warum tut Microsoft nichts gegen Toolkits?

papsti7

Lt. Junior Grade
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Hallo,

ich habe mir schon seit längerem gefragt, warum es so einfach ist Windows oder Office zu aktivieren(für immer).

Es gibt diverse Möglichkeiten diese Produkte freizuschalten ohne etwas zu zahlen, da frage ich mich, ob es so schwer ist dies zu prüfen oder ob es Absichtist, nichts zu unternehmen, um vielleicht den Marktanteil nicht zu gefährden?

Vielleicht weiß ja jemand was darüber oder arbeitet selbst bei Microsoft, würde mich interessieren, da die Produkte viel Arbeit sind und diese dementsprechend entlohnt werden sollte meiner Meinung nach.

Danke fürs lesen und ich bin auf die Antworten gespannt. :)

PS: Wenn das Thema falsch ist hier, bitte in das richte Subforum verschieben.
 
es gibt immer einen weg, die hersteller zu bescheissen und zu beklauen. das ist schon seit jahren so.
ist auch ein grund, dass diese immer teurer werden, damit werden die antiklau-mechanismen finanziert. so gesehen ist jeder raubkopierer nicht nur ein produkt-pirat sondern auch ein produkt-verteurer..
 
die verdienen mit den Privatleuten sowieso kaum Geld, drum juckt die das bei denen nicht arg. So richtig verdienen die an OEM Großkunden (DELL, HP, etc) die wiederverkaufen und Großkonzernen (Daimler, Siemens, GE, usw), und die zahlen pro Lizenz und haben sowieso nur einen Schlüssel
 
Eine Software, die leicht für jedermann Zugänglich ist vergrößert natürlich die Userbase und das ist immer gut. Zudem hat MS Möglichkeiten diesen Hahn abzudrehen, wenn der Zeitpunkt gekommen ist. Also ist es wohl auch gewollt.

Zudem glaube ich, dass das in Europa und Nordamerika ein zu vernachlässigender Anteil ist. Die Masse kauft sich einen Rechner mit Lizenz von der Stange und auch wenn viele hier immer gern glauben die PC Welt dreht sich nur um sie, so ist die PC Selberbaufraktion doch recht klein und da soll es nicht nur schwarze Schafe geben.

Ich kann aber im Fall von MS wirklich keinen Grund finden Windows und Office zu nutzen und dies nicht legal zu erwerben. Studenten bekommen Windows kostenlos über Dreamsspark, kleine Firmen können das ActionPack nutzen und als privat Person bekommt man Windows als SB Edtion für kleines Geld und das Office Jahres Abo mit fünf Lizenzen und 1 TB OneDrive pro User (also 5 x 1TB) inklusive ist auch nicht der Rede wert. Wer das nicht bereit ist zu investieren, sollte einfach auf OpenSource Alternativen wechseln.

Hier gibt es massig Leute, die mal gerne großes Geld für Hardware ausgeben und kein Problem haben allein 500 EUR für ne neue Grafikkarte plus 60 EUR für den nächsten AAA Spieletitel zu bezahlen, aber bei OS/Software schnorren sie sich alles zusammen.

Schöne Beispiele dazu gibt es in der Musikindustrie und bei den CAD/3D Produkten, hier gibt es einige Firmen, die seit Jahren über Umwege die "Trial-Zeit" ins unendliche strecken lassen und andere, die eben diese Möglichkeiten radikal geschlossen haben. Und gerade die leichter zugänglichen Produkte erfreuen sich später dann auch im Produktiven und lizensierten Dasein großer Verbreitung.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hier im Forum, wird wohl niemand eine Antwort auf deine Fragen haben. Am Besten du schreibst eine Mail an Microsoft und fragst dort nach dem Grund.

LG
Dodger
 
Microsoft weiß das kein Schutz etwas bringt, da er immer geknackt wird. Darum wird keine Zeit oder Geld mit sinnlosen Schutz Maßnahmen vergeudet. Denn das treibt nur die Kosten nach oben, bringt aber nicht mehr Umsatz.
Leider sind nicht alle so clever wie Microsoft und gängeln ihre Kunden unnötig.
 
Das Problem an effektiven Kopierschutzmaßnahmen ist, dass diese diverse Randbedingungen erfüllen müssen um als "unknackbar" zu gelten. Natürlich sind sie nicht wirklich unknackbar, aber sie können so irre schwer sein, dass es für den Pirat nicht mehr lohnt, einen solchen Hack zu nutzen. Diese Randbedingungen müssten sein:

- Das Programm muss an vielen verschiedenen Stellen prüfen, ob es echt ist, nicht an einer einzigen.
- Das Programm braucht eine externe Verifikation solcher Prüfungen, damit sichergestellt werden kann, dass nicht diese Echtheitsprüfung kompromittiert wurde.

An diversen Vorfällen in der Vergangenheit hat man aber gesehen, dass diese Maßnahmen a) nie von Erfolg gekrönt waren, irgendein Umweg wurde immer gefunden und b) Dabei oft der legale Nutzer in Mitleidenschaft gezogen wurde, da die externe Verifikation über einen Onlinezwang bewerkstelligt wird (ich möchte hier keine Beispiele wie Ubisoft nennen). Außerdem wäre ein solches Produkt unwartbar.


Dass Microsoft nichts gegen Piraterie unternimmt ist übrigens auch nicht wahr. Microsoft beschäftigt ein paar Tausend Leute, die ihre Software nur auf Angreifbarkeit von außen prüfen, um gefundene Lücken dann schließen und gefundene Hacks erschweren zu können. Außerdem ist Office Online ein Beispiel, wie es funktionieren kann. Da aber Onlinezwang nicht für jedermann tragbar ist, gibt es auch noch herkömmliche Office-Versionen zu kaufen.

Und es gibt auch eine größere Zahl Leute, die noch alte Office-Versionen mit illegalem Schlüssel nutzen. Dagegen kann Microsoft kaum vorgehen, weil selbst ein Patch nicht hilft - diese Leute würden den Patch schlicht nicht aufspielen.


Oder in Kurz: Wirksame Kopierschutzmaßnahmen bestrafen nur die ehrlichen Kunden. Da bei Microsoft aber seit ein paar Jahren Kundenzufriedenheit echt wichtig geworden ist, wählt man diesen Weg eben nicht.
 
Ein Grund ist, dass das Aktivierungssystem schon immer verschiedene Wege kannte eine Software zu aktivieren.

- Ein Enduser aktiviert direkt bei Microsoft
- Große Hersteller bekommen spezielle Massenaktivierungskeys
- Firmen bekommen eigene Aktivierungsserver für ihre Volumenlizenzen

Wenn man sich über die Zeit mal die automatischen Aktivierungsmedthoden anschaut, dann merkt man schnell, dass diese über die Zeit auch immer komplexer wurden. Microsoft tut also schon etwas gegen solche illegalen Aktivierungsmethoden.

Beispiel:

Bei Windows XP war Microsoft noch sehr naiv und hat Produktschlüssel zur direkten Offlineaktivierung von Firmenversionen von Windows verwendet. Diese Keys wurden ins Internet gestellt und jeder konnte sie nutzen, obwohl er nicht dafür bezahlt hat.

Windows Vista und Windows 7 hatten diese Funktion nicht mehr. Dafür gab es eine Lücke bei der OEM-Herstelleraktivierung. Diese erfolgte auch offline wenn sich im BIOS und im Windowssystem bestimmte Zertifikate befanden und ein Hersteller-Massenaktivierungsschlüssel (Dell, HP, etc.) im System eingetragen wurde.

Auch die Aktivierungsmöglichkeit über firmeneigene Lizenzserver wurde breit verfügbar gemacht, indem eben diese Toolkits die Aktivierungsserveradresse im Windowssystem auf irgendwelche Server im Ausland umgesetzt haben und darüber mit einem speziellen Aktivierungsschlüssel Produkte aktivierten. Manche Toolkits emulieren auch selber einen Aktivierungsserver (mit QEMU) und aktivieren Windows lokal darüber.

Es ist sehr schwer für den Hersteller auf der einen Seite eine praktikable Aktivierungslösung für alle möglichen Kundenkreise zu erstellen und es auf der anderen Seite nahezu "unknackbar" zu machen.

Die Aktivierung an und für sich ist schon sehr aufwändig und basiert auf digitalen Fingerabdrücken und Zertifikaten. Alles basierend auf einer Public-Key Infrastruktur. Man kann sich im Windows System dazu auch etwas anschauen, und zwar DRM-Dateien im XML-Format die von der SPP (Software Protection Platform) verwendet werden.
Im Pfad c:\Windows\System32\spp\tokens sind diese Dateien gespeichert. Man kann sie in ein temporäres Verzeichnis kopieren und die Dateiendung von .xrm-ms auf .xml ändern und dann mit einem Internetbrowser öffnen. Die zeigen die XML-Struktur schön formatiert an.
 
Servus,

also ich bin froh, das die nichts gegen Toolkits unternehmen...

Jetzt nicht falsch verstehen, ich nutze nur ein Toolkit für Office Prof 2013..

Jetzt aber mal zum Hintergrund:

Habe Mitte 2014 bei einer Elektronik Firma eine 2 PC Lizenz für Office Prof. 2013 Plus gekauft und unter Windows 7 ohne Probleme installieren und aktivieren können..
Nach über einem Jahr, bei Umstieg auf Windows 10 meldet mir nach Neuinstallation, das der Office Key NICHT gültig ist.
Auf 2. PC mit Update von Win7 auf Win10 läuft Office mit dem Key ohne Probleme.

Auf Nachfrage bei der MS Hotline (war eine richtige Odyssee) wurde mir mitgeteilt, das der Office Key nicht für privaten Gebrauch ist.
Der Einwand, das nach BGH Urteil (schlagmichtot, weiß ich jetzt nicht mehr) ein Ent-Bundeln und Weiterverkauf erlaubt sei, interessierte MS überhaupt nicht...

Mach ich mich jetzt strafbar? Ich habe hier eine Original Rechnung mit 2 PC Office 2013 Plus Lizenz. Auf 2. PC mit Update auf Win10 läuft es ohne Probleme. Auf 1. PC wird mir nach kompl. Neuinstallation ein Ungültiger Key gemeldet.

Da bin ich mal um Meinungen gespannt... :D
 
Meines Wissens sind die Plus keys nicht entbundlebar. Daher würde ich jetzt, ohne nochmal genauer nachzuschauen, sagen das du bisher nicht im Besitz einer gültigen Lizenz warst.

Btw klingt der Begriff Toolkit im Zusammenhang mit Aktivierung nicht richtig. Darunter versteht man eher eine Sammlung nützlicher Tools.
 
Garinga schrieb:
Habe Mitte 2014 bei einer Elektronik Firma eine 2 PC Lizenz für Office Prof. 2013 Plus gekauft und unter Windows 7 ohne Probleme installieren und aktivieren können..

Für nen Appel und 'n Ei nehm ich an? Wende dich doch mal an deinen Händler und frag ihn was er dir da verkauft hat. Und wie er darauf kommt Lizenzen aus Volumenlizenzprogrammen für einen FAntasiepreis an private Einzelpersonen verkaufen zu können.

Mit BGH-Urteilen brauchst du bei der Hotline erst gar nicht anfangen. Auf sowas können die Mitarbeiter dort nicht eingehen. Das ist nicht ihre Aufgabe. Eine erfolgreiche Aktivierung bestätigt dir übrigens weder bei Windows noch bei Office, dass du die Lizenz rechtmäßig einsetzt.

WhiteShark schrieb:
Btw klingt der Begriff Toolkit im Zusammenhang mit Aktivierung nicht richtig. Darunter versteht man eher eine Sammlung nützlicher Tools.

Es ist auch eine Sammlung nützlicher Tools. Nur eben für die unrechtmäßige Aktivierung verschiedener Windows und Office Versionen.
 
Zuletzt bearbeitet:
LieberNetterFlo schrieb:
die verdienen mit den Privatleuten sowieso kaum Geld, drum juckt die das bei denen nicht arg. So richtig verdienen die an OEM Großkunden (DELL, HP, etc) die wiederverkaufen und Großkonzernen (Daimler, Siemens, GE, usw), und die zahlen pro Lizenz und haben sowieso nur einen Schlüssel

Das ist ein Grund. Ein anderer ist, dass es mittlerweile massig Freeware-Alternativen gibt, oder Online-Schreibprogramme wie von Google ect.. Sicher fehlen einige Funktionen, die jedoch der Privatanwender zu 90% nicht mal kennt.

Etwas Ähnliches passiert mit den ganzen illegalen Win 7 -Kopien in Osteuropa und China:
Da läuft Win 7 auf den Rechnern, ohne legalen Key oder Crack- trotzdem wird ein Upgrade auf Win 10 angeboten, das dann ganz offiziell aktiviert, also legalisiert wird. Alles mit Microsofts Genehmigung.

Wer in Russland/ Ukraine Win 10 benötigt- kauft für 1-3 Euro Win 7 an der Straßenecke- Upgrade- ;).

Warum macht das MS mit ? Weil sie lieber hunderte Millionen Win 10 PC in Benutzung sehen wollen, als Markt-Anteile an Android oder Apple abgeben zu müssen.
 
Wohl eher weil sie eh dagegen nicht ankommen.
Sieht man ja an PC Fritz, Jahrelange Gerichtsverhandlung und was hat Microsoft davon?
http://www.spiegel.de/netzwelt/web/...u-sechs-jahren-haft-verurteilt-a-1036159.html
Einer weniger und in der Zeit sind zigtausend neue Dubiose Verkäufer aufgetaucht.
Die Staatsanwälte würden wohl auch blöd schauen, wenn Microsoft jeden Tag zig Händler Anzeigen würde.
Aber sperren kann Microsoft ja immer!
http://www.focus.de/digital/compute...anipulierte-produktschluessel_id_4320848.html
 
Larve74 schrieb:
Warum macht das MS mit ? Weil sie lieber hunderte Millionen Win 10 PC in Benutzung sehen wollen, als Markt-Anteile an Android oder Apple abgeben zu müssen.

Klar. Und die ganzen anderen Softwarehersteller die sich mit Cracks und Keygeneratoren herumschlagen müssen tun somit auch nichts gegen die illegale Nutzung ihrer Programme, weil sie sonst Marktanteile verlieren würden, oder wie?

Adobe Software hat z.B. auch Seriennummern und Onlineaktivierungugsgedöns. Und mit Creative Cloud geht man auch den nächsten Schritt zur Abosoftware, genau wie MS mit Office 365. Trotzdem gibts die Produkte illegal im Netz. Adobe tut wohl absichtlich nichts dagegen :rolleyes:
 
Mir sagte mal ein Anwalt das MS nichts unternimmt wegen dem Image, die wissen wer das benutzt gehen aber nur gegen Firmen vor.
 
Das kommt ja noch dazu, gegen die Millionen Privat Leute mit Cracks ist ja eh kein Kraut gewachsen.
Was soll Microsoft da auch machen außer den Key sperren wenn möglich..
Da brauchte es ja ein Heer von Abmahnanwälten,
Irgendeinen trifft es ja wohl immer mal, aber darüber liest man ja nichts.

Gegen die ganzen dubiosen Billig OEM Key Händler kommt Microsoft auch nicht an und wie gesagt müssten die alle von Microsoft Angezeigt werden, der Staatsanwalt und die Gerichte müssten sich damit beschäftigen.

Was das in DE für ein Akt ist, kann sich ja jeder vorstellen, siehe PC Fitz und der ist letztlich in 1. Linie wegen Steuerhinterziehung verurteilt worden.
http://www.crn.de/software-services/artikel-106694.html
und dann noch Revision eingelegt.
http://www.genios.de/presse-archiv/...S-A-379A546D-92EC-4CDB-8E64-0C31C5BA1C6A.html
Der Sitzt noch immer nicht.
 
Zuletzt bearbeitet:
DocWindows schrieb:
Klar. Und die ganzen anderen Softwarehersteller die sich mit Cracks und Keygeneratoren herumschlagen müssen tun somit auch nichts gegen die illegale Nutzung ihrer Programme, weil sie sonst Marktanteile verlieren würden, oder wie?

Kleinere Software-Entwickler sind direkt vom Verkauf ihrer Lizensen abhängig. MS dagegen will zukünftig Windows als Basis nehmen (deshalb auch das geldkostenfreie Upgrade, deshalb auch kein Win 11) um Marktanteile zu sichern und beispielsweise Appstore-Software zu verkaufen. Da interessiert MS weniger, ob auf Win 10 von einem illegalen Win7/8.1 geupgraded wird oder nicht. Hauptsache Windows 10 läuft drauf. Mit dem OS allein verdienen die kein Geld mehr im privaten Bereich.
 
Danke für die interessante Diskussion mit den vielen schlagkräftigen Argumenten. Nun verstehe ich auch warum MS nicht komplett den Hahn abdreht im privaten Bereich.

MS hat halt einen Hintergedanken dabei, der von größerer Bedeutung sein wird.
 
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