Wichtige Frage wegen Lehrstelle

Bubti

Commodore
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Hi Leute.

Kumpel von mir der 19 ist hat nach 2 Jahren endlich ne lehrstelle als Fleischer gefunden.

Am einstellungstag hat der Chef gesgat das die Arbeitzeit 6-15Uhr ist und von Montag-Freitag.

Also im Arbeitsvertrag steht das er 35 Stunden die Woche machen muss.

Nur macht er jeden tag 7,40 Stunden ergibt also 37 Stunden was schon 2 Stunden zuviel sind.

Das beste kommt aber jetzt noch nun soll er auch noch Samstags arbeiten von 6-12 Uhr.
Und wenn nicht zuviel zu tun ist hat er dafür mal ein tag in der Woche zeit.

Das problem ist das dort alle Samstags arbeiten und so gut wie nie mal ein tag frei bekommen.

Okay da denkt man das er die ganzen überstunden die er macht ausbezhalt bekommt das ist aber nicht so.
Und das Arbeitklima soll da auch unter aller sau sein da sind wohl 2 Leute die den fertig machen sagen ihn also er soll das so und so machen dann aber 10min später meckern sie ihn aus und sagen er sollte das so machen.

Nun will er eigentlich aufhören mit der lehre und sich nächsten jahr eine andere suchen.

Nur das probleme ist das ihn seine eltern das rausschmeissen und er dann auf der straße sitzt weil er nicht weiß wohin.

Will mal eure meinung dazu wissen und was er machen kann.
 
Ne abgebrochene Lehre macht sich nie gut, denn da kann man noch so ne gute Erklärung haben, das wirft so oder so ein schlechtes Bild auf einen (so unfair das auch klingen mag).

Er sollte die Probezeit abwarten. Wenn er die übersteht, darf der Ausbildungsbetrieb ihm nicht mehr kündigen (zumindest nicht einfach so).
Nach der Probezeit würde ich dann dem Chef ganz klar sagen, dass es so nicht weiter geht. Entweder, er hält sich an die vertraglich festgelegten Arbeitszeiten, oder dein Kumpel geht vors Arbeitsgericht.
An seiner Stelle würde ich auf jeden Fall nach der Probezeit in eine passende Gewerkschaft eintreten und deren Arbeitsrechtsschutz Versicherung nutzen.


Ich würde auf jeden Fall alles machen um die Lehre zum Ende zu bringen, denn wenn man mit 19 Jahren und nach 2 Jahren suche endlich ne Stelle bekommt und diese Lehre dann abbricht, dann macht sich das einfach schlecht auf jeder Bewerbung. Tut mir echt leid, aber es ist so.
 
Es ist nun mal so, Lehrjahre sind keine Herrenjahre. Besonders in den alten Handwerksberufen sind diese Jahre kein Zuckerschlecken. Mit 19 sollte er genug Grips im Kopf haben um darüber zu stehen. Prügelstrafe gibt es ja nicht mehr, deshalb sollte es auch nicht so schlimm sein, er muß sich halt ein dickes Fell wachsen lassen. Wegen der Überstunden, sollte er sich schriftlich geben lassen, dass jeder im Betrieb diese machen muß und dass es dafür keine Bezahlung gibt. Wenn nicht kann er sie verweigern, macht sich aber nicht besonders gut beim Arbeitsklima. Wenn er es gar nicht mehr aushält sollte er zur IHK gehen und eine Meldung machen, dann tritt dem Meister mal der Obermeister in den Allerwertesten, macht sich aber nicht besonders gut beim Arbeitsklima. Die Berufschule kann auch eingeschaltet werden, macht sich aber auch nicht besonders gut beim Arbeitsklima. Als letztes gibt es noch den Rechtsanwalt und das Arbeitsgericht, macht sich aber auch nicht besonders gut beim Arbeitsklima. Wenn er ein gutes Arbeitsklima haben will, sollte er sich mal mit seinem Meister darüber unterhalten, wie er schikaniert wird, evtl die Eltern mitnehmen, damit die etwas dazu sagen können. Sonst muß er sich halt 3 Jahre lang anpassen oder warten bis ein neuer Azubi kommt, den er dann schikanieren kann.
 
Ich glaube so wie Bubti das beschrieben hat, ist das Arbeitsklima wohl eh nicht zu retten... Wenn er auf keinen Fall diese Überstunden machen will, dann sollte er was dagegen unternehmen. Aber auf jeden Fall erst nach der Probezeit!!

Das Lehrlingsjahre keine Herrenjahre sind, dem kann ich nicht zustimmen ...
Ich mache gerade mein Studium im Verbund mit einer Lehre bei Airbus. In den ersten 6 Monaten bin ich jetzt erstmal nur mit der Praxis beschäftigt also quasi "normaler" Lehrling.
Bei uns ist das ganz anders. Wir haben unsere Ausbilder und unsere "Vertrauenspersonen" an die wir uns halten können. Und, was wohl das wichtigste ist, bei Airbus steht ganz klar die Ausbildung im Vordergrund. Und das ist auch richtig so. Ich kenne viele, die ihre Ausbildung in einem "5 Mann Betrieb" gemacht haben und dort als billige Arbeitskräfte ausgebeutet wurden. Das ist nun mal leider so in Betrieben, wo die Gewerkschaften keinen Einfluss haben und die nicht für den eigenen Bedarf ausbilden und auch kein Interesse daran haben, dass die Azubis wirklich gut ausgebildet werden.

Auch wenn ich nicht unbedingt ein Freund von Gewerkschaften bin (gerade die IG Metall hat sich letzte Zeit ziemlich daneben benommen) und für mich als angehenden Ingenieur keinen Sinn darin sehe, in eine Gewerkschaft einzutreten, kann ich deinem Freund nur raten, dass er sich mit der für ihn passenden Gewerkschaft in Verbindung setzt. Die Leute da wollen natürlich dafür werben das er beitritt, aber sie wollen den Arbeitern auch wirklich helfen. Und sie haben sicherlich die meiste Ahnung, wie man "feinfühlig" mit diesem Thema umgeht ohne dass man im Betrieb gleich als Buh Mann dargestellt wird. Der DGB ist da sicherlich auch ein guter Ansprechpartner ...

Aber er sollte auf keinen Fall die Ausbildung abbrechen!!! Das kann ich nicht oft genug sagen!

In der heutigen Zeit ist es schwer genug, einen Ausbildungsplatz zu bekommen. Wen einem dieser dann nicht wirklich liegt, dann ist das zwar nicht schön, aber man sollte in den sauren Apfel beißen. Hinterher kann man sich dann noch immer neu orientieren.
Wenn es natürlich so schlimm ist, dass er daran zu "zerbrechen" droht, dann liegt der Fall anders.
Aber so wie ich das lese ist es eher so, dass er keine Lust hat für Lau länger zu arbeiten (was man ja auch sehr gut verstehen kann) und das er als Azubi im ersten Lehrjahr fertig gemacht wird (leider nicht unüblich in kleinen Betrieben).
 
Gibt es eigentlich nicht eine Bestimmung die Lehrlingen das arbeiten am Samstag untersagt bzw. es auch Firmen untersagt ihre Lehrlinge am Samstag arbeiten zu lassen?
Desweiteren gab oder gibt es bestimmte Wochenarbeitszeiten die nicht überschritten werden dürfen.
Meine mir war so das es sowas gibt, zumindest war das in meiner Lehrzeit so, die aber schon über 12 Jahre zurückliegt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Sowas wird normalerweise auch explizit im Ausbildungsvertrag festgelegt ... Einfach mal rein schauen, was da drin steht und dann den Chef darauf festnageln.
 
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