News US-Verlage eröffnen digitalen Kiosk

Ich finde die Zeitschrift einfach zu klimaschädlich, seit ich in einer TV-Doku gehört hab, dass eine Seite Papier in der Herstellung so viel CO2 Ausstoß verursache, wie eine Glühbirne, die eine Stunde lang leuchtet - denn mein Laptop verbraucht weniger als eine Glühbirne. Jeder siebte auf der Erde gefällte Baum fällt für die Papierproduktion - in den USA und Sibirien gibts es nach wie vor Kahlschlag für die Papierproduktion. (Kahlschlag bedeutet, Bäume werden schneller gefällt, als sie nachgepflanzt werden können)

In der S-Bahn würde ich auch lieber eine Papierausgabe lesen, aber Inhate die ich eh zu Hause lese, sind digital optimal - ich muss die Zeitung/Zeitschrift nicht extra halten. Wenn ich im Bett ein Buch lese, wirds mir nach einer halben Stunde zu anstrengend, das Buch zu halten, das passiert mir mit dem PC-Bildschirm nicht und seit flimmerfreies LCD CRT verdrängt hat, ist es auch sehr angenehm, digital Texte zu lesen.

Als Mensch, der sich vor ca. sieben Jahren das Rauchen abgewöhnt hat, glaube ich, der Hang am Papier hat zu gewissem Anteil auch etwas mit Gewohnheit zu tun.
 
Der von Lord_Alti gepostete Link ist meiner Meinung nach sehr anschauenswert, vorallem da der freie Journalist namens Thomas Knüwer wirklich den Nagel auf den Kopf trifft, es also schafft kurz und knapp die wesentlichen Probleme zu formulieren.

Nämlich, dass beinahe die gesamten Print-Medien die Wichtigkeit, Reichtweite und Dimensionen des Internets bisher schlicht und einfach nicht begriffen haben.
Weiterhin versuchen viele dieser Verlage, ihr bisheriges Geschäftsmodell einfach ohne jegliche Anpassung im Internet fortzusetzen, was aber sich derartig nicht auf Dauer durchsetzen wird.
Dazu müssten Ideen und alternative Methoden eingebracht werden.



SunnyboyXP0 schrieb:
Printmedien sind meiner Meinung nach wichtig und sollten nicht ganz verschwinden. Das digitale Medium sollte stets das "analoge" ergänzen. Die eine oder andere Plattform gänzlich verdrängen zu wollen, ist nämlich der falsche Ansatz.

Deinem Gedankengang stimme ich voll und ganz zu, denn beide Medienarten habe sowohl grundlegende Nach- als auch Vorteile.
Besonders ist die Nutzung heutzutage noch stark situationsabhängig, da beispielsweise nicht jeder die Möglichkeit oder Lust hat, früh morgens oder beim Mittagskaffee am Stehtisch mit einem digitalen Ausgabegerät sich zu beschäftigen.

Bisher wird von vielen, vor allem von Printmedien, die digitale Form nicht als Möglichkeit zur Weiterentwicklung und Ergänzung gesehen, sondern als Konkurrenz, die sie scheinbar unverständlicherweise meiden, da sie nicht bereit sind von ihren sturen Konzepten abzuweichen.


Mit fortschreitender Zeit wird die digitale Form immer mehr an Bedeutung gewinnen, SunnyboyXP0, und dann auch die analoge Ausgabe zu 99% verdrängt haben.
Besonders wird dieser Trend an Geschwindigkeit aufnehmen, wenn die digitalen Dokumente annähernd die Vorteile ihres analogen Pendanten erreichen.
Bereits in der Gegenwart gibt es rollbare und faltbare Displays, die diese Entwicklung schon aufzeigen.
 
Lotusblüte schrieb:
...
Nämlich, dass beinahe die gesamten Print-Medien die Wichtigkeit, Reichtweite und Dimensionen des Internets bisher schlicht und einfach nicht begriffen haben.
Weiterhin versuchen viele dieser Verlage, ihr bisheriges Geschäftsmodell einfach ohne jegliche Anpassung im Internet fortzusetzen, was aber sich derartig nicht auf Dauer durchsetzen wird....
Es gibt viele Leute, die das einfach so daherreden, aber iregndwie kanns keiner belegen. Zunächst einmal muss man sich fragen, wo stammen denn die Informationen der "kostenlosen Alternativen" her? Die überwiegende Mehrheit der kostenlosen Alternativen sind erstmal die Webportale der Zeitungen selbst und dann kommt ein kleiner Teil durch Blogs wie Telepolis oder Spiegelfechter.com oder viee andere dazu, der keine eigenen Korrespondenten hat, sondern im wesentlichen nur andere Medien nachbearbeitet/auswertet. Wer zahlt den Ursprung der Information?

Dass Problem mit Leuten, die hier von alter Welt und neuer Welt labern, ist, dass diese nur ihr eigenes kleines journalistiches Feldchen überschauen, in dem sie natürlich ohne große Organisation auskommen, aber warum verscheuern denn so viele freie Journalisten ihre Artikel an die alten Verlage, wenn sie der meinung sind, dass man ohne viel besser leben würde? Brauchen die etwa auch gelegentlich Geld zum Überleben? Ich kann ja verstehen, dass man auf die großen Bosse der branche wütend ist, weil die so stinkreich sind, während man selbst überlegt, ob man seine Miete noch bezahlen kann, aber ständig das System schlechtreden und jeden Vorschlag, Bezahlangebote im WWW anzubieten schechtreden - ohne selbst eine Idee zur Finanzierung zu nennen, ist ganz einfach albern - oh ja, ich vergaß, es gibt ja den Lösungsvorschlag alles auf dpa und Reuters zu beschränken, weil das für die ganze Welt genug Korrespondenten wären - in der DDR reichten auch die Sozialistischen Einheits Korrespondenten und überhaupt vergisst man dabei, dass auch dpa und Reuters von den Verlagen Geld bekommen.

Natürlich kann man mehr Qualität liefern, als heute in einigen Zeitungen geboten wird, aber deswegen kann man imho nicht ernsthaft fordern, alle Einnahmen außer Werbung abzuschaffen.

P.S.
Und überhaut frage ich mich, woher einige "freie" Journalisten die Selbstverständnis nehmen, den Verlagen vorzuwerfen, sie hätten om Internet keine ahnung - die meisten haben ihre Webportale jetzt seit zehn Jahren laufen...
 
Zuletzt bearbeitet:
MountWalker schrieb:
Wer zaht den Ursprung der Information?

Das ist eine äußerst elementare Frage im Rahmen dieser Thematik, die sich nicht ohne Konflikte so einfach lösen lässt.
Eine Möglichkeit wäre, dass die Informationen nicht von den großen Verlagen und Agenturen bezahlt werden, sondern dass zu annähernd gleichen Anteilen die Kosten auf die digitalen Verleger verteilt werden.
Derzeit besteht das Problem darin, diese Hürde zu einer völlig neuen Art der Finanzierung zu überwinden, was dazu führt, dass solche Fragen eben nicht ohne Weiteres beantwortet werden können, zumindest derzeit nicht.


MountWalker schrieb:
[...] aber warum verscheuern denn so viele freie Journalisten ihre Artikel an die alten Verlage, wenn sie der meinung sind, dass man ohne viel besser leben würde?
[...] ohne selbst eine Idee zur Finanzierung zu nennen,
[...] alle Einnahmen außer Werbung abzuschaffen.

Wie schon im obigen Absatz angedeutet existieren momentan nicht allzu viele Möglichkeiten, seine Artikel gewinnbringend unter fairen Bedingungen zu vermarkten, ohne sich an größere Verlage zu wenden, da der Onlineabsatz derzeit dafür einfach noch nicht gegeben ist.
Ohne andere Einkommensquellen wählt der freie Journalist dann wohl ab und zu notgedrungen die Methode des Verkaufs an Printmedien, denn wenig oder viel Geld ist nun einmal häufig notwendiger als gar keines.

Wäre die Frage so einfach zu beantworten, dann wäre sie schon längst vom Tisch.
Es müssen ja nicht alle Einnahmen außerhalb der Werbung abgeschafft werden, allerdings wird diese zumindest in naher Zukunft einen großten Teil davon ausmachen, wodurch ein Übergang leichter fallen könnte.

Wie sich alternative Finanzierungsmodelle entwickeln und behaupten werden, bleibt abzuwarten ...

P.S.: Es geht ja nicht unbedingt darum, dass sie überhaupt nicht in dem Bereich tätig wären. Der Punkt ist, dass dabei kaum eine Entwicklung in den 10 Jahren ihrer Webportale stattgefunden hat. Das Konzept dieser ist quasi identisch wie zu Anfang, denn es haben sich in diesem vergleichsweise langen Zeitraum eigentlich kaum alternative Modelle gebildet.
 
Zuletzt bearbeitet:
Wen wunderts, dass die damit erst jetzt kommen. Das "iTablet" steht fast schon in den Startlöchern und was man so liest, hat Apple schon viele Verlage angesprochen, um Inhalte bereit zu stellen. Die wollen VOR Apple was auf die Beine stellen, damit ihr Kuchenstück größer wird, wenn Apple da ist. Ob das so einfach wird, oder ob Apple, wie sonst auch, mit dem besseren Konzept überzeugen kann, wird sich zeigen. Für mich zeigt sich da Angst, die durch die Allmacht durch iTunes und damit zusammenhängende Kooperationen von Apple und Musikverlagen entstanden ist. Das wollen die nunmal nicht auch noch im Bereich "Print".
 
Endlich kommen die Verlage aus ihren eingesessenen Sesseln raus und passen sich der modernen Zeit an.
Den Gewinnverlust haben sie sich "durch nichtstun, oder Rechtstreits" selbst anzuschreiben.
 
@ Lotusblüte

Kaum Entwicklung wohin denn? Festzuhalten ist, dass die Erkenntnis, dass Journalismus nicht allein über Werbung finanzierbar ist auf zehn Jahren Erfahrung darin fußt und wenn jemand rumpöbelt, die bösen Verlage wären nur zu dumm, mit Werbung ohne kostenplichtige Inhalte genug Geld zu machen, sollte er mal ein Konzept vorlegen, wie er meint allein mit Webrung genug Geld zu verdienen. Ich kenne eines, das wird aber keiner, der sowas macht, offen sagen: Man macht, was in Deutschland verboten ist, man schreibt einen Artikel, der Journalismus zu sein scheint und Werbung ist. Das dürfte auch der Grund sein, warum Technik-Blogger die einzigen sind, die im WWW gut verdienen. Ich bin offen dafür, von anderen, hinreichenden Werbefinanzierungsmöglichkeiten zu hören, aber komischerweise sagt dazu niemand was; meckern allein kann jeder.
 
Zuletzt bearbeitet:
Klexy schrieb:
Wen wunderts, dass die damit erst jetzt kommen. Das "iTablet" steht fast schon in den Startlöchern und was man so liest, hat Apple schon viele Verlage angesprochen, um Inhalte bereit zu stellen. Die wollen VOR Apple was auf die Beine stellen, damit ihr Kuchenstück größer wird, wenn Apple da ist. Ob das so einfach wird, oder ob Apple, wie sonst auch, mit dem besseren Konzept überzeugen kann, wird sich zeigen. Für mich zeigt sich da Angst, die durch die Allmacht durch iTunes und damit zusammenhängende Kooperationen von Apple und Musikverlagen entstanden ist. Das wollen die nunmal nicht auch noch im Bereich "Print".

Auf einem LCD-Schirm möchte ich aber ehrlich gesagt keine langen Artikel lesen müssen. Für mich sind Zeitschriften und Zeitungen nur dann interessant wenn sie auf einem e-book-Reader funktionieren und für offene Standards ist Apple eher nicht bekannt, also wird - falls das Angebot überhaupt kommt, Jobs war es ja der sagte "Leute lesen heute nicht mehr" - eher nicht auf solchen lesbar sein.
 
@ MountWalker
Die Entwicklung hätte meiner Meinung nach dahingehend verlaufen können, dass die Onlinepräsenzen der Verlage derart gestaltet sind, dass sie zunehmends die analogen Ausgaben ersetzen und den Benutzer mehr und individueller einbinden.

Technik-Journalismus kann durchaus eine recht hohe Objektivität besitzen, obwohl dieser durch Werbung finanziert wird; dieser muss dem Leser nicht unterbewusst Werbung nahe bringen.
Es gibt durchaus Möglichkeiten, dass der Artikel selbst weitestgehend sich an nicht allzu subjektiven Kriterien orientiert und dass die Werbung stattdessen offensichtlich platziert und kenntlich gemacht wird, beispielsweise nach dem Ende eines Reviews einen Affiliate-Link zu dem entsprechenden Produkt.

Ich bin ebenfalls der Meinung, dass Kritik nur um ihrer selbst willen oder zur Befriedigung der Bedürfnisse desjenigen, der sie geäußert hat, nicht unbedingt sinnvoll sind.
Ein ausreichendes Konzept zur Finanzierung durch die Werbung in diesem Bereich ist sicherlich nicht einfach aufzustellen, weshalb mir selbst die Formulierung eines solchen nicht leicht fällt.
 
Naja das man jetzt etwas eigenes aufbaut weil man Angst hat an ITunes gebunden zu werden verstehe ich.
Apple ist ja nicht gerade für seine guten Konditionen bekannt.
Ich verstehe auch das man so unfassbar gegen Google wettert, da diese sich mit fremden Federn schmücken.
Aber ich sehe auch das sich Jahre lang nichts getan hat, es wurde immer nur am eigenem Newsportal geschustert.

Es kann doch wirklich nicht so schwer sein.
Was wäre wenn Spiegel oder Stern eigene investigative Artikel schon eine Woche vorher für Premium User ins Netz stellt.
Und die Woche darauf ins Häftchen druckt.
Ich kaufe mir gerne den Spiegel, finde das Papier aber lästig, ich habe den Keller voller Fachzeitschriften die ich in meinem Leben nicht mehr lesen werde.
Und Lange Artikel gibt es hier genauso wie in jeder Zeitung.
Wie lang ist den ein Test hier 6-8 Seiten, das ist schon eine menge.
Und bei Spiegel online lese ich auch ab und zu richtig lange klopper, es kommt nicht drauf an wie lang sie sind sondern wie sie geschrieben wurden.
Und bei Spiegel arbeiten wirklich sehr gute Leute.

Wenn man sich mal einen Spiegel kauft sich die Artikel durchliest dann merkt man schnell da sind Leute die haben viel und gut rechaschiert, und das findet man bei Online Medien eher selten.
Online Medien sind oft Copy and Paste, aber dann wiederum so weit abgeändert das es rechtlich unbedenklich ist.
Geht auf Tomshardware und ihr werdet die selben Artikel finden wie hier, umgeschrieben aber der Inhalt ist gleich.
Manchmal wird etwas leicht ergänzt, ich finde das sehr nervig da ich mehr Hinergrund hätte.
 
Zuletzt bearbeitet:
das Problem an der Sache ist doch, dass auf Spiegel Online bereits sehr viel Werbung ist - vier Banner auf der Hauptseite und wenn ich einen Artikel über den Chevrolet Spark (ein Auto) öffne, erscheint da im Artikellayout eine Werbung für Tomtom.

Ich nehme mal an, dass sich Spiegel online so auch tatsächlich selbst tragen kann, aber eben auch nur mit den kurzen Informationen von Spiegel Online, nicht mit dem ausführlichen Inhalt des Spiegel - die Redaktionen sind ja nicht ohne Grund getrennt. Spiegel Online macht sicherlich, was durch Werbung finanzierbar sein könnte, aber das ersetzt keinen 10 Seiten Spiegelartikel. Ich hatte mal ein Spiegelabonnement, das habe ich aber nicht mehr, weil ich Papier nicht mag - ich kaufe mir den Spiegel nur noch wenn ich ma länger unterwegs bin und in der Bahn etwas lesen will. Ich lese jetzt den Spiegel digital, kostenpflichtig - ich finde das hervorragend, ich kaufe mir gern eine digitale Zeitschrift und ich denke, ich bin nicht der einzige.

Man kann das Angebot natürlich noch dadurch verbessern, dass man einzelne Artikel anbietet, sodass gezielt die Artikel gekauft werden können, die einen wirklich interessieren, ohne die Artikel, die einen nicht interessieren - beim Stern kann man ausgabenübergreifende Artikelserien digital kaufen, bei der c't gibts Artikel digital zum Einzelerwerb - leider nur für nicht mehr aktuelle Ausgaben. Ich denke mal, diese verlage, die bereits diese Bezahlinhalte digital über das Internet anbieten, haben auch nicht die Finanzierungssorgen, wie die Verlage, die diese Bezahlinhalte noch nicht anbieten.

Bezahlinhalte sind ja auch nicht neu, ich hab schon vor ich glaube anderthalb Jahren eine Stern-Artikelserie digital gekauft (mich damals aber noch beschwert, dass die Bilder nur in niedriger Auflösung vorhanden waren). Deswegen stößt es mir unangenehm auf, wenn einige jetzt plötzlich Rupert Murdoch und dem Springerverlag vorwerfen, sowas jetzt auch machen zu wollen, wo es Spiegel, Gruhner+Jahr, Heise und einige andere schon lange vormachen. Ich denk mal dem Heiseverlag (c't, iX) wirft niemand vor, vom Internet und der computerisierten Zeit keine Ahnung zu haben - Artikel aus der c't oder der iX gibts aber in der Regel nicht kostenlos.
 
Zuletzt bearbeitet:
Zurück
Oben