Wie sind die Einkaufspreise für kleine Elektronikläden?

Ahriman

Lieutenant
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Feb. 2006
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Hi,

ich habe vor ein paar Wochen eine Videoproduktionsfirma gegründet und habe gestern meine USt-ID bekommen. Neben dem Videobusiness wollte ich noch bisschen mit Elektronikartikeln handeln und dabei erstmal möglichst klein anfangen.

Jetzt interessiert es mich, wie die Einkaufspreise und die Mindestabnahmemengen (z.B. bei Panasonic für ein paar Kameras) sind. Vor allem meine Einkaufspreise im Vergleich zu den Verbraucherpreisen von z.B. mindfactory interessieren mich. Bekomme ich von den Konzernen bei möglichst kleinen Abnahmemengen von z.B. 3-5 Kameras im Wert von je 3,000€ überhaupt günstigere Einkaufspreise als die Verbraucherpreise bei mindfactory?

Ich werds bald ohnehin herausfinden, aber ich wollte euch mal noch dazu fragen.
 
Das ist eine absolut sinnlose Frage, denn die die es wissen, werden nicht darüber reden und die die darüber reden, werden es nicht wissen.
 
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Ich kann mir vorstellen, dass es Wissende gibt die darüber reden.
 
Genial :evillol: Viel Erfolg für dein Business - hoffe bei der Videoproduktion hast Du dir vorher Gedanken gemacht.
 
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Seit wann kaufen grade kleine Endkundenhändler wie du bei den (Groß)Konzern selbst? Oo Wie kommst du den zu dieser weltfremden Annahme? Mit deinen anvisierten Mengen wirst du noch nichtmal die Mindestmengen bei Großhändlern erreichen.

Es sollte wirklich Pflicht sein, dass ein Businessplan aufzustellen ist, bevor man eine Unternehmung anmelden kann....
 
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Ich bin zwar in anderen Branchen als Händler selbständig und genaue Zahlen wird dir hier niemand sagen, aber Marktüblich sind meistens 15% - 20 % vom Händlerbruttopreis, wo man nicht selten teurer einkauft als der günstigste im Netz es verkauft. Man muss sich bei den einzelnen Herstellern hocharbeiten und das geht nur über verkaufen und Umsätze generieren. Die meisten haben da gestaffelte Preise und wenn man da wirklich erfolgreich auf Dauer sein will, verkauft man anfangs entweder mit wenig Gewinn oder legt sogar etwas drauf. Das ist leider die Realität in der heutigen Zeit.

Ps du wirst eher bei Großhändlern einkaufen als bei Panasonic selbst.
 
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Also mit Elektronikartikeln in der genannten Menge zu handeln wird ein Zuschussgeschäft sein weil Du niemals an die Einkaufpreise der großen Händler kommst. Da wirst Du meistens günstiger fahren wenn Du die Artikel bei Mindfactory und Konsorten einkaufst :)
 
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Ahriman schrieb:
Ich kann mir vorstellen, dass es Wissende gibt die darüber reden.

Niemand wird einer unternehmensfremden Person seine Einkaufspreise nennen.
Oder er/sie ist den Job los.
 
Danke für eure Antworten @nebulein und @Legolas! Hilft mehr sehr :D leider hatte ich das befürchtet..

@JPsy Beim Videobusiness habe ich mir sogar Gedanken gemacht:daumen:

Mustis schrieb:
Es sollte wirklich Pflicht sein, dass ein Businessplan aufzustellen ist, bevor man eine Unternehmung anmelden kann....

Und wieso? Steht halt in irgendeinem Formular dass ich u.a. auch Elektronikhändler bin, obwohl ich vielleicht nur ab und zu bisschen Zeug von Aliexpress verticke. So what? Besser als der Versuch perfektionistisch zu sein und letztlich nicht in die Pötte zu kommen.

@hamju63 Die Zahlen die mir nebulein genannt hat reichen mir vollkommen aus um die Sache jetzt besser einschätzen zu können.



 
Nun ja, sich darüber bewusst zu sein, wo man seine Ware herbekommt, welche Einkaufspreise ich habe, mit denen ich dann meine Kosten etc. kalkulieren kann, ist die absolut Basic, nicht perfektionistisch, wenn man einen Handel betreiben will und sei es nur nebenher. Und verzeih die Anmerkung: Wer das schon nicht hinbekommt, da habe ich meine Zweifel, dass es beim Rest der Unternehmung besser aussieht. Aber nicht mein Bier...

PS: Die von Nebu genannten Zahlen wirst du nicht bekommen und noch wichtiger ist, du solltest lesen was danach steht und verstehen, was der Händlerbruttopreis ist.
 
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Ja, hast schon Recht, was du genannt hast sind Basics, aber ich habe eben ein Hauptfeld, das Videobusiness und dann noch paar kleinere Sachen, die ich auch machen kann, wie Webdesign, Equipmentverleih und den Handel und habe eben erst vor ein paar Monaten mit der Vorbereitung angefangen und dann ist das schon viel, vor allem weil ich mich tiefgründig mit den Videos befasse.

Händlerbruttopreis ist wohl der Preis, der einem als Wiederverkäufer bei Großhändlern oder Produzenten angeboten wird und darauf bekommt man noch 15-20%. Aber sicher wissen tu ich es nicht 😅
 
Wenn ich dir einen guten Ratschlag geben darf, dann konzentriere dich auf eine Sache und zieh die durch und versuch nicht auf 5 Hochzeiten gleichzeitig zu tanzen. Das heisst nicht, dass du nicht Dinge anbieten solltest, die du zusätzlich anbieten kannst, weil es sowieso im weitesten Sinne zu deinem Geschäft gehört. Wenn du z. B. Videobusiness anbietest, kann Equipmentverleih ja sinnvoll sein, weil du das Equipment sowieso hast. Aber dann noch Handel und Webdesign und und und... naja musst du wissen.

Ich würde es außerdem unseriös finden wenn z. b. jemand mal überspitzt gesagt Döner verkauft und gleichzeitig mir Webdesign anbietet.
 
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Versteif dich nicht zu sehr auf 15-20%. Ich zitiere mal den, wie ich finde, relevanten Teil nochmal mit Hervorhebung:
nebulein schrieb:
Man muss sich bei den einzelnen Herstellern hocharbeiten und das geht nur über verkaufen und Umsätze generieren. Die meisten haben da gestaffelte Preise und wenn man da wirklich erfolgreich auf Dauer sein will, verkauft man anfangs entweder mit wenig Gewinn oder legt sogar etwas drauf. Das ist leider die Realität in der heutigen Zeit.

Ansonsten kann ich aus meiner Zeit im Einzelhandel noch mitgeben, dass die Gewinnspanne zB bei PC-Hardware sehr stark vom einzelnen Produkt abhing. Da war es oft so, dass High-End-CPUs zB mit leicht über 0 durchgeschoben wurden mussten und man hat dann halt an nem Kabel ordentlich verdient.
 
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nebulein schrieb:
Wenn ich dir einen guten Ratschlag geben darf, dann konzentriere dich auf eine Sache und zieh die durch und versuch nicht auf 5 Hochzeiten gleichzeitig zu tanzen.

Danke!! Echt ein guter Ratschlag und etwas, an dem ich noch arbeiten muss. Ich dachte Elektronikhandel passt gut, weil ich selber auch ab und zu ne ne neue teure Kamera oder ähnliches brauch und wenn ich dann nur 3 abnehmen muss und sie dafür günstiger bekomme könnte ich bisschen was sparen, aber so lohnt sich das natürlich nicht. Die Idee von Aliexpress Kleinkram bei ebay zu verkaufen wär dann auch etwas was meine Eltern operieren würden und ich würde nur schauen dass das läuft.

nebulein schrieb:
Ich würde es außerdem unseriös finden wenn z. b. jemand mal überspitzt gesagt Döner verkauft und gleichzeitig mir Webdesign anbietet.

Geb ich dir absolut recht, ich mach für das Videobusiness / Webdesign / Equipmentverleih auch jeweils eine separate Homepage.
 
Wenn du bei Aliexpress Sachen kaufst, die aus z.B. China kommen, importierst du und bist dafür verantwortlich, dass die Prüfzeichen etc. vorhanden sind. Ansonsten haftest du als Importeur. Das am Rande.
 
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Vor 15 Jahren hatte ich mal ganz kurz damit zu tun. Da musste ein kleiner Einzelhändler über einen Zwischenhändler, nennen wir ihn mal Wortmann AG, einkaufen.
Auf PC-Standardkomponenten, wie eine Geforce 6600 GT (aber auch Prozessoren, Festplatten, Mainboards, RAM, usw.), wurden dann damals ca. 8 % (+-) Marge aufgeschlagen, sodass man auf noch sinnvoll vertretbare Endkundenpreise kam, die zwar nicht mit den "Mindfactory Preisen" konkurrieren konnten aber durchaus mit den "Media Markt" Preisen von damals. Das sieht heute nochmal viel schlimmer aus.

Richtig viel Marge gab es, oh Überraschung, auf Zubehörteile, allen voran Kabel. Da waren auch schon mal 1500% und mehr Marge drinnen.

Aber: Nehmt euch das nicht zum Vorbild, der Laden ist ein Jahr später pleite gegangen.
 
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Ahriman schrieb:
und wenn ich dann nur 3 abnehmen muss und sie dafür günstiger bekomme
Für drei Artikel bekommst du in der Unterhaltungselektronik nirgens etwas günstiger. Bei 30 Artikeln vielleicht, bei 300 ziemlich sicher. Allerdings wird man dir diese Stückzahlen als neuer Händler kaum verkaufen.
 
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Danke für eure Infos!! Das erspart mir viel Zeit meine eigenen Erfahrungen zu machen..
 
Ahriman schrieb:
bisschen Zeug von Aliexpress verticke.
Dir ist hoffentlich bekannt, was man unter dem "Inverkehrbringen" einer importierten Ware versteht und welche Pflichten damit verbunden sind. Das Inverkehrbringen ist übrigens unabhängig von der Art des Vertriebs, auch wenn Du das zeug verschenkst oder vermietest, sind die Richtlinien einzuhalten. Nur Produkte für den Eigenbedarf sind von einigen Vorschriften ausgenommen, wobei aber einige Harmonisierungsrechtsvorschriften auch für solche Produkte gelten.

Mustis hat ja schon einen Punkt erwähnt:
Mustis schrieb:
Wenn du bei Aliexpress Sachen kaufst, die aus z.B. China kommen, importierst du und bist dafür verantwortlich, dass die Prüfzeichen etc. vorhanden sind. Ansonsten haftest du als Importeur. Das am Rande.
Es gibt aber noch viel mehr, wie das Markenschutz- und Patentrecht, für das die Chinesen wohl nicht mal ein Wort haben, denn es ist ihnen schlicht egal. Wenn man was einführt was dagegen verletzt, wird der Zoll es beschlagnahmen und vernichten, i.d.R. war es das dann. Bei gewerblichen Händler ist es damit aber nicht getan, da schwingt der Inhaber der Schutzrechte dann die große Keule.

Auch das CE Kennzeichen muss für bestimmte Geräte vorhanden sein dazu gehört auch die technische Dokumentation in einer Amtssprache der EU und:
Dies sind weitaus höhere Anforderungen als an Händler gestellt werden.

Viel Spaß wenn Du das wegen 3 Stück von irgendwas bei Aliexpress probierst und selbst wenn es klappt, alleine die Kosten für die Übersetzung der entsprechenden Unterlagen treiben die Kosten dann gewaltig. Kannst natürlich auch drauf hoffen das es nicht auffällt, wobei etablierte Händler in der Nähe sich die neue Konkurrenz sicher ansehen werden und dann können laut § 39 Abs. 2 ProdSG (Produktsicherheitsgesetz) bis zu hunderttausend Euro bzw. bis zehntausend Euro (ich glaube für fehlendes CE Zeichen auf einem Elektrogeräte wäre es letzteres) fällig werden plus der Kosten einer behördlichen Prüfung des Gerätes. Außerdem ist das ein erheblicher Mangel nach §434 Abs. 1 BGB. Wenn dann womöglich noch etwas passiert, etwa der Akku Feuer fängt oder jemand einen elektrischen Schlag bekommt, wird es richtig teuer.
 
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Jetzt mal von den ganzen Formalitäten, Einkaufspreisen usw. abgesehen, sollte man sich bei jeder Unternehmung fragen, ob man damit für andere einen Mehrwert schafft. Also welche Vorzüge bietest du, dass die Leute bei dir Elektronik kaufen und nicht bei den zahlreichen Unternehmen, die genau das gleiche machen.
Entscheidend ist nämlich, ob du ein Bedürfnis der Marktes befriedigen kannst. Vielleicht gibt es ein solches Bedürfnis ja für den Teilmarkt in dem du tätig sein willst. Da kenne ich mich nicht aus.

Aber "Ein bisschen mit Elektronikartikeln handeln" hört sich jetzt eher nach "mit dem Hobby Geld verdienen" an. Ein Business, das aus egoistischen Gründen geführt wird ("das was mir Spaß macht"), wird selten erfolgreich sein. Ein Business ist dann erfolgreich, wenn es möglichst großen Mehrwert für andere schafft.

Man sollte ich also fragen "Welches Problem haben die Leute? Und wie kann ich es lösen?". Die Frage wirst du dir hoffentlich auch bei der Gründung deiner Firma gestellt haben. Und wenn einem der Spaß wichtig ist: Der kommt dann mit dem Erfolg ;)
 
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