Zum Überschreiben einer kompletten Festplatte fehlt Windows zwar ein entsprechendes Bordmittel, Linux bringt jedoch mit dd ein passendes Werkzeug mit, das auch für Windows-Nutzer leicht zu bedienen ist. Die Installation von Linux ist hierfür nicht erforderlich, denn dd findet sich auch auf der komplett von CD laufenden Knoppix-Distribution, die auf der Heft-CD der c't 4/03 enthalten war.
Nach dem Booten der Knoppix-CD gibt man bei der ersten Nachfrage einfach `knoppix 2' ein, um nur die Kommandozeile zu starten. Der Befehl
dd if=/dev/zero of=/dev/hda bs=65536
überschreibt die ausgewählte Platte von Anfang bis Ende mit Nullen. Der Parameter `hda' ist gegebenenfalls anzupassen. So steht `hda' für die Master-Platte am ersten IDE-Kanal, `hdb' für den Slave am ersten Kanal, `hdc' für den Master und `hdd' für den Slave am zweiten IDE-Kanal. Bei SCSI-Laufwerken ist das `h' durch ein `s' zu ersetzen, die erste Platte heißt also `sda', die zweite `sdb' und so weiter. USB-Speichermedien behandelt Knoppix wie SCSI-Laufwerke. Wer ZIP-Medien in einem am Parallelport angeschlossenen Laufwerk überschreiben möchte, muss zuerst die Treiber dafür einbinden. Hierzu dient der Befehl insmod ppa. Anschließend erkennt Knoppix das Laufwerk ebenfalls als SCSI-Laufwerk. Das Diskettenlaufwerk erreicht man via `fd0'.
Je nach Größe und Geschwindigkeit der Festplatte dauert das Überschreiben eine ganze Weile. So würde es bei einer 80-GByte-Platte mit einer Dauertransferrate von 40 MByte/s mindestens 34 Minuten dauern, bei einer Platte mit 160 GByte und einer mittleren Transferrate von 27 MByte/s rund 100 Minuten.
Während des Überschreibens gibt sich dd schweigsam, die Vollzugsmeldung ist das erste Lebenszeichen nach dem Abschicken des Befehls. Mangels Sicherheitsabfrage sollte man denn auch genau darauf achten, was man tut. Wer unsicher ist, zieht vor dem Löschen bei ausgeschaltetem Rechner einfach alle Kabel aller anderen Platten ab.
Wer unbedingt möchte, kann mit dd auch einzelne Partitionen löschen. Hierzu ergänzt man den Parameter `hda' durch eine Zahl, die die Partition beschreibt. Windows-Anwender sollten hier aber genau aufpassen, denn die Zählweise ist für sie ungewohnt. Zuerst zählt Linux hier die vier möglichen primären oder erweiterten Partitionen hoch und dann erst die logischen Laufwerke. Während die erste primäre Partition auf der zweiten Platte also `hdb1' ist, heißt die erste logische `hdb5'. Wie jedoch oben erwähnt bleibt dabei das Risiko, dass sich noch Kopien der zu vernichtenden Dateien auf anderen Partitionen befinden.