Du machst mir Spaß,
SCSI und keinen Plan. Aber ich habe Mitleid mit der Kreatur und dem aussterbenden SCSI-Protokoll. Also sprach Zarathustra:
Um 160 Mb/sec übertragen zu können, benötigst du den Standard Ultra-3 SCSI. Jedes SCSI-Gerät (einschließlich des Hostadapters) muss mit einer eindeutigen ID-Nummer konfiguriert werden. Das heißt im Klartext, dass du jedem deiner Geräte per Jumper eine ID, also eine eindeutige Kennummer zuordnen mußt. Die ID's dürfen nicht mehrfach vergeben sein, da ansonsten das Bussystem nicht korrekt bis stark fehlerhaft bzw. gar nicht arbeitet. Dem Hostadapter, bzw. Controller, wird die ID=7 generell zugeordnet. Eventuell bestehen Einschränkungen seitens BIOS oder Betriebssystem bei der Vergabe der ID-Nummern. Jeder SCSI-Strang muss mit genau zwei Terminatoren abgeschlossen werden. Es gibt sowohl aktive als auch passive Terminatoren, wobei dem aktiven Typ der Vorzug gegeben werden sollte. Auf LVD-Bussen (= low voltage differential) ist er zwingend notwendig. Unsachgemäße Terminierung ist eines der häufigsten Probleme bei SCSI-Installationen.
Wenn du nicht weißt, wei die Jumper für die jeweilige ID zu setzen ist, schaue in der Dokumentation deines Gerätes nach oder im Netz im Service-Bereich der Festplattenherstellers.
Die Praxis: Hast du nur z.B. einen Hostadapter, 2 Festplatten, 1 CD-Laufwerk und 1 Brenner, so vergib der Bootplatte die ID=0, der zweiten Platte die ID=1, dem CD-Laufwerk die ID=2 und dem Brenner die ID=3.
An deinen Hostadapter kannst du bis zu 14 Geräte (jeweils 7 pro Anschluss) anschließen. Der Hostadapter hat zwingend die ID=7, die kann somit keinem anderen Gerät zugeordnet werden.
Den Hostadapter stellst du dir somit in der MITTE deiner Geräte vor. Links davon haben 7 Platz, rechts davon ebenfalls 7 Geräte.
Hast du weniger als 7 Geräte, schließe sie an nur einer "Seite", also einem Kabel an. Dabei müssen Terminatoren jeweil NUR an ENDE des jeweiligen Busstranges sitzen. Um gesichert die hohe Datenrate zu gewährleisten, ist ein "aktiver" Terminator von Nöten. Ist der Hostadapter selbst auf der einen Seite das letzte Gerät, braucht dieser KEINEN Terminator, da er sich selbst terminiert.
Also sieht eine normale Konstellation mit 4 Geräten so aus: An deinem Hostadapter hängt ein Kabel mit 5 Anschlüssen. Am letzten Anschluß sitzt der aktive Terminator. Die Geräte sitzen an beliebiger Stelle an den Anschlüssen dazwischen und dürfen NICHT terminiert sein. Ich sage das ausdrücklich, weil SCSI-Festplatten oft einen Terminator (passiv) per Jumper gesetzt haben.
So, und nun kannst du im Bios des Hostadapters jedem Gerät eine Datenübertragungsrate zuweisen - standardgemäß nimmst du die jeweils höchst mögliche, also 160 Mb/sec. Es kann aber durchaus sein, dass dein Brenner z.B. nur 40 Mb/sec unterstützt. Das sollte aber nichts ausmachen, da das SCSI-Protokoll abwärtskompatibel ist.
Sollte dein Hostadapter eine Einstellung für das Übertragungsprotokoll haben, dann prüfe, dass er auch mit Ultra-3 SCSI (und WIDE) läuft. SCSI-3 z.B. weist nur eine Datenübertragungsrate von 40 Mb/sec auf.
Hier ein Bild eines meiner Server mit 8 SCSI-Platten im Raid 5. Den aktiven Terminator kann man am oberen Ende des Bildes nur noch im Ansatz sehen, er ist fester Bestandteil des LVD-Kabels. So logisch wie die Platten angeordnet sind, werden auch die ID's den Platten zugeordnet. Die dem Controller (oder Hostadapter) am naheliegendsten erhält die 0, die zweite die 1 die dritte die 2 usw. Ich möchte ja nachher unter Windows im Controller-Programm nicht nur eine Anzahl von Festplatte sehen, sondern genau wissen, welche Platte sich hinter welcher ID physikalisch verbirgt.
Gruß und gute Besserung ;-)) Mr Jo