Wird mindestens so viel Ökostrom produziert wie Kunden ihn vermeintlich abnehmen?

sinkpäd

Lt. Commander
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Der Threadtitel sagt eigentlich alles.

Weiß jemand, ob in Deutschland bzw. Europa mindestens so viel Ökostrom produziert wird, wie ihn Kunden mit gebuchten Ökostromtarifen abnehmen?

Der Strommix in Deutschland besteht ja derzeit zu ca. 35% aus erneuerbaren Energien aber ich habe keine Ahnung, wie hoch der Anteil an Ökostromkunden ist.

Ich will darauf hinaus, dass es ja eigentlich Betrug am Kunden wäre, wenn der Kundenbedarf an Ökostrom gar nicht gedeckt werden könnte.

EDIT: Ok, laut Statista sind wohl tatsächlich nur ca. 16% der Deutschen Ökostrombezieher, ich hätte mittlerweile tatsächlich mit mehr gerechnet.
 
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Wie will man denn in einem Verbundnetz den Ökostrom separieren? Wer so dämlich ist für Ökostrom zu zahlen bekommt immer auch Braunkohlenstrom oder sogar noch Atomstrom geliefert. Strom lässt sich nun mal nicht in einer Leitung nach Farben sortieren. Witzig ist ja die Bahn, aber auch andere die sog. Ökostromfahrpreise anbieten. Der Stromabnehmer der Lok sortiert dann den Strom und leitet ihn dann zum Ökofahrgast dessen Steckdose zum Laden des Handys grün leuchtet. Ich finds toll wie sich die Menschheit verscheißern lässt. Weiter so :grr: Auch E-Autobilanzen werden so schön gerechnet obwohl es erst in X-Jahren wenn überhaupt CO² Neutrale Stromversorgung möglich sein wird. Es ist eben viel viel Populismus dahinter.
 
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adius schrieb:
Strom lässt sich nun mal nicht in einer Leitung nach Farben sortieren.

Das habe ich ja auch nicht behauptet und mir ist klar, dass mein Kühlschrank auch mit Atomstrom laufen kann obwohl ich Ökokunde bin.

Dennoch fördert man ja mit einem Ökostromtarif entsprechende Projekte und erwartet zumindest, dass irgendwo in Deutschland jemand den Ökostrom aus der Dose bekommt, für den man bezahlt, dass dieser also tatsächlich irgendwo in ausreichender Menge produziert wird, wenn auch nicht für die eigene Steckdose.
 
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bumbklaatt schrieb:
...dass dieser also tatsächlich irgendwo in ausreichender Menge produziert wird, wenn auch nicht für die eigene Steckdose...
Und schon daran scheitert es eigentlich! Denn Strom kann nicht auf Halde produziert werden, sondern (solange es keine nennenswerten Speichermöglichkeiten gibt) alleine genau nach Bedarf. Fehlt der Wind und ist es Dunkel, dann muss verstärkt auf die davon unabhängigen Energieerzeuger zurückgegriffen werden. Deshalb wird Dir wohl auch kein Ökostromanbieter garantieren, dass er Dir 24/7/365 zu 100% nur Strom aus erneuerbaren Quellen liefert.

Denn es kann immer nur genau so viel Strom ins Netz eingespeist werden, wie aus dem Netz entnommen wird. Das bedeutet eben auch, dass bei Windstille und in der Nacht dann die grundlastfähigen Erzeuger ihre Kraftwerke hochfahren, damit der Bedarf gedeckt werden kann. Und das sind dann halt im Zweifel die AKW und KKW, deren Strom dann auch bei Dir zugeliefert werden muss, wenn Dein Anbieter nur so die zugesicherte Leistung bereitstellen kann.
 
Auch interessant.

https://www.pst-energie.de/magazin/...hland-so-viel-strom-verbrauchen-wir-wirklich/

Man stelle sich mal den Wirtschaftstandort Deutschland vor wenn die Industrie zu 100% nur Ökostrom verbrauchen darf. Zappenduster. Es sind eben die Dimensionen eines Hochindustriestaates die der kleine Mann so nicht immer auf dem Schirm hat.

Und NEIN...niemand will dich und hat es auch als blöd hinstellen. Eher als etwas zu kurz Denker. Es gibt eben Dinge die kann man nun mal nicht erzwingen. Strom ist eben so eine nicht fassbare Kraft, wie das Licht oder auch der Verstand :daumen:
 
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Ohne jetzt jeden einzelnen zitieren zu wollen:

Mir sind eure Erläuterungen völlig klar, dennoch muss man doch am Ende eines Jahres irgendwie gegenüberstellen können, dass beispielsweise

13 Millionen Ökostromkunden 19.500.000.000 kWh Strom verbraucht haben und wieviel kWh Ökostrom in der selben Periode produziert eingespeist wurde, sprich ob es mehr oder weniger als der VERMEINTLICHE Bedarf war.
 
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Das läuft meines Wissens nach über Zertifikate, die von irgendeiner Stelle auch überwacht werden.

Natürlich bekommt man nachts bei Windstille fast keinen wirklichen Ökostrom (aber aus Biomasse, Wasserkraft und Erdwärme usw. schon), aber wo anders im Land könnte der Wind ja durchaus wehen.

Es wird jährlich überwacht, dass nicht mehr Ökostrom verkauft, wie auch produziert wird.
Gibt bestimmt im Netz irgendwo Angaben und Tabellen hierüber.
Jeder gekaufte zertifizierte Ökostrom hilft den erneuerbaren Energien!

Traurig dass es hier immer noch Dummbattel gibt, die mit diesem Strom aus der Steckdose-Vergleich herkommen.
Das ist in einem Computerforum so was von primitiv, eigentlich Grundschulniveau.
 
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ThomasK_7 schrieb:
Es wird jährlich überwacht, dass nicht mehr Ökostrom verkauft, wie auch produziert wird.
Gibt bestimmt im Netz irgendwo Angaben und Tabellen hierüber.

Genau darauf wollte ich hinaus. Die Tatsache hilft mir als reinen Ökostromkunden nämlich bei der alltäglichen Entscheidungsfindung, ob es beispielsweise moralisch verträglich ist, zur eigenen Bequemlichkeit den Entertain-Receiver 365 Tage 24/7 im Standby zu betreiben, damit er in 5 Sekunden einsatzbereit ist oder ihn lieber doch komplett herunterzufahren und fast zwei Minuten zu warten bis ich fernsehen kann.

Ich rede hier nicht von einer Absolution zur Stromverschwendung, ich achte schon sehr auf sparsame Geräte und verbrauche nur knapp 900 kWh pro Jahr, aber mit dem Wissen, dass es anscheinend einen positive Differenz zwischen Einspeisung und Verkauf gibt, ist mir da dennoch geholfen.
 
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@ThomasK_7 Genau sowas habe ich erwartet. Durchschnittliche Ökostromeinspeisung im Jahr soll der nachgefragten Menge entsprechen. Zahle gerne extra um die Erneuerbaren zu fördern auch wenn es momentan kein Allheilmittel ist solange der Strom nicht in den benötigten Mengen gespeichert werden kann.
 
ThomasK_7 schrieb:
Es wird jährlich überwacht, dass nicht mehr Ökostrom verkauft, wie auch produziert wird.
Gibt bestimmt im Netz irgendwo Angaben und Tabellen hierüber.
Jeder gekaufte zertifizierte Ökostrom hilft den erneuerbaren Energien!
Und was nutzt Dir das ganze, wenn von den 2018 in Deutschland produziertem 427 TWh aus regenerativen Quellen ein grosser Teil ins europäische Verbundnetz gehen musste, weil er nicht bis zum deutschen Abnehmer gelangen konnte? Dann haben nämlich deutsche Ökostromkunden unter Umständen doch Kohle- oder Atomstrom abnehmen müssen, weil sie z.B. wie ich in Süddeutschland leben, wo der in Norddeutschland erzeugte Windstrom immer noch nicht hingelangt. Solange Südlink nicht steht und funktioniert, ist das die Realität in Deutschland und so lange kann man durchaus konstatieren, dass der Strom immer noch aus der Steckdose kommt.
 
areiland schrieb:
weil sie z.B. wie ich in Süddeutschland leben, wo der in Norddeutschland erzeugte Windstrom immer noch nicht hingelangt

Wenn man sich deshalb aber auf den Standpunkt stellt*, dass es aufgrund dieser Tatsache keinen Sinn ergibt, zertifizierten Ökostrom zu beziehen, hat das für mich wieder zu viel von diesem "einer alleine kann doch ohnehin nichts ausrichten"-Ding. Wenn diese Zertifizierungsbehörde merkt, dass der Bedarf der Kunden an Ökostrom permanent steigt, werden solche Nord-Süd Projekte eben hoffentlich auch mehr gefördert und hoffentlich auch schneller realisiert.

*hast du jetzt zwar nicht konkret getan, aber geht doch schon in die Richtung.
 
bumbklaatt schrieb:
...dass es aufgrund dieser Tatsache keinen Sinn ergibt, zertifizierten Ökostrom zu beziehen...
Darum gehts doch gar nicht - ich beziehe grünen Strom. Es geht einfach nur darum, dass der Anteil in Süddeutschland weit höher sein könnte, wenn Südlink endlich in Betrieb gehen könnte. Stattdessen bezahlen wir über unsere Stromrechnung teilweise sogar noch für die Abgabe des Überschusses ins europäische Verbundnetz.

uincom schrieb:
Er blickt das System halt nicht.
Und daran ändert auch Dein sinnbefreiter Kommentar nichts!
Denn was nutzt mir diese ganze Zertifiziererei, wenn ich trotzdem dreckigen Strom abnehmen muss - gleichzeitig aber meine Stromrechnung damit belastet wird, dass der grüne Strom in den europäischen Verbund gehen muss, weil er von uns nicht abgenommen werden kann.
 
Die Zeit, wo Du Deine persönliche Standleitung zur Windkraftanlage oder zum Biomassewerk o.ä. erhältst, wird nicht/nie kommen! Deine Forderungen sind weltfremd und niemals zu erfüllen.
Was bezweckst Du mit solcher Forderung?

Das Ökostrom durch unzureichende Stromnetze ausgebremst wird und Du als Kunde grünen Stromes dieses sogar mit alimentieren musst, ist doch eine andere Baustelle.

Und was ist eigentlich so schlimm daran, dass Ökostrom über z. Bsp. Verkauf ins Ausland auch von nicht Öko-Fans benutzt wird? (siehe Deine Argumentation aus #6). Das ist doch allemal viel besser als die Abschaltung der Windkraftanlagen, weil es überhaupt gar keinen Abnehmer gibt.
 
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Du verstehst es nicht oder? Lieber unterstellst Du mir weltfremde Forderungen. Zeig mir doch mal die Stelle, an der ich Forderungen stellte, oder den europäischen Nachbarn den grünen Strom neiden wollte! Lass einfach diese kindischen Unterstellungen sein - wenn Du was nicht verstehen willst.

Ich hab lediglich darauf hingewiesen, dass wir in Deutschland sehr oft doch dreckigen Strom abnehmen müssen - obwohl wird das eigentlich gar nicht möchten - weil der in Norddeutschland erzeugte Strom gar nicht uns zugute kommen kann und stattdessen auf unsere Kosten ins Verbundnetz entsorgt werden muss. Einfach weil der Südlink immer noch nicht steht und deshalb unsere Region nicht an den in Norddeutschland erzeugten Strom angebunden ist. Was für uns zur Konsequenz führt, dass wir nicht durchgehend mit grünem Strom versorgt sind.

Wenn ich schon für die Erzeugung (oder auch Nichterzeugung) von erneuerbarem Strom zur Kasse gebeten werde und ihn auch abnehmen will, dann möchte ich aber nicht gleichzeitig auch noch dafür zur Kasse gebeten werden, dass man ihn ins Ausland entsorgen muss, weil man nicht in der Lage ist das deutsche Netz dafür zu ertüchtigen.

An mir liegt das nicht, ich hab die letzten 6 Jahre damit zugebracht von einem Umspannwerk ins nächste zu ziehen, um dort die notwendigen Erweiterungen mit den zugehörigen Leitungen zu versehen. Bloss wars das dann auch schon, die Umspannwerke warten immer noch auf den Südlink, der den Strom zu ihnen leiten soll.

Mir kann das sogar wurscht sein, mein Versorger bietet mir einen sehr vernünftigen Mix. Ich finde es aber reichlich unverschämt, dass mir meine Stromrechnung gezielt über politische Massnahmen in immer weitere Höhen getrieben wird, obwohl der Preis inzwischen sinken müsste. Aber genau das passiert nicht, weil diese ganze Erneuerbare Energien Geschichte (EEG) einzig als Gelddruckmaschine konzipiert ist, um Konzerne, Investoren und Aktienbesitzer zu füttern. Von wegen Kugel Eis und so - eine Kugel Eis, die den Durchmesser von einem Meter haben und mit Goldflitter durchsetzt sein müsste.
 
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Die Deutsche Bahn, die beispielsweise mit 100% Ökostrom im Fernverkehr wirbt, schafft dies nur über Zertifikate o. ä.

So geht es vielen. Der Strom kommt eben aus der Steckdose und nicht von einem bestimmten Windrad am Ende des Landes.
 
Der Ausbau von der Ökostrom Produktion hängt nicht davon ab wie viele Privathaushalte einen Ökostrom Tarif haben.
 
Bildest Du Dich z. Bsp. hier weiter. Gibt aber auch neutrale Veröffentlichungen.
Natürlich hängt der Ausbau auch vom Volumen der privaten Nachfrage nach Ökostrom ab, zahlt doch der Ökostromkunde weit mehr als die Energiebörse für Überschussproduktion.
Nicht umsonst werden alte Windkraftstandorte jetzt massiv mit modernen Anlagen bestückt, weil sie sich ansonsten nicht mehr rechnen.
 
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