Smarthome Energiezähler gesucht

HtOW

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Guten Abend zusammen,

Vorab: In meinem Einfamilienhaus Altbau aus den 70er Jahren steht demnächst eine private Sanierung der „Energiesysteme“ an.

Konkret ist geplant den fossilen Energiebedarf durch PV und einen Warmwasserkessel mit PV stark zu reduzieren und die alte Gasheizung durch einen neuen Brennwertkessel zu ersetzen. Pellets oder WP sind aufgrund des Platzes bzw. der Wohngegend nicht möglich.

Im Zuge dessen möchte ich das Haus etwas an die heutige Zeit anpassen und vor allem Sensoren für die verschiedenen elektrischen Ebenen, Temperaturfühler, Thermostate etc. einbauen. Um eine eigene Reglung erstellen zu können.

Online findet man einige interessante einfache Lösungen die jedoch jeweils für Apple Home, Bosch Home Systems usw. Ausgelegt sind und nur schwer auf ein eigenes System zu bringen sind.

Meine Idee ist die Haussteuerung auf dem Homeserver zu betreiben und alle Zugriffe und Steuerungen über einen Linux basierten Docker (o. Home assist) laufen zu lassen und wenn irgendwann gewünscht eine ansprechende und übersichtliche App Lösung selbst zu programmieren.

Das Ziel ist also die neue Gastherme, PV und Elektrik mit einem optisch modernen und alle Möglichkeiten bietenden System zu bedienen und zu speziell effizient regeln.


Der Punkt an dem ich im Moment scheitere ist die Zusammenstellung der verschiedenen Komponenten. Einige Produkte sind nur mit der jeweiligen App des Herstellers oder der bekannten Gesamtlösungen zu bedienen und, soweit ich es gefunden habe, nicht direkt als einfaches System welches die Daten über Wifi/Lan oder PLC an einen lokalen Server sendet.

Daher würde ich gerne fragen, ob ihr bereits Ideen oder Projekte hattet, die in eine ähnliche Richtung gingen und wenn ja, wie ihr die Infrastruktur gelöst habt.

Aktuell besteht das Netzwerk aus einer Fritzbox sowie einem AVM Reaperter 2400 im Mesh und einem Unify POE Switch mit 2 Accespoints.
Lan Kabel würde ich im Zuge des Umbaus neu verlegen (mindestens zum Wechselrichter/Akkuspeicher + Regelung des Brennwertkessels) sowie einen neuen Schaltschrank für die Elektrik + Hausanschluss von der auf die Bestehenden Unterverteiler verteilt wird. Für den neuen Schaltschrank tendiere ich zu einem Siemens System.


Wünschenswert wäre es auch noch das System einfach über z.B mobile Energiemesser für Schokustecker erweitern zu können, falls man mal spontan etwas tracken will.


Ich weiß nicht, ob ich ganz falsch denke oder eine Umwandlung über die jeweiligen Eigenlösung der Hersteller mit entsprechendem Export der Daten letztendlich funktionieren würde.

Als gelernter Elektriker hatte ich bislang die Thematik leider immer als nicht sinnvoll erachtet und daher gekonnt ignoriert :D

Vielen Dank vorab und ein schönes Wochenende.
 
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Hm, mit Victron kann man bezüglich PV, Heizung und Energie (ESS) einiges umsetzen, insbesondere weil die dafür das passende OS (VenusOS) für den Raspberry frei herausgeben und alle Schnittstellen, um da einzugreifen und eigene Regelungen umzusetzen.
Jetzt weiß ich halt nicht, was dir da genau vorschwebt.

Ich hab zb zwei Projekte mit Victron ESS (Multiplus 2 als WR), Einen in einer Insel, die anderen drei als Dreiphasen Hausversorgung, die bei einem Blckout das Haus vom Grid trennt und weiter versorgt.
Beide Installationen speisen nicht ein, bei der Insel wird der PV-Überschuss teilweise über einen Heizstab im Warmwasserspeicher umgesetzt, damit der Pelletsofen nicht anspringen muss.
Das alles Zentral gesteuert über einen Raspberry Pi mit VenusOS, da sieht man auch den Hauptenergiefluss im Haus. Einzelne Steckdosen oder Lichtkreise kann man über Shellys ebenfalls integrieren, schalten und überwachen.
 
Danke für den Tipp mit Victron! Und Shelly

Langfristig habe ich das Ziel, das Haus energetisch zu optimieren, in erster Linie durch eine intelligente Steuerung eines Batteriespeichers, der Therme.
Hierfür wären die Sensoren relevant.

Sowie durch ein Notstromaggregat (falls der Batteriespeicher nicht schwarzstartfähig ist) bei Stromausfall das Haus im Inselbetrieb zu betreiben.

Neben der Optimierung plane ich eigentlich nur eine allgemeine Datenauswertung, auch wenn diese rückblickend nur zeigt, wie sich der Verbrauch mit dem Zuwachs entwickelt :D

Ich würde das System für den Fall eines Verkaufes/Umzuges (und aus Spaß nach Perfektion) gerne sehr professionell Verbauen und Auf Bastenlösungen verzichten. Hatte die Hoffnung es gibt z.B. Strom-Schutzschalter die Daten direkt tracken können oder Raumsensoren mit POE.

Gerade zu letzterem konnte ich kaum was finden. Aber die Shelly Produkte sind ein guter Start. Gibt es dazu Systeme die über Ethernet/Wlan die Daten einzelner Shellys exportieren können?
 
HtOW schrieb:
Sowie durch ein Notstromaggregat (falls der Batteriespeicher nicht schwarzstartfähig ist) bei Stromausfall das Haus im Inselbetrieb zu betreiben.
Gerade hier wäre ein System mit Victron Multiplus nicht verkehrt. Die sind Schwarzstartfähig, sogar mit regulären Netzsynchronen PV-Wechselrichtern am Ausgang. Je nach Konfiguration sind sie sogar für den USV-Betrieb geeignet. Sobald das Netz zusammenbricht, trennen die den Bereich den sie versorgen vom Netz und es geht Unterbrechungsfrei weiter, bis die Energie ausgeht. Wenn die WR hinter dem Zähler sitzen, ist es das gesamte Haus. Der Trennschalter vom 5000VA MP2 kann 50A. Und bei der Batterielösung hat man bei Victron ebenfalls freie Auswahl.
https://greenakku.de/Wechselrichter...geraete/MultiPlus-II-48-5000-70-50::1946.html
https://www.victronenergy.com/media/pg/Energy_Storage_System/de/ess-quick-installation-guide.html
Das ist auch keine Bastellösung, die Dinger laufen weltweit, selbst in der Industrie.
HtOW schrieb:
Gibt es dazu Systeme die über Ethernet/Wlan die Daten einzelner Shellys exportieren können?
Jede Menge, die Shellys kann man fast überall über MQTT integrieren. Unter anderem eben über das System von Victron. Da taucht das ganze dann auch im Datensatz auf, die Ergebung und Auswertung (Lokal, Cloud, Handyapp) ist ja Teil des ESS-Systems. Aber halt alles kein zwang sondern Optional.
 
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also "from scratch" selber programmieren halte ich für "kompletten Wahnsinn"!
es gibt inzwischen verschiedene, sehr gute Lösungen und da arbeiten "Millionen" intensiv daran.

ich bin inzwischen bei Home Assistant hängen geblieben, aber das ist reine Geschmacks/Gewöhnungssache, OpenHAB, ioBroker, FHEM & Co. gehen genauso.
bei HA kannst du ganz leicht Node-RED, Influx, Grafana&Co. einbinden und hast "alle Möglichkeiten der Welt".
für die gängigen (und selbst selteneren) Geräte gibt es Integrationen, ansonsten direkt über MQTT.
für die elektrische "Haupt-Messung" werkelt hier ein Shelly Pro3EM, dazu diverse "Untermessungen" mit unterschiedlichsten Messungen-Steckdosen (meist kalibrierte, mit Tasmota geflashte Teile, aber auch Meross und Tuya basiert).
da hat man eine ansprechende Basis "sehr schnell" fertig, das meiste wird automatisch erkannt.
 
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Bei mir laufen der Gaszähler (Esp32 Magnetzähler) der Stromzähler (Tibber Pulse), die PV Anlage inkl. Wallbox (Modbus) und der Wasserzähler (ESP32 Camera) in Home Assistant zusammen.
Screenshot 2024-02-07 at 18-31-12 Energie – Home Assistant.png


Aber so richtig Smart wird das Ganze dadurch alleine nicht :-)
Ich nutze billige Tuya-Plugs in den Steckdosen um den Verbrauch zu zählen. Aber das kann man bestimmt noch geschickter machen, besonders beim Herd.
 
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Sorry, dass ich vorher auf den off-topic Post eingestiegen bin. Eigentlich hab ich hier reingesehen, weil ich mich gerade auch Versuche etwas in die Richtung zu informieren.

Was ich beisteuern kann: Die Zwischenstecker von AVM lassen sich auch problemlos programmatisch übers Netzwerk auslesen und steuern (Einbindung in Home Assistant geht mit 2-3 Klicks) - sofern sie halt mit der Fritzbox gekoppelt sind.
Will sagen, wenn das ganze eh über nenn eigenen Server laufen soll, dann müssen die Schukozwischenstecker nicht zwangsweise aus dem gleichen Ökosystem kommen wie das Equipment im Schaltschrank. Da bist du also Recht flexibel.
 
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