Steuergeldverschwendung im ÖD

Corto schrieb:
Man muss! geprüfte Hardware haben, oder ständig eine Elektroprüfung durchführen.
Gelten da im oeffentlichen Dienst andere Regeln?

Wir haben auch einen standardisierten Hardwarepool, und wir kaufen Endnutzergeraete ausschliesslich von DELL.
Dennoch muss der ganze Kram alle zwei Jahre die Elektropruefung durchlaufen.

Vieles was hier an Regelungen fuer den oeffentlichen Dienst beschrieben wird, halten wir bei uns in der Firma genau so. Gut, wir haben kein Vergaberecht an das wir uns halten muessen, aber unser Einkauf achtet schon genau darauf wo wir die Hardware kaufen.
Auch fuer ein paar Euro wird der Distributor schonmal gewechselt. Was ich aus der Techniksicht aetzend finde, wenn man mit dem Distributor gut klarkommt und die einen auch bei technischen Problemen kompetent unterstuetzen koennen...
 
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DerOlf schrieb:
Wenn man im ÖD wirkich Geld sparen will, dann stellt man auf Linux um ... und verzichtet auf den Unsinn mit der von Microsoft geplanten künstlichen Obsoleszenz.

Ja, das stellt man sich gerne so einfach vor. Aber das ginge auch nur am 08/15 Büroarbeitsplatz. Die allermeisten Arbeitsplätze benötigen aber sehr spezielle Fachsoftware, da ist die Auswahl eh schon sehr begrenzt. Wir haben gerade z.B. eine Marktrecherche durch für unseren Fachbereich - weniger Anbieter als Finger an einer Hand …

Da kannst Du dann gerne sagen „meine Software muss aber unter Linux laufen“, im Ergebnis stehst Du dann halt ohne Fachanwendung da … Wenn die Fachanwendung automatisiert Schreiben erzeugt, dann führt auch normalerweise kein Weg am Microsoft Office vorbei, weil das einfach am besten integrierbar ist.

Je nachdem, was Du an spezieller Hardware brauchst, ist das auch an Windows gebunden und mit Linux aufwendiger bis unmöglich, ggfs. sind auch nur bestimmte Hard-/Software-Kombinationen zertifiziert.

Und dann brauchst Du schlussendlich auch noch das IT-Personal, dass sich mit Linux auskennt. Ist im ÖD mit Windows-Kenntnissen schon nicht einfach, da ITler in der freien Wirtschaft meist erheblich mehr verdienen. Linux-Spezialisten sind dann nochmal eine andere Hausnummer.

Aber - die Hersteller lernen dazu, in zehn Jahren mag das ganze vielleicht he besser aussehen. Die Zyklen sind hier relativ lang, wir wechseln jetzt nach fast dreißig Jahren die Anwendung. Es gibt jetzt immerhin nicht nur stupide Windows-Clients, sondern browserbasiert laufende Fachanwendungen. Allerdings sind die PlugIns für bestimmte Funktionen dann - zumindest aktuell noch - Windows-only.

Lustig wird dann auch wieder das europaweite Vergabeverfahren… Ich freu mich. Nicht.
 
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DerOlf schrieb:
Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass aktuell beziehbare hardware auch in 5 Jahren noch unter dem dann aktuellen Windows laufen wird?
In fünf Jahren äußerst wahrscheinlich.

DerOlf schrieb:
Wenn man im ÖD wirkich Geld sparen will, dann stellt man auf Linux um ... und verzichtet auf den Unsinn mit der von Microsoft geplanten künstlichen Obsoleszenz.
Klar, es gibt zum Glück keine Fachsoftware und keine Fachverfahren die halt nun mal Windows OS voraussetzen. Von MS Office für den Sachbearbeiter Berthold der seit Microsoft Office 1995 nichts anderes kennt mal ganz zu schweigen.

Eine client Migration auf Linux würde erst mal ziemlich viele Ressourcen binden, Budget und Arbeitszeit. Dafür bekommt man eigentlich keine Zeit frei gestellt und auch kein Budget. Man hat vielerorts im öD, auch wenn sich die Leute immer gerne was anderes erzählen, auch wenig Zeit für solche Riesenprojekte.

Wer garantiert der Behörde daß es danach wirklich auf mind. gleichem Niveau weiterläuft und es am Ende des Tages auch wirklich günstiger ist? Wer rechtfertigt die Zeit für Benutzer und auch ggf. admin Schulungen? Wer stellt sicher daß alle Schnittstellen (API zu Fremdsystemen, spezielle Drucker oder Scanner etc. pp.) danach genauso wie vorher funktionieren? Wie läuft dann Fachsoftware x auf dem Linux desktop? Per emulator wie Wine? Ach bitte... Neu ausschreiben und entwickeln lassen? Ach bitte...

Wir haben u.a. für die "normalen Sachbearbeiter" (Personal, allgemeine Verwaltung, Finanzen) eine speziell angepaßte Windows App unseres zentralen RZ per Citrix im Einsatz. Problem s.o.

Die Arbeitswelt ist an vielen Stellen halt etwas komplexer und mit Schlagwörtern wie "Windoof" und "dann migriert doch mal eben nach Linux" nicht getan. Daß Linux hier bei uns schon weit über 50% im Serverbereich ausmachen? Geschenkt. Netzwerkperipheriegeräte laufen auch nicht gerade auf Windows. Also warum so ein Faß aufmachen für einen relativ kleinen Posten wie client Rechner für Mitarbeiter?
 
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