@Topic:
Von fast allen Bekannten und auch meinen eigenen Angeboten/Interviews kenne ich es auch so, dass Onlinekurse - wenn überhaupt - nur von
geringem Interesse sind.
I.d.R. wird über Studium, Studieninhalte, Abschlussarbeit und
vor allem geleistete Forschungsarbeit/Projekte, Publikationen, Werkstudent/Teilzeit/wissenschaftlicher Mitarbeiter in diesem Bereich geredet.
Udemy kann man machen, Udacity und Coursera/deeplearning.ai haben i.d.R. größeren Kontakt zu wissenschaftlichen Fachkräften. Nichtsdestoweniger haben diese Kurse größtenteils Einsteigerniveau und eignen sich damit eher als Ergänzung, nicht aber als Umschulung oder gar erste Ausbildung in dem Bereich.
Die Qualität der Abschlüsse (wie auch die Überprüfung, wer da tatsächlich wie die Leistungen erbracht hat) liegt weiter unter dem, was man an „echten“ Unis/TUs mit einer Spezialisierung in diesem Feld machen würde.
V.a. Startups außerhalb Deutschland sind bei Vakanzen manchmal flexibel, wenn „nur“ Developer z.B. für Python gesucht werden mit ein wenig Zusatzerfahrung im Bereich ML etwa, also für kleinere Projekte, als Schnittstelle zu spezialisierten AN im Unternehmen oder oder...
Das sind dann aber natürlich keine reinen DS/AI Stellen, eher XYZ mit ab und zu mal üblichen DS/AI Zusatz.
„Richtige“ DS/AI Vakanzen bekommt man damit nicht. Bei allen größeren Unternehmen o.Ä. wo man die Profile der DS/AI Leute auf LinkedIn oder direkt per Google „stalken“ kann, liest man fast ausschließlich recht ausgedehnte, akademische Laufbahnen.
Fun fact: ich habe früher auch mal zwei Kurse aus Interesse auf Coursera gemacht und Networking betrieben. Insbesondere die Absolventen ohne Studium oder fachliche Nähe zu den Themen im Studium haben auch mit mehreren Kursen keine Tätigkeit in dem Bereich gefunden. Afaik auch bis heute nicht, wobei der Kontakt zu den meisten irgendwann abbrach.
Wenn du umschulen möchtest, dann hängt das vor allem auch an der Kompatibilität deines bisherigen (akademischen) Lebenslaufs: hast du z.B. alle foundations in Mathe, fehlt dir nicht viel im Bereich Informatik usw. Sonst sind diverse Rückfragen bei Gesprächen (oder direkte Ablehnung) wahrscheinlich.
Am besten wäre wohl, für min. 1-2 Jahre wissenschaftlicher Mitarbeiter in einer Position zu werden, die diese Skills einschließt und dann an Publikationen & Co. aktiv mitzuwirken.
Ich kenne z.B. mehrere Absolventen bei uns, die sowas wie Bio-Informatik, Chemie-Informatik, technische Informatik, ... studiert haben und danach als wissenschaftlicher Mitarbeiter an Projekten gingen, die DS/AI Themen involvierten. Damit lässt es sich dann
deutlich besser bewerben.
_killy_ schrieb:
demnächst wird sich dann @ascer melden und dir erklären, dass du nur wenn du an einer Elite-Uni Data Science studiert hast, auch Data Scientist werden kannst.
Vorab (wenn man schon provozieren möchte): ich bin im R&D als „AI Expert“ (an fancy Termini für Vakanzen mangelt es Unternehmen nicht), also Software/Research Engineer insbesondere für neue Analysen und Modelle im Bereich Deep Learning.
DataScience ist davon durchaus abzutrennen. Habe ich auch ein wenig gemacht, ist aber weder mein akademischer noch beruflicher Fokus.
Und als Erwiderung: warum muss man das so polemisch darstellen? Ich habe
nie gesagt, dass das der einzige Weg wäre erfolgreich an eine Vakanz in diesem Bereich zu kommen. Vor allem nicht, da zumindest im Bereich DS Vakanzen derzeit wie Pilze aus dem Boden sprießen.
Ich sagte stets nur, dass
(a) viele Buzzword-Bingo spielen und man dementsprechend Vakanzen erstmal auf den tatsächlichen Anteil von innovativen Technologien/Inhalten prüfen muss.
und
(b) habe ich bezüglich echter DS/AI Vakanzen
niemals davon gesprochen, dass das
ausschließlich mit entsprechendem Studium einer Elite-Uni erreichbar ist, sondern das es enorm die Chancen erhöht.
Mit weniger spezialisierten und qualitativen Abschlüssen ist es nunmal deutlich schwieriger, an die interessanten Vakanzen zu kommen. Eine Unmöglichkeit eines solchen Unterfangens habe ich aber nie postuliert.
Bedingt durch viel Forschungsarbeit, zahlreiche Publikationen, Symposien und Werkstudentenarbeit sowie Teilzeitarbeit während des Studiums habe ich ein relativ großes Netzwerk in dem Bereich aufgebaut.
Von meinen Bekannten an üblichen FHs z.B. hat kein einziger den Einstieg in richtige AI Vakanzen geschafft und nur wenige in den DS Bereich,
v.a. aber nirgends bei den erfolgreichen Startups oder großen Nummern.
Viele haben aufgegeben und sich andere Nischen gesucht, andere promovieren jetzt. Mit ordentlicher Promotion haben es auch schon einige geschafft, jetzt erfolgreicher einzusteigen.
Umgekehrt - im Übrigen - kenne ich nicht einen Kommilitonen meiner Uni oder anderer Elite-Unis in meinem Fachbereich, die nicht direkt den Einstieg geschafft haben. Mit den meisten habe ich auch häufig Rücksprache gehalten, von welchen Unternehmen die Angebote bekamen, Gehaltsspektrum usw.
Da waren größtenteils auch nur Tech-Consulting, die großen Konzerne und erfolgreiche, meist spezialisierte, Startups dabei.
Nun ist meine persönliche Erfahrung natürlich nicht repräsentativ für jeden Winkel der Branche, aber auch unter meinen neuen Kollegen liest man nur sowas wie Abschlüsse etwa von der LMU auf LinkedIn. Die „Dorf-FH“ ist wirklich eine sehr seltene Ausnahme.
Bei Forschungskooperationen, Startups oder sonstigen Kontakten durch Networking etwa in Übersee ist das noch viel stärker verbreitet. Da kenne ich überhaupt keinen einzigen, der nicht von den großen Adressen kommt.