Welche Distribution als Desktop Lösung für meine Mutter?

Thukydides

Lt. Commander
Registriert
Apr. 2016
Beiträge
1.734
Hey,

ich würde meiner Mutter gerne Linux als System aufspielen, überlege aber noch welche Distribution ich nehmen soll. Aktuell tendiere ich am ehsten zu Debian 9. Ich weiß zwar, dass dies eher eine Profi Distribution ist, aber ich würde sie vollständig einrichten und ihr am Ende nur noch übergeben.

Ist Debian denn überhaupt sinnvoll als Deskop Lösung oder sollte man diese nur in Servern einsetzten? Ich lese so oft über Debian und es kommen immer nur Server vor. Mein Gedanke bei Debian ist, dass es lange Updates bekommt und sich nicht so viel ändert. Meine Mutter hat gerne eine konsistente Oberfläche für eine längere Zeit.

Bei Ubuntu müsste ich noch auf das alte 16.04 setzen mit der Unity Oberfläche und ich tendiere eher zu Gnome oder KDE Plasma. Kann ich bei Debian eigentlich automatische Updates aktivieren? Ist das möglich oder muss ich das immer manuell im Terminal machen? Das wäre natürlich sehr wichtig, da ich ihr nicht zumuten kann im Terminal zu arbeiten.

Hoffe ihr könnt mir weiterhelfen.

Gruß
 
Schau dir doch mal elementaryOS, Linux Mint oder zorinOS an, die sind alle sehr einfach aufgebaut. Debian 9 finde ich für deine Mama etwas OP.
 
Die Eltern meiner Freundin nutzen Mint und meine Mutter mWn Ubuntu. Da weiß ich es allerdings nicht ganz genau, das hat mein Bruder ihr eingerichtet.

In beiden Fällen reicht das vollkommen aus, weil die Distributionen nur für den Browser bzw. einfache Kartenspiele wie Spider Solitär herhalten müssen. :)
 
Ob man jetzt Ubuntu/Kubuntu oder Mint nimmt ist da eigentlich egal. Umstellen muss man sich so oder so.

Debian würde ich da nicht nehmen. Debian ist zwar sehr stabil, dafür hingt auch alles etwas hinter her und wirkt deshalb etwas "altbacken"
 
Wenn ich heute jemandem ein Linux installieren soll, dann würde ich Ubuntu MATE 16.04 nehmen. Das ist eine LTS-Version und damit hat sie erst mal Ruhe. Auch die kommenden Version werden ähnlich aussehen, d.h. es wird sich nicht viel ändern, an was man sich umstellen muss. Ich habe es zwei Jahre genutzt und es lief. Besonders auf älteren Rechnern.

Mittlerweile bin ich aber zu Solus Budgie gewechselt. Auch das ist eine prima einsteigerfreundliche Linux-Distribution.

Mein Tipp: Nehme dir einen USB-Stick und schreibe dort das ISO des gewünschten Linux rauf. Dann kannst du es in aller Ruhe testen.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Ich nutze seit vielen Jahren Debian auf dem Desktop und das funktioniert sehr gut. Die Einrichtung ist halt etwas aufwändiger, wobei ich ohnehin eine Minimal-Installation durchführe und darauf aufbauend nur das installiere, was wirklich benötigt wird.

Sicherheitsupdates gibt es fünf Jahre. Ich installiere aber alle zwei bis drei Jahre neu.

Automatische Updates sind natürlich möglich: https://wiki.debian.org/UnattendedUpgrades

Die Oberfläche würde ich vorher schon mal zeigen. Ich komme mit KDE nicht klar. Die Anwendungen wirken so überladen. Gnome war eine Wohltat dagegen, als ich das letzte Mal getestet habe, wobei ich i3 als WM verwende.
 
Ich weiß schon das es nicht die "klassische" Desktop Distribution ist, aber ich finde den Ansatz mit langen Sicherheitsupdates und hoher Stabilität sehr gut. Außerdem kann ich so selber noch mehr über Debian lernen, was mich auch interessiert.

Gnome habe ich auch schon verwendet, dass ist auf jedenfall nicht so kompliziert. Hatte sehr lange Fedora, aber da muss man halt ständig upgraden. Das mit dem technischen Stand halte ich für nicht so wichtig, meine Mutter braucht nicht ständig etwas neues.

Was mich noch interessiert bezüglich des Paketmanagers: Gibt es da zwei verschiedene Bereich? Man kann ja bei Debian den Linux Kernel updaten, außerhalb dem normalen Vorgang, denn Debian selbst macht das ja nicht, sondern bietet nur Sicherheitsupdates an. Bekomme ich wenn ich den Kernel nicht update auch genug Pakete oder ist meine Auswahl da eher beschränkt?
 
Thukydides schrieb:
Was mich noch interessiert bezüglich des Paketmanagers: Gibt es da zwei verschiedene Bereich? Man kann ja bei Debian den Linux Kernel updaten, außerhalb dem normalen Vorgang, denn Debian selbst macht das ja nicht, sondern bietet nur Sicherheitsupdates an. Bekomme ich wenn ich den Kernel nicht update auch genug Pakete oder ist meine Auswahl da eher beschränkt?

Für neuere Anwendungen und Kernel gibt es ggf. Backports. Dafür sollte man das entsprechende Repository aktivieren, das läuft nicht außerhalb von irgendwas. Zwingend ist das nicht. Ohne erhält man ggf. eben nur Fehlerkorrekturen, aber keine neue Versionen. Mit dem Kernel selbst hat das eher nichts zu tun.
 
Ah ok. Ich verstehe noch nicht so ganz wie das alles funktioniert :-D

Werde dann bald mal rumprobieren. Also für Laien denkt ihr ist Gnome der eher bessere Desktop?
 
Thukydides schrieb:
Ah ok. Ich verstehe noch nicht so ganz wie das alles funktioniert :-D

Werde dann bald mal rumprobieren. Also für Laien denkt ihr ist Gnome der eher bessere Desktop?

Mach Dir um Backports keine Gedanken. Einfach installieren und dann solange es Sicherheitsupdates gibt nutzen.

Welche Anwendungen verwendet Deine Mutter? Web, Mail? Was noch?

IMHO ist Gnome ein gut zu nutzender Desktop, wenn man die Bedienung verstanden hat. Es hilft, wenn man keine Scheu vor der Tastatur hat. Viele scheinen da eine Aversion zu haben. Einige Extensions sind ev. hilfreich.
 
@Thukydides
Nimm die Distro, mit der du dich wirlich gut auskennst. Wenn du dich mit keiner gut auskennst: Laß es bleiben. Jemandem ein OS "unterschieben", was man im Zweifelsfall selbst nicht supporten kann, ist nicht nett.
 
Ich werde mich auf jedenfall erst in Debian einarbeiten, bevor ich ihr das installiere. Das ist mein Plan.
 
Deiner Mutter kann es ganz egal sein, welche Distribution genutzt wird. Hauptsache sie kommt mit dem Desktop klar.

Und wenn du supporten willst, dann nimm ein anderes als Debian. Musste selbst erst wieder, in einer VM, feststellen wie schlecht Debian sich installieren lässt.

Da geht es um die Nonfree Firmware Sache. Man blickt schon bei der Auswahl der Inst. CDs nicht durch.

Nimm irgendwas von Ubuntu (Kubuntu, Ubuntu MATE oder sonst was) 16.04 LTS (Laufzeit bis 2021). Das ist das einfachste.

Hier habe mal ein Bild von Zorin12.1, was auf Ubuntu 16.4 LTS baut. Von der Hardware, Kernel usw passt alles. Nur bitte kein Zorin verwenden. Der Gnome Desktop bei Zorin, empfinde ich als sehr instabil.

zorin.jpg
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Bezüglich der Software hätte ich noch eine Frage. Debian ist ja z.B. sehr konserativ was die Software angeht, kann man da auch LibreOffice 5.3 verwenden oder ist man für die Dauer von Debian 9 auf 5.2 festgelegt?

Das würde ja dann auch eher für ein Ubuntu Derivat sprechen. Vielleicht installiere ich ihr auch einfach das ganz normale Ubuntu 16.04 LTS. Schade das wir noch bis 18.04 warten müssen bezüglich GNOME, bzw. 17.10, aber dass müsste ich dann ja nach spätestens 9 Monaten wieder aktualisieren.
 
Ich empfehle Solus
 
Wie obz245 es schon gesagt hat, spielt es keine Rolle welche Distribution genutzt wird. Deine Mutter muss vor allem mit der Desktop-Umgebung klar kommen.

Auf dem Mini-PC meiner Mutter, ein Esprimo Q956, läuft seit einiger Zeit nun ein Debian Stretch mit Gnome 3. Ich habe ihr das System mit dem Net-Installer installiert und dann alle notwendigen Pakete und Programme wie Firefox, LibreOffice, Rhythmbox, VLC, Brasero, SoundJuicer etc. Und dann halt das ganze non-free Software-zeugs etc. Und ganz wichtig(!), ich habe ihr eine Einführung in Gnome 3 geben und die Idee des Bedienkonzeptes.

In meinem Fall, habe ich mich für Debian/Gnome entschieden weill ich es selber auf dem Desktop/Server benutze und somit schnell irgendwelche Probleme lösen kann. Vorher nutzte sie lange Zeit Ubuntu Mate. Weil aber Ubuntu so dermassen untauglich geworden ist (siehe Upgrade-Problematik), supporte und installiere ich kein Ubuntu mehr in meinem familiären Umfeld.

Kurz zusammengefasst, für mich ist der administrative Aufwand mit Debian auf dem Desktop/Server am Geringsten, weil ich es privat und auf der Arbeit nutze.

Meine Empfehlung ist daher: Nimm eine Distro, die du sehr gut kennst und auch gerne damit arbeitest, weil schlussendlich bist du der Administrator und IT-Supporter der Linux-Kiste deiner Mutter.
 
Zuletzt bearbeitet: (Rhythmbox fehlte noch + Zusatzinfo)
Mal ganz ehrlich, ohne dich angreifen zu wollen: Als ich vor etwa zwei Jahren zu Linux gewechselt bin, musste ich das ganze System auch erst mal verstehen. Für mich klingt die Frage, ob man ein LibreOffice 5.3 trotzdem verwenden kann, ein wenig danach, als fehlt dir ein bisschen die Erfahrung mit den grundsätzlichen Ansatz vom Installieren von Programmen unter Linux. Aber das ist nicht schlimm. Das kommt noch.
Probiere erst mal ein einsteigerfreundliches System aus und nutze es aktiv für deine tägliche Arbeit am Rechner. Und erst wenn du es verstanden hast, erst dann installiere es bei deiner Mutter. Was bringt es dir, wenn sie dich anruft und du bestimmte Dinge nicht im Kopf hast.
Einsteigerfreundlich sind meiner Meinung nach Solus (mit dem Budgie Desktop oder MATE), Ubuntu MATE, Xubuntu (vor allem bei einem älteren Rechner) oder, wem die Bedienung gefällt, Ubuntu Gnome. Debian an sich bedarf etwas mehr Erfahrung, wie ich finde. Wer sich gut auskennt, der kann sich alles selber zusammenbauen. Aber davon ist ja hier nicht die Rede.
 
Thukydides schrieb:
Werde dann bald mal rumprobieren. Also für Laien denkt ihr ist Gnome der eher bessere Desktop?

Gnome ist durchaus mal ein frisches, anderes Konzept, aber der "bessere" Desktop ist immer der, mit dem man am besten zurecht kommt. Wenn Deine Mutter vorher Windows hatte, erfordert Gnome schon eine größere Umgewöhnung als traditionellere Desktops.

Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen, daß ich mich letztlich doch für einen Desktop entschieden habe, der meiner Mutter vertrauter erscheint und nicht für etwas, was ich gerade chic fand. Ich denke damit ist der Umstieg von Windows auf Linux für sie ganz erträglich gewesen und mein Administrationsaufwand ist seitdem auch deutlich geringer. Hätte ich das vorher gewußt, hätte ich den Wechsel eher vollzogen.

Installiert habe ich ihr Cinnamon, ist halt ein sehr konservativer Desktop und bietet auch nur einen Bruchteil der Konfigurationsmöglichkeiten von XFCE, welches selbst ja auch traditionell daherkommt. Unterm Strich sind diese Eigenschaften für den genannten Zweck aber durchaus als Vorteil zu betrachten. Basissystem ist Mint und das rechtfertigt sich mit ähnlichen Gründen - da funktioniert einfach vieles (nicht selten alles) out of the box (zumindest solange die Hardware nicht noch taufrisch ist). Meine Freundin nutzt inzwischen die gleiche Kombination und selbst wenn es mal eine Situation gibt, wo ich doch mal helfen muß, so ist meine Admintätigkeit nun doch deutlich entspannter als noch zu Windows-Tagen. Hallelujah!

Insofern kann ich nur sagen, keine Scheu vor dem Linux-Umstieg, aber orientiere Deine Entscheidungen zuvorderst an den Bedürfnissen des jeweiligen Nutzers.
 
Irgendwas mit KDE was native Treiber bietet. KDE weil es einfach wie Windows aussieht.

Fedora mit KDE - ja, sicher, wer Lust auf spassige Grafiktreiber-Exkurse hat und sich mit diesem seltsamen iptable wrapper rumschlagen mag (...siehe Signatur...). Ich finde Fedora fuer die Leute grossartig, die mit RHEL oder CentOS zu tun haben und sich ansonsten nach der Installation eher zuruecklehnen, ansonsten allerdings doch eher eine Developer Distro.
Debian ist sicher stabil, allerdings laesst es ebenfalls an "Standard" Kompatibilitaet zu wuenschen (ebenfalls, siehe Signatur). Ggf. sinnig wenn du zufaellig Debian Maschinen selber betreibst, aber dann tut es auch Kubuntu.
Mint waere eine Option, habe ich allerdings ewig nicht mehr genutzt.

Aber: So sehr ich jeden unterstuetzen mag der den Linux Desktop vorantreibt... es jemandem anzudrehen der vermutlich wenig Verstaendnis dafuer hat ist doch recht gewagt. Es gibt OEM Windows Lizenzen fuer wenig Geld auf Ebay.

Ich kann dir naemlich verraten was passiert wenn der PC mal fuer mehr als Surfen verwendet wird (sollte das nicht so sein rate ich zu einem iPad, die sind erfolgreich weil sie jeder bedienen kann): Da wird sich was runtergeladen um die Kamera anzuschliessen und sich gewundert warum der Doppelklick auf die *.exe nicht viel macht. Oder warum Word seltsam aussieht. Oder warum Dropbox abstuerzt. Oder warum Netflix Chrome will und nicht Firefox....
 
Zurück
Oben