennoch in ihrem Schlaf stören. Deshalb sollte der Klang auch leise eine große Bühne aufbauen, damit ich für anständigen Klang nicht zu laut aufdrehen muss.

pintness schrieb:
Ich habe in meinem Schlafzimmer z.B. eine Logitech Squeezebox für Hörbücher...

Das wäre auch für mich eine Option. Dann aber vielleicht mit Lautsprecher, die entsprechend direkt an die Lautsprecher angeschlossen weden können.

geist4711 schrieb:
folgendes könntest du zb machen:

Mit der zu großzügigen Verwendung von Lautsprecherkabeln dürfte ich auf Widerstand stoßen. ;)

Am liebsten wären mir daher Lautsprecher, die a) eine große Bühne aufbauen und b) auch bei geringer Lautstärke nicht in bestimmten Frequenzbereichen so stark abfallen, dass das Hören keinen Spaß mehr macht. Ob das möglich ist - keine Ahnung - Aber fragen schaden ja nichts. :D

Galaxy9000 schrieb:
Naja spontan fällt mir hier schlicht "Quadrophonie" ein und sogar die billigen 10 Euro Tischlautsprecher dürften für Deine "Wünsche" ausreichen...

Klar, früher habe ich das auch mit den 10 Euro PC-Lautsprechern und einem MP3-Player gemacht. Aber ein wenig klanglich ansprechender darf es nun doch gerne sein.

Twostone schrieb:
... dazu vielleicht gar noch ein kleiner Kompressor (z.B. dbx 166XS) und ein parametrischer EQ (z.B. Eylsia xFilter, PEQs sind jedoch leider recht teuer), und es kann auch "Laut" klingen auf geringer Ausgangsleistung, auch wenn die ganze Wohnung nicht mitvibriert. Richtig Clever wäre natürlich ein mehrbändiger Kompressor (z.B. Drawmer 1973), kostet aber auch.

Kann man einen ähnlichen Effekt auch mit diesem Modul erreichen?

http://www.nubert.de/atm-module/111/

Oder ist das ein völlig anderer Ansatz?

Twostone schrieb:
Natürlich, nutzt Du nur Deinen Rechner als Quelle, ...

Eigentlich wollte ich eher einen Streamer verwenden. Als Quelle dient ein Synology-NAS und Spotify. Aber auch die Wahl für den Streamer fällt schwer. Entweder ich nehme eine Squeezebox Touch oder etwas wie den Cambridge CXN. Letzterer ist mir allerdings für das Schlafzimmer etwas zu groß. Dafür hat er aber ein Display, das mir bei anderen Geräten fehlen würde. Schließlich möchte ich im Schlafzimmer nicht mit iPhone, iPad und Co. herumhantieren, sondern gemütlich beim Einschlafen noch ein wenig Musik oder ein Hörbuch hören.
 
Deliberation schrieb:
Kann man einen ähnlichen Effekt auch mit diesem Modul erreichen?

http://www.nubert.de/atm-module/111/

Oder ist das ein völlig anderer Ansatz?

Sieht für mich aus wie ein stark eingeschränkter PEQ, Du kannst weder Bandbreite (Gesamtgüte) noch Trennfrequenzen der Bänder einstellen (hast ja auch nur zwei Bänder, das erste stark eingeschränkt, das zweite weit über das darstellbare Spektrum gedehnt). Selbst mit einem (guten) grafischen EQ hättest Du bei sinnvoller Verwendung da noch mehr Spielmöglichkeiten, den Klang an die Räumlichkeiten und Lautsprecher anzupassen. Eine Kompression des Dynamikumfanges (bei geringen Lautstärken durchaus recht sinnvoll) findet auch bei dem von Dir verlinkten nicht statt.

Deliberation schrieb:
Eigentlich wollte ich eher einen Streamer verwenden.

Na, dann bleibt Dir nicht allzu viel übrig, als die analoge Variante zu wählen (die in meinen Augen auch mehr Spaß macht: Mehr, das man umbauen kann, Knöpfchen, die man drehen und drücken kann...! ;)). Schade nur um's Budget, denn die Geräte, die so richtig Spaß machen (wie Röhren-PEQ oder mehrbandiger VCA-Kompressor) gehen so richtig ins Geld. Aber auch mit Transistor-Technik kann man bei geringen Pegeln immer noch einen vernünftigen Klang zaubern, solange man's nicht übertreibt.

Allerdings: Was für Musik hörst Du denn? Ist's Popmusik (also das, was im Radio rauf und runter gespielt wird) HipHop oder ähnlicher Kram, brauchst Du kaum gutes Equipment: Da ist schon der Master schlecht abgemischt, das kannst Du nicht mehr rausholen.
Hörst Du aber Musik mit wirklicher Dynamik (z.B. Klassik oder progressive Metal o.ä.), kannst Du durchaus in leiseren Passagen dem Klang mehr Boden geben, diese deutlicher betonen, während extrem laute Passagen (oder Töne) nicht mehr die Nachbarn durch die Decke jagen. Kommt eben immer auf das Ausgangsmaterial an.

Hörspiele selber haben oft nur einen geringen Dynamikumfang. Allerdings gibt es auch hier ein paar Beispiele, die schlecht zusammengestellt wurden: Nervige "Hintergrundmusik", oder gar auch den Sprecher in Teilen übertönende Hintergrunduntermalung, manchmal aber auch Pegelspitzen und Hintergrundrauschen (insbesondere bei schlechteren Digitalisierungen alter Hörspiele). Hier kannst Du schon einiges mit Kompressor/Gate (und EQ in der Sidechain) erreichen. Klar kannst Du damit auch nicht Sch**** zu Gold machen, aber zumindest die Unzulänglichkeiten einiger Hinterhofproduktionen ein wenig nachbügeln. Und Du spielst in Regionen, in die normalerweise kaum ein einfacher Musik- oder Hörspielkonsument vordringt. Macht aber trotzdem (oder gerade deswegen) Spaß. Und jedes Hörerlebnis ist einzigartig, wenn Du es willst. Bei jedem erneuten Anhören kannst Du etwas Neues entdecken.
 
Wenn Du einen AVR mit regelbarer Equalizer-Funktion und einen Subwoofer hast, brauchst Du i.d.R. keine Zusatzgeräte.
Um den "Bassverlust" unseres Gehörs bei niedrigen Lautstärken auszugleichen, haben moderne AVR auch ihre Zusatzfeatures wie "Dynamic EQ".
 
pfff. Und damals gab's mal einen "loudness" Schalter, der ebenfalls die Höhen und Tiefen etwas mehr hervorgehoben hat. Klar, kann man machen, aber im Grunde der falsche Ansatz. Idealerweise Schwächt man eher überbetonte Bereiche ab. Von "Einer für Alles"-Lösungen halte ich jedoch nicht unbedingt etwas, ein wenig mehr Kontrolle über Klangbildänderungen ist mir da schon recht lieb, mit der Zeit gewöhnt man sich an diesen "kleinen" Luxus. Schließlich saß ja auch nicht an den einzelnen Aufnahmen stets jeweils der gleiche Tontechniker, warum sollte man die Defizite unterschiedlicher Aufnahmen mit der gleichen Weltformel ausbügeln können?

Ist aber alles eine persönliche Entscheidung, man muß sich ja schließlich auch erst einmal ausführlich mit der Technik und ihren Möglichkeiten auseinander setzen, sonst kann man trotz bestem Equipment scheußlichsten Klangmatsch aus eigentlich brauchbarem Ausgangsmaterial erzeugen. Die Zeit muß man sich auch erst einmal nehmen (können). Für alle anderen, das, was Du beschriebst.
 
Hat denn noch jemand eine Empfehlung für Lautsprecher, die auch bei geringer Lautstärke zu empfehlen sind?
 
Die gibt es pauschal nicht!
Hauptkriterium ist bei geringer Lautstärke nunmal das Unvermögen unseres Gehörs. Dies kann man ausgleichen durch eine Bassüberhöhung der Speaker, was sich dann aber bei höheren Lautstärken wieder als negativ erweist, oder eben per AVR/Loudness/Equalizer o.ä.. Hinzu kommt die Sitzposition im Raum und der Raum selbst. Die Sache ist also wesentlich komplexer als es Dir lieb wäre. Aber mit dem passenden AVR ist es in den Griff zu bekommen... ;)
 
Pauschal gibt es die natürlich nicht, deshalb habe ich ja explizit nachgefragt. ;)

Mir ging es eher darum, dass bei leisem Hören von Musik das Gehör bestimmte Frequenzbereiche eher wahrnimmt, als andere. Schätzungsweise den mittleren und einen Teil des höheren Frequenzbereichs. Je nach Abstimmung eines Lautsprechers hatte ich dann angenommen, dass ein entsprechend abgestimmter Lautsprecher zwar nicht unbedingt in Diskolautstärke optimal klingt, beim Leisehören die Frequenzen aber hervorhebt, die das menschliche Gehör vernachlässigt.

@Twostone: im Schlafzimmer höre ich fast ausschließlich Klassik oder Soundtrack-Scores, manchmal auch Easy Listening.
 
Genau das was du suchst macht Dynamic EQ (dynamische Loudness Funktion) ... eine Anpassung zwischen Referenzpegel und Abhörlautstärke.
 
Danke, das scheint genau in die richtige Richtung zu gehen:

Audyssey Dynamic EQ solves the problem of deteriorating sound quality at lower volumes. The professionals who create music and movies do so at reference levels much louder than typical home listening levels.

Quelle: http://www.de.onkyo.com/de/features/audyssey-dynamic-eq-dynamic-volume-28538.html

Welche Möglichkeiten habe ich denn da, ohne mir gleich einen AV-Receiver ins Schlafzimmer stellen zu müssen? Gibt es kompakte Geräte mit Dynamic EQ?
 
Abgesehen von A/V-Receivern gibt es afaik nicht viele/keine Möglichkeiten.
Dirac bietet soweit ich weiß keine vergleichbare Option.
Audyssey ist mir am PC "nur" als Plug-In für Workstations bekannt, dafür bräuchte man also einen PC. Ob dort Dynamic EQ überhaupt implementiert ist müsste man allerdings recherchieren.
miniDSP wollte soetwas schon einmal als Plug-In implementieren, da ist die letzten 5 Jahre allerdings auch nichts passiert.
 
gintoki schrieb:
Abgesehen von A/V-Receivern gibt es afaik nicht viele/keine Möglichkeiten.

Doch, gibt es schon, jedoch sind das meist ebenso "große" Zusatzgeräte, die zusätzlich zu den Endstufen dann im Zimmer stehen würden. Damit muß man aber wohl oder übel leben, es sei denn, man nimmt Aktiv-Lautsprecher (bei denen eine nicht allzu hochwertige Endstufe im Gehäuse verbaut ist) und bereitet die Quelle entsprechend vor der Wiedergabe auf bzw. nutzt als Quelle einen Rechner mit entsprechenden Klanggestaltungselementen (kann auch je nach Software über's Netzwerk gestreamt werden, sodaß die tatsächliche Quelle auch ein recht kleiner Rechner/Smartphone/Tablet sein kann).
 
Dann immer her mit den Empfehlungen für Standalone-Geräte mit dynamischer Loudness Funktion.
 
Die dann auch noch bezahlbar sind... :D

Hier ist Dynamic-EQ die einzig sinnvolle und bezahlbare Lösung, auch wenn ich in Post #8 nur recht kurz darauf hingewiesen habe, da ich kein Freund von seitenlangen Texten bin. Wenn der TE Fragen zur Wirkungsweise hat, kann er sie ja stellen... ;)
 
Passt schon, ich habe mich ja nach Erwähnung in das Thema eingelesen. Nur ein geeignetes Gerät fehlt mir nun noch. :-)
 
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