ModellbahnerTT schrieb:
Mache dir da keine Sorge Radxa wird schon dafür sorgen das es von vielen Linux Distribution unterstützt wird. Auch ist der derzeitige Auslieferungstermin im Q2/2022. Probleme kann es geben bei der Ausgabe der Videocodecs.
Ja, das ist wahrscheinlich. Und die zweite Aussage ist auch sehr korrekt: der VPU-Teil der Mail-GPUs war schon immer die Achillesferse und wurde, wenn überhaupt, nur von einzelnen Herstellern oder der Community reverse-engineered und in releases ausgebracht.
Ich hoffe mal das sich Raxda damit kein Ei auf die Schiene nagelt. Der genutzte Kernel (zumindest wie angekündigt) ist aus einem Release von Kernel 2.4, aus einem Fork das auch für Android genutzt wurde.
Das Problem, das ich hier sehe, ist das es für die Hersteller von ARM Chips und Hardware dafür, effektiver ist sich auf mobile Geräte (Handys und Tablets) mit Android zu konzentrieren, weil man damit Geld verdienen kann. Die geprellten Linux-Bastler hinken, was die vollständige Funktionsfähigkeit aller Komponenten eines ARM-Chips in Linux angeht, durch fehlende Hilfe der Hersteller, auch dank fehlender Informationen die beim reverse-engineering helfen würden, hinterher.
Selbst beim Raspi hat es für den VPU-Teil sehr, sehr lange gedauert bis da genügend brauchbares Material zusammen war, und selbst heute ist es noch nahezu unmöglich in Firefox ein 1080p-Video ruckelfrei dank Hardwarebeschleunigung anzugucken.
Es ist halt keine demokratische Entscheidung, oder eine die abhängig davon ist, wie viele CPUs für welche Zwecke verkauft werden. Obwohl man als "normaler Kunde" davon ausgehen könnte, das nach genügend verkauften Stückzahlen und genügend Nutzern im Linux-Bereich irgendwann der Hersteller sich mal aufrafft Treiber für aktuelle Kernel rauszubringen oder die verfügbaren internen Dokumente für reverse-engineering für die communitys raus zu geben ist die Realität, aus der Vergangenheit gelernt, eine ganz andere.
Media-Boxen oder SBCs, die mit einem oder zwei Releases mit Android oder Linux seit Jahren laufen müssen, ohne Chance jemals mit der Weiterentwicklung der installierten Software mitziehen zu können sind leider der frustrierende Standard, auf den sich die meisten Nutzer nach wahrscheinlich unzählbaren Versuchen da eine Änderung durch Anfragen, Hilfeangeboten usw. herbeizuführen hat bisher nur bei sehr, sehr wenigen Geräten funktioniert. Und die sind, was die Leistungsfähigkeit für Desktop-Nutzung angeht, oder die Möglichkeit für Desktop-Nutzung performante Speicher (SSD) zu verwenden sind an einer Hand abzuzählen, selbst wenn man im Sägewerkbetrieb berentet ist.
Die Hardware verkauft sich halt auch OHNE das alle Features für CPU, GPU, VPU, NPU für ein aktuelles Linux mit aktuellem Kernel verfügbar sind.
Ich schätze ich bin das beste Beispiel für die Hoffnung, das man aus dem SBC Rock5 einen Desktop-Computer mit Linux Schritt für Schritt selber basteln kann, schließlich habe ich nach einigen Tagen der Überlegung, und 48 Stunden Verzögerung des Vorbesteller-Codes das SBC VORbestellt. Ohne positive Hinweise, das ich meinen Nutzungsrahmen innerhalb des ersten Jahres zur Realisation bringen kann.
Ich schätze ich bin mit zu viel Enthusiasmus "gesegnet", da die Vorbestellung des SBCs wie die Vorbestellung von Cyberpunk 2077 für last-Gen-Konsolen anmutet: Ja, es gibt ein Release, aber es läuft für das gezahlte Geld grottenschlecht, und die Hoffnung das sich das positiv ändert ist sehr stark von Zufall abhängig, nicht begründ- oder beweisbar.
Naja. Es ist 2022, in den letzten zwei Jahren musste sich ziemlich viel ändern. Ich hoffe weiterhin das auch für den Rock5 ein positiver Wandel möglich ist. Alternativ wir der SBC entweder als Router oder auf eBay enden - meinen Lattepanda bin ich auch zum Neupreis wieder los geworden, nachdem er nicht das gebracht hat was ich wollte.
Wäre halt schade und unsinnvoll, wenn man aus ökologischen Gründen insgesamt knapp 300 Euro investiert, um dann das Projekt in die Tonne kloppen zu müssen.