Review
Ich war bei dem Shootout von PiPro und hatte Gelegenheit alle Projektoren zu sehen und zu vergleichen. Vielen Dank nochmal an Oliver dafür.
Umgebung
Es waren drei 1,8m breite Leinwände nebeneinander aufgestellt und die Fensterfront war so gut es ging abgedunkelt. Es war zwar noch ein kleiner Spalt am oberen Ende der Gardinen, aber es war schon sehr dunkel. Wenn man in den Raum reinkam, sah man erstmal nichts außer den strahlenden Leinwänden.
Projektoren
- Epson TW5500
- Epson TW4400
- Epson TW3500
- Panasonic PT-AE4000
- Sony VPL-HW15
- Sanyo PLV-Z3000
- JVC DLA-HD550
- Mitsubishi HC3800
- Samsung SP-A600B
Allgemeines
Die Projektoren liefen nur im ECO-Modus (außer einmal kurz). Bei der Lautstärke waren fast keine Unterschiede auszumachen. Allerdings waren es dafür auch keine optimalen Bedingungen, weshalb ich nicht weiter darauf eingehe. Es lief hauptsächlich The Dark Knight von Bluray Disc. Aber auch Hulk (DVD), ein paar Fotos und noch ein paar andere Bluray Filme. Filmton gab es nicht.
Sanyo PLV-Z3000
Dieser Projektor hat wohl am heutigen Tage am meisten polarisiert. Er hat zwei große Nachteile, aber auch zwei große Vorteile.
Durch seine sehr hohe Schärfe wirkt er sehr plastisch, auch ohne Zwischenbildberechnung. Das lässt ihn im Vergleich zu anderen Projektoren deutlich besser da stehen (zudem er durch die dynamische Gammaanpassung etwas heller war, was immer einen besseren Eindruck macht).
Der zweite Vorteil ist der Preis. Er ist ja schon über ein Jahr auf dem Markt und hatte viel Zeit zum Sinken.
Der für mich gravierenste Nachteil war die schlechte Durchzeichnung bei dunklen Szenen. Was da alles an Details verschluckt wurde ist in meinen Augen nicht mehr tolerabel. Gut, in Liebeskomödien wird das nicht weiter auffallen, aber wer gerne Horror- oder Actionfilme schaut braucht auch Durchzeichnung in dunklen Bereichen.
Der zweite Nachteil ist der permanente Blaustich. Das lag keinesfalls an der Kalibrierung. Die hatte Olli ja auf 6500K durchgeführt. Bestimmte Grüntöne die bei allen anderen Beamern auch grün waren, sahen beim Z3000 blau aus. Der Himmel sah unnatürlich aus und es wurden Wolken verschluckt. Die Farbauflösung schien auch geringer zu sein, denn wo bei anderen Projektoren ein butterweicher Farbverlauf zu sehen war, da zeigte der Sanyo Farbtreppen.
Die Zwischenbildberechnung war nicht so ausgeprägt wie bei den anderen Projektoren die das konnten. Bildruckler waren zwar nicht zu sehen, aber die Berechnung war nicht so auffällig wie bei den Epsons z.B.. Das 24p-Ruckeln wurde zumindest entfernt. Im hohen Modus waren öfters Artefakte zu sehen.
Bei der Hulk-DVD hat es stark gerauscht im Hintergrund. Das war bei den anderen Projektoren nicht so (zu dem Zeitpunkt TW3500 und TW4400).
Panasonic PT-AE4000
Das Bild des AE4000 gefällt auch sehr gut. Die Farben sind mit die Besten. Jemand der einen Beamer für Fotos gesucht hat, hat sich deshalb für dieses Modell entschieden. Die Zwischenbildberechnung ist sehr gut und auch in der höchsten Stufe nicht so stark wie von den großen Epsons. Die Durchzeichnung in dunklen Bereichen war hier besser als beim Epson TW4400.
Von der Plastizität und Schärfe war er (vermutlich durch die Screen Smooth Technik) etwas hinten dran, deutlich gegenüber den Z3000 und wenig gegenüber den großen Epsons.
Ein großer Vorteil ist außerdem die Lens Memory Funktion, die eine einfache Handhabung von 16:9 und 21:9 Filmen auf einer 21:9 Leinwand ermöglicht, allerdings nur wenn der Projektor exakt mittig aufgestellt ist. Wenn der Lens-Shift benutzt wird, ist eine der gespeicherten Einstellungen seitlich verschoben.
Ein sehr solides Produkt hat Panasonic da abgeliefert, so mein Eindruck. Aber auf Screen Smooth sollten sie wirklich verzichten, das ist der einzige Negativpunkt.
Epson TW5500
Wow!! Diese Projektor vereint wirklich alle Vorteile der anderen. Das von ihm abgelieferte Bild hat jeden überzeugt. Der Schwarzwert war besser als bei den anderen Projektoren (außer JVC) und die gleichzeitige Helligkeit haben seinen Kontrast verdeutlich.
Die Farben sind sehr natürlich und strahlend.
Es werden keine Details verschluckt, im Gegenteil. Sie werden noch durch Super-Resolution hervorgehoben was man deutlich sah. Auch eine kurz eingelegt DVD sag sehr gut aus.
Die Zwischenbildberechnung geht von sehr aggressiv bis niedrig oder aus. Im normalen Modus hat sie mir noch gefallen. Auf hoch war sie zu aggressiv. Man kann jedenfalls von weitgehend Artefaktfrei sprechen.
Wenn er nur nicht so teuer wäre ...
Epson TW4400
Der günstigere Bruder des TW5500 der ca. auf Niveau des TW5000 ist, außer das er noch über Super-Resolution verfügt. Es ist im Prinzip ein TW5500 mit anderer Firmware. Die Hardware ist genau die Gleiche. Der Kontrast wurde ein bißchen runtergeschraubt und die Gehäusefarbe geändert. Er ist etwa auf einer Stufe mit dem Panasonic PT-AE4000, wobei der Pana bei sehr dunklen Bildern noch bessere Durchzeichnung hatte.
Epson TW3500
Ihm sah man an, das er den anderen Paneltyp hat (organisch) und auf Helligkeit getrimmt ist. Bei dunklen Bildern war ein grauer Schleier im Vergleich zu den anderen Epson Projektoren zu sehen.
Zwischenbildberechnung und Super-Resolution gibt es nicht. Die Durchzeichnung war dennoch sehr gut. Er hat keine Details verschluckt.
Er leistet sich auch sonst keine Schwächen. Hauptsächlich der Preis ist wohl ein gutes Kaufargument, wofür man aber einen schlechteren Schwarzwert und somit auch Kontrast bekommt.
Sony VPL-HW15
Trotz der LCoS-Technik konnte er sich nicht von den Projektoren mit C2fine-Panels abheben. Die Farben und die Durchzeichnung war besser als beim Sanyo Z3000, allerdings war er leicht grünstichig angehaucht. Das Bild hat einen guten Schwarzwert und ist plastisch. Nicht so sehr wie der Sanyo. Hier bleibt er der typische Kinolook erhalten.
Sonst bietet der Sony eigentlich nicht viel. Keine Zwischenbildberechnung oder Detailanhebung.
Das Preis-Leistungsverhältnis ist noch nicht gut. Man dürfte ihn nur kurz über dem Straßenpreis des HW10 einordnen, da sich nicht viel getan hat.
Außerdem haben wohl einige Sonys starke Probleme mit den Farben nach 150 - 400 Stunden. Sie driften so stark ab, das der Projektor sich nicht mehr kalibrieren lässt. Dieser potentielle Mangel trägt dazu bei, das es bei mir wohl nicht dieser Projektor wird.
JVC HD550
Der JVC war von der Helligkeit dunkler als der TW5500, aber auch der Schwarzwert war dunkler. Der JVC braucht allerdings große Bildbreiten um sich zu entfalten. Die hatten wir hier nicht.
Den Mehrpreis zum TW5500 war er jedenfalls in meinen Augen nicht wert.
Mitsubishi HC3800
Dadurch das mich der Regenbogeneffekt stark stört habe ich mich nicht lange mit dem HC3800 beschäftigt. Auch die fehlende Flexibilität ist für mich ein No-Go. Der Projektor war kalibriert, war von den Farben aber trotzdem nicht so gut wie die LCD-Konkurrenz. Der Schwarzwert war etwas schlechter als die LCDs und der Kontrast war recht gut. Vom Bild her passt er einfach in die Preisklasse.
Samsung SP-A600B
Der Samsung war als einziger nicht kalibriert. Allerdings sah er Out-Of-The-Box so aus, als wäre 6500K absolut genau getroffen. Die Farbdarstellung hat hier gepasst. Den hohen InBild-Kontrast sah man ihm an und auch die Schärfe war besser als die Epson Projektoren. Alles in allem ein sehr gutes Bild. Der Schwarzwert war allerdings schlechter.
Meine Rangfolge nach Bildqualität
In dieser Rangfolge würde ich die Projektoren von ihrer Bildqualität her ordnen (ohne DLPs Mitsu, da ich ihn nicht weiter angeschaut habe):
1. JVC DLA-HD550
2. Epson TW5500
3. Panasonic PT-AE4000 - Epson TW4400
4. Samsung SP-A600B
4. Sony VPL-HW15
5. Sanyo PLV-Z3000
6. Epson TW3500
Das beste Preis-Leistungsverhältnis für mich bietet der Panasonic PT-AE4000, da er am ausgewogensten ist.