Smartwatch mit Dauerhafte SpO2-Messung

Wormwood

Lt. Junior Grade
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Hallo, ich suche für meinem Vater eine Smartwatch die regelmäßig seinen Blutsauerstoff misst.

Er hat eine starke COPD und ist aktuell im Krankenhaus, da er es geschafft hat einen Wert von 65% zuerreichen.

Damit wir viel Schneller Reagieren, war meine Idee eine Smartwatch die regelmäßig selbstständig misst und im Notfall auch Alarm schlägt. Das ist vermutlich die wichtigste Funktion.

Seine Aktuelle Smartwatch kann das leider nicht.

Kennt da jemand ein Modell? Als Smartphone hat er ein Androidgerät.
 
So einfach geht es leider nicht, da er dazu jedes Mal ruhig bleiben muss. Wenn er nicht ruhig ist, funktioniert auch die Messung nicht zuverlässig.
 
Schau dir zu dem Thema mal z. B. diese Studien an:
Weinrauch (2023) und Jiang et. al. (2023)

tl;dr: Für "Hobbygebrauch von nutzlos über so lala bis ganz okay". Aber bei Situationen bzw. Pathologien, die ganz offenkundig bereits ins Krankenhaus geführt haben, ist man von Hobbygebrauch sehr weit entfernt, die Investition in einen als medizinisches Gerät zugelassenen (und vor allem geprüften) Sensor wäre mir Vatterns Gesundheit doch wert.

Wenn es am Preis scheitern würde schau mal auf Ebay Kleinanzeigen, und recherchiere die genauen Modelle und ihre Fähigkeiten. Aus... Gründen gibt es relativ viele davon, die nicht mehr benötigt werden. Wenn so ein Sensor nicht verdreckt oder beschädigt ist, ist da eigentlich nicht viel dran, das kaputt gehen könnte. Nur halt gut reinigen/desinfizieren (Gebrauchsanweisung mit Hinweisen auf mögliche/schädliche Reiniger/Desinfektionsmittel und Verfahren beachten!).

Ja, auch eine Smartwatch dürfte einen so tief absinkenden SpO2 erkennen (jedenfalls wird sie eine klare Normabweichung feststellen). Aber das Problem ist nicht nur die Genauigkeit, sondern auch, dass viele Smartwatches einfach nicht immer zuverlässig messen. Wenn nur 89% der Datenpunkte überhaupt vorliegen fehlt vielleicht nur jeder 10. Messwert und es ist nicht so tragisch, vielleicht fehlen aber auch einmal am Tag 2.5 Stunden am Stück und das wäre doof. Du weißt es einfach nicht.

Anekdotisch sind die Messwerte meiner Fenix 6 Pro relativ nutzlos, und ich trage die mit dem Nylonarmband schon so eng, dass das dauerhaft sicherlich nicht ideal wäre (mache ich auch nicht). Lockerers Tragen erhöht die Wahrscheinlichkeit von Messfehlern. Das Stillhalten kommt noch dazu - der ganze Arm und Körper muss ruhig sein, nicht nur die Uhr ruhig (fest) am Arm. Das ist tagsüber kaum dauerhaft gegeben.
 
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Ich kenne es auch so (Garmin), das man für die Messung still halten muss.
Man kann es zwar den ganzen Tag erfassen lassen, es wird aber nur in Ruhe gemessen und vor allem keine Warnung ausgeben.

Die Messung ist auch nicht sonderlich genau (keine medizinische Präzision). Wenn es wirklich darauf ankommt dürfte das nicht ausreichend sein. Für das Erkennen von Abfällen auf 65 % reicht es vermutlich, aber halt nur in Ruhe. Wenn das passiert während er die Arme bewegt, erkennt die Uhr das nicht.
Daher gibt es vermutlich auch keine Warnung.

Ich denke da muss ein medizinisches Gerät genutzt werden, wenn Warnungen benötigt werden.
 
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Auch wenn das deinem Wunsch nach Gerätempfehlung nicht entspricht:

Nach meiner klinischen Erfahrung ist eine dauerhafte Kontrolle nicht notwendig. COPD-Patienten merken oftmals schneller am allgemeinen Zustand, dass es ihnen schlechter geht, als an irgendwelchen Messwerten.
Sobald man dann merkt, dass es einem schlechter geht, kann dann mit einem einfachen Fingerclip-Pulsoxymeter kontrolliert werden. Die sind genau genug, kosten nur 20-30€ und liefern schnell einen Wert.
Bei erhöhtem Sicherheitsbedarf, kann man damit ja auch regelmäßig (täglich) messen.
Ich kenne viele Patienten die das so handhaben und damit sehr zufrieden sind.
 
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Mosed schrieb:
Ich denke da muss ein medizinisches Gerät genutzt werden, wenn Warnungen benötigt werden.
Das ist halt der springende Punkt. Smartwatches sind Fitness- und keine Medizingeräte. Sie zielen darauf ab, beim Training bestimmte Werte zu erfassen um Anhaltspunkte für die Steuerung des eigenen Trainings zu liefern. Als kleiner netter Nebeneffekt können diese Sensoren auch Tendenzen in Bezug auf die Gesundheit erkennen und eben eine medizinische Betrachtung durch einen Arzt "vorschlagen".
Das wird überall auch immer wieder betont. Das sind keine medizinischen Werte.
 
kachiri schrieb:
ne medizinischen Werte.

Richtig, alles nur "Schätzeisen" und am Ende des Tages Kernschrott. Die Puls Messung ist noch ganz brauchbar mittlerweile und vllt noch das EKG. Aber wenn es wie beim TE um den Vater geht sollte man schon auf eine ordentliche Lösung gehen

Sonst gibt es nur eine falsche Sicherheit.
 
Vog3lm4nn schrieb:
Nach meiner klinischen Erfahrung ist eine dauerhafte Kontrolle nicht notwendig
Und das dauerhafte Monitoring kann auch bedenkliche, weil schwer interpretierbare Ergebnisse bringen. Als ich meine Smartwatch regelmäßig nachts getragen habe, zeigte die mir morgens alle paar Wochen einen langsamen spO2-Abfall von "normal" auf c.a. 80% und langsam wieder hoch (irgendwie "V-förmig"), über so 30-120 Minuten. Zienlich sketchy, eigentlich!

Naja ich hab mich nicht schlecht gefühlt und meine Frau war aufgewacht und hat auch nichts ungewöhnliches an meinem Schlaf festgestellt (kein aussetzender Atem, krasses Schnarchen oder sowas). Des Rätsels Lösung war, dass ich manchmal auf meinem Arm schlafe und der kein Blut bekommt. Das ist auch nicht toll (erst recht nicht auf Dauer oder wiederholt), aber halt kein Vergleich zu "Vattern kann gar nicht mehr atmen". Meine suboptimale Armhaltung kann ich durch bewusste Wahl meiner Einschlaf-Körperposition größtenteils vermeiden. Der Rest ist halt Pech und allgemeines Lebensrisiko, irgendwo muss ich meine Micromorts ja herbekommen...
 
Meine Garminuhr vs Pulsoxymeter für den Finger: Garmin misst Mist.
Es geht nichts über ein Durchleuchten des Finger mit Pulsoxymetern. Das oberflächliche Leuchten von Garmin ist eher eine Schätzung als Messung.
Weicht immer minus 4-8 Prozentpunkte vom Pulsoxy ab. Okay wenn man das weiß, dann kann man den Korrekturfaktor im Kopf behalten und die Messung mit der Uhr als Schätzwert nehmen. Mehr aber auch nicht.
 
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Tr8or schrieb:
Weicht immer minus 4-8 Prozentpunkte vom Pulsoxy ab. Okay wenn man das weiß, dann kann man den Korrekturfaktor im Kopf behalten
Und bei OPs Einsatzzweck nicht mal das. Wenn die Garmin meist 4-8% daneben liegt und dir beim Sport 93% sagt, kannst du dir vernünftig sicher sein, dass du vermutlich "nah genug" an 95%-100% liegst. Wenn die Garmin OPs Vattern 83% sagt und OP das als Alarm bekommt, weiß er nicht mehr, ob der tatsächliche Wert eher 75% oder 90% ist. Vattern könnte ihm wahrscheinlich sagen, ob er sich okay oder total am Ende fühlt, aber dann bräuchte er ja den Sensor gar nicht erst.
 
Looniversity schrieb:
Und das dauerhafte Monitoring kann auch bedenkliche, weil schwer interpretierbare Ergebnisse bringen.
Deswegen soll man die Ergebnisse auch nicht selber interpretieren, sondern im Zweifel einen Arzt konsultieren. Oder halt, wie du es gemacht hast, mal den Partner fragen, ob was auffällt.
Wie gesagt. Smartwatches sind maximal Fitnessgeräte. Mit gezielten Messungen bekommt man sicher ganz solide Werte, auf die man aufbauen kann. Aber es sind eben keine medizinischen Geräte. Wobei das Erkennen von Tendenzen durchaus schon hilfreich sein kann. Und wenn es nur der Umstand ist, dass man selbst schon im Gefühl hat, dass man nicht zu 100% fit ist und durch die Uhr einfach nur den Schubser bekommt, zum Arzt zu gehen.

Keinesfalls sollte man diese Geräte aber als medizinische Geräte in Betracht ziehen.
 
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