Was haben Sprachentwickler davon, wenn ich ihre Sprache verwende?

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Dexter1997

Gast
Meine Frage bezieht sich vorallem auf die Sprachen Java und Python, da diese im Gegensatz zu Sprachen wie C aufgrund ihrer wesentlich größeren Bibliothek und ihrer aufwendigen virtuellen Maschine den Entwicklern wesentlich mehr Arbeit bereiten (Warten, ständig weiterentwicklen usw). Da man als Programmierer weder Lizenzgebühren an die Entwickler solcher Sprachen entrichten, noch anderweitig das Nutzen der Sprache irgendwie bezahlen muss, verstehe ich nicht so ganz, wie die Entwickler von Java, Python oder anderen Sprachen zu ihrem Brot kommen.
 
Nun ja, das kommt sicherlich auf den Einzefall an. Viele Bibliotheken werden open source entwickelt, manchmal hat der Entwickler vll einfach selber den Fall gehabt dass er eine dementsprechende Bibliothek brauchte und hat sie anschließend allen zur Verfügung gestellt, oder er hat einfach Spaß an der Entwicklung, ...

Mir fällt gerade kein Beispiel ein (entwickel selbst relativ viel mit Python), aber es gibt bestimmt auch Bbliotheken die zwar kostenlos sind, wo aber Lizenzgebühren fallig werden wenn man sie für kommerzielle Zwecke verwendet (ähnlich wie bei Bildern Creative Commons Lizenzen).

Was die Programmiersprachen selbst angeht, hier gibt es sicherlich viele Unternehmen die entsprechende Entwickler beschäftigen. Damit eine Programmiersprache erfolgreich ist bzw. bleibt und zu einem Standard wird ist stetige Weiterentwicklung genauso wichtig wie ein möglichst einfacher/kostenloser Zugang.

Vielleicht hat hier jemand anderes noch genauere Informationen zu Bezahlmodellen, mal abwart3en wer sich noch so zu Wort meldet ;)

Viele Grüße
Tim
 
Java stammt ja jetzt nicht von Oracle. :)

Ziel von JAVA war auch nicht, Geld zu machen damit. Es sollte aber überall laufen --- Plattformunabhängigkeit gab es in diesem Sinne vor JAVA noch nicht, dafür aber jede Menge Plattformen.

Und hier kommt dann doch wieder Geld ins Spiel, nämlich in Form von Entwicklungskosten. Erstelle ich meine Software EINMAL und laß die in einer JVM laufen, egal auf welcher Hardware, welchem Betriebssystem und in welcher Umgebung; oder entwickel ich das jedesmal neu?

Das hat man sich dann mit einer virtuellen Maschine erkauft: JAVA kann nicht (vollständig) in Hardware implementiert werden, weil es eine unendliche Stackmaschine implementiert und Hardware ist normalerweise nicht unendlich. Den zusätzlichen Bedarf nahm man aber gerne in Kauf für das, was man bekam.

Daß JAVA dann irgendwann zu nem Häufchen Ka...ffee wurde, welches seine eigenen Prinzipien unterwanderte... geschenkt. Aber JAVA blieb ja auch nicht bei SUN. Wobei natürlich zu fragen ist, was da draus geworden wäre, wenn. ^^
 
RalphS schrieb:
Java stammt ja jetzt nicht von Oracle. :)

Ziel von JAVA war auch nicht, Geld zu machen damit. Es sollte aber überall laufen --- Plattformunabhängigkeit gab es in diesem Sinne vor JAVA noch nicht, dafür aber jede Menge Plattformen.
Aber Oracle hat buchstäblich Milliarden US Dollar dafür bezahlt. Bei Oracle kann man sich 110% sicher sein, das Ziel ist damit Geld zu machen. McNealy war auch kein Franz von Assisi mit Armutsgelübde....

Natürlich war das Ziel von Java Geld zu machen und NUR Geld zu machen. Sun war kein Wohlfarhrtsverein!

Bei einem Guido van Rossum kann man noch Freude am Programmieren annehmen, aber doch nicht bei einem börsennotierten Milliardenkonzern *kopfschüttel*
 
Beißt sich nur ein bissel mit der Tatsache, daß SUN sein Entwicklungskit kostenlos rausgehauen hat. Jeder Hans konnte gefühlt "schon immer" sich sein JDK runterladen und sich was zusammenbauen. Wenn ich mich recht entsinne stand JAVA unter der Common Development and Distribution License (wie ZFS übrigens auch). Lizenzkosten hat man keine gekriegt.

Was man aber zu Geld machen konnte - oder wollte - oder wie auch immer -- war der Quellcode der JVM selber. Wobei ich grad überfragt bin, was man da so schaufeln konnte.

Und nein, SUN war kein Wohlfahrtsverein. Aber SUN hatte ein dickes Portfolio, angefangen bei Hardware (SPARC) über Betriebssysteme (Solaris, ein UNIX) bis halt hin zu Programmierumgebungen wie JAVA. Quersubventionierungen wären also zumindest denkbar, wobei ich mich grad (versuche zu) hüten wollen würde da irgendwas zu unterstellen. Keine Ahnung, was SUN insbesondere an JAVA verdient hat.
 
Irgendwann wirst du Probleme mit der Sprache haben und dann kommen die Leute ins Spiel, die dir dabei helfen können.
Fachleute, Bücher, Onlinekurse, kostenpflichtiger Support, Lehrpersonal und vieles mehr.

Zeige den Leuten wie man fischen kann und eröffne ein Geschäft für Fischerei Ausrüstung und Zubehör.
So ungefähr funktioniert das Prinzip von OpenSource oder kostenlosen Angeboten.
Um es umfangreich und detailliert zu erklären, müsstest du so etwas ein paar Jahre lernen. ;)
 
Ich denke der Vergleich ist eher biete kostenlos den Angelsee an und biete direkt am See kostenpflichtige Angelkurse ein Angelgeschäft und weitere kostenpflichtige Angelunterstützung an. ;)
 
Ab und zu gibt es da leider Mogelpackungen. So pseudo-freie Software. Da darfst du zwar erst mal an dem See angeln, aber nach 5 Fischen kommt
newblacklogo960.png

:rolleyes:
 
Ich denke schon, daß es eher andersherum ist.

Ziel: Bau was zusammen, was den Leuten das Programmierleben einfacher macht. Zum Beispiel eben wie damals JAVA, daß man nicht fünfmal dasselbe entwickeln muß, nur weil die Software außer auf SunOS(SPARC) und auf OSF(Alpha) laufen soll (da reden wir noch nicht mal von Windows).

Dann nutzen die das, und dann kann ich mich freuen, daß die was verwenden, was ich gebaut hatte.

Was sich dann da draus ableitet... muß man halt sehen, bloß -sinngemäß- erst die Sprache entwickeln und dann für lau rausschmeißen, am besten noch unter GPL, naja da brauch ich mich nicht wundern,wenn es mit den Entwicklungskosten schwer wird.

Außer es findet sich wer, der mein Zeuch sooo toll findet, daß er mir freiwillig was dafür gibt.

Auf der anderen Seite hat man dann halt so Figuren wie eben SUN (heute: Oracle) oder HP oder was weiß ich wen, die halt außer der eigenen Hardware auch noch die eigene Software bauen (müssen) und wenn die irgendwie optimieren können an der Preisschraube, zB weil die eine Programmierumgebung effizienter läuft, oder einfacher zu verwenden ist, oder irgendwas, das dafür sorgt, daß von "Plan" bis "Implementierung" nun weniger Zeit draufgeht....

... Das reicht dann schon.

"Moderne" Sprachen werden vielleicht aus anderen Gründen entwickelt, kann ich mir aber ehrlich gesagt nicht vorstellen. Gibt schon so viele davon: warum soll ich Geld in noch eine andere investieren? Also als Anwender der Sprache, meine ich. Ist ja nicht so, als ob es keine Auswahl gäbe.
 
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