Wie ein renommierter Hersteller sein Versprechen bricht und den Funktionsumfang funktionierender Geräte drastisch einschränkt.
Hallo,
2018 war ich auf der Suche nach meinem erstem Saugroboter. Bereits vorher habe ich mit dem Vorwerk VR200 geliebäugelt, 750€ waren mir aber einfach zu viel. Irgendwann bin ich auf Neato Robotics gestoßen, die 2017 von Vorwerk übernommen wurden und auch deren VR200 gefertigt haben. Dazu Vertrieb von Bürsten und Akkus direkt über den Hersteller. Hatte mich überzeugt und ein „BotVac“ sollte es werden. Über MyDealz wurde ich noch in selbem Jahr bei Amazon Frankreich fündig:

2022 hatte der mitgelieferte Akku bereits merklich abgebaut, sodass ich direkt bei Neato einen Ersatzakku bestellt habe, welcher nebenbei auch noch doppelte so viele Zellen und Soll-Kapazität hatte. Das ganze wohlgemerkt 6 Jahre nach Markteinführung meines „BotVac D3 Connected“!
2023-05 die erste „Hiobsbotschaft“:
Heise - Vorwerk schließt Staubsaugerrobotik-Firma Neato Robotics
Darin hieß es unter anderem:
2025-10 die zweite „Hiobsbotschaft“:
Heise - Vorwerk-Tochter Neato legt Cloud-Server still, Staubsauger verlieren Funktionen
Aus dem ursprünglichen Versprechen von "mindestens fünf Jahre" wurden so keine 2,5 Jahre. Gut gemacht, Vorwerk. Und was heißt das nun konkret? Ganz einfach: Der Saugroboter saugt weiterhin die eigenen 4 Wände, jedoch nur nach manuellem Knopfdruck am Gerät – alle weiteren Funktionen wie Zeitpläne (dazu schreibe ich weiter unten noch etwas) Nogo-Zonen bzw. eben alles, was man vorher über die zugehörige App konfiguriert hat, entfallen.
Die offizielle Begründung dazu lautet wie folgt, wobei ich die Einordnung jedem selbst überlasse:
Auch schön, dass hier nochmal in rot und fett klar gestellt wird, dass Geräte von Vorwerk hiervon nicht betroffen sind:
Die App hat dann noch ein paar Wochen weiter funktioniert, bis dann am 09.11. (für mich) endgültig Schluss war:

Glücklicherweise stellte sich dann bereits am 10.11. heraus, dass der zuletzt eingestellte Reinigungszeitplan lokal auf dem Gerät abgelegt ist, da der Sauger autonom und ohne Verbindung in die Neato-Cloud seine Reinigung begonnen hat, was bei mir auch bereits einen Neustart des Saugers "überlebt" hat. Für mich ist das ganze so nur mehr ärgerlich, jedoch kann ich damit leben. Allerdings frage ich Vorwerk: Warum kommuniziert man an seine Kunden weder das konkrete Enddatum noch eben jenen Umstand, dass der Zeitplan lokal gespeichert wird? So hätte man die Möglichkeit gehabt noch einmal letztmalig einen Zeitplan festzulegen. Kommunikation = 0/10!
Aber Moment, Neato hat doch auch den bzw. die Saugrobotor für Vorwerk gefertigt? Schauen wir uns doch mal die Firmware des VR300 an, welche man bei Vorwerk beziehen kann:
Vorwerk - Kobold VR300 Saugroboter Software Update
Und siehe da, das ist ja eine Neato Firmware, das Binary hat man nicht einmal umbenannt:

Auch die Versionsnummer entspricht der von Neato:

Github - Neato Botvac D3, D3 Pro, D4, D5, and D7 firmware
Aber es kommt noch besser, laut einem Post bei Reddit lässt sich die „Vorwerk-Firmware“ auf einem Neato-Gerät installieren:
(Wobei meine Experimentierfreudigkeit nun eher eingeschränkt ist, solange er anhand des gespeicherten Zeitplans noch seine Runden dreht.)
Ich bin nun nur Laie, wenn aber sich die „Vorwerk-Firmware“ auf einem Neato-Gerät installieren lässt, scheinen sich die Geräte nicht allzu sehr zu unterscheiden und ich wage mal sehr zu bezweifeln, dass es im Sinne der Kunden und der Umwelt nicht möglich gewesen wäre, die verbleibenden Neato-Geräte mit vertretbarem Aufwand in die Vorwerk-Cloud zu migrieren.
An der ein oder anderen Stelle im Netz kam natürlich die Frage auf, ob Vorwerk denn nun zumindest APIs oder Teile der Software offenlegen wird. Aber da die das offensichtlich bis mindestens zum VR300 noch selbst verwendet haben, würde ich mal nicht davon ausgehen, dass in der Richtung was passiert.
Bleibt am Ende nur wieder folgender dringender Rat:
Kauft nur Smarthome-Produkte, die sich auch lokal OHNE Anbindung an eine Hersteller-Cloud nutzen lassen oder auf deren „Onlinefunktionalität“ ihr verzichten könnt, denn was hier passiert ist, ist weder das erste noch das letzte Mal.
An dieser Stelle muss ich für mich allerdings anmerken, dass 2018 der Markt an Saugrobotern noch bedeuten kleiner war und auch Valetudo als wohl prominentestes Open Source Projekt in der Richtung erst 2018 gestartet ist.
Valetudo - Free your vacuum from the cloud
Und für mich persönlich hat sich Vorwerk als einer der bevorzugten Hersteller nun eher verabschiedet... .
Hallo,
2018 war ich auf der Suche nach meinem erstem Saugroboter. Bereits vorher habe ich mit dem Vorwerk VR200 geliebäugelt, 750€ waren mir aber einfach zu viel. Irgendwann bin ich auf Neato Robotics gestoßen, die 2017 von Vorwerk übernommen wurden und auch deren VR200 gefertigt haben. Dazu Vertrieb von Bürsten und Akkus direkt über den Hersteller. Hatte mich überzeugt und ein „BotVac“ sollte es werden. Über MyDealz wurde ich noch in selbem Jahr bei Amazon Frankreich fündig:

2022 hatte der mitgelieferte Akku bereits merklich abgebaut, sodass ich direkt bei Neato einen Ersatzakku bestellt habe, welcher nebenbei auch noch doppelte so viele Zellen und Soll-Kapazität hatte. Das ganze wohlgemerkt 6 Jahre nach Markteinführung meines „BotVac D3 Connected“!
2023-05 die erste „Hiobsbotschaft“:
Heise - Vorwerk schließt Staubsaugerrobotik-Firma Neato Robotics
Darin hieß es unter anderem:
Schade um die Firma, 5 Jahre sind aber noch eine lange Zeit – dachte ich mir… .Dabei handelt es sich um 14 Mitarbeitende, die für "mindestens fünf Jahre" die Sicherheit der Cloud-Services von Neato sicherstellen sollen. Darüber hinaus sei der Service sowie Ersatz- und Verbrauchsteile für Geräte von Neato Robotics über den gleichen Zweitraum gewährleistet.
2025-10 die zweite „Hiobsbotschaft“:
Heise - Vorwerk-Tochter Neato legt Cloud-Server still, Staubsauger verlieren Funktionen
Aus dem ursprünglichen Versprechen von "mindestens fünf Jahre" wurden so keine 2,5 Jahre. Gut gemacht, Vorwerk. Und was heißt das nun konkret? Ganz einfach: Der Saugroboter saugt weiterhin die eigenen 4 Wände, jedoch nur nach manuellem Knopfdruck am Gerät – alle weiteren Funktionen wie Zeitpläne (dazu schreibe ich weiter unten noch etwas) Nogo-Zonen bzw. eben alles, was man vorher über die zugehörige App konfiguriert hat, entfallen.
Die offizielle Begründung dazu lautet wie folgt, wobei ich die Einordnung jedem selbst überlasse:
Neato - Announcement - 6th Oct 2025Since 2023, cybersecurity standards, compliance obligations, and regulatory frameworks have advanced significantly. Under these new conditions, the existing cloud infrastructure can no longer be maintained in a reliable and future-proof way. Updating this environment would not be technically meaningful, nor would it ensure the level of quality and sustainability our customers can expect.
Auch schön, dass hier nochmal in rot und fett klar gestellt wird, dass Geräte von Vorwerk hiervon nicht betroffen sind:
This decision affects only Neato Robotics. Other Vorwerk products and services remain fully unaffected.
Die App hat dann noch ein paar Wochen weiter funktioniert, bis dann am 09.11. (für mich) endgültig Schluss war:

Glücklicherweise stellte sich dann bereits am 10.11. heraus, dass der zuletzt eingestellte Reinigungszeitplan lokal auf dem Gerät abgelegt ist, da der Sauger autonom und ohne Verbindung in die Neato-Cloud seine Reinigung begonnen hat, was bei mir auch bereits einen Neustart des Saugers "überlebt" hat. Für mich ist das ganze so nur mehr ärgerlich, jedoch kann ich damit leben. Allerdings frage ich Vorwerk: Warum kommuniziert man an seine Kunden weder das konkrete Enddatum noch eben jenen Umstand, dass der Zeitplan lokal gespeichert wird? So hätte man die Möglichkeit gehabt noch einmal letztmalig einen Zeitplan festzulegen. Kommunikation = 0/10!
Aber Moment, Neato hat doch auch den bzw. die Saugrobotor für Vorwerk gefertigt? Schauen wir uns doch mal die Firmware des VR300 an, welche man bei Vorwerk beziehen kann:
Vorwerk - Kobold VR300 Saugroboter Software Update
Und siehe da, das ist ja eine Neato Firmware, das Binary hat man nicht einmal umbenannt:

Auch die Versionsnummer entspricht der von Neato:

Github - Neato Botvac D3, D3 Pro, D4, D5, and D7 firmware
Aber es kommt noch besser, laut einem Post bei Reddit lässt sich die „Vorwerk-Firmware“ auf einem Neato-Gerät installieren:
Reddit - Vorwerk VR300 Firmware on Neato D3, D4, D5, D6 & D7The newer VR300 firmwares (up to 4.6.4 which is the current release as of posting), will actually install on D series bots, similar to how you can actually install VR100 firmware on the old XV bots with the right firmware (there's a thread on RobotReviews with more details on how to do this).
(Wobei meine Experimentierfreudigkeit nun eher eingeschränkt ist, solange er anhand des gespeicherten Zeitplans noch seine Runden dreht.)
Ich bin nun nur Laie, wenn aber sich die „Vorwerk-Firmware“ auf einem Neato-Gerät installieren lässt, scheinen sich die Geräte nicht allzu sehr zu unterscheiden und ich wage mal sehr zu bezweifeln, dass es im Sinne der Kunden und der Umwelt nicht möglich gewesen wäre, die verbleibenden Neato-Geräte mit vertretbarem Aufwand in die Vorwerk-Cloud zu migrieren.
An der ein oder anderen Stelle im Netz kam natürlich die Frage auf, ob Vorwerk denn nun zumindest APIs oder Teile der Software offenlegen wird. Aber da die das offensichtlich bis mindestens zum VR300 noch selbst verwendet haben, würde ich mal nicht davon ausgehen, dass in der Richtung was passiert.
Bleibt am Ende nur wieder folgender dringender Rat:
Kauft nur Smarthome-Produkte, die sich auch lokal OHNE Anbindung an eine Hersteller-Cloud nutzen lassen oder auf deren „Onlinefunktionalität“ ihr verzichten könnt, denn was hier passiert ist, ist weder das erste noch das letzte Mal.
An dieser Stelle muss ich für mich allerdings anmerken, dass 2018 der Markt an Saugrobotern noch bedeuten kleiner war und auch Valetudo als wohl prominentestes Open Source Projekt in der Richtung erst 2018 gestartet ist.
Valetudo - Free your vacuum from the cloud
Und für mich persönlich hat sich Vorwerk als einer der bevorzugten Hersteller nun eher verabschiedet... .
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