Nur weil es dir neu ist, muss ja nicht falsch sein. Schau' einfach mal in die einschlägigen Beamtengesetze der Länder. Ich weiß nicht wo deine Schwester Polizistin ist, aber 55 Jahre habe ich noch nie gehört.
Die Nachteile eines Beamten liegen z.B. darin einer relativ starren Besoldung zu unterliegen, wobei die Aufstiegschancen gerade in Ländern mit 2-geteilter Laufbahn (nur noch gehobener oder höherer Dienst) mässig bis gar nicht vorhanden sind. "Große" Gehaltssprünge sind somit die Ausnahme, wobei selbiges durch einen Firmenwechsel (welcher bei den Beamten ebenfalls nicht möglich ist) in der freien Wirtschaft durchaus passieren kann. Weiterhin klammerst Du bei der scheinbar "dicken Pension" die private Krankenversicherung aus, welche gerade im Alter sehr sehr teuer wird. Ob hier noch Unterschiede zu einem normalen Arbeitnehmer bestehen wage ich zu bezweifeln (durchgerechnet habe ich es aber noch nicht). Außerdem ist man der Willkür des Staates bzw. der amtierenden Regierung unterworfen. Haushaltsstopp oder ähnliches spüren Beamte sofort an massiven Einsparungen bei den Beförderungen oder den Gehaltsanpassungen. In Zeiten klammer Kassen ist der Unterschied zu den Bedrohungen durch die Finanzkrise bei Arbeitnehmern also m.E. nicht existent. Alltäglicher Leistungsdruck exisitiert auch bei den Beamten. Aber ebenso wie in der Wirtschaft, muss man sich diesem jedoch nicht aussetzen. Große Sprünge bzw. weiter kommt mit einer solchen Einstellung in beiden Bereichen wohl nicht. Zur bundesweiten Mobilität darfst Du dich gerne mal mit den Bereitschaftspolizisten der Bundesländer oder den Beamten der Bundespolizei bzw. dem BKA unterhalten.
Egal, darüber kann man sich jetzt noch stundenlang streiten und dem TE wird bei seiner Frage nicht weitergeholfen; sprich wir bewegen uns stark im OT. Mir ging es auch nur darum aufzuzeigen, dass alle Berufe ihre Vor- und Nachteile haben und es mich massiv stört, wenn Personen diese auf der einen Seite anprangern, auf der anderen Seite aber Nutznießer individueller, für ihre Berufssparte geltende Vorteile sind.
P.S.: Die Begriffe Risiko und Gefährdung leben übrigens davon, dass sie latenter Natur sind. Und weiterhin ist deine Schwester eine Einzelperson. Aus dieser Perspektive zu verallgemeinern ist etwas fraglich.