freezer255 schrieb:
Die EU die nur durch deutsches Geld überhaupt überlebensfähig ist benachteiligt Deutschland systematisch.Wir sind mit Abstand der größte Nettozahler haben aber nicht mehr zu sagen als die anderen Länder. Die EZB wird von Italien und Frankreich besetzt.
Du vergleichst hier aber auch viele Dinge, welche ja nicht am Resultat gemessen werden sollten, sondern an den Startbedingungen.
Viele argumentieren dann, dass der Zweite Weltkrieg auch in Deutschland viel zerstört hat, aber was die Alliierten auch an Geld und struktureller Unterstützung in Westdeutschland investiert haben, das ist in dieser Form in vielen Teilen Osteuropas (etwa unter sowjetischem Einfluss)so nicht erfolgt. Frankreich erhielt zwar ebenfalls Marshallplanhilfe, profitierte aber nicht in gleicher Weise von der gezielten wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Reintegration, die Westdeutschland im Kalten Krieg erfuhr.
Zudem wurden große Firmen, die nachweislich nicht nur Mitläufer, sondern aktive Profiteure von Nazideutschland waren, nur teilweise zerschlagen, da man die Wirtschaft nicht weiter schwächen wollte und auch keinen weiteren inneren Konflikt riskieren wollte. Viele wirtschaftliche und personelle Strukturen blieben daher bestehen.
Deutschland musste Reparationen zahlen, jedoch vor allem gegenüber Osteuropa(insbesondere Polen) wird bis heute politisch diskutiert, dass direkte finanzielle Entschädigungen gemessen an den enormen Verlusten als gering wahrgenommen werden, auch wenn territoriale Verschiebungen und andere Kompensationen stattfanden.
Deutschland war damit der Hauptaggressor, wurde aber auch aus den Lehren des Versailler Vertrages heraus nicht vollständig zerschlagen, sondern strukturell und wirtschaftlich von den westlichen Alliierten wieder aufgebaut und integriert.
Dass Länder wie Polen oder Frankreich daraus bis heute ein Gefühl historischer Ungerechtigkeit oder zumindest ein starkes historisches Bewusstsein entwickeln, ist deshalb nicht automatisch klassische Deutschfeindlichkeit, sondern kann auch Ausdruck dieser historischen Erfahrung sein, dass Deutschland Europa verwüstet hat und heute dennoch das wirtschaftlich erfolgreichste und stabilste Land des Kontinents ist.
Das ist ein bisschen wie mit Bayern und Baden-Württemberg im Länderfinanzausgleich, die ihre Rolle als Geberländer betonen. Auch dort lohnt sich immer ein Blick in die Historie: Subventionen, Ansiedlung von Unternehmen, politische Entscheidungen und wirtschaftliche Kontinuitäten spielen langfristig eine Rolle dafür, wie wirtschaftliche Stärke überhaupt entstehen konnte.
Die Wirtschaftswissenschaft geht in allen Fällen davon aus, dass das was eingezahlt wird, durch den Nutzen an den Märkten und Investitionsvorteilen sogar in ein Plusgeschäft sich umwandelt aber damit lässt sich schlecht Politik machen, wenn man das zugeben würde.
In vielen Ländern gibt es durchaus ein echtes Interesse an Deutschland und Deutschen. Gleichzeitig berichten viele Menschen, dass dieses Interesse nicht immer auf Gegenseitigkeit beruht, weil deutsche Kommunikation im internationalen Vergleich oft stärker sach- und funktionsorientiert ist. Beziehungen werden daher häufiger über Zweck, Rolle oder Nutzen definiert als über persönliche Nähe.
Das kann im Alltag tatsächlich dazu führen, dass gegenseitige Sympathie schwerer entsteht oder Missverständnisse wachsen.
Gleichzeitig sollte man hier vorsichtig sein: Weder „die Deutschen“ noch „die Franzosen“ oder andere Nationen sind homogene Gruppen. Solche Beobachtungen beschreiben eher kulturelle Tendenzen als feste Eigenschaften einzelner Menschen.
Wenn man das alles auf Südkorea und Japan münzt, muss man sehen, das die Politik immer versucht, Menschen gegeneinander auszuspielen.
Es wird selten eben eine Partnerschaft auf Augenhöhe erzielt und, es ist immer noch ein "die gegen uns" anstatt ein Wir-Gefühl.
Weil eine mögliche Kooperation auch den Firmen aus Südkorea im eigenen Land hilft.
Aber auch in Südkorea und auch Japan ist die Angst da, das äußerer Einfluss eher in eine Abhängigkeit als in die Stärkung der eigenen Souveränität führt.
Und das kann man auch Deutschland unterstellen, wir konnten anderen Ländern nicht nachhaltig beweisen, das es nicht darum geht, das wir alleine stärker und besser werden, sondern wir gemeinsam.
Eigentlich der Kerngedanke der EU der immer wieder von nationalen politischen Machtinteressen torpediert wird.
Auch Japaner und Koreaner sind sich nicht mehr so feindselig, weil vor allem auch kulturell im Alltag super viele Überschneidungen herrschen.
Es ist ein "Politik" gemachtes Problem und keine feste Eigenschaft jedes Menschen aus Korea oder Japan.