News USA erklären Breitbandzugang zum Universaldienst

Ok, mal eine kleine Rechnung von mir zum Thema Breitband mittels Mobilfunk (LTE).

Eine LTE Basisstation schafft optimalerweise 300 MBit/s. Das reicht um 100 Leuten gleichzeitig eine Datenrate von 3 MBit/s zu garantieren.
Um 1 Million Leute gleichzeitig per LTE mit Breitband zu versorgen wären demmach 10.000 LTE Basisstationen notwendig.
Eine LTE Basisstation dürfte sicherlich 50.000 $ kosten. Wir sprechen also von einer Investitionssumme von ca. 500 Millionen $ um 1 Million Leute per Funk garantiert mit 3 MBit/s zu versorgen. Ok, damit wären wir bei 500 $ pro Nutzer das wäre vermutlich noch bezahlbar, aber da kommen ja noch weitere Kosten dazu, wie z.B. Masten, Antennen, Breitband-Anbindung der Basisstationen an das Internet.
Ich habe keine Ahnung was sowas bei 10.000 Basisstationen kostet, sicherlich aber weit über 1 Milliarde $.
 
Ahja, andere kleine Rechnung:
Die reinen Erdarbeiten für 1m (sprich Erde ausheben, Graben ziehen, Erde wieder drauf, ohne Straße aufreißen, nur lockerer Boden) liegen bei ca. 8-10€.
Dann kannst du dir ja ausrechnen was allein ein einziger Kilometer Graben ziehen kostet und dann hast du lediglich ein Loch wo du was reinschmeißen kannst - die Kosten für Material Leitungen, Verteiler, Verstärker usw und deren Installation kommen noch dazu.
Genauso muss man beachten das man die Leitungen nicht einfach unter dem Acker von Bauer Müller verlegen kann, und somit den kürzesten Weg nehmen, sondern es oft genug im zick zack geht und aus 3km Luftlinie schnell mal zig Kilometer werden.
 
Wir reden hier allerdings von den USA. Dort werden in ländlichen Gebieten sogut wie alle Leitungen oberirdisch auf Masten verlegt. Erdverkabelung ist nur in größeren Städten üblich.
Das ist nur in Europa so üblich die Leitungen unterirdisch zu verlegen, von Hochspannungsleitungen mal abgesehen.
Bei den USA reden wir auch von ganz anderen Entfernungen als in Deutschland üblich... Bei den gestiegenen Preisen für Kupfer und gesunkenen Preisen für Glasfaser dürfte es mittlerweile günstiger sein Glasfaserleitungen auf längeren Strecken zu verlegen statt neue Kupferleitungen.
Mit Glasfaserleitungen allein ist es allerdings nicht getan, da ist weitere Technik notwendig um die einzelnen Haushalte anzubinden.
Das Problem der kostenintensiv zu erschließenden "letzen Meile" existiert wohl in jedem Land.
 
Zuletzt bearbeitet:
Deutschlands Politiker und Konzerne plappern und lügen. Vielleicht haben wir bald den DSL-Deckungsgrad sowie -Bandbreitengrad von Simbabwe erreicht, oder den der Mongolei. Ich weiß wovon ich rede?
 
PiPaPa schrieb:
Die Städter zahlen genauso Gelder womit Projekte auf dem Land finanziert werden. Es ist ja nicht so das die Städter goldene Kloschüsseln haben und die Landbevölkerung immer noch auf den Dorf Donnerbalken gehen müssen :rolleyes:

Naja die Kloschüsseln muß noch immer jeder selbst bezahlen.

Aber solange wir nur von den einen Extrem ins Andere fallen kommen wir nicht weiter. Der Aufbau einer Infrastruktur sollte deshalb auch unter langfristigen Aspekten beurteilt werden. Heute achten viele nur noch auf den schnellen Gewinn. Wenn man beim Ausbau unserer Wasserversorgung, des Straßennetzes, der Stromversorgung usw. damals ebenso kurzfristig kalkuliert kätte, würden viele noch kein fließendes Wasser haben.

Klar sind das Dinge die wesentlich lebensnotwendiger sind als ein DSL Anschluss, aber wir sind auch eine Industrienation und dort wird dieser Aspekt immer bedeutender.

Wie oft habe ich schon ein Angebot bekommen das schließlich im Papierkorb landete weil ich gar nicht über den nötigen Anschluß verfüge. Auf der einen Seite jammern die Netzbetreiber das der Ausbau sooo teuer ist, auf der anderen Seite würden sie aber gerne die vielen Angebote verkaufen die einen schnellen Anschluß benötigen.

Wenn man aber langfristig kalkuliert sollte man eine Technik bevorzugen die in 1o Jahren nicht gleich wieder an die Grenzen kommt. Denn dann zahlt man doppelt und dreifach.
 
Technik mit genügend Reserven für die Zukunft gibt es praktisch nur eine: Glasfaser direkt in die Wohnung.
Das Problem ist nur dass dann wieder Straßen oder Bürgersteige aufgerissen werden müss(t)en, was u.U. zu hohen Folgekosten führt u. deshalb nur vorgenommen werden wenn die Straßendecke aus einem anderen Grund aufgerissen wird.
Mittlerweile werden Leerrohre mitverlegt wenn z.B. Bauarbeiten am Wasser- oder Abwassernetz stattfinden.
 
PiPaPa schrieb:
Was soll dieser unsachliche Blödsinn mit Binden usw, hauptsache irgendeine Nazi Anspielung reinbringen?

Fakt ist: Als Grundversorgung reichen 1-3 MBit vollkommen aus. Alles andere darüber ist ein Luxus- und Unterhaltungsgut auf das es kein Anrecht gibt. Wie diese 1-3 Mbit zustande kommen ist auch nicht relevant, ein auf kupfer- oder glasfaserbasierender Anschluss ist nicht zwingend erforderlich.

Mir ging es darum, das man anderen Leute nicht so einfach mit einen Wisch seine Meinung aufdrücken kann, was diese zu lassen oder nicht zu lassen haben. Wenn ich hier so manchen Beitrag lese, habe ich unfreiweillig das Gefühl mich verteidigen zu müssen, was ich mit meinen DSL-Anschluss tue oder eben nicht.

Bei den Kosten und die Machbarkeit sind sicherlich viele Einzelentscheidungen notwendig und können gar nicht so pauschal von euch beantwortet werden. Nicht jeder Ort liegt 100 km entfernt vom nirgendwo und muss auch nicht gleich 1 Millarde zum Anschluss kosten. :freak::freak:

Ich glaube auch nicht, das jeder Haushalt so eine dicke Leitung haben möchte, wie das hier so dargestellt wird. Da wären sicher viele auch mit 3 Mbit zufrieden. Ich glaube nicht das man so pauschal sagen kann, das alle eine dicke Leitung haben wollen.
 
@Lar337:

Du lässt in deiner Argumentation doch vollkommen außer Acht, dass von der Unterversorgung zum Teil Gemeinden betroffen sind, die in Wahrheit gar nicht wirklich da liegen wie sich Hund&Katz gute Nacht sagen.
Ich selber wohne zur Zeit noch in der Nähe von Stuttgart. Der Ort hat einen Bahnanschluss und man ist in etwas über 30min mit der Bahn am Hauptbahnhof Stuttgart. Das ist zwar auf dem Land - aber eben nicht so krass wie sich das Einige vorstellen.

Bis vor ein paar Jahren sich KabelBW erbarmte und den Ort mit Internet versorgt hat, gab es hier nicht mehr als DSL Light (384 kbit meine ich). Total unzumutbar. Das war vor etwa vier Jahren und ist meines Wissen nach auch heute noch so.
Außerdem betrifft soetwas auch jeweils ansässige kleine bis mittelständige Unternehmen, die es sich nicht leisten können auf eigene Rechnung ne Standleitung legen zu lassen.

Aber eigentlich geht es in der CB-Meldung ja um die Vereinigten Staaten. Da sind die Vorraussetzungen sowieso nicht wirklich vergleichbar mit denen in Deutschland.
 
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