von PHP zu ASP.Net

aggroman

Lt. Junior Grade
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Sep. 2008
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449
Hi,

ich bin seit ca. 3 Jahren PHP Entwickler und entwickle Enterprise Loesungen mit PHP (Laravel), HTML5, CSS3, jQuery und Angular. Ich habe einige Bekannte aus dem Studium die als JAVA Entwickler taetig sind. Ich wuerde behaupten, dass ich komplexere Projekte implementiere, dafuer aber auch ca. 10k weniger Geld bekomme. Das Gehalt von PHP Entwicklern scheint allgemein relativ schlecht auszufallen. Mittlerweile ueberlege ich mir zu .Net umzusteigen weil es dort einfach sehr geile Dinge gibt, die mir das Leben vereinfachen wuerden. WebAPI, SignalR, Entity Framework, LINQ …

Hat jemand bereits einen Umstieg zu ASP.Net gewagt und kann eventuell aus 1. Hand berichten (Geld, Produktivitaet, Probleme usw.)? Berichte von Erfahrenen ASP.NEt Entwicklern waeren auch nicht schlecht.

Vielen Dank !!
 
Zwar habe ich mit PHP nichts am Hut, kann Dir aber zumindest das eher negative "Stigma" in der Branche bestätigen. Es ist halt in derselben Ecke wie classic ASP, und wird halt als "Webdesigner-Zeug" abgestempelt. Was da dran ist, mag jeder für sich entscheiden.
Ich habe bereits mehrere PHP-Lösungen in ASP.Net neu entwickelt. Angefangen im Web habe ich in Java/J2EE, das waren komplexere Web-Projekte im Automotive-Umfeld.

Zum Thema ASP.Net kann man sicher stundenlang diskutieren, daher in aller kürze:
- Jobangebote nicht so viele wie in Java, aber sicherlich nicht schlechter bezahlt
- Das .Net-Framework ist mMn. Java weit überlegen, was Programmierfeatures, Standardumfang und allg. "Rundheit" angeht
- Es gibt Web Forms (alt) und MVC (neu)
- Web Forms ist historisch gewachsen und hat viele "Eigenheiten" (ViewState, Postbacks, nicht benutzbare Controls, teilweise problematische Markup-Syntax und ein problematisches Ajax-Framework). Wenn man sich damit auskennt, und Features selektiv benutzt, kann man damit aber auch heute noch sehr gute, dynamische Anwendungen schreiben.
- MVC setzt auf Modularität und offene Standards. Wir haben zB schon Angular mit den MVC-Controllen benutzt, das geht wunderbar. Die Migration eines Web Forms Projektes nach MVC geht beliebig in Stufen. Die Razor-Syntax ist sehr nett.
- Deployment ist im Gegensatz zu Java richtig easy, der IIS ist heute besser als sein Ruf
- Im Linux-Umfeld hab ich noch nichts großes/produktives deployt, aber mal getestet. Die Ergebnisse waren vielversprechend.
 
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Hi,

vielen Dank fuer das Feedback.

MVC waere ohnehin meine wahl gewesen, weil ich im moment auch mit einem MVC Framework implementiere. Mit fertigen Controls kann ich nicht viel Anfangen, da verwende ich lieber Bootstrap oder jQuery UI.

Microsoft pusht im moment extrem stark. Produkte wie Sharepoint, Dynamics, Azure ... sind meiner Meinung nach extrem zukunftsorientiert d.h. dass der Bedarf an .Net Entwicklern steigen duerfte. Das ist noch ein weiterer Grund fuer mich fuer die Umstellung ...
 
Da bist Du mit ASP.Net MVC denke ich total richtig. Das Standard-Template in Visual Studio hat ja bereits jQuery+UI, Bootstrap und den Modernizr drin. Und ansonsten ist in VS ab 2012 alles an Standard-Templates dabei: LESS, SASS, Typescript, CoffeeScript, ...

Die Solution-Struktur und Visual Studio Integration wird in den letzten Jahren auch immer besser, da modularer. Die Web-Features werden immer weniger "fest" in Visual Studio integriert, sondern als Extensions (http://vswebessentials.com/) gepusht. Damit umgeht man das Problem, immer ein aktuelles Visual Studio zu brauchen, das dann eh veraltet. Stattdessen hat man auch in einem älteren Visual Studio alle paar Wochen/Monate neue Featues.

Auch der ganze Aufbau ist mit MVC nicht mehr so monolithisch wie bisher. Man kann zB die Razor-Syntax auch in einem Web-Forms Projekt nutzen, oder die Web-Forms Views in einem MVC-Projekt. Man kann das MVC-Routing und Bundling komplett ohne MVC benutzen, oder in einem MVC-Projekt ganz andere Bibliotheken benutzen. Im Grunde gibt es "ASP.Net MVC-Anwendungen" in diesem Sinne nicht; MVC ist einfach eine Sammlung von Microsoft vorgeschlagener Standard-Bibliotheken.

Noch was: wenn es für Dich eine Option ist, sind die MCP-Schulungen eine Idee. Insbesondere für kleine und mittelständische Unternehmen bist Du dann gefragt, weil man eine bestimmte Anzahl MCP-Mitarbeiter benötigt, um Silver Partner zu werden. Damit werden dann die Lizenzen deutlich günstiger.
 
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