News Sozialplan für Bochumer Nokia-Werk festgelegt

DeFEW schrieb:
... 5. Eine Abfindung von 80.000 hört sich im ersten Moment vielleicht nach viel an ....

Müssen Abfindungen nicht sogar versteuert werden? Dann bleibt von 80.000 nicht viel übrig.

:utrocket:
 
Möglicherweise muss man durch die ab dem 1. Januar 2009 geltende Abgeltungssteuer 25% des Kapitalertrages auch die Abfindungssumme versteuern. Wobei warscheinlicher ist, dass man den Zinsertrag des Kapitals zu dem Satz versteuern werden muss.

Bsp.
80.000*1,05=84000 -> Kapitalertrag 4.000 € -> fällige Steuer 1000 €
 
finde die ganze aufregung um nokia übertrieben
jede firma trifft wirtschaftliche entscheidungen die dann je nach dem wie es gerade aussiht ausfallen
baj nokia wars nicht mehr tragbar also weg damit so eifach ist das es gibt ja auch aktionere
die auch was erwarten und wird auch jeder von uns machen ,wenn ich 20000 eur inwestiere will ich was davon haben und erwarte das die firma das auch schaft sonnst werden die aktien verkauft so einfach ist das
klar wenn ich baj nokia im bochum beschäftigt währe würde ich das anders sehen
bin ich aber nicht darum sehe ich das anders

ps: bin in so einer situation schon mal gewesen ,Siemens-matsuschita in heidenheim
ganz normal vorsich hin gearbeitet und dann auf einmal bej der nexten versammlung es geht nicht mehr wir wekseln denn standort ,wie hab ich mich dann gefüllt nicht so doll aber egal abfindung kassiert und weiter gehts arbeit suchen
habs auch gefunden und das leben geht weiter

mfg spucki
 
@DeFEW

Bei den ersten Punkten gehen wir dacor, deshalb jetzt die Erklärung zu den anderen.

ad 6.) Rechne ich mit dem deutschen Durchschnittsverdienst von EUR 1500.- brutto (ich nehme jetzt nicht an, daß die einfachen Arbeiter in Bochum überdurchschnittlich gut bezahlt waren), so kommen wir mit 13 Monatsgehältern auf 19.500, plus Lohnnebenkosten (bei dem Einkommen ca. 40%) also auf 27.300.- / Jahr.
In Cluj bekommen die Arbeiter derzeit 350 netto, also rund 500 brutto (25% Tax) - macht im Jahr bei den ebenfalls 13 Gehältern 6.500, plus Lohnnebenkosten (ca. 30% in Rum) also rund 8.400.- / Jahr. Allerdings gibts in Cluj keine Arbeitskräfte mehr (weshalb Nokia auch mit 300 statt 2300 Leuten starten mußte). Also müssen Wohnungen gebaut und zur Verfügung gestellt werden, was pro Jahr nochmal rund 3000.- pro Arbeiter kostet (zumindest für die ersten 2-3 Jahre). Somit sind wir auf knapp 12.000.- Kosten, die Ersparnis liegt also bei rund 56%.
Dies setzt allerdings die GLEICHE EFFIZIENZ voraus, was bei einem neuen Werk unmöglich ist. Die von mir genannten 50% sind also sehr, sehr nett für Nokia geschätzt.


ad 7.)
Glaubs. Ich hab die letzten 3 Projekte bereits in Ostdeutschland machen lassen (Spritzguß, Montage, Verpackung), weil die Angebote rund 10% unter Tschechien und bei 20% unter Ungarn lagen. Dabei gehts um Geräte, die für typ. 19,90.- im Supermarkt verkauft werden, also nix mit Hochtechnologie.
Kleine Anmerkung am Rande: China (Region Xiamen) lag rund 4% unter Ostdeutschland - Transport noch nicht eingerechnet.
D ist bereits ein Billiglohnland, daran werden die Lohnabschlüsse nix ändern. Selbst bei Erhöhungen von rund 3,5% ist gerade die Inflation gedeckt - praktisch alle umliegenden Länder machen Abschlüsse in der Gegend von 5% und mehr.

Wo geht das Geld hin? Einfach, es geht in die Unternehmensgewinne. Diese wachsen in D (und leider nicht nur dort) seit nun 4 Jahren mit rund 20% p.a. Das Geld geht natürlich nicht in den Konsum, sondern in den Finanzmarkt - und dort wird es vorzugsweise in Unternehmen gepumpt, die Arbeiter entlassen und die Produktion nach Fernost verlagern.
 
Viele Baufirmen in z.B. Estland arbeiten mittlerweile mit deutschen Firmen zusammen, weil sie günstiger als die dort ansässigen sind und sogar noch eine bessere Arbeit abliefern. Wir sind in vielen Bereichen schon längst Billiglohnland!

Leider beschäftigt sich die Politik zum größten Teil mit der Industrie, dass aber der Mittelstand 3/4 der Arbeitsplätze in Deutschland stellt, wird gerne unter den Teppich gekehrt, da sich eine Schließung des Nokiawerkes natürlich politisch viel besser verkaufen lässt, als die Schließung eines Büros mit 4 Angestellten.

Ein sehr weitreichendes Thema, aber im Stillen hoffe ich, dass der Bund die Subventionen nicht zurückbekommt. Vielleicht wird das Thema im Bundestag dann mal von einer anderen betrachtet.

Im übrigen habe ich vor 10 Jahren auch ein "Erstselbständigendarlehen" vom Bund in Anspruch genommen. Sollte ich die Filiale schließen, müsste ich den vollen Betrag zurückbezahlen oder es werden die Sicherheiten (100% der Darlehensumme) in Anspruch genommen. Ein gutes Beispiel, dass in der Politik immer mit zweierlei Maß gemessen wird.
 
Soll das ein Witz sein? 185Mio klingt zwar im ersten moment recht viel, aber was macht man wenn nach 2-3 Jahren die Abfindung aufgebraucht ist (vor allem Leute über 40)?

Na du bist mir aber ein lustiger. Nach 2-3Jahren aufgebraucht ist.. sorry aber die müssten genau garnichts bezahlen... und wenn man nach 2-3 Jahren(!) keinen Job findet, ist man selber schuld.
 
@KBUZ (...) und wenn man nach 2-3 Jahren(!) keinen Job findet, ist man selber schuld.(...)

Na holla, dass ist ja mal wieder die richtige Sichtweise ! Ich habe solch eine von Dummheit und Schwachsinn geplagte Äußerung schätzungsweise erstmalig wieder seit etwa 1,5 Jahren vernehmen müssen.

Ich empfehle Dir einmal ein "Zwangsjahr" in der Agentur für Arbeit, beim IAB oder in einer der vielen Argen bzw. einem zukünftigen kooperativen Jobcenter. Vielleicht hilft es Dir Deinen Horizont in Bezug auf Erwerbslosigkeit und Realitäten auf dem Arbeitsmarkt zu verändern
 
DeFEW schrieb:
Möglicherweise muss man durch die ab dem 1. Januar 2009 geltende Abgeltungssteuer 25% des Kapitalertrages auch die Abfindungssumme versteuern. Wobei warscheinlicher ist, dass man den Zinsertrag des Kapitals zu dem Satz versteuern werden muss.

Es handelt sich bei der Abfindung nicht um Kapitalerträge, sondern um Einkünfte aus nicht selbstständiger Arbeit. Eine Versteuerung erfolgt mit der 1/5tel Regelung mit der Lohnsteuer. Sozialabgaben sind nicht zu entrichten.

1/5 bedeutet, das der Betrag der Abfindung durch 5 geteilt wird und dann geguckt wird, wieviel steuer dieser Betrag mehr auslöst. Das Ergebnis wird dann mal 5 genommen.

Beispiel bei 80.000 Abfindung: Du findest einen neuen Job mit 50.000 Euro Brutto:
Steuern bei 50.000 -> 10.000
Steuern bei 66.000 -> 16.500
Differenz 6.500 x 5 = 32.500 Steuern auf 80.000 Abfindung.


Beispiel bei 80.000 Abfindung: Du findest keine Arbeit und fällst auf Harz4 zurück:
Steuern bei 0.000 -> 0.000
Steuern bei 16.000 -> 1.500
Differenz 1.500 x 5 = 7.500 Steuern auf 80.000 Abfindung.
 
@Rheinländer
Also das würde ja bedeuten, dass man bei euch in Deutschland so Durchschnittlich 5Jahre auf einen neuen Job wartet oder wie? Na gut, vielleicht ist man nicht selber Schuld, aber ich denke in 2-3Jahren einen Job zu finden sollte mit einem guten Willen sicherlich möglich sein..
 
Ich finde es einfach nur lustig wie hier mache rumrechnen was besser wäre etc.

Fakt ist das Werk wird dicht gemacht, viele müssen sich neu Arbeit suchen und haben angemessenes Sartgehalt und Nokia wird sich dabei schon was denken wenn die so einen Schritt wagen und haben da auch Leute die das bestimmt besser planen als ihr.

Ihr geht euch mit euren rechnungen bloß selber auf den Senkel aber ändern kann keiner was.

Bei mir hat Nokia kein - Punkt, was sein muss, das muss eben sein.
 
@ roi
roi schrieb:
...
und wie kommst du drauf das jemand der die hauptschule nach der 9ten klasse beendet hat genausoviel wert wäre wie jemand der sich sein lebenlang weiterbildet und z.B. Dr. ist ?

Bevor Du irgendwo zur Schule gehen oder gar studieren gehen kannst, mußt Du einer Gesellschaft - oder richtiger - einer Gemeinschaft angehören, die Dir die erforderliche "Infrastruktur" für ein derartiges Ansinnen zur Verfügung stellt. Und wenn Du auf Deinem Weg zum Doktortitel nicht verhungern, erfrieren oder sonstwas willst, bist Du auf eine Menge Menschen aus dieser Gemeinschaft angewiesen. Es sind nicht nur 9.Klasse Hauptschüler die Dir beispielsweise Dein Brot backen, sondern zahllose Andere, die nie eine Universität sehen werden, sich aber trotzdem Tag für Tag "krummlegen" damit diese Gemeinschaft funktionieren und überleben kann.
Und wenn Du jetzt noch plausibel erklären könntest, wie Du darauf kommst das beispielsweise ein studierter Theaterwissenschaftler mit Doktortitel, wie Du schreibst, "mehr Wert sein soll" als ein Maurer, Schreiner, Metzger ... nur weil diese Menschen vielleicht nicht über mehr als einen Hauptschulabschluß verfügen, würden sie sicher auf der Stelle ihr Leben ändern - und studieren gehen. ;)
Bevor Du jetzt anfängst darüber nachzudenken, noch eine Frage: Was glaubst Du, war zuerst auf der Welt, der Mensch oder die Schule ?
:n8:
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
@Jana

Also er hat schon recht. Ein Spezialist auf seinem Gebiet (ich spreche jetzt vor allem von Naturwissenschaftlern, und nicht von Theaterwissenschaftlern^^), ist für die heutige Gesellschaft eben deshalb "mehr wert", weil nur er und ein paar wenige Andere diese Funktion übernehmen können. Fehlt er, kann er nicht einfach ersetzt werden. Ausserdem hat die Gesellschaft ja - durch die Öffentliche Bildung - auch in diese Leute investiert.. und nur schon von dort her sind sie "mehr Wert". Dieses "mehr Wert" bezieht sich aber nicht auf das "Menschliche", sondern auf das Investierte. Und klar ist man auf andere Menschen angewiesen, aber trotzdem kann man in diesem Sinne einige Menschen als "mehrwertig" bezeichnen..
 
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