Jirko
Insider auf Entzug
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Hallo an alle FB´ler,
beim durchforsten der örtlichen Zeitung ist mir ein Artikel aufgefallen, der mich in seiner Schreibweise und seinem Inhalt zutiefst empört hat. Bevor ich weiter schreibe, hier erst einmal der Artikel aus der Berliner Zeitung, Freitag, 19. Juli 2002, Seite 15:
Tram-Fahrgast fast zu Tode geprügelt
42-jähriger Mann wollte Streit schlichten
-Weil er einem anderen Mann in einer Straßenbahn helfen wollte, wurde ein 42-Jähriger aus Weißensee in der Nacht zum Donnerstag von zwei Schlägern lebensgefährlich verletzt. Er kam mit gebrochenem Schädel in das Klinikum Buch. Die Polizei nahm die beiden Täter fest.
Tatort war eine Straßenbahn der Linie 13. Dort hatten der 16-jährige Sebastian F. aus Hellersdorf sowie sein sieben Jahre älterer Bruder Christopher aus Weißensee kurz vor Mitternacht einen Fahrgast angepöbelt und ins Gesicht geschlagen. Das Motiv ist noch unklar. Michael K. bemerkte die Rangelei und versuchte zu schlichten. "Das war sehr engagiert aber auch leichtsinnig von ihm", sagte ein Beamter. "Er hätte die Polizei alarmieren sollen."
Die angetrunkenen Angreifer ließen daraufhin von ihrem Opfer ab und stürzten sich auf den 42-Jährigen. Einer der Täter hielt sich an den Haltegriffen fest, holte Schwung und trat Michael K. ins Gesicht. K. stürzte zu Boden. Dann traten die Täter auf ihn ein. Die übrigen Fahrgäste kamen Michael K. nicht zu Hilfe. Einige sollen sogar die Plätze gewechselt haben. Als die Bahn an der Haltestelle Wisbyer Straße/Ecke Prenzlauer Allee anhielt, stiegen die Schläger aus und flüchteten, zur selben Zeit verließ auch das erste Opfer die Straßenbahn. Seine Identität ist noch unbekannt. Ein Zeuge, der vermutlich in der Straßenbahn saß, alarmierte die Polizei und zeigte den Beamten die Richtung, in die die Männer geflohen waren. Sebastian und Christopher F. wurden wenig später in der nähe der Haltestelle festgenommen. Nach der Vernehmung ließ die Polizei die Schläger wieder frei, weil dem Opfer die schweren Verletzungen zunächst nicht anzumerken waren, sagte ein Polizeibeamter.
Fingerkuppe abgebissen
Die Brüder F. sind der Polizei nicht unbekannt. Schon mehrmals fielen sie durch Schlägerein und Raubtaten auf. Ende April soll der Ältere einem Polizisten in die Hand gebissen haben, als er ihn nach einem Straßenraub in Hellersdorf festnahm. Dabei verlor der Beamte die Kuppe seines rechten Daumens.
Der 23-Jährige hatte eine Mann auf der Nossener Straße überfallen und geschlagen. Dem Polizisten war Christopher F. aufgefallen, als er kurz darauf einen Passanten zwingen wollte, Geld aus einem Automaten abzuheben. Als der Beamte ihn festnehmen wollte, wehrte sch Christopher F.. Während des Handgemenges biss er dem Beamten in den Daumen un riss die Kuppe ab. Trotz der Gegenwehr wurde F. festgenommen. Der Finger des Polizisen wurde im Krankenhaus wieder angenäht.
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Schockierend für mich sind mehrere Tatsachen:
1) De Krimlinalität einiger Personen, speziell Jugendlicher, der anscheinend unstillbare Tatendrang der psychisch nicht ganz korrekt eingestellten Täter.
2) Das kein weiterer Fahrgast einschritt, als es zu den Rangelein kam, sogar das erste Opfer stieg einfach aus.
3) Wie man Civil Courage als "engagiert aber leichtsinnig" einstufen kann. Ehe die Polizei eingetroffen wäre, würde es dem ersten Opfer doch schon so schlecht gehen, wie jetzt dem 42-Jährigen. Das ist überhaupt der Punkt, nicht einmal die Polizei wurde gleich gerufen, es wurde einfach nichts gemacht, ausser von dem 42-jährigen Mann, der meine Achtung verdient.
Wie kann man es als Fehler ansehen, wenn man sich für andere Personen einsetzt? Wieso sind nicht alle Passagiere gegen die Täter vorgegangen? Wieso wurden bekannte Täter wieder frei gelassen?
Es ist klar, dass man sich in dieser Welt anscheinend nicht mehr sicher fühlen kann, aber dass man nicht mal auf die Hilfe von Anderen zählen kann, ist erschreckend.
Leider ist dies auch kein Einzelfall, erst diese Woche sah ich eine Reportage über Civil Courage. Hier wurde mit versteckter Kamera ein simulierter Einbruch gefilmt, der auf offener Straße getätigt wurde. Niemand der Passanten war wirklich bereit, etwas gegen solch ein Verbrechen zu tun.
Was meint ihr, ist so etwas wirklich so weit verbreitet? Wie würdet ihr reagieren?
MfG, Silver
beim durchforsten der örtlichen Zeitung ist mir ein Artikel aufgefallen, der mich in seiner Schreibweise und seinem Inhalt zutiefst empört hat. Bevor ich weiter schreibe, hier erst einmal der Artikel aus der Berliner Zeitung, Freitag, 19. Juli 2002, Seite 15:
Tram-Fahrgast fast zu Tode geprügelt
42-jähriger Mann wollte Streit schlichten
-Weil er einem anderen Mann in einer Straßenbahn helfen wollte, wurde ein 42-Jähriger aus Weißensee in der Nacht zum Donnerstag von zwei Schlägern lebensgefährlich verletzt. Er kam mit gebrochenem Schädel in das Klinikum Buch. Die Polizei nahm die beiden Täter fest.
Tatort war eine Straßenbahn der Linie 13. Dort hatten der 16-jährige Sebastian F. aus Hellersdorf sowie sein sieben Jahre älterer Bruder Christopher aus Weißensee kurz vor Mitternacht einen Fahrgast angepöbelt und ins Gesicht geschlagen. Das Motiv ist noch unklar. Michael K. bemerkte die Rangelei und versuchte zu schlichten. "Das war sehr engagiert aber auch leichtsinnig von ihm", sagte ein Beamter. "Er hätte die Polizei alarmieren sollen."
Die angetrunkenen Angreifer ließen daraufhin von ihrem Opfer ab und stürzten sich auf den 42-Jährigen. Einer der Täter hielt sich an den Haltegriffen fest, holte Schwung und trat Michael K. ins Gesicht. K. stürzte zu Boden. Dann traten die Täter auf ihn ein. Die übrigen Fahrgäste kamen Michael K. nicht zu Hilfe. Einige sollen sogar die Plätze gewechselt haben. Als die Bahn an der Haltestelle Wisbyer Straße/Ecke Prenzlauer Allee anhielt, stiegen die Schläger aus und flüchteten, zur selben Zeit verließ auch das erste Opfer die Straßenbahn. Seine Identität ist noch unbekannt. Ein Zeuge, der vermutlich in der Straßenbahn saß, alarmierte die Polizei und zeigte den Beamten die Richtung, in die die Männer geflohen waren. Sebastian und Christopher F. wurden wenig später in der nähe der Haltestelle festgenommen. Nach der Vernehmung ließ die Polizei die Schläger wieder frei, weil dem Opfer die schweren Verletzungen zunächst nicht anzumerken waren, sagte ein Polizeibeamter.
Fingerkuppe abgebissen
Die Brüder F. sind der Polizei nicht unbekannt. Schon mehrmals fielen sie durch Schlägerein und Raubtaten auf. Ende April soll der Ältere einem Polizisten in die Hand gebissen haben, als er ihn nach einem Straßenraub in Hellersdorf festnahm. Dabei verlor der Beamte die Kuppe seines rechten Daumens.
Der 23-Jährige hatte eine Mann auf der Nossener Straße überfallen und geschlagen. Dem Polizisten war Christopher F. aufgefallen, als er kurz darauf einen Passanten zwingen wollte, Geld aus einem Automaten abzuheben. Als der Beamte ihn festnehmen wollte, wehrte sch Christopher F.. Während des Handgemenges biss er dem Beamten in den Daumen un riss die Kuppe ab. Trotz der Gegenwehr wurde F. festgenommen. Der Finger des Polizisen wurde im Krankenhaus wieder angenäht.
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Schockierend für mich sind mehrere Tatsachen:
1) De Krimlinalität einiger Personen, speziell Jugendlicher, der anscheinend unstillbare Tatendrang der psychisch nicht ganz korrekt eingestellten Täter.
2) Das kein weiterer Fahrgast einschritt, als es zu den Rangelein kam, sogar das erste Opfer stieg einfach aus.
3) Wie man Civil Courage als "engagiert aber leichtsinnig" einstufen kann. Ehe die Polizei eingetroffen wäre, würde es dem ersten Opfer doch schon so schlecht gehen, wie jetzt dem 42-Jährigen. Das ist überhaupt der Punkt, nicht einmal die Polizei wurde gleich gerufen, es wurde einfach nichts gemacht, ausser von dem 42-jährigen Mann, der meine Achtung verdient.
Wie kann man es als Fehler ansehen, wenn man sich für andere Personen einsetzt? Wieso sind nicht alle Passagiere gegen die Täter vorgegangen? Wieso wurden bekannte Täter wieder frei gelassen?
Es ist klar, dass man sich in dieser Welt anscheinend nicht mehr sicher fühlen kann, aber dass man nicht mal auf die Hilfe von Anderen zählen kann, ist erschreckend.
Leider ist dies auch kein Einzelfall, erst diese Woche sah ich eine Reportage über Civil Courage. Hier wurde mit versteckter Kamera ein simulierter Einbruch gefilmt, der auf offener Straße getätigt wurde. Niemand der Passanten war wirklich bereit, etwas gegen solch ein Verbrechen zu tun.
Was meint ihr, ist so etwas wirklich so weit verbreitet? Wie würdet ihr reagieren?
MfG, Silver
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