Vergleiche 2 Frames und schon hast du die Antwort. Die Frage ist extrem suggestiv. Laut Fragestellung ist der Nutzdatenanteil in einem WAN per se niedriger als in einem LAN. Dabei wird überhaupt nicht in Betracht gezogen, dass diese Aussage bereits falsch sein könnte. Denn ob du eine beliebige Menge an Nutzdaten in einem Ethernet-Frame über WAN oder über LAN verschickst, ist irrelevant. Das Frame enthält dieselbe Menge an Nutzdaten für beide Topologien. Deine Annahme ist also falsch, Ethernet-Frame = Ethernet-Frame unabhängig vom Provider und hängt einzig und allein an der Frame-Spezifikation.
Was aber tatsächlich der Wahrheit entspricht: Je größer die Erwartung einer Signalstörung, umso aufwendiger das Netzsicherungsprotokoll. Gemessen an dem Ethernet-Frame mag der Nutzdatenanteil gleich sein, gemessen an der Bruttodatenrate des Übertragungsmediums kann das dann schon variieren.
Beispiel mit FIKTIVEN Zahlen:
Drei identische Fernmeldechips können über einen homogenen Draht 200 Signale pro Sekunde verteilen. Dabei verschwinden wegen der Homogenität alle 20 Meter ein Signal.
Möchten wir jetzt 3 Endpunkte über eine Strecke von 10 Metern verbinden, können wir das so machen: Unser fiktives Protokoll hat als Overhead: Den Empfänger (2 bit), den Sender (2 bit), eine Parität, ob das Signal gekippt ist (1bit). Jedes Frame lassen wir 50bit lang sein - 45bit Nutzdaten, bzw. 90% Nutzdaten. In diese 45bit kann dann z.B. ein Ethernet-Frame.
Wollen wir mit denselben Fernmeldechips jetzt eine Strecke von 90 Metern überbrücken, haben wir wegen der Leitungsstörung ein Problem - wir müssen hier mit 5 Fehlern des Signals rechnen, ein Paritätenbit reicht also nicht. Wir nehmen hier also 5 intelligent verteilte paritätenbits an, um ein paket als fehlerhaft erkennen zu können. In unserem Header stecken jetzt der Empfänger (2bit), der Sender (2bit), und die Korrektur (5bit). Beschränken wir jetzt das Frame wieder auf 50bit, dann haben wir nur noch 41bit, bzw. 82% Nutzdaten. Wir können jetzt sagen, unser Frame wird auf 54bit aufgebläht, damit wir wieder 45bit Nutzdaten haben, dann steigt der Nutzdatenanteil leicht auf 83% - bleibt aber hinter der Variante mit nur einem bit hinterher.
Worauf ich hinaus will: Zwei Frames aus dem gleichen Protokoll haben auch den gleichen Nutzdatenanteil. Der Nutzdatenanteil berechnet sich niemals ohne Bezug. Nimmst du ein Ethernet-Frame als Bezug, ist der Nutzdatenanteil immer höchstens 1500 Bytes von 1538 Frame-Bytes, egal ob LAN oder WAN. Und damit für beide Varianten exakt gleich. Nimmst du aber die Symbolrate der L1-Schicht als Basis, dann wirst du sehr schnell sehr große Unterschiede feststellen was die Nutzdaten eines Ethernet-Frames gemessen an den verwendeten L1-Symbolen beträgt. Die Frage ist also nicht ganz so leicht zu beantworten - der Bezug muss klargemacht werden.