mauorrizze schrieb:
Weiß eigentlich jemand von Schäden, die ein "Browservirus" (JavaScript, Flash(, Java Applets)) unter Linux anrichten kann, könnte oder konnte?
Nehmen wir erst einmal als gegeben an, dass eine Browser- oder Plugin-Lücke erfolgreich ausgenutzt wurde... das ist nicht schwer, da sich Chrome, FF oder Opera auf den verschiedenen OS nicht sehr unterscheiden.
Wenn der Schadcode jetzt noch eine Möglichkeit findet, die Berechtigungen auszuhebeln (solche Lücken gabs sehr selten, aber sie existierten), dann könnte er genauso viel Schaden anrichten wie unter Windows.
Ohne Änderung der Berechtigung könnte die Malware "nur" /home/USER umgraben... Was schon übel genug sein kann.
Würde mich also ernsthaft interessieren was ein auf Linux spezialisierter Malware-Progger für Ziele hat. Am ehsten noch einen Trojaner der via Browserplugin Daten ausspäht, oder?
Sicher, genauso wie unter Windows.
- Ransomware wie der BKA-Virus -> ist nur eben viel schwerer
- Spyware/Trojaner, um Banking etc. auszuhorchen... schon eher machbar und vor allem viel wirkungsvoller
- reine Schadsoftware, die das System nur crashen lässt, seh ich unter Linux eher nicht. Der klassische "format C:" - mäßige Virus ist eher ein Ding der Geschichte. Windows war dafür früher auch ein wirklich dankbares Ziel. Da konnten sich Scriptkiddie-Vandalen durchaus austoben.
In Linux muss man erst mal Programme finden die über 25% der Leute (bei 1,5% Marktanteil) installiert haben, wenn möglich in der selben Version!
Schwachstelle 1: Kernel und systemnahe Anwendungen, die quasi überall installiert ist (z.B. ssh/sshd)
Schwachstelle 2: Browser. Gibt in den direkten Repositories nur 2 wirklich sinnige: Firefox (resp. IceWeasle) & Chromium. Dazu noch Chrome und Opera, schon hast du alles abgedeckt.
Schwachstelle 3: Bibliotheken... einige Bibliotheken existieren unter Windows und Linux in sehr ähnlicher Weise, und mit identischen Lücken. Ein Beispiel dafür war ne JPEG-Dekodier-Bibliothek. Das Ding hatte ne schwere Lücke, hast du eine präparierte JPEG angeguckt wurde darin enthaltener Schadcode gezündet. Nur war der Fix dafür innerhalb von 2-3 Wochen in den Repos der verschiedenen Distributionen verfügbar, Windows Update gabs nach mehreren Monaten.
Windows-Nutzern die potentiell alles mögliche anklicken - dazu zähle ich 3/4 meines Bekanntenkreises - empfehle ich natürlich weiterhin Scanner zu nutzen.
Im Hinblick auf die Masse an Sicherheitslücken in Windows und WIndows-naher Software... Vor Drive-By-Downloads ist man kaum geschützt, da ist ein proaktiver Virenscanner eben doch nett.
Zedar schrieb:
Vielleicht bringt ja Wayland Besserung. Ich bin da skeptisch.
War da nicht was, dass Wayland nicht ohne KMS läuft? Dann wären diesmal NVidia die mit der Arschkarte, denn der proprietäre Treiber bietet kein KMS.... der Catalyst hingegen schon.