News US Chips Act: „No free Lunch“ für teilnehmende Unternehmen

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schön wie ihr beim thema bleibt. ich mach gleich wieder auf aber mit manueller freischaltung. ist nicht schwer bei chips zu bleiben, restliche politik oder systemzankerei hat hier nichts zu suchen
 
Ist ja schön und gut, aber warum wurde meine Beiträge aus Dezember auf einmal weg geschoben?😂👍🏻

Dieses Gesetz ist reine Politik, künstliche nicht notwendige Marktanreize zu setzen. Das wird vielleicht den Verbraucherpreis erhöhen, dafür die Stabilität der Versorgung und Sicherheit sorgen, aber das sind mittelfristige Fehlallokation mit ob das den Fortschritt der Chipentwicklung wirklich vorantreibt bin skeptisch könnte sich sogar als bremse herauskristallisieren. Eine Repatriierung der Lieferketten ist erstmal sehr kostspielig und ob da BRD oder EU mitziehen kann wag ich zu bezweifeln.
 
Hier wurde geäußert, dass Taiwan in die Röhre schaut, sobald in den USA ein Haufen subventionierte Fabriken stehen. Es gibt zwei Gründe warum eher das Gegenteil der Fall sein dürfte.

  • Ein strategischer: der Anreiz für China Taiwan zu überfallen dürfte geringer sein wenn klar ist, dass der wirtschaftliche/versorgungstechnische Schaden für die USA sich in Grenzen hält. Vermutlich profitieren die USA sogar indirekt davon, denn (Erfolg der Invasion vorausgesetzt) dann ist die taiwanesische Chipindustrie wahrscheinlich kaputtgesprengt oder -gebombt und was meint ihr wo dann gekauft wird?
  • Ein militärischer: im Kriegsfall um Taiwan werden kurz- und mittelfristig leistungsfähige Chips gebraucht, um einerseits dringend Militärgüter für den Nachschub zu produzieren und außerdem potenzielle Ausfälle für die (Privat-)Wirtschaft auszugleichen. Aktuell wäre beides ein Problem, weil in diesem Fall keine Chips mehr aus Taiwan kommen. Mit den Subventionen soll sich das zumindest graduell und längerfristig ändern. Und zwar sowohl für die USA als auch ggf. beteiligte Verbündete in Asien. Zum Tragen kommt dies weniger bei einem Krieg von wenigen Monaten Dauer (kann keiner sagen wie lange dieser andauern würde), sondern bei eskalativen Maßnahmen - wie einer Seeblocke von Taiwan durch China oder einem "Countdown" - welche sich über längere Zeit hinziehen. Die Chinesen wissen natürlich, dass sich durch die Subventionen die Ausgangslage und Handlungsfreiheit der Amis in diesem Fall verbessert und werden daher relativ vorsichtiger agieren.

Neben der technisch-wirtschaftlichen Bedeutung von Mikrochips zeigen diese Maßnahmen auf jeden Fall, dass sich die militärische Einschätzung der USA bzgl. China und Taiwan geändert hat. Vor 10 Jahren hätte man das chinesische Militär nach eigener Einschätzung noch schnell genug zurückgeschlagen, um eine große Versorgungskrise vermeiden zu können. Inzwischen ist man sich da nicht mehr so sicher. Auch hier wissen das beide Seiten im wesentlichen.

Das ganze Thema Cyberwar kommt noch on Top aber das lasse ich jetzt sonst muss der Mod so viel lesen :D

xxlhellknight schrieb:
unter diesen Bedingungen würde ich kein Geld annehmen. Lass mir doch nicht vorschreiben wie ich meinen Gewinn verteile. Vorallem aus Bereichen in die die amis nichts investiert haben(Fertigungsanlagen im Ausland)
Musst du ja nicht, die Konkurrenz nimmt das Geld dann halt, investiert es vorteilhaft und macht dann die Gewinne alleine.
 
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supermanlovers schrieb:
Taiwan wird mit jeder weiteren Chip Fabrik im Ausland unruhiger.

Zum Ausgleich müssten man Taiwan gestatten nach blieben Waffen in den USA und Europa zu kaufen.
Klingt unschön, aber wahr. Welches Recht haben wir Taiwan den China schutzlos zu überlassen? Keines. Wer in Not ist oder der bedroht wird, dem hilft man. Auch wenn derjenige selbst Fehler gemacht hat. Mir ist auch nichts bekannt mit Bezug aufs Taiwans jüngere Historie.

Ich hoffe, dass die chinesische Führung sich besinnt und sich fragt „Was ist das gut für alle Menschen? Und China?“. Taiwan und China im Frieden.

PS: Taiwan ist auch in Sachen Carbon/Rennräder technisch stark. Habe da Rolle ähnlich der Automobilindustrie.
 
Maine schrieb:
Man kann über die USA unterschiedlicher Meinung sein, aber die machen hier offenbar mal Nägel mit Köpfen bezüglich Chipfertigung.
Vor allem lernen Sie von den Chinesen... Diese haben Investments auch immer mit Ihren Regeln zum "Wohle" des Volkes verknüpft... Das kann auch eine Demokratie... Trauig an sich das es nötig ist aber sonst scheint der Gier ja kein Einhalt geboten zu werden...
 
flaphoschi schrieb:
PS: Taiwan ist auch in Sachen Carbon/Rennräder technisch stark.

Allgemein in der Fahrradindustrie. Ein grosser Teil der Fahrradrahmen kommen aus Taiwan, auch westlicher Marken.
 
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So nachvollziehbar wie das alles ist, so besorgniserregend ist es auch.

China hat eigentlich nur eine Möglichkeit das zu interpretieren: Man wappnet sich gegen mögliche Konsequenzen in Folge eines (bewaffneten) Konflikts. Die Wahrscheinlichkeit, dass es dazu kommt steigt damit, da die "Kosten" für die USA sinken.

Sprich, China wird versuchen sich weiter aufzurüsten.
Und das ganze vor dem Hintergrund, dass sie einen Präsidenten auf Lebenszeit haben.

Man kann nur hoffen, dass die chinesische Bevölkerung da irgendwann nicht mehr mitmachen wird.
 
Artikel-Update: Heute hat das Ministerium noch einmal nachgelegt, und die National Security Guardrails for CHIPS for America Incentives Program veröffentlicht. Diese schließen an die ersten Auflagen an, sind unter dem Stichwort Nationale Sicherheit aber noch deutlich schärfer gefasst und nehmen die Unternehmen noch mehr in die Pflicht. In den kommenden zwei Monaten können diese noch angepasst werden, später im Jahr sollen sie in ein Gesetz gegossen werden.


[Embed: Zum Betrachten bitte den Artikel aufrufen.]
 
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CHIPS is fundamentally a national security initiative.

zum neuesten Update und Zitat der US-Ministerin:

Das schießt den Vogel nun endgültig ab, das ist allergrößte Slapstick-Comedy.

Also das Ausschließen von nahezu jeglichem Chip-Industrie Wettbewerb von China
wird nun auch offiziell und formell als reiner Sicherheitsakt für die nationale Sicherheit herausgestellt.

Da lachen ja buchstäblich die Hühner 😁 🤣

Aber ist schon klar, die Ministerin will natürlich nicht schreiben, dass die USA ihre Oligo- und Monopole
sichern will. Dass das der Grund ist.
Natürlich will die Ministerin nicht schreiben, dass der Chips-Act eine protektionistische Maßnahme
zum Schutz der US-Wirtschaft ist.
Anstatt dessen macht man das nur aus Idealismus, dass die Welt vom Bösen verschont bleibt in Form
von China.

an die Freigabe:
der letzte Absatz wurde nun rausgenommen. Kann man wenigstens das hier in den Kommentaren schreiben?
 
Zuletzt bearbeitet:
Crifty schrieb:
Daumenschrauben vom Staat für eine erfolgsversprechende Militärausrüstung und ohne China Expansion.

Klingt so als würde sich jemand für den Krieg rüsten bzw. für den Notfall.
Vorsicht ist besser als Nachsicht.
 
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Eventuell schaffen die USA ja die Bedingungen so sehr zu verschärfen das kein Anbieter mehr die Subventionen haben will.
 
Maine schrieb:
Man kann über die USA unterschiedlicher Meinung sein, aber die machen hier offenbar mal Nägel mit Köpfen bezüglich Chipfertigung.
So ist es. Richtig so. Sollte die Eu auch forcieren. Unabhängig zu sein, bedeutet nicht gleichzeitig zu verschließen…
 
MDM schrieb:
Das einzige Interesse der USA an Taiwan sind die Chips.
Ein zweites Interesse fällt mir da schon noch ein: China aus Prinzip ans Bein Pinkeln, indem deren expandierendes Einflussgebiet aktiv in Frage gestellt wird.
Natürlich nur im Namen der Demokratie. ;)
Ich sehe zwar vieles an den USA auch kritisch. Dennoch finde ich es gut, dass sie sich auf der wirtschaftlichen Ebene gegen China zur Wehr setzen, Abhängigkeiten verringern und einen Gegenpol darstellen.
 
Finde es gut, dass es an Auflagen gebunden ist. So sollte es immer sein.

DeltaPee schrieb:
So ist es. Richtig so. Sollte die Eu auch forcieren. Unabhängig zu sein, bedeutet nicht gleichzeitig zu verschließen…
Du vergleichst gerade
  • Amtssprachen 1 vs 24 (auf die Länder bezogen)
  • Länder 1 vs 27
usw.

Sicher, die EU müsste loslegen, aber so einfach ist es nicht. Europa ist klein und die Vergangenheit ist dunkel.
 
Erstes Thema Frauen ja es stimmt Frauen kommen leider viel zu kurz bei einer von Männern dominierten Arbeitswelt die Entscheidung finde ich gut.

Beteiligung der Regierung an den Gewinnen der Firmen kann ich auch nachvollziehen wer Geld bekommt, muss auch wieder zurückgeben.

US Militär jahrelang so tun, als wäre China ein freund und jetzt erst merken oh die voll uns an den Kragen wir müssen schnell handeln, sobald China in Taiwan einmarschiert wird unser Militär geschwächt.

Was ich mich jetzt frage, wieso ist bis jetzt keiner auf die Idee gekommen verschlafen oder Unterschätzung eines konkurrierenden Landes.
 
estros schrieb:
Das heißt, Stand jetzt wenn China Taiwan bombardiert, bekommen sie kaum neue Chips fürs Militär. Das ist schon krass, Deutschland mal außen vorgelassen hier ist eh alles verloren ohne die Amis, haben die Amerikaner noch einige Jahre Ungewissheit vor sich.
Wenn China jetzt Taiwan angreift, werden die USA aus genau diesem Grund als Taiwans Schutzmacht auftreten. Flugzeugträger hat man zu diesem Zweck schon in die unmittelbare Nähe verlegt.
 
Prohbiting the recipients of CHIPS incentives from using the funds in other countries
Verstehe ich das richtig? Wenn ich als internationales Unternehmen in irgeneinem anderen Land Vergünstigungen für eine Fabrik dort annehme bin ich raus?! Ich bin gespannt wer sich darauf einlässt. Eigentlich bleibt nur Intel übrig und dann wird es quasi vom Rest der Welt getrennt.
 
nö, das heißt nur dass die firmen die gelder aus dem programm "CHIPS" nur in den USA verwenden dürfen
 
Q-Tea schrieb:
Ich sehe zwar vieles an den USA auch kritisch. Dennoch finde ich es gut, dass sie sich auf der wirtschaftlichen Ebene gegen China zur Wehr setzen, Abhängigkeiten verringern und einen Gegenpol darstellen.
Wenn Europa die lachenden Dritten wären... sind wir aber nicht. Klar nutzt die USA ihre Vorherrschaft über die westliche Hemisphäre aus, aber warum machen wir da ohne Murren und Knurren mit?

Welche Nachteile hatten/haben wir? Wir hatten günstige Energie, wir haben/hatten eine günstige verlängerte Werkbank. Wir haben/hatten einen starken Export. Ich glaube, den Leuten ist nicht klar (und zwar sowohl an der Basis als auch in der Führung), was dass alles bedeutet. Welche wirtschaftliche Folgen dass alles haben wird. Aber... offensichtlich will es die "Mehrheit".
 
und bei uns traut man sich nicht mal zu entscheiden, dass man seine Kommunikative Infrastruktur nicht einem für Spionage bekanntes Land anvertraut. Man schaut weiter weg und hat keinen Schneid, eigene deutsche Interessen mal durchzusetzen, indem man ein eigenes Konsortium dafür bildet, bzw. auf andere Partner setzt.
 
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