Wieviel Geld kann ich mit dem passenden Netzteil an Stromkosten sparen?

Doriwan

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Mir ist aufgefallen das in Bezug auf die Herstellerempfehlungen der Hardwarehersteller hier immer zu kleine Netzteil empfohlen werden.

Das werdet ihr ja nicht ohne Grund tun,das Hauptargument sind ja scheinbar die einzusparenden Stromkosten.

Jetzt meine Frage: Hat das jemand schonmal getestet? Also System xy einmal mit einem passendem und einmal mit einem überdimensionierten Netzteil betrieben und die Verbrauchswerte ermittelt?

Gibt es da überhaupt entsprechende Tests?
 
Tests gibt es per Websuche sicher genug, wie viel das ein oder andere NT mit Rechner dahinter im ausgeschalteten Zustand zieht. Die Wirkungsgrade kannst du teilweise auf 80plus.org ablesen und wie viel dein Rechner braucht einfach messen. In CPU- und GPU-Tests wird üblicherweise ebenfalls die Leistungsaufnahme des Systems gemessen, sodass du hier per Suche auf mehr Treffer stoßen solltest, als du zu Lebzeiten verarbeiten kannst.

Die Empfehlung zu kleineren bzw. passenden statt überdimensionierten Netzteilen kommt aber nicht nur rein vom logischen Denken und der Stromersparnis, sondern vor allem wegen des Kaufpreises. 600 statt 400W kann schon mal das Doppelte kosten.
 
Hol Dir ein Messgerät, kostet ca. 20 €, damit kannst Du den Verbrauch ermitteln und evtl die Kosten senken, wenn Du angeschlossene Geräte mal abstellst.
 
es ist aber höchst unpraktisch erst einmal 10 Netzteile zu Kaufen um dann zu ermitteln welches das Stromsparendste ist ;)


bei der Seite die die 80+ Zertifikate verteilen gibt es zu jedem Netzteil Diagramme mit der jeweiligen Effizient in verschiedenen Lastbereichen.

Nun musst eigentlich nur noch ermitteln was Dein PC derzeit an Leistung braucht.
den Wirkungsgrad abziehen!
und mit den 80+ Netzteilen vergleichen.
Dann siehst du mit welchem Netzteil du am Meisten sparen könntest.
 
80+ Diagramme bringen einem nichts, weil die Messungen nach amerkanischem Stromnetz vorgenommen werden und diese andere Belastungsstufen haben, als der ATX Designguide vorsieht.

Ein System belastet die Schienen vielleicht anders: Andere Effizienz
Die Netzspannung ist 230VAC: Andere Effizienz
 
aber die Richtung gibt es vor.
Beim wechsel von 110V auf 230V verschieben sich die Kurven zwar etwas, aber die Grundtendenz bleibt die selbe.

Ansonsten bleibt einem nur nach Netzteiltests im netz zu suchen.
man darf aber die Ergebnisse von verschiedenen Webseiten nicht vermischen.
Sie haben wahrscheinlich alle verschiedene Messmethoden.
 
Mir ging es eigentlich mehr um die Frage ob denn ein überdimensioniertes Netzteil auch wirklich wesentlich mehr Strom verbraucht als ein "passendes".

Nehmen wir mal folgendes an:

Ein System hat eine Leistungsaufnahme von 350 Watt (Aufnahmeleistung des NT)

Ich schließe einmal ein 450 Watt (80plus) Netzteil an.

Dann schließe ich das System an ein 700 Watt (80 Plus) Netzteil an.

Das 450 Watt Netzteil wäre also zu annähernd 80% ausgelastet und das 700er zu 50%.

Wenn jetzt beide Netzteile laut 80 Plus Spezifikation den gleichen Wirkungsgrad in den genannten Auslastungen haben dann sind die Stromkosten doch in diesem Fall gleich oder übersehe ich da was?
 
Ja sie wären gleich.

aber wie Soulpain schon sagte, die Zertifikate sind nicht der Weisheit letzter Schluss.

Aber Soulpain weiß sicher aus dem Stehgreif eine Seite wo Netzteile getestet werden.
Da kann man es dann vergleichen ;)
 
@ Doriwan

Du machst es dir zu einfach. Wo soll das System 350W verbrauchen: Idle, Load CPU, Load GPU, oder Full Load? Wenn es nämlich unter Full Load wäre, so würde das System im Idle ~100W verbrauchen. Und da sich ein PC hauptsächlich im Idle befindet, wird das 450W NT effizienter arbeiten als ein 700W Monstrum, der bei 15% vor sich hin vegitiert. Andersrum wird ein System der im Idle 350W verbraucht , unter Volllast weit über 700W verbrauchen, sodass niemand ein 450W NT empfehlen würde. Solche Faktoren müssen berücksichtigt werden.

Und m.E werden in Foren eher zu starke NTs empfohlen. Die Gründe, warum Hardware-Hersteller solch überdimensionierte NTs empfehlen wurde mehrfach durchgekaut.
 
Gut, im Prinzip ist ja meine Frage eigentlich schon geklärt. Wenn man also Markennetzteile verwendet die mindestens ein 80 Plus Zertifikat bzw. über einen weiten Auslastungsbereich einen hohen Wirkungsgrad besitzen macht es eigentlich keinen Unterschied ob man ein zu großes Netzteil nimmt oder nicht.

Natürlich jetzt nur auf die Stromkosten bezogen,nicht etwa auf den Anschaffungspreis. Das der höher ausfällt, ist klar.

Oder anders gesagt: Solange der Wirkungsgrad bei gleicher Abgabeleistung derselbe ist , ist die Größe des Netzteils eigentlich egal.

Könnte man so sagen, oder?
 
Dass die 80+ Zertifikate so nichts bringen stimmt nicht ganz, bei 230 V verhalten sich die Kurven im Vergleich zu 110 V sehr ähnlich - das ist auch ganz logisch weil die gesamte dahinter hängende Technik i.d.R. identisch ist.
Man kann generell sagen, dass die bei 80plus.org zu sehende Effizienz bei 230 V immer etwas besser aussieht, der Verlauf der Kurve aber in etwa gleich bleibt.

Nimm die bei 80plus gezeigte Kurve als Anhaltspunkt und Du fährst gut - die 1-2% Unterschied bei der Leistungsaufnahme wirst Du in der Praxis ohnehin kaum merken - es sei denn Du hast einen extrem großen Rechner und ein extrem großes Netzteil und betreibst das ganze noch 24/7.
 
Aber genau diese paar Prozent Unterschied können etwas ausmachen, wenn man zwei Netzteile vergleicht, die nah beeinander liegen.

Außerdem hatte ich bereits erwähnt, dass die Lastbedingungen anders sind bei 80Plus. Dann hat man nochmal einen kleinen Unterschied und schon kommen 5% Differenz zusammen. Zumal man zwar von der Kurve auf 230VAC immer etwas mehr nehmen kann, aber man kann nie exakt sagen wie viel das ist.

Deshalb messe ich ja bei 230VAC und 100% nach ATX Guide mit genauen mA Einstellungsmöglichkeiten.;)
 
Du kannst ohnehin NIE (!!) sagen wie viel das ist weil jedes Netzteil eine unterschiedliche Effizienz aufweisst - egal was bei 80% steht. Fertigungstoleranzen von 1-2% sind absolut normal. Hinzu kommt, dass Du sicherlich keine absolut saubere Eingangsspannungsquelle hast - was die Werte erneut leicht verfälscht. Dann wäre da noch die Umgebungstemperatur, die sich negativ auf die Effizienz auswirken kann usw. usw.

Es gibt etliche Fehlerquellen deswegen kann man sich schon ganz gut an den Werten von 80+ orientieren. Einzelne Tests sind da auch nichts weiter als ein Anhaltspunkt.
Letztendlich machen 1-2% Effizienz keinen großen Unterschied, selbst 5% wären bei normaler Nutzung eines Spielers (4-6 Stunden täglich unter Vollast) kein Beinbruch - man sollte da eher das Gesamtpaket sehen. Und da ist die Effizienz wie gesagt in meinen Augen sogar eher ein unwichtiges Kriterium. Es bringt mir nichts wenn ich 20,- € Stromkosten (pro Jahr) spare und mir ein Netzteil ein Hardwarekomponente zerstört.

So eine elektronische Last bei denen man die Werte genau einstellen kann haben auch andere Leute - das nun nichts dolles :-) Und wenn Du nach ATX Guide misst wäre es konsequent zu sagen nach welcher und das diese inzwischen in vielen Bereichen überholt ist :-)
 
es ist aber höchst unpraktisch erst einmal 10 Netzteile zu Kaufen
Du solltest ja auch keine 10 Teile kaufen sondern ein Messgerät, habe letzten beim Saturn für 14,95 eines gekauft und festgestellt, das ganz andere Geräte viel mehr Strom verbrauchen als das Netzteil vom PC, die man dann abschalten sollte um Strom zu sparen, externe Platte, Drucker, Switch, 2.ter Monitor (der ja nicht unbedingt immer an sein muss), sogar die Boxen verbrauchen mehr Strom als man mit einem anderen Netzteil einsparen würde. Dann habe ich auch andere Geräte im Haushalt getestet und festgestellt dass ich dort auch noch Stromkosten sparen kann, mittlerweile ziehe ich alle Stecker raus wenn die Geräte nicht mehr benötigt werden und spare sehr viel ein. Danach kann dann immer noch ein gutes 80+ Netzteil kommen. :lol:
 
Für die ganz bequemen (wie mich) gibts ja die schöne Erfindung der Master-Slave Steckdosenleisten. Das heißt sobald der PC aus geht schalten sich die restlichen an der Leiste mit angeschlossenen Verbraucher mit aus.
 
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