Schadenersatz Bahnstreik Hotel

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Stimmt, wenn du nur den Sprit rechnest. Allerdings wächst der Wagen, die Versicherung, Steuer und Wartung auch nicht "auf Bäumen".
Ich hab lange versucht mir das schön zu rechnen und kam immer zu dem Ergebnis, dass das Auto unterm Strich teurer ist.
Allerdings halt auch saubequem und deshalb bin ich mittlerweile nur noch selten mit der Bahn unterwegs. Insbesondere die An- und Abreise zum Bahnhof hat mich immer genervt.
 
ForenTroll schrieb:
Stimmt, wenn du nur den Sprit rechnest. Allerdings wächst der Wagen, die Versicherung, Steuer und Wartung auch nicht "auf Bäumen".

Das Argument hebt sich auf, wenn ein Auto "sowieso" vorhanden ist (sprich für den täglichen, kurzen Arbeitsweg (bei mir 6min mit Auto, 24min mit ÖV), und nur selten für Langstrecken benutzt wird.
 
@ForenTroll
Das mag für Innenstadt-Bewohner stimmen, die gar kein Auto haben. Sobald du aber für deinen täglichen Weg zur Arbeit so oder so motorisiert sein musst, sieht die Sache ganz anders aus. Ich könnte z.B. mit ÖPNV pendeln, dann wäre ich so 2-3h pro Richtung unterwegs. Oder ich fahr die 35km einfach mit dem Auto, gemütlich über Autobahn & Zubringer und brauch inklusive Parkplatzsuche und Vollidioten, die bei Grün nicht fahren, vielleicht 40 Minuten.

Das heißt für mich:
- Auto steht sowieso da
- Versicherung/Steuer muss sowieso bezahlt werden
- Eine Urlaubsfahrt mit der Bahn würde bei mir erst einmal mit einer 2h-ÖPNV-Odyssee zum Dresdner Hauptbahnhof beginnen. Nein danke!
- Nur die Wartung wird bei längeren Fahrten ein klein wenig intensiver, wobei es echt egal ist, ob ich in 2 Arbeitswochen 7-800km verbrenne, oder die 2 Wochen 1000km für Hin- und Rückfahrt und vielleicht nochmal 1-200km für Trips am Urlaubsort verplane. Gerechnet auf den Jahresverschleiß durchs Pendeln ist eine Urlaubsfahrt vollkommen zu vernachlässigen, außer man fährt irgendwo hin, wo noch Katzenköpfe als Fahrbahnbelag her halten und die Stoßdämpfer bei jedem Start ein Stoßgebet ablassen.

Tatsächlich sieht es bei fast allen Bundesbürgern so aus wie bei mir. Welche Familie hat denn GAR KEIN Auto? Das sind vielleicht ein paar Singles in hippen Innenstadt-Vierteln oder Studentenwohnheimen. Die einen wollen sich ob ihres Hipster-Lifestyle kein Auto kaufen, die anderen können es sich einfach nicht leisten.
Aber spätestens die kleine Familie mit Baby hat wenigstens einen PKW, meist dann sogar das Modell "Hochvernünftiger Windelbomber". Jetzt könnte man argumentieren, dass es ja auch Elektroautos gibt, und Stadt-Haushalte mit E-Auto keine Urlaubsfahrten machen... Nur GIBT es diese Haushalte nicht. Aktuelle Studien besagen, dass das E-Auto quasi ein reiner Zweitwagen ist, und das vornehmlich in den gehobenen finanziellen Lagen. Ausgenommen vielleicht noch Tesla S. Aber niemand fährt n iMiev oder sowas als Primärauto. Viel zu teuer, viel zu klein, viel zu unflexibel durch die nicht-vorhandene Reichweite. Toller Zweitwagen für Leute mit viel zu viel Geld.
 
Klar, wenn du ohnehin 7-800km pro Woche runterschrubbst, geht die Urblaubsfahrt im Rauschen unter. Wertverlust spielt dann auch keine Rolle, weil nach 3-4 Jahren ohnehin kein Wert mehr da ist.

Allerdings zählt dein Argument mit dem Anschaffungspreis der Bahncard in meinen Augen nicht, denn bei häufiger Nutzung sind auch das dann EDA-Kosten. Genau wie das Auto in deinem Fall ihnehin da ist.

Mir ging es darum, dass bei Autofahrten eben nicht nur der Spritverbrauch zählt.

Vermutlich läuft es wie so oft auf ein klares und entschiedenes "kommt-drauf-an" hinaus.

Mich wundert übrigens, dass wir hier noch nicht geschlossen wurden. Wenn man mal vorsichtig auf das Thread-Thema schielt, sieht man, dass wir ganz schön OT sind.
 
Ich denke es lässt sich festhalten, dass es sehr von Route, Wohnort und Lebensbedingung abhängt. Kommt noch dazu, dass du in Ostdeutschland wohnst, wo die Bahnverbindungen wirklich sehr bescheiden sind, da würde ich dann auch nicht mir der Bahn fahren. Ich z.B. habe mir eine Wohnung so gesucht, dass ich bequem mit dem Fahrrad zur Arbeit fahre. Da geht die Strecke dann nicht unter. Hätte überhaupt keine Lust jede Woche Stunden im Auto zu vergeuden.
Und die Bahncard kostet mich praktisch wirklich nichts. Durch die Bonuspunkte die man sammelt (alleine durch gewisse Aktionen zu Weihnachten) hab ich pro Jahr locker eine Freifahrt extra. Und wenn ich 6 mal pro Jahr in die Heimat fahre und es kostet normal 100€, dann spare ich mit der Bahncard schon 150 € und die ist locker wieder drinnen.
Vorteil beim Bahn fahren ist auch, dass ich während der Fahrt ein Buch lesen, arbeiten oder sonstwas machen kann, dass kann ich beim PKW nicht. Aber du hast natürlich recht, dass bei mehreren Personen das Auto meist die bessere Alternative ist.

@Foehammer:
Bei einer so kurzen Strecke von 6 min Auto fahren, käme ich im Leben auch nicht auf die Idee mit ÖPNV zu fahren. Ab aufs Fahrrad dann brauchst du vermutlich auch keine 15 min.
 
Zuletzt bearbeitet:
Daaron schrieb:
...
Tatsächlich sieht es bei fast allen Bundesbürgern so aus wie bei mir. Welche Familie hat denn GAR KEIN Auto? Das sind vielleicht ein paar Singles in hippen Innenstadt-Vierteln oder Studentenwohnheimen. Die einen wollen sich ob ihres Hipster-Lifestyle kein Auto kaufen, die anderen können es sich einfach nicht leisten. ...

Eingentlich wollte ich Dir nun ganz vehement widersprechen, da ich kürzlich erst einen Bericht gesehen habe in dem es sinngemäß hieß "Städter haben immer weniger Autos. Gründe seinen Parkplatznot, keine Notwendigkeit, Umweltgedanke etc".
Nur gut dass ich noch schnell mal eine Statistik dazu befragt habe und die bestätigt leider Deine Aussage. Es werden sogar entgegen des Berichts immer mehr Autos bei uns und selbst die Zahl der Zweitwagen steigt.

http://de.statista.com/statistik/daten/studie/172093/umfrage/anzahl-der-pkw-im-haushalt/
und
http://de.statista.com/statistik/da...anzahl-der-personenkraftwagen-in-deutschland/

Da dachte ich dann, na gut, alles will aufs Land, da braucht man dann auch mehr Autos. Aber auch hier ist wohl das Gegenteil der Fall. Was früher die "Landflucht" der jungen Familien war (ab ins Grüne), ist heute wieder die Stadtflucht in vielen Regionen. Zumeist berufsbedingt, aber im Ergebnis wieder entgegen der Meinung "Autos werden weniger (gebraucht)".
 
Aufs Land zieht kaum noch jemand, bestenfalls die älteren Semester, die ihre Schäflein im Trockenen haben. Jüngere Familien (auch Akademiker mit passendem Einkommen) folgen primär der Bandbreite, und die gibts außerhalb der Ballungszentren eben nicht.

Das einzige, was in der Stadt den Privat-PKW brauchbar ersetzen kann, ist Carsharing. Aber auch damit kannste den Wochenendausflug ins Grüne nicht machen, denn da wollen auch andere den Leihwagen => die Pools sind überbucht. Am Ende hast du also eine große Familienkiste (mindestens A4 - Klasse oder SUV).
 
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