Übersiedelung von Synology NAS. Welche HDD und wie Daten übertragen?

flo36

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Liebe CBler/innen,
da ich mich einfach nicht entscheiden kann womit ich mein NAS aufrüste, bitte ich euch mir bei der Entscheidung zu helfen.

1. Festplattenauswahl:

Ich habe derzeit 5 Stk. 2TB WD Green im Raid 5 (alter 3 Jahre) in einem Synology 1813+ am laufen.
Da die Platten langsam voll werden brauche ich neue.

Nun weiß ich aber nicht welche Festplatten ich wirklich nehmen soll. Der Endausbau soll auf 15 - 16 TB bei 5 - 6 Platten kommen.
Also entweder 5*4 TB Platten oder 6*3 TB Platten. Dann noch die Entscheidung ob WD Red, Green oder Seagate NAS.
24/7 Betrieb ist derzeit nicht vorgesehen. Der Stromsparmodus des NAS wird auch nich verwendet und die Platten drehen ebenfalls nicht ab.

Ich habe natürlich die Option die leeren 3 Slots noch mit 2TB Green aufzufüllen nur denke ich, dass dies wegen des Alters der anderen 5 nicht sinnvoll ist.

Nun hoffe ich, dass ihr eure Erfahrungen mit mir teilt um herauszufinden ob die Vorteile der speziellen NAS Platten (optimierung auf Raid, geringere Vibrationen, etc.) wirklich so wichtig sind oder ob dies einfach ein weiterer Marktinggag der Firmen ist.
Bei der Anzahl und größe der Platten geht es mir primär eigentlich nur um die Build bzw. Rebuild Zeit, da diese bei 3 bzw. 5 Platten ja am besten sein soll, da das XOR vom Raid5 sich einfach bilden lässt.

Zusammengefasst hoffe ich auf Klarheit bei folgenden Fragen:
1. Gleich auf 4TB Platten gehen oder doch nur 3TBer?
2. Welche Sorte?


2. Datentransfer:

Ich habe auf dem NAS auch einen Plex Medienserver und die Synology Cloudstation laufen. Beide laufen mit eigenen Datenbanken und ich würde diese gerne mit übertragen um die Altdaten der Cloudstation nicht zu verlieren.

Wisst Ihr wo und wie diese Daten übertragen werden können bzw. ob dies überhaupt Sinn macht?

Vielen Dank für eure Hilfe,
Flo
 
Die WD Green würde ich nicht nehmen und ob WD Red oder Seagte NAS ist wohl eher Geschmackssache. Eigentlich sind beide nicht wirklich geeignet, zumindest wenn es um 6 Platten geht, weil selbst WD die Red für NAS / RAID mit bis zu 5 Platten vorsieht. Wenn Du an 5x4TB oder 6x3TB denkst und 15 oder 16TB erreichen willst, dann denkst Du offenbar an ein RAID 5. Du solltest aber die UBER diese Platten beachten, die mit 1:10^14 angegeben wird, was eine unkorrigierbaren Lesefehler je 12TB bedeutet und damit zumindest theoretisch ein Rebuild eines so großen NAS unmöglich macht.

Besser wären Platten mit einer UBER von 1:10^15 geeignet. Echte SAS/FC Enterprise Platten haben dagegen sogar 1:10^16.
 
Vielen Dank aber die WD Se oder Seagate Constellation Platten sind mir das Geld wirklich nicht Wert, auch wenn es sicher die beste Lösung wäre. Auf dem NAS werden hauptsächlich Images alter PCs, Dokumente, MP3s und Aufnahmen vom Receiver landen. Also alles Dinge wo ein gekipptes Bit bzw. Block kein Problem sein sollte.

Wenn bei einem Rebuild wirklich ein Fehler passiert, wird dann wegen eines einzelnen Bits das gesamte Raid gekillt und der Rebuild abgebrochen? Darüber hab ich mir muss ich gestehen aber auch noch zu wenig Gedanken gemacht.

Ich verstehe sowieso nicht warum die Red und NAS nur bis 5 Platten verwendet werden sollen. Wegen der Vibrationen oder eben wegen genau dieser Fehlerrate?


Mal von einem RAID-Z1 oder 2 abgesehen und bezogen auf die DS1813+ was wäre die beste Lösung für das System? Raid-5 mit 6 WD Se 3TB oder gleich ein volles Raid 6 mit 8 WD Se 3TB?

Dazu sagen muss ich noch, dass die meisten Daten sowieso mindestens 2 mal existieren (abgesehen von den Aufnahmen) und auf Standpc und Notebook mit der Cloudstation gesynct werden. Das hatte ich leider vergessen zu schreiben. Die einzigen Daten die im Moment wirklich verloren wäre wenn alles schief geht sind die Aufnahmen (nicht unbedingt wichtig), Datenbanken von Plex und Cloudstation (inkl. History) und meine Acronis Images.

Da nun die Lesefehler statistisch gesehen bei 12,5 TB bzw. 125 TB bei der Se auftreten gilt es als sicher, das das Raid bei Green, Red und NAS beim Rebuild streikt. Hier stellt sich mir die Frage wie Linux dabei reagiert?


Edit: Ich habe mir nun die 3TB WD Se angesehen und 6 davon wären sogar eine Option (relativ günstig bei Redcoon). Aber ich brauche die 7200 Upm nicht und den damit einhergehenden Mehrverbrauch an Strom.
 
Zuletzt bearbeitet:
Du stellst schon die richtigen Fragen, die Antworten kann ich Dir aber auch nicht geben, zumal die teils auch von der konkreten HW / Konfiguration abhängen. Gehe im Zweifel aber einfach davon aus, dass alle Daten die auf so einem großen RAID aus einfach 1:10^14 Consumer-HDDs liegen, verloren sind. Das Rebuild kann klappen, wenn eine Platte früh ausfällt, es kann aber in die Hose gehen, vor allem wenn die erste Platte erst nach Jahren ausfällt, wenn die anderen dann auch schon kurz vor dem Ende stehen und beim Rebuild den Rest bekommen.
 
Naja die Lebensdauer der Hardware unterscheidet sich ja von der Zeit bis zum ersten Lesefehler. Nur weil ein Sektor falsch ausgelesen wird heißts ja nicht, dass die ganze Platte verreckt. Klar spontaner Ausfall ist immer möglich aber ich denke mal, dass ich die Platten nicht länger als 3 oder 4 Jahre im NAS haben werde. Da nun gestern noch auf Golem so eine nette Statistik aufgetaucht ist werde ich die Seagate Platten auch außen vor lassen und hab nun entweder die WD Se oder die WD Red mit entsprechendem Risiko zur Auswahl.

Zusammengefasst kann man dann noch sagen, dass man 2 verschiedene nehmen sollte um Serienfehler zu vermeiden. Also in solchen Größen is das Thema NAS und Datenmanagement alles andere als lustig.
 
Zuletzt bearbeitet:
flo36 schrieb:
Also in solchen Größen is das Thema NAS und Datenmanagement alles andere als lustig.
So ist es! Du bist Dir der Herausforderungen wenigstens bewusst, aber viele gehen da sehr blauäugig ran und werden dann wohl auch in ein paar Jahren hier blaues Wunder erleben. Die wenigsten machen Backups ihrer Daten im NAS, obwohl fast alle NAS dafür sogar USB- und eSATA Ports sowie entsprechende SW Funktionen anbieten.
 
Ich hab meine WD REDs von verschiedenen Händlern mit einer kleinen Zeitdifferenz Bestellt, hat sich bei mir praktischer weise so ergeben.

Und ab einer gewissen Datenmenge ist wohl die "einfachste" Backup-Lösung ein zweites NAS. Selbst ich mit gerade mal nur 1TB Daten bin schon am überlegen ob ich nicht noch ein günstiges NAS dazu nehme was eben nur 1 Stunde am Tag an ist für das Backup.
 
Naja also 10^15 Platten werden es mal sicher nicht denn sogar die teure WD Se ist hier nur reines Marketing. Den Unterschied zwischen 1 mal 10^15 und 10 mal 10^16 Fehler muss mir mal einer erklären. Unterm Strich sind beides 1 mal 10^15.

Kennzahlen der 4 TB Modelle:
[table="width: 800, class: grid, align: center"]
[tr]
[td][/td]
[td]WD Green[/td]
[td]WD Red[/td]
[td]WD Se[/td]
[td]Seagate Desktop.15[/td]
[td]Seagate NAS[/td]
[td]Seagate Terascale[/td]
[/tr]
[tr]
[td]Upm[/td]
[td]~5900[/td]
[td]~5900[/td]
[td]7200[/td]
[td]5900[/td]
[td]5900[/td]
[td]7200[/td]
[/tr]
[tr]
[td]Bitfehler[/td]
[td]<1 pro 1014[/td]
[td]<1 pro 1014[/td]
[td]<10 pro 1015[/td]
[td]<1 pro 1014[/td]
[td]<1 pro 1014[/td]
[td]<1 pro 1014[/td]
[/tr]
[tr]
[td]Load/Unload Zyklen[/td]
[td]300 000[/td]
[td]600 000[/td]
[td]300 000[/td]
[td]300 000[/td]
[td]600 000[/td]
[td]300 000[/td]
[/tr]
[tr]
[td]Verbrauch Idle[/td]
[td]3,3W[/td]
[td]3,3W[/td]
[td]8,1W[/td]
[td]5,0W[/td]
[td]3,95W[/td]
[td]4,59W[/td]
[/tr]
[tr]
[td]Verbrauch Last[/td]
[td]4,5W[/td]
[td]4,5W[/td]
[td]9,5W[/td]
[td]7,5W[/td]
[td]4,8W[/td]
[td]6,49W[/td]
[/tr]
[tr]
[td]Garantie[/td]
[td]2 Jahre[/td]
[td]3 Jahre[/td]
[td]5 Jahre[/td]
[td]2 Jahre[/td]
[td]3 Jahre[/td]
[td]3 Jahre[/td]
[/tr]
[/table]
Quelle: Datenblätter der Hersteller im Internet

So ganz sehe ich den Sinn dieser "High-End NAS Platten nicht. Um die wirklichen 1015 Platten zu bekommen kann man mit 250 - 300€ pro 4 TB Platte rechnen. Also alles außerhalb meiner Geldbörse und vermutlich auch der der meisten NAS Käufer. Da die WD Green und Red, Se aber den LCC Bug haben (anscheinend mit neuer Firmware und Tool entfernbar) und Seagate allgemein nicht unbedingt mit Zuverlässigkeit (Golem Festplattenbericht von Blackblaze) ist es im Moment egal was man kauft. Einziger Unterschied ist die Mechanik darin und die wird mit dem Preis immer besser.

Was kann man also tun um sich ein Raid 5 nicht schon beim Rebuild aufgrund von Lesefehlern zerhageln zu lassen? Man nimmt ein Raid 6. Man verliert zwar noch eine Platte gegenüber Raid 5 aber entweder das oder man plant pro Platte den doppelten Preis ein. Einziges Mittel dagegen ist nach erfolgreichem Rebuild einen Resync, also eine Überprüfung des Dateisystems zu machen. Bedeutet aber, dass alle Daten überprüft werden, also noch mehr Lesezugriffe stattfinden.
 
Da ein RAID kein Backup ersetzt und selbst Profis mit RAIDs aus sehr teuren Enterprise Storage System nicht auf ein Backup verzichten, meist auf Tape, solle man das auch nicht tun!
 
Ein zweites NAS oder was meinst du genau was man nicht machen sollte?

Ein zweites NAS ist definitiv nicht drin. Backup mache ich auf eine externe USB 3.0 Platte wenn sich wichtige Daten ändern. Mit der Cloudstation sind die Daten wie Fotos usw. auch immer auf anderen PCs.

An einem Backup kommt man also nicht vorbei wenn einem die Daten wichtig sind. Deswegen gibt es im Enterprise Bereich Lösungen wie LTO.
 
Was ich meine, worauf man nicht verzichten soll, ist ein Backup! Ob das ein zweites NAS sein muss oder Du USB Platten nimmst, sei Dir überlassen. I.d.R. ändern sich ja auch nur wenige Daten auf dem NAS, so dass man nicht immer alle Dateien komplett neu auf das Backup kopieren muss.
 
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