Man muss kein Geschichtslehrer sein, um zu wissen, dass das nicht gehen wird. Zum einen hat Japan seit Annektierung der koreanischen Halbinsel unglaubliche Gräueltaten an Zivilbevölkerung in Korea ausgeübt. Das allein ist ja schon sehr schlimm, aber es wird seitens der japanischen Regierung versucht, diese Geschichte unter den Teppich zu kehren.
Auf die Spitze hat der frühere Premierminister Abe getrieben, als seine Regierung wichtige Chemikalien für die Halbleiterindustrie nach Korea von der weißen Liste strich. Damit wollte die japanische Regierung damals die südkoreanische Regierung unter Druck setzen. Der Schuss ist allerdings nach hinten losgegangen, denn die Südkoreaner haben schnell andere Lieferanten gefunden und inzwischen können sie diese Chemikalien selbst herstellen. So hat Japan nur Bärendienst für eigene Chemieunternehmen geleistet.
Dass eine Investition in Japan sehr unwahrscheinlich ist, hat auch allgemein mit dem Speicherzyklus zu tun. Früher haben alle Speicherhersteller von dem sog. Schweinezyklus gelitten. Gemeint ist damit, dass die Nachfrage sehr geschwankt hatte, sodass die Preise bei niedriger Nachfrage so in den Keller ging, dass viele Unternehmen sogar komplett aufgeben mussten (man denke z.B. an Qimonda, die DRAM-Sparte von Infineon). Lief das Geschäft gut, dann haben sie umso stärker die Kapazitäten ausgebaut, um beim nächsten Nachfragerückgang wegen Kapazitätsüberhang noch mehr zu leiden.
Das war auch der Grund gewesen, warum Samsung unbedingt an Foundry-Geschäft festgehalten hat, als das Unternehmen lange mit Foundry-Geschäft Probleme hatte und zudem noch das Problem mit HBM und DRAM hinzukam. Einige Analysten rieten sogar den kompletten Ausstieg aus Foundry-Geschäft. Es zeigt sich aber nun, dass die Entscheidung richtig war, an Foundry-Geschäft festzuhalten, denn die Chips werden immer komplexer und es reicht nicht mehr DRAMs allein zu produzieren. Inzwischen ist das Speichergeschäft nicht mehr ein Verkaufsgeschäft mehr, sondern ein Auftragsgeschäft und die koreanischen Speicherriesen wollen aus dem Schweinezyklus raus. Also nicht noch mal riesige Fabriken bauen, die dann in ein paar Jahren wegen Nachfragerückgang nichts zu tun haben werden. Bereits jetzt arbeiten Samsung Electronics und SK Hynix an einem riesigen Megacluster in Yongin in Südkorea. Eine weitere Kapazitätserhöhung ist selbst mit viel Subvention daher unwahrscheinlich - weder in Japan noch in den USA.