Was bleibt einem Beamten bei 3.800 brutto ?

garfunkel74

Commander
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Hallo,

aufgrund der nicht wirklich weiterhelfenden Online Rechner für Beamtehgehälter wollte ich mal nachfragen was folgender Bruttoverdienst am Ende netto ergibt.

Männlich, Mitte 50, verheiratet, 2 Kinder (mitte 20), Steuerklasse 3 und 3.800 Brutto/Monat im Polizeidienst.

Würde mich interessieren was da dann netto übrig bleibt.
 
Natürlich zahlen Beamte steuern, wie andere auch.

Sie sind allerdings nicht Arbeitslosen und Rentenversicherungspflichtig. Dürfte ca. 10-12% weniger abzüge vom Bruttolohn bedeuten, kannst ja gegenrechnen.

Für sowas gibt es eine entsprechende Seite von offizieller Seite:
https://www.abgabenrechner.de/
 
Zuletzt bearbeitet:
Guter Witz, dass wir Beamte keine Steuern bezahlen. Lediglich die Renten- und Arbeitslosenversicherung fällt weg. Dafür ist die (private) Krankenversicherung mit Kindern teurer. Wiar haben allerdings den Vorteil, dass unsere Pensionsansprüche höher ausfallen.
 
ok, streicht das wort "Steuern" und ersetzt es durch "weniger Versicherungen"
und alle sind glücklich ;)
 
Na ja, mit 3 Kindern geht die Krankenversicherung schon ins Geld (pro Kind etwa 80 € extra). Als Alleinverdiener ist auch der Ehepartner nicht beitragsfrei mitversichert, der kostet auch wieder extra. Alles zusammen kommt da alleine bei der Krankenversicherung einiges zusammen.
 
B0xR schrieb:
Guter Witz, dass wir Beamte keine Steuern bezahlen. Lediglich die Renten- und Arbeitslosenversicherung fällt weg.....

"Lediglich" ist gut.... Das sind mal eben 11,3% vom Brutto die weg sind. Und dafür darf man dann auch noch einige Jahre länger buckeln als ein Polizist und bekommt trotzdem weniger Rente.
 
Wenn es den Beamten offenbar so gut geht, warum bist Du dann keiner geworden |MELVIN| ?

(Ich gehe auf Grund des Postings einfach mal dv. aus, dass Du keiner bist. Bitte die Frage nicht als Provokation missverstehen. Ist nur etwas was ich mich immer wieder frage, wenn auf den scheinbaren Vorteilen einer bestimmten Profession "herum gehackt" wird.)
 
.....weil bei meiner Berufswahl neben Lebensarbeitszeit und Rentenansprüchen noch andere Dinge eine Rolle gespielt haben. Kann aber trotzdem nicht sein, dass man Polizisten mit 55 Jahren mit dicker Pension nach Hause schickt während überall anders gespart wird. Aber die Politiker wären ja auch schön blöd, wenn sie an dem Ast sägen, auf dem sie sitzen.
 
Du genießt also offenbar Vorteile in deinem Beruf, die Beamte scheinbar nicht haben?! Ist dann die Kritik an der Altersgrenze der Beamten (mal abgesehen davon, dass diese mittlerweile analog der Erhöhung des Renteneintrittsalters fast bundesweit auf 67 Jahre angehoben wurde) nicht etwas bigott?
 
Die Vorteile meines Berufes habe ich mir durch eine verglichen mit einer Beamtenlaufbahn deutlich anspruchsvollere Ausbildung, bundesweite Mobilität und alltäglichen Leistungsdruck erkauft, den ein Beamter aufgrund seiner Unkündbarkeit so nie erleben wird. Mit welchen Nachteilen erkauft sich ein Polizist den Vorteil, mit 55 Jahren mit dicker Pension in den Ruhestand gehen zu können und selbst bei mangelhafter Arbeitsleistung nicht mit einer Kündigung rechnen zu müssen?

Dass Polizisten bis 67 Jahren arbeiten müssen ist mir übrigens völlig neu. Meine Schwester ist Polizistin und nach ihrer Aussage kann sie mit 55 Jahren in Pension gehen und wird dabei Altersbezüge bekommen, von denen ein Angestellter nur träumen kann.
 
Und das ein Polizist, theoretisch jeden Tag, sein Leben im Einsatz riskiert ist wohl nix Wert?
 
Ohne die Statistiken zu kennen behaupte ich einfach mal, dass es unter Bauarbeitern jährlich mehr Tote gibt als unter Polizisten. Meine Schwester ist seit 6 Jahren Polizistin in einer Großstadt und hat in dieser Zeit nicht von einem einzigen toten Polizisten in ihrem Kollegium/Umfeld gehört. Der "Einsatz des Lebens" ist also wohl mehr Theorie als Fakt...
 
Nur weil es dir neu ist, muss ja nicht falsch sein. Schau' einfach mal in die einschlägigen Beamtengesetze der Länder. Ich weiß nicht wo deine Schwester Polizistin ist, aber 55 Jahre habe ich noch nie gehört.

Die Nachteile eines Beamten liegen z.B. darin einer relativ starren Besoldung zu unterliegen, wobei die Aufstiegschancen gerade in Ländern mit 2-geteilter Laufbahn (nur noch gehobener oder höherer Dienst) mässig bis gar nicht vorhanden sind. "Große" Gehaltssprünge sind somit die Ausnahme, wobei selbiges durch einen Firmenwechsel (welcher bei den Beamten ebenfalls nicht möglich ist) in der freien Wirtschaft durchaus passieren kann. Weiterhin klammerst Du bei der scheinbar "dicken Pension" die private Krankenversicherung aus, welche gerade im Alter sehr sehr teuer wird. Ob hier noch Unterschiede zu einem normalen Arbeitnehmer bestehen wage ich zu bezweifeln (durchgerechnet habe ich es aber noch nicht). Außerdem ist man der Willkür des Staates bzw. der amtierenden Regierung unterworfen. Haushaltsstopp oder ähnliches spüren Beamte sofort an massiven Einsparungen bei den Beförderungen oder den Gehaltsanpassungen. In Zeiten klammer Kassen ist der Unterschied zu den Bedrohungen durch die Finanzkrise bei Arbeitnehmern also m.E. nicht existent. Alltäglicher Leistungsdruck exisitiert auch bei den Beamten. Aber ebenso wie in der Wirtschaft, muss man sich diesem jedoch nicht aussetzen. Große Sprünge bzw. weiter kommt mit einer solchen Einstellung in beiden Bereichen wohl nicht. Zur bundesweiten Mobilität darfst Du dich gerne mal mit den Bereitschaftspolizisten der Bundesländer oder den Beamten der Bundespolizei bzw. dem BKA unterhalten.

Egal, darüber kann man sich jetzt noch stundenlang streiten und dem TE wird bei seiner Frage nicht weitergeholfen; sprich wir bewegen uns stark im OT. Mir ging es auch nur darum aufzuzeigen, dass alle Berufe ihre Vor- und Nachteile haben und es mich massiv stört, wenn Personen diese auf der einen Seite anprangern, auf der anderen Seite aber Nutznießer individueller, für ihre Berufssparte geltende Vorteile sind.

P.S.: Die Begriffe Risiko und Gefährdung leben übrigens davon, dass sie latenter Natur sind. Und weiterhin ist deine Schwester eine Einzelperson. Aus dieser Perspektive zu verallgemeinern ist etwas fraglich.
 
Zuletzt bearbeitet:
|MELVIN| schrieb:
Ohne die Statistiken zu kennen behaupte ich einfach mal, dass es unter Bauarbeitern jährlich mehr Tote gibt als unter Polizisten.
das liegt dann aber wohl daran, dass nicht die baugerüste oder anderen gerätschaften den bauarbeitern was böses wollen, sondern daran, dass die arbeiter einfach bei der arbeit geschlampt haben. die arbeiter wären in dem falle also selber schuld. polizisten können nun mal nicht verhindern, dass sie von irgendnem arschloch mit ner waffe bedroht werden.

ganz klar, bauarbeiter leisten ne top arbeit und größtenteils auch unterbezahlt, aber so ist halt die freie marktwirtschaft und polizisten werden eben vom staat bezahlt. man muss ja kein bauarbeiter werden... wenn man das zeug dazu hat, wird man eben polizist oder auch professor dr. dr. dr.
 
@MELVIN:

Also ich bin kein Polizist, habe ein abgeschlossenes Informatik- und BWL-Studium und bin im höheren Dienst. Die mir anvertrauten Dienstbereiche und Mitarbeiter sind durchweg sehr anspruchsvoll bzw. hoch qualifiziert. Da sehe ich keinerlei Defizite in der Ausbildung.

Im Vergleich mit unseren gleich qualifizierten Kollegen in der freien Wirtschaft sind unsere Verdienstmöglichkeiten sicher nicht schlecht aber auch nicht berauschend. Hier wird nicht nach Leistung sondern nach Planstelle dotiert. Unser Vorteil ist eben die Sicherheit. Ein Kompromiss, den jeder mit sich selbst ausmachen muss.
 
garfunkel74 schrieb:
... Mitte 50,....

Steigst du jetzt erst ins Beamtenleben als Polizist ein? Oder warum weißt du mit Mitte 50 nicht was es als Beamter Netto gibt. Willst du dich erst bewerben? Mit Mitte 50? Oder steigst du komplett um?
 
@Melvin

Nichts gegen Dich und Deine Schwester (!), aber leider ist es falsch formuliert oder Ihr habt keine "Ahnung".

Das Ruhestandalter für Polizisten im Tagesdienst (Sesselpupser) beträgt 67.
Für Beamte im Streifendienst 63, wenn sie 25 Jahre Schichtdienst gemacht haben, minus 1 Jahr, also 62.
Mit 55 kann definitiv niemand gehen, ausser bei Dienstunfähigkeit/unfall

Möglich ist es bis zu 2 Jahre früher, Abschlag pro Jahr 3,6 %
Altersteilzeit ist möglich, mit erheblichen Abstrichen.

Ausnahmen mag es in einzelnen Bundesländern geben, aber sicher nicht so gravierend.

Dierk

P.S.: Zitiere von Dir: "Der "Einsatz des Lebens" ist also wohl mehr Theorie als Fakt..." sehr blauäugig. Könnte ich locker widerlegen.
 
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