News Urheberrechtsverletzungen durch AI: Britannica und Merriam-Webster verklagen Perplexity

Bin echt gespannt was aus den ersten Klagen raus kommt, die Verstöße wirds ja nachweisbar von allen Scrapern geben. Es wäre natürlich schön wenn sich ein offenes Modell zur Lizenzierung (zB Really Simple Licensing - RSL) durchsetzen könnte. Ich fürchte aber das alle großen Parteien ihr eigenes Süppchen Kochen werden, ne Menge Klagen lukrativ gewonnen werden können, und Einzel-, Klein- und Mittelständige Unternehmen komplett auf der Strecke bleiben.
Inzwischen hat Amerika den Kampf gegen "Woke AIs" auf Kosten des Datenschutzrechts schon längst begonnen.
 
Kaufmannsladen schrieb:
Inwiefern ist das Urheberrecht "anachronistisch"?
Weil es fest in der analogen Welt verankert ist. Digitaler Vertrieb, Streaming, Fair Use, der ganze Themenbereich "Karikatur, Parodie und Pastiche", offene Lizenzen - all das wird vom Urheberrecht nicht wirklich angemessen/zeitgemäß berücksichtig, sondern wurde mit Handständen und Klimmzügen ziemlich dürftig auf die "alte Welt" aufgepfropft.
Auch die Laufzeit von Urheberrechten ist z.b. der heutigen Zeit nicht im Ansatz mehr angemessen.
 
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Blutschlumpf schrieb:
ch frage mich wie so eine Vergütung ausschauen/ablaufen soll bzw. wer das kontrollieren soll.
Halte ich für kaum bis gar nicht umsetzbar
Das muß ausgehandet werden. Einfach klauen geht aber nicht.
 
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@forumular
Da funktioiert es auch nicht immer, wie zahlreiche Klagen hier auch immer wieder zeigen. Außerdem sehen hier die Regelungen ebenfalls vor, dass etwas zurückgegeben wird.
 
OpenAI durchforstet doch mittlerweile auch schon live Webseiten bei einer Anfrage.

Hier wäre einfach ein passendes Vergütungsmodell notwendig, es sollte ja ein leichtes sein den vorhanden Traffic von KI auf der eigenen Website zu tracken. Die müssen ja auch mindestens einen Account haben wenn sie hinter die Paywall kommen.

Dann muss eine KI eben nicht pauschal Monatlich sondern je Anfrage bezahlen.
 
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Termy schrieb:
Auch die Laufzeit von Urheberrechten ist z.b. der heutigen Zeit nicht im Ansatz mehr angemessen.
Sehe ich anders. Solange andere mit den Erzeugnissen Geld verdienen, soll auch was zurückgehen. Warum soll ein Unternehmen z.B. mit einer Musik Geld verdienen, für die sie nicht einen Cent ausgegeben oder investiert hat?

Zudem muss jemand die Lizenzen verwalten. Wenn ich Musiker wäre, möchte ich schon entscheiden können, wer meine Musik verwenden darf und wer nicht.
 
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mischaef schrieb:
Solange andere mit den Erzeugnissen Geld verdienen, soll auch was zurückgehen. Warum soll ein Unternehmen z.B. mit einer Musik Geld verdienen, für die sie nicht einen Cent ausgegeben oder investiert hat?
Du bist also generell gegen Gemeinfreiheit?

Falls nicht, dann stellt sich ja nur die Frage nach dem "ab wann". Und da sehe ich eben in der heutigen Welt, wo die Distribution quasi keine Kosten und schon gar keine Vorleistung benötigt keine Rechtfertigung dafür, Urheberrechte über Jahrhunderte bestehen zu lassen.
Alleine schon die Idee, Urheberrechte über den Tod des Urhebers hinaus gültig zu belassen ist absurd, 70 Jahre nach dem Tod ist in meinen Augen absoluter Hohn...

Die gesamte Gesellschaft basiert auf Zusammenarbeit und so ziemlich jeder Fortschritt (egal ob technisch, kulturell oder künstlerisch) baut auf den Errungenschaften vorhergehender Schaffender auf.
Genau wie ein Patentrecht, welches Trivialpatente zulässt und Schutzfristen über unzählige Jahrzehnte bietet, ein starker Hemmschuh für Innovationen ist, so ist ein zu strenges Urheberrecht der Gesellschaft und Kultur als Ganzes abträglich.
 
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Termy schrieb:
Du bist also generell gegen Gemeinfreiheit?
Ich glaube nicht, dass er das meint. Ich glaube, er will darauf hinaus, dass mit "kostenlos" angebotenen Informationen ohne Lizenz Geld gemacht wird. Es gibt im Netz einige Erzeugnisse, bei denen ganz klar darüber steht: "If you paid for this you were scammed."



Als einzige Lösung für das Quellenproblem der KIs kann ich mir im Augenblick nur vorstellen, dass es einen/einige Dienstleister gibt, der/die Daten auf lizenziert und gegen Gebühr den KIs zur Verfügung stellt. Dieser Dienstleister sollte auch das Wissen kuratieren, dadurch würden auch die Halluzinationen verschwinden oder nahezu ausgelöscht werden und gefährliches Wissen ("Wie mische ich Gift?") mit entsprechenden Tags versehen werden. Dadurch können KIs je nach Einsatz und fragender Person mehr oder weniger Fachwissen freigeben.
Man wird ja wohl träumen dürfen... 🙃
 
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mischaef schrieb:
Manche machen sich also die Arbeit und andere können diese einfach nutzen?

Ja, genau das war doch der Grundgedanke des Internets: freier Zugang zu Wissen, offener Austausch und gemeinsames Weiterentwickeln von Informationen. Dass jetzt ausgerechnet Anbieter von Wörterbüchern oder Lexika klagen, ist schon etwas paradox. Sprache, Fakten und Allgemeinwissen gehören niemandem exklusiv.

mischaef schrieb:
Schon mal daran gedacht, dass KI-Bots irgendwann dann nichts mehr haben, was sie durchsuchen können, weil keiner mehr da ist, der solche Seiten betreiben kann?

Niemand verbietet Seiten, weiterhin Inhalte zu erstellen der Schritt zur Paywall oder zu anderen Geschäftsmodellen ist doch längst gemacht. Warum sollte plötzlich niemand mehr Inhalte bereitstellen können?

Natürlich ist nachvollziehbar, dass manche Seitenbetreiber sich benachteiligt fühlen, wenn ihre Inhalte von KI-Systemen genutzt werden vor allem, wenn das ohne erkennbare Gegenleistung passiert. Aber daraus zu schließen, dass deshalb bald niemand mehr Seiten betreiben kann, ist doch etwas überzogen.

mischaef schrieb:
Ziemlich einseitige Sichtweise in meinen Augen. Und das sage ich als Seitenbetreiber, der mittlerweile auch von solchen Dingen betroffen ist.

Klar, deine Perspektive als Seitenbetreiber ist absolut verständlich aber genau da liegt auch ein gewisser Bias. Wer selbst betroffen ist, sieht die Entwicklung natürlich durch die Brille der eigenen Verluste oder Veränderungen und Menschen sind hakt Gewohnheitstiere und kommen nicht gut mit Veränderung, vor allem schneller Veränderung wie z.B. KI, zurecht.

Dass sich Dinge verändern, gerade durch technologische Entwicklungen, ist nichts Neues. Es gab wie gesagt schon Beschwerden, als Google angefangen hat, Suchergebnisse direkt zu beantworten, ohne dass man die Seiten anklicken musste. Trotzdem gibt es weiterhin erfolgreiche Webseiten, Blogs und Plattformen. Warum? Weil sich viele angepasst haben, neue Wege gefunden haben, ihre Inhalte zu präsentieren oder zu monetarisieren.

Wie in jedem Unternehmen muss man sich eben mit der Zeit anpassen wer das nicht tut, bleibt irgendwann stehen, unabhängig davon, ob es um neue Technologien, verändertes Nutzerverhalten oder den Wettbewerb im Netz geht.
 
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Das finde ich gut. Ich hoffe das noch weitere solcher Klagen anhängig werden. Diese Schmarotzer müssen in ihre Schranken gewiesen werden. Es kann nicht sein, daß einer sich die Arbeit macht, und ein anderer schlägt daraus Kapital, ohne etwas anderes zu tun als die Arbeit anderer zu nutzen.
 
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mischaef schrieb:
@forumular
Und am Ende wird es niemanden mehr geben, der etwas in der Hinsicht herstellt...was wäre damit geholfen?

Sehe ich anders. Solange andere mit den Erzeugnissen Geld verdienen, soll auch was zurückgehen.
Genau da muss sich halt etwas ändern. Meiner Ansicht nach werden dennoch Dinge hergestellt - so wie früher im Internet übrigens auch, bevor es durchkommerzialisiert wurde - weil die Leute dazu ein Grundbedürfnis haben. Aber warum nicht einfach so:
Jeder kann sich beim anderen einfach so bedienen (hier also die KI bei der Enzyklopädie) und bei erwirtschaftetem Gewinn wird dann auch automatisch ein Teil ausgeschüttet?

mischaef schrieb:
@forumular
Zudem muss jemand die Lizenzen verwalten. Wenn ich Musiker wäre, möchte ich schon entscheiden können, wer meine Musik verwenden darf und wer nicht.
Nö, genau das kann in der Form weg und gibt ja auch bereits Gerichtsurteile dazu, dass man sampeln darf. Wenn du nicht willst, dass andere etwas mit deinem Inhalt machen, dann lass ihn bei dir im Keller.
 
Stellarix schrieb:
Benutze auch täglich perplexity aber auch die sollten sich an die Regeln halten.
Würdest Du es weiterhin täglich benutzen, wenn Du dafür was zahlen müsstest? Wenn alle KI Betreiber (zu Recht) für "gefarmte Inhalte" sowas wie Lizenzen zahlen müssten (wäre evtl. eine Lösung, sich so außergerichtlich zu einigen) - müssten die Kunden evtl. doch etwas zahlen oder zumindest der Inhalt, bzw. die Anzahl der Prompts pro Tag verringert werden.
 
Cool Master schrieb:
Niemand verbietet Seiten, weiterhin Inhalte zu erstellen der Schritt zur Paywall oder zu anderen Geschäftsmodellen ist doch längst gemacht. Warum sollte plötzlich niemand mehr Inhalte bereitstellen können?

Weil man dafür auch die Zeit haben muss.

Aber die hat man halt leider in einem System nicht mehr, wenn einen niemand mehr für seine Arbeit bezahlt und man sich erstmal einen anderen Job suchen muss, damit der Kühlschrank gefüllt werden kann.
 
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CastorTransport schrieb:
Würdest Du es weiterhin täglich benutzen, wenn Du dafür was zahlen müsstest? Wenn alle KI Betreiber (zu Recht) für "gefarmte Inhalte" sowas wie Lizenzen zahlen müssten (wäre evtl. eine Lösung, sich so außergerichtlich zu einigen) - müssten die Kunden evtl. doch etwas zahlen oder zumindest der Inhalt, bzw. die Anzahl der Prompts pro Tag verringert werden.
Die ganzen reinen AI Firmen sind sowieso ein Minusgeschäft und leben rein von den Geldgebern. Müsste jetzt jeder noch für Urheberrecht zahlen wärs noch schlimmer. Irgendwann hört sich der Hype halt auch auf und die Investoren wollen Geld sehen. Wo die Reise hingeht zeigen die die neuen paar hundert EUR Abos, das würde aber kein Privater zahlen.
 
Termy schrieb:
Alleine schon die Idee, Urheberrechte über den Tod des Urhebers hinaus gültig zu belassen ist absurd, 70 Jahre nach dem Tod ist in meinen Augen absoluter Hohn...

Das hat nichts mit Hohn zutun, sondern mit den verfassungsrechtlichen Quellen der Urheberschaft, also im besonderen Art. 2 I GG und Art. 1 GG (allgemeines Persönlichkeitsrecht & die Menschenwürde) und auch der Eigentumsgarantie aus Art. 14 GG. Das mag für Laien bizarr wirken, ist rechtlich aber nicht angreifbar.

Termy schrieb:
Weil es fest in der analogen Welt verankert ist. Digitaler Vertrieb, Streaming, Fair Use, der ganze Themenbereich "Karikatur, Parodie und Pastiche", offene Lizenzen - all das wird vom Urheberrecht nicht wirklich angemessen/zeitgemäß berücksichtig, sondern wurde mit Handständen und Klimmzügen ziemlich dürftig auf die "alte Welt" aufgepfropft.

Naja, all diese Dinge ändern halt nichts an dem, was Urheberrecht zum Ausdruck bringen will und soll. Das die Ausgestaltung möglicherweise eleganter sein könnte, ok. Aber niemand kann einfach so anderen Menschen ihre Rechte wegnehmen. Genau das soll der Staat, durch die Verfassung verpflichtet, verhindern.

Cool Master schrieb:
Wie in jedem Unternehmen muss man sich eben mit der Zeit anpassen wer das nicht tut, bleibt irgendwann stehen, unabhängig davon, ob es um neue Technologien, verändertes Nutzerverhalten oder den Wettbewerb im Netz geht.

Wieviele Pro-Abos für Paywalls hast du den monatlich so am laufen? Und bei wievielen liest du und zahlst nix?

Schmarall schrieb:
Jeder kann sich beim anderen einfach so bedienen (hier also die KI bei der Enzyklopädie) und bei erwirtschaftetem Gewinn wird dann auch automatisch ein Teil ausgeschüttet?

Und du glaubst ernsthaft, dass Google und Konsorten was von ihren "hart" erwirtschafteten Milliarden abgeben? Viele viele Seiten leben von Klicks mit Werbung. Sind das nur noch Klicks von Bots und KI, fragen sich die Unternehmen, warum sie überhaupt Geld für Werbung ausgeben. Sie könnten die KI selber aus ihrer Presseabteilung mit ihrem Zeug und ihrer Anschauung füttern und die Nutzer würden das dann als Ergebnis bekommen. Finde ich jetzt nicht ideal muss ich sagen.
 
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Djura schrieb:
Bedanken darf man sich bei Google, ...
die das Internet überhaupt erst nutzbar gemacht und dann kommerzialisiert haben. :smokin:

Ich schick dich mal ein paar Wochen Fireball und Yahoo im Jahr 2000 benutzen, dann reden wir weiter.
 
Djura schrieb:
Bedanken darf man sich bei Google, die die Gratis-Mentalität im WWW auf breiter Ebene kultiviert haben.
Nein, der Twist ist die Monitärisierung fremder Inhalte

Die Freiheit des Netztes ist ja gerade - jeder kann seine Dinge publizieren - und manche Verwechseln diese Freiheit mit "muss" Gratis sein und "ich" darf damit Geld verdienen

AuroraFlash schrieb:
Internet überhaupt erst nutzbar
nunja Altavista war ja brauchbar
 
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Bin gespannt ob das alles zu Terminator wird und die Ki dann versucht sich selbst zu schützen
 
Guitarluke schrieb:
Weil man dafür auch die Zeit haben muss.

Aber die hat man halt leider in einem System nicht mehr, wenn einen niemand mehr für seine Arbeit bezahlt und man sich erstmal einen anderen Job suchen muss, damit der Kühlschrank gefüllt werden kann.

Die Zeit hat man. Wie ich schon sagte Paywall ist das Stichwort. Die Frage ist ob es Leute gibt die es zahlen wollen? Geh doch mal auf Spiegel oder Focus und schau wie viele Artikel davon S+ bzw. F+ sind. Zumal in Deutschland muss niemand hungern oder Obdachlos sein. Aber das ist ein Thema für ein anderen Thread. Man wird KI nicht aufhalten können es muss sich daher in der Gesellschaft etwas verändern nicht bei der Technik.
 
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