sozialversicherungspflichtige Arbeitsaufnahme und Hartz 4

Marcel_sun

Cadet 3rd Year
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Juli 2009
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53
Hallo Gemeinde,

ich habe im Mai 2010 mein Studium zum Wirtschaftsingenieur beendet. Nach mehr als 1 Jahr Hartz 4 (in dieser Zeit 6 Monate Praktikum und 3 Monate SAP-Kurs) und 300 Bewerbungen später, habe ich endlich eine Zusage erhalten. :)

Nun folgendes Problem:
Ab August beginnt meine Anstellung. Da diese etwa 300km entfernt liegt, muss ich umziehen. Folglich benötige ich Geld für die Kaution. Zudem läuft meine alte Wohnung noch 3 Monate, da ich die Kündigungsfrist einhalten muss. Folglich habe ich für den Monat August 2 Mieten und eine Kaution zu zahlen sowie diverse andere Kosten.
Da ich im August sicherlich nicht mehr in die Hartz 4 Abteilung falle, werde ich gewiss für diesen Monat keine Leistungen beziehen können. Nun frage ich mich allerdings, wie ich diese Summen aufbringen soll? Ich habe am Montag einen Beratungstermin im Jobcenter.....mal schauen was dabei rum kommt.

Wer von Euch hatte ähnliche Erfahrungen und kann mir eine diese im Vorfeld kurz schildern bzw. die Sache richtig stellen?
Ist die Seite kautionsfrei.de seriös?
Danke
 
Bei mir hat das Arbeitsamt den berufsbedingten Umzug bezahlt, sogar im Voraus (Umzugsunternehmen). Und ich glaube für eine kurzzeitige doppelte Haushaltsführung kommt das Amt in einem solchen Fall ebenfalls auf. Bei der Kaution gibt es aber meines Wissens keine Unterstützung. Die meisten Vermieter wollen die aber eh in drei Monatsraten haben und dann geht das eigentlich.

BTW:
Wieso hast du denn als Wirtschaftsingenieur so lange gebraucht einen Job zu finden? Die werden doch ohne Ende gesucht?
 
Zuletzt bearbeitet:
Du hast sogar das Recht eine Mietkaution in 3 Raten zu zahlen. Die erste ist mit Beginn des Mietverhältnis und dann jeden Folgemonat fällig. Maximal darf die Kauktion 3 Kaltmonatsmieten betragen.
Maklerprovision mußt du hoffentlich nicht zahlen.
 
@|MELVIN|
leider hatte ich als Fachrichtung Bauwesen gewählt, was sich letztendlich als großer Fehler herausgestellt hat. Die Fachrichtung Maschinenbau oder Elektrotechnik wäre die bessere Wahl gewesen.

Dies kam beim Gespräch heraus:
- Kosten für getrennte Haushaltsführung werden teilweise getragen. Soll heißen, dass die Miete der alten Wohnung noch einen Monat bezahlt wird.
- Umzug wird komplett gezahlt (2 bis 3 Vergleichsangebote einholen)
- Übergangsgeld gibt es nicht mehr (genaue Aussage konnte leider nicht erteilt werden)

Nun bin ich leider immer noch nicht schlauer wie die Kaution, neue Miete und die laufenden Kosten gedeckt werden sollen. Ich werde mich jetzt mit der Leistungsabteilung in Verbindung setzen.

Falls es News gibt, werde ich diese kundgeben. Evtl. sind diese Infos auch für andere hilfreich.

Grüße
 
Tja wie wäre es denn mal mit dem was jeder, der nicht an Taschen von Vater Staat hängt machen würde?

Entweder 3 Monate sehr günstig bei einem Kumpel, Familie, billige Pension oder möbliertes Zimmer wohnen.
In der Zeit zahlst du nur einmal voll Miete und sparst auf die Kaution.

Oder bei Verwandten, Bekannten oder der Bank unter Vorlage des Arbeitsvertrages Geld leihen und in Raten zurück zahlen?

Aber wahrscheinlich altertümliche Gedanken.
 
@Marvin_X
schon mal darüber nachgedacht, dass man als Hartz 4-Empfänger maximal 100€ dazu verdienen darf? (und jeder der nicht zu faul ist dies sehr gern wahrnimmt) Zudem richtig gelesen? Der Job liegt 300km entfernt! Ist nicht so, dass meine Verwandtschaft im ganzen Bundesgebiet verteilt ist! Dies wäre sicher die einfachste Lösung gewesen....
Geld würde ich mir schon aus Prinzip nie von Verwandten und Bekannten leihen! Die sinnvollste Variante stellt ein Darlehen vom Amt dar, welches in Raten zurückgezahlt werden kann. Mal sehen ob es genehmigt wird....
Die Variante Kredit wäre sicherlich eine Notlösung….
 
Bekommste denn noch was von der Mietkaution der alten Wohnung vom Vermieter ausbezahlt nachdem das Mietverhältnis endet? Manchmal kannst du mit dem neuen Vermieter auch über die Kautionshöhe etwas verhandeln. (Kautionshöhe ist ja normalerweise ungefähr Anzahl Zimmer der Wohnung x monatliche Kaltmiete oder???)

Kann evtl. auch sein, dass das Soz.Amt / Jobcenter dir nach Feststellung der Hilfebedürftigkeit auch erstmal noch Leistungen u. Darlehen für die Kaution gewährt (neue Unterkunft angemessen und Zusicherung für den Umzug eingeholt beim bisherigen Leistungsträger?)
 
Zuletzt bearbeitet:
Die alte Mietkaution ist vollständig und verzinst auszuhändigen.
Leider kann der alte Vermieter diese bis zu 6 Monate noch einbehalten.
Zudem kommt ja noch eine Nebenkostenabrechnung, vielleicht kommt da noch was raus.
 
Marcel, wer redet davon, dass du als Hatzer Geld sparen sollst?

Du fängst demnächst eine Stelle an und hast dann ein geregeltes Einkommen.

Der Umzug wird gezahlt. Ein Monat Miete der alten Wohnung auch. Ein möbliertes Zimmer kostet in Hamburg 70 Euro die Woche, eventuell auch billiger zu kriegen. Keine Ahnung wo es dich hin verschlägt.

Also musst du 2 Monate lang von deinem regelmäßigen Einkommen 280 Euro extra zur alten Miete zahlen, hast aber einen Monat nur 280 Euro Mietkosten. Ist das so schwer? Nein das Amt muss helfen. Man muss ja 2 Wohnung gleichzeitig haben.

Oder mal mit dem Vermieter geredet, dass man eventuell früher raus kommt, wenn man einen Nachmieter stellt? Hat bei mir mal geklappt und und und.
 
@Marvin_X
Hamburg ist diesbezüglich nichtmal ansatzweise repräsentativ. In kleineren Städten ist das mit einem möblierten, kostengünstigen Zimmer nicht so leicht um nicht zu sagen unmöglich. Ich stand direkt nach dem Studium vor ähnlichen Problemen wie der Threadstarter, weil ich ewig gebraucht habe um am Ort meines neuen Arbeitsplatzes (50.000 Einwohner, Baden Württemberg, 600 km vom alten Heimtort entfernt, keine Freunde oder Verwandte im Umkreis von 500 km) eine Wohnung zu finden. Ganze zwei (!) standen schließlich zur Auswahl, beide überteuert und bei beiden zig Bewerber, zum Glück habe ich die eine bekommen. Ohne meine Ersparnisse hätte ich auch nicht gewusst, wie ich in dieser Zeit über die Runden gekommen wäre. Es fallen einfach sehr viele Ausgaben an, die das Amt nicht übernimmt (alleine 750 € für drei Bahnfahrten zwecks Wohnungsbesichtigung, "Vorstellungsgespräch" beim Vermieter und Unterschreiben des Mietvertrags, dazu noch die neue Mietkaution, 500 € Maklerprovision und vieles anderes). Oft kommt noch erschwerend hinzu (war jedenfalls bei mir so), dass die erste Miete und ein Drittel der Kaution am ersten des Monats fällig ist, der erste Lohn aber erst am Ende des Monats ausgezahlt wird. Alles in allem hatte ich in der Umzugsphase ca. 2300 € außerplanmäßige Kosten, die das Amt nicht übernommen hat und die vor dem ersten Lohn angefallen sind. Und mit der Einrichtung meiner neuen Wohnung hatte ich da noch nicht mal angefangen.....
 
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Naja, es wird auch in kleiner Städten billige Pensionen geben, mit denen man bei längerer Nutzung einen Sonderpreis herausschlagen kann. Und ja das Leben ist kein Zuckerschlecken, dann muss man halt zur Bank laufen und sich dort Geld leihen, Gibt doch genug die Sofortkredite für 5k anbieten. Nur immer nach dem Amt schreien, nervt.
 
Marvin_X schrieb:
Naja, es wird auch in kleiner Städten billige Pensionen geben, mit denen man bei längerer Nutzung einen Sonderpreis herausschlagen kann.

Da muss ich dir energisch widersprechen. Selbst in Städten mit immerhin ~50.000 Einwohner ist es schon sehr sehr schwierig, mal auf die Schnelle eine bezahlbare Übernachtungsmöglichkeit für einen Monat zu finden. Und selbst wenn man mal was finden SOLLTE, liegt das in der Regel außerhalb der Stadt in irgendwelchen eingemeindeten Vororten und man braucht entweder ein Auto (welches man als Student in der Regel nicht hat) oder ist auf Busse angewiesen, die bestenfalls im Zwei-Stunden-Takt in die Stadt fahren. Auch keine sinnvolle Lösung.

Marvin_X schrieb:
Und ja das Leben ist kein Zuckerschlecken, dann muss man halt zur Bank laufen und sich dort Geld leihen, Gibt doch genug die Sofortkredite für 5k anbieten. Nur immer nach dem Amt schreien, nervt.

Das wäre natürlich eine Lösung. Aber du bringst sicherlich Verständnis dafür auf, dass man sich nach dem Studium (welches möglicherweise schon 10.000 € Bafög-Schulden hinterlässt) nicht unbedingt direkt verschulden möchte, zumal im ersten Job noch nicht mal die Probezeit überstanden ist. Glaub mir, ich bin alles andere als ein Freund eines ausufernden Sozialstaates (ich oute mich sogar als FDP-Wähler....), aber in diesem Fall kann ich den "Schrei nach dem Amt" absolut nachvollziehen, weil ich ähnliches durchlebt habe.
 
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