News Speicherfabs in Japan: Trotz „großzügiger Angebote“ lehnen Samsung und SK Hynix bisher ab

Volker

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Kann Südkorea gut verstehen, der Umgang Japans mit der eigenen Vergangenheit ist zum Kotzen.
 
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@LamaMitHut Liegt das denn vornehmlich daran oder hat das auch andere, aktuelle Gründe?
Wenn ja, ist das an mir vorbeigegangen.
Die historischen Gründe sind mir jedoch bewusst.
 
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Ist für beide Firmen eine harte Bremse und kann auch wahnsinnig schnell nach hinten los gehen. Vor allem beim aufkommenden Konkurrenzdruck aus China - irgendwann wird der Punkt kommen wo es heißt "hätten wir das doch nur gemacht". Japan bietet im Punkt Firmenansiedelung ja doch überraschend viel um die Unternehmen ins Land zu holen und auch zu halten. Dass Südkorea als Land und Gesellschaft da etwas verschnupft reagiert auf so eine Offerte ist irgendwo verständlich, die Aufarbeitung des 2. Weltkriegs ist in Japan völlig unter die Räder gekommen - wie in vielen anderen Ländern auch und auch Südkorea hat bis heute die Schrecken des Koreakriegs nie wirklich sauber aufgearbeitet. Umgekehrt muss man aber auch sagen, so ein Verhalten fördert die Aussöhnung auch nicht und viele der jungen Leute können das auch nicht mehr hören sondern wollen das Thema irgendwann auch abschließen.

Was ein wenig unter geht bei der Standortwahl ist, dass Japan demographisch für die Firmengründung auch nicht mehr der Standort Nummer eins ist. Überalterte Bevölkerung, stark konzentriert, Erdbebengebiet, in denen dann die, die man für solche Vorhaben braucht, schon in guten Anstellungen sind und durch das Treueverhalten der Japaner kaum bis nicht "nur" mit Geld gelockt werden können. Da sind Standorte wie Indonesien, Malaysia und auch Vietnam zunehmend attraktiver im asiatischen Bereich. Indien wird sicher auch irgendwann versuchen, die Firmen ins Land zu holen.
 
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Man muss kein Geschichtslehrer sein, um zu wissen, dass das nicht gehen wird. Zum einen hat Japan seit Annektierung der koreanischen Halbinsel unglaubliche Gräueltaten an Zivilbevölkerung in Korea ausgeübt. Das allein ist ja schon sehr schlimm, aber es wird seitens der japanischen Regierung versucht, diese Geschichte unter den Teppich zu kehren.

Auf die Spitze hat der frühere Premierminister Abe getrieben, als seine Regierung wichtige Chemikalien für die Halbleiterindustrie nach Korea von der weißen Liste strich. Damit wollte die japanische Regierung damals die südkoreanische Regierung unter Druck setzen. Der Schuss ist allerdings nach hinten losgegangen, denn die Südkoreaner haben schnell andere Lieferanten gefunden und inzwischen können sie diese Chemikalien selbst herstellen. So hat Japan nur Bärendienst für eigene Chemieunternehmen geleistet.

Dass eine Investition in Japan sehr unwahrscheinlich ist, hat auch allgemein mit dem Speicherzyklus zu tun. Früher haben alle Speicherhersteller von dem sog. Schweinezyklus gelitten. Gemeint ist damit, dass die Nachfrage sehr geschwankt hatte, sodass die Preise bei niedriger Nachfrage so in den Keller ging, dass viele Unternehmen sogar komplett aufgeben mussten (man denke z.B. an Qimonda, die DRAM-Sparte von Infineon). Lief das Geschäft gut, dann haben sie umso stärker die Kapazitäten ausgebaut, um beim nächsten Nachfragerückgang wegen Kapazitätsüberhang noch mehr zu leiden.

Das war auch der Grund gewesen, warum Samsung unbedingt an Foundry-Geschäft festgehalten hat, als das Unternehmen lange mit Foundry-Geschäft Probleme hatte und zudem noch das Problem mit HBM und DRAM hinzukam. Einige Analysten rieten sogar den kompletten Ausstieg aus Foundry-Geschäft. Es zeigt sich aber nun, dass die Entscheidung richtig war, an Foundry-Geschäft festzuhalten, denn die Chips werden immer komplexer und es reicht nicht mehr DRAMs allein zu produzieren. Inzwischen ist das Speichergeschäft nicht mehr ein Verkaufsgeschäft mehr, sondern ein Auftragsgeschäft und die koreanischen Speicherriesen wollen aus dem Schweinezyklus raus. Also nicht noch mal riesige Fabriken bauen, die dann in ein paar Jahren wegen Nachfragerückgang nichts zu tun haben werden. Bereits jetzt arbeiten Samsung Electronics und SK Hynix an einem riesigen Megacluster in Yongin in Südkorea. Eine weitere Kapazitätserhöhung ist selbst mit viel Subvention daher unwahrscheinlich - weder in Japan noch in den USA.
 
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Wir hätten in Europa wohl die selbe Reaktion wenn eine französische Firma von Deutschland angeworben würde doch hier eine neue Fabrik zu bauen statt in Frankreich. Da würden in Paris wieder die Autos brennen 😏
 
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@Saint81

Das ist etwas übertrieben. Höchstens, wenn das deutsche Renteneintrittsalter gilt. :D

Zum Topic:

Ein Grund, warum China Deutschland so respektiert ist, weil wir unsere Vergangenheit aufarbeiten und nicht ignorieren, wie alle anderen kriegsverbrechenden Länder (Japan, USA, Russland, etc.)

China muss sich nur vor seinem eigenen Volk rechtfertigen - in der Theorie, als Mao zB hat Millionen verhungern lassen. Aber das ist ein anderes Thema. Die Japaner haben ihre Vergangenheit tief begraben. "Versöhung" kennt deren Wortschatz glaube ich nicht ;)
 
Also gibt es keine echte Verknappung von Speicher wie es immer wieder gesagt wird um es in den Köpfen der Käufer ein zu Branden. In Amerika nennt man das glaube ich: Gaslightning.
 
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Ausländische Firmen kommen (und bleiben) nur, solange sie von uns Subventionen erhalten.
Die Anzahl der versprochenen Arbeitsplätze wird oft nicht eingehalten, und genauso oft wird auch beim Tariflohn gespart.
Wird in anderen Ländern evtl. ähnlich verlaufen, jedes Unternehmen will ja so wenig wie möglich bezahlen bei maximalem Gewinn.
Wir schaffen es nicht mal, mit Frankreich ein gemeinsames Kampfflugzeug zu bauen, weil beide Länder eigene Interessen voranstellen.
Man muss also auch schauen, wen man sich ins Land holt.
 
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Wurstpeller schrieb:
Also gibt es keine echte Verknappung von Speicher
Wie kommst du jetzt darauf? Nur weil die bisherigen Produzenten nicht massiv ausbauen wollen (ggf.) ist das noch kein gegenbeweiß für iene Knappheit.

Da spielt auch immer die Überlegung mit rein ob eine hohe Nachfrage nachhaltig wäre.
 
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Alexander2 schrieb:
das noch kein gegenbeweiß für iene Knappheit
Knappheit hin oder her würde man wollen wäre alles nicht so ein Thema

Die blöde gier der Hersteller jetzt Mal schnell komplette Chargen von keine Ahnung 100000de Einheiten schnell an die KI Mafia zu verkaufen die da dann erstmal auf Halde liegen

Kontinuierlich herstellen so das Just in Time die KI Bande ihren RAM bekommt dann sollte genug auch für'n den normalen IT Bereich bleiben

Hinzukommt das dadurch auch die reseller gierig werden sowie deren Großhändler ...

Zb aktuell auf alternate ddr5. 321 Suchergebnisse für auf Lager mit absurden Preisen bei Mindfactory das selbe viele Einheiten lagernd ....

Ich habe das dumpfe Gefühl da hat man den neuen Idioten gefunden die Preise anzuheben ....die wahrscheinlich gar nicht mehr auf den uhrzustand fallen werden
 
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LamaMitHut schrieb:
Kann Südkorea gut verstehen, der Umgang Japans mit der eigenen Vergangenheit ist zum Kotzen.
Nicht nur Japan hat dieses Problem...
Meiner Meinung nach sollte nie rein politisch entschieden werden, sonst hat man plötzlich wieder die Planwirtschaft im Land, die nicht funktioniert.
 
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Hoffen wir mal, dass das nur Verhandlungsstrategie ist und es letztlich doch zum Aufbau von Fabs kommt. Die Abhängigkeit von einzelnen Ländern in Sachen Halbleiterfertigung ist der Souveränität und Konfliktsicherheit auf dem geopoilitischen Spielfeld sehr abträglich.
 
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Man sollte die Japaner nicht unterschätzen, die können sowas auch selber aufbauen, ja sicher jemanden einladen der nen Plan dafür hat exakt was die bauen und dann Herstellen wäre der Fasttrack.

(Man schaue sich auch die aktuelle geschichte mit der Railgun an. USA verzweifelt aufgegeben - Japaner schauen sich das nochmal an, machen einen Plan, kombinieren die eigene Forschung, die US Forschung und die Europäische. Jetzt haben die einen funktionierenden Prototypen bereits getestet durch zerballern eines Schiffes das das Ziel darstellte. 100 Schüsse und funktioniert weiter, wobei die US Modelle sich nach wenigen Einzelschüssen jeweils selbst zerlegten. Und klar, beide hatten eine unterschiedlicher Herangehensweise und das ist aber auch Teil der Sache)
 
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Wurstpeller schrieb:
Also gibt es keine echte Verknappung von Speicher wie es immer wieder gesagt wird um es in den Köpfen der Käufer ein zu Branden.
Der Artikel sagt doch gar nicht aus, dass die südkoreanischen Hersteller gar nicht ausbauen (wollen). Sie wollen es nur eben nicht in Japan machen, einfach weil Südkorea aus historischen Gründen nicht unbedingt gut auf Japan zu sprechen ist.

Würde ein anderes Land, welches gegenüber Südkorea keine solche historisch Vorbelastung (mehr) hat, ein ähnliches Angebot machen, würden Samsung oder SK Hynix das wahrscheinlich sogar annehmen.
 
mibbio schrieb:
Der Artikel sagt doch gar nicht aus, dass die südkoreanischen Hersteller gar nicht ausbauen (wollen). Sie wollen es nur eben nicht in Japan machen, einfach weil Südkorea aus historischen Gründen nicht unbedingt gut auf Japan zu sprechen ist.
ich weiß nicht.
ich halte die historische begründung für nicht wirklich stichhaltig - es geht letztendlich ums business und auch in asien ticken die generationsuhren seit jahrzehnten.
wenn es danach ginge wer in welchem krieg wem unrecht tat, dann müssten sich international ziemlich viele nationen derart abgrundtief hassen dass jegliche wirtschaftliche kooperation oder gar bloßer handel zwischen ihnen schwierig wäre.
gerade wir wissen dass in der analogie bedeuten würde dass halb europa nicht mehr gut auf uns zu sprechen wäre und unternehmen aus diesen ländern "probleme" hätten hier niederlassungen zu eröffnen..
 
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