XFS Volume in einem Zyxel NAS nicht lesbar

Lorei

Lieutenant
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Hallo Unix Wissende,

als Windows User bin ich am Ende meines Lateins weil ich aus einem defektem Zyxel NAS NSA 210 die Daten aus der Platte darin nicht lesen kann.

Habe bereits mit Debian Gnom, mit Knoppix und auch aus Windows heraus mit DiskInternals alles probiert. Mit den Unix Derivaten konnte ich auf der Platte (2TB) eine NTFS Partition und eine ext3/ext4 Partition sehen und auch öffnen. Die eine 500 MB und die andere 300 MB. Darin sind aber keine Daten. Mit DiskInternal sah ich dann auch ein XFS Volume, das angeblich 1,8 TB (?) groß sein soll, dass ich aber nicht geöffnet bekomme weil ich keine Rechte hätte. Draufhin habe ich einen neuen Benutzer mit dem Namen und dem Passwort angelegt der im NAS ursprünglich den Zugang schaffte. Damit war das XFS Volume nun nur nicht lesbar.
Ein neues gleichartiges NAS habe ich bereits bestellt um es dann damit zu versuchen, aber warum kann ich das XFS Volume nicht lesen? Die Daten sind sehr wichtig und ich habe mich sehr gescheut härter auf die Platte zuzugreifen.

Habt Ihr dazu noch einnen Tipp?

Lorei
 
wie hast du versucht auf das XFS Volume zuzugreifen?

welche befehle hast du eingegeben?

was sagt "fdisk -l" usw?
 
mit Linux Befehlen bin ich nicht so vertraut und wollte auch vorsichtig sein mit Reparaturversuchen. Fdisk ist ja auch nicht ohne.
Ich habe lediglich mit dem Tool DiskInternal Linux Reader unter Windows erstmals das XFS Volume überhaupt gesehen.
Das Lesen war ja wegen fehlender Rechte nicht möglich und dann nachdem ich als der User der NAS zugriff kam die Meldung nicht lesbar.

Wenn es eine nicht zerstörende bzw. nicht schreibende Linux Befehlsfolge gibt versuche ich das gerne mal unter Knoppix oder Debian.

Für eine Hilfestellung dazu wäre ich sehr dankbar.

Lorei
 
ich würde dir nie schreibende Befehle einfach so vorschlagen.

gib mal folgende Befehle ein und poste die Ausgabe:

  • fdisk -l
  • mkdir /mnt/disk
    mount -o ro -t xfs /dev/sdxx /mnt/disk
    ls -la /mnt/disk/

der erste Befehl gibt nur alle Partitionen aller Festplatten aus
die zweite Befehlskette versucht die XFS Partition in READ ONLY zu mounten (dh unter /mnt/disk einzuhängen)
Beim zweiten Befehl musst du /dev/sdxx durch die Partition ersetzen wo das XFS Dateisystem liegt (dh die 1,8 TB Partition). Es wird wahrscheinlich /dev/sda3 oder /dev/sdb3 sein (wenn ich deine bisherige Beschreibung interpretiere)
 
Das Mounten irritiert mich. Ist das überhaupt mit einem von außen gestartetem Knoppix oder dergleichen möglich?

Wenn ja, verliert sich das natürlich nach dem Herunterfahren und ich muss gleich sichern?

Da ich heute die gleichartige Hardware des NAS neu geliefert bekomme werde ich die Platte dort erst einmal herein hängen und sehen, ob es an der Hardware lag

Aber erst mal vielen Dank für den offenbar wohldurchdachten Tipp. Ich probiere es heute aus wenn es nicht die Hardware war, denn dann hilft ja nur noch eine Sicherung - wenn es denn noch geht.

Lorei
 
fdisk -l ist völlig ungefährlich.

Hat dein OS die libs für XFS an Bord? Nicht das es daran scheitert.

Du könntest mal versuchen als root die Daten anzusehen.
 
An meiner Frage wirst Du gleich merken, dass ich ein Windows Mensch bin. Mit libs sind vermutlich Bibliotheken gemeint?

Das würde auch erklären, warum ich mit den Boot DVDs das XFS Volume nicht sah, dagegen aber mit dem Windows Tool.

Nun sind Knoppix usw. ja vorsortierte iso Dateien die ich nutzte um daraus die DVDs zu brennen. Sicher kann man vor dem Erstellen der ISO Datei die nötigen Bibliotheken hinzufügen. Hier hatte ich mir das offenbar zu blauäugig vorgestellt.

Man kann ja mit den DVDs ins Internet. Ist es möglich temporär die libs nachzuladen?

Oder gibt es ein Image mit diesen libs?

Danke für die Antwort .

Lorei
Ergänzung ()

Hallo Linux Leute

wie unterschiedlich diese Welten sind! Ich komme mir vor wie bei einem DOS Lehrgang im Jahre 1990!

Den Hinweise von PichlAlex folgend bin ich die Kommandoebene bei Knoppix gegangen und habe mir über fdisk die Platten anzeigen lassen. Die 2TB Platte aus dem NAS wird dabei zwar gesehen als /dev/sda aber das Filesystem wird nicht erkannt. Scheint also was zu fehlen. Leider konnte ich kein Directory anlegen weil ich keine Rechte habe. Aber das Mounten hätte vermutlich ja ohnehin nur funktiniert wenn das Dateisystem auch erkannt worden wäre.

Wie komme ich nur an dieses verfluchte XFS Volume ran? Warum kann man in den NAS nicht einfach auch NTFS verwenden - die Frage ist rhetorisch.

Habt Ihr noch einen Tipp?

Hier die Screens:
Knoppix1.jpgKnoppix2.jpg

Lorei
 
Das Filesystem scheint mir schon JFS bzw. XFS zu sein. Das Problem ist, das du sowas unter Windows nur sehr schwer ausgelesen bekommst.

Scheinbar sind auch lt. der englischen Wikipedia Seite die meisten Live-Linux Systeme ohne entsprechende Bibliotheken ausgeliefert, allerdings soll nach meinen Recherchen Knoppix damit zurechtkommen ohne was nachinstallieren zu müssen.

Versuche das ganze mit einem voranstehenden sudo (das war das was ich mit Root-Zugriff gemeint hatte). Ich wäre aber sehr vorsichtig, wenn du dann mit irgendwelchen schreibenden Kommandos spielst, AIX ist nähmlich ein UNIX von IBM und könnte als Betriebssystem laufen. Das würde auch mit dem Filesystem passen, das läuft nämlich JFS. Bin ich mir nicht sicher, wäre aber denkbar. Nicht das du dir was zerschießt.

Im Zweifelsfall lieber noch mal nachfragen und keine nervösen Finger auf der Enter Taste.
 
liebe Linux Fans

ich mache seit 23 Jahren nur Windows und könnte Euch dort jede Zeile der Registry erläutern, aber die Linux Befehle sind mir völlig unbekannt und ich bewege mich daher hier wie auf rohen Eiern.

Eure Hinweise zu Befehlen und root und sudo usw. sind für mich nur weitere Verunsicherungen. Hinzu kommen jetzt die sicher gut gemeinten Hinweise zu möglichen schreibenden Optionen.

Gibt es denn nicht in der Welt von Linux ein grafisches Interface oder wenigstens eine Batchdatei mit denen ich hantieren könnte, indem ich es zu Knoppix hinzulade? Ansonsten stolpere ich nur von einer Falle in die andere oder zerschieße mir nur die ja hoffentlich noch vorhandenen Daten auf dem XFS Volume..

Lorei
 
Lieber Lorei,

das Problem ist nicht Linux. Sondern das Problem ist
* dass Du dich nicht mit Linux auskennst und Du dich nicht darauf einlässt
* Das Zyxel keine Windows-Prg. mitliefert das dir hilft
* das Linux kein Windows ist.

sudo:
Hiermit holt man sich root (Administrationsrechte) - in Windows etwa dieses Fenster das aufpoppt wenn man etwas wichtiges machen will.

Das Problem:
Lt. deinen Bildschirmphotos benutzt Zyxel einen Partitionstype: AIX. Allerding glaube ich nicht dass es wirklich AIX ist. (Wie schon geschrieben alt und von IBM)

Lt. meiner angegebenen Google-Seite benutzt Zyxel die Platte als "software-raid" was die ganze schwerer zu handeln macht.

Das Tool der Wahl (unter Linux) heisst mdadm. http://wiki.ubuntuusers.de/Software-RAID

Der Befehl:
Code:
mdadm --assemble /dev/md0 /dev/sda2

Macht noch nichts böses. Er legt ein Device "/dev/md0" an das gemountet werden kann.

Danach kommen die Befehle:

Code:
mkdir /mnt/disk
mount -o ro -t xfs /dev/md0 /mnt/disk
ls -la /mnt/disk/


Mein Vorschreiber war sogar so clever die option "ro" anzugeben => read only. Das bedeutet nur lesenden Zugriff.

Falls Dir das alles zu unsicher ist würde ich professionelle Hilfe holen ....

Viel Erfolg!

PS: Alles Theorie - da ich kein Zyxel habe ...
 
Weils - wie ich aus eigener Erfahrung weiß - für den Windows-Menschen nicht selbstverständlich ist hier nochmal die Erklärung zu sudo in prosa:

Knoppix läßt mich bestimmte Befehle nicht ausführen..?

Knoppix will userfreundlich sein und im Interesse des unbedachten users ist es das er nicht versehentlich irgendwelche Befehle eingibt die zum Beispiel seine Windows Installation beschädigen. Also gilt für diese user: _niemals_ "einfach so" root werden, sondern immer nachdem man sich genau überlegt hat was man eigentlich machen will.
"root sollte immer wissen was er tut"

Und wie werde ich root...?
Das kommando "su" setzt dem user den Admin-Hut auf. Dazu ist in einer Konfigurationsdatei hinterlegt das der User knoppix su ausführen darf.

Also: Kommandozeile aufrufen. Dort "su" eingeben:
su

Dann seine Kommandos eingeben. Zum Schluß den Admin-Hut wieder absetzen:
exit


Und auch wenns selbstverständlich ist sei erwähnt:

1. Es ist keine Schande, hier die Segel zu streichen und sich jemanden zu suchen der sich mit sowas auskennt.
( Notfalls im nächsten Gymnasium einen Zettel ans schwarze Brett hängen.. )
2. Das wäre der geeignete Zeitpunkt um sich nochmal das Backup-Konzept durch den Kopf gehen zu lassen. Die einfachste Aktion wäre Raid neu aufbauen und Backup zurück spielen.
 
sorry, war die letzten Tage nicht zu Haus...

aufgrund der gewonnenen Erkenntnisse (und meines Unwissens über die ganz genaue Funktionsweise von Knoppix - da ich Knoppix nicht verwende) gibts folgende Änderung zu meinem WUnsch:

  • su
    mkdir /mnt/disk
    mdadm --assemble /dev/md0 /dev/sda2
    mount -o ro -t xfs /dev/md0 /mnt/disk
    ls -la /mnt/disk/
von den Befehlen bitte wieder die Ausgabe :)

zu deinen Fragen: da du von einer CD das Knoppix startest kannst du dir nichts bis zur nächsten Sitzung speichern - du startest jedes mal mit genau dem selben Stand (eben den von der CD) und beim herunterfahren vergisst dein PC alles was du getan hast

wie die anderen schon anmegemerkt haben: aufpassen bei der enter Taste - die Linux shell mag zwar aussehen wie DOS anno 1990, aber die Möglichkeiten sind weit jenseits von Windows 8.1 ;-)
falls du Powershell kennst: Powershell ist nur ein Versuch von Microsoft die Mächtigkeit von den Linux Shells nachzubauen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Leute,

ich finde es ganz toll wie Ihr sehr kameradschaftlich versucht zu helfen!!

Natürlich habe ich versucht, diese Dinge auch umzusetzen. Die ersten Hinweise von PichlAlex liefen ins leere und ich war schon ganz frustriert. Da kam die Erläuterung von sudo und dann die neue Batchliste. Dabei lief ich auf den Fehler dass ich nicht mounten kann weil das Laufwerk nicht vorhanden sei. Daraufhin gab ich einfach auf.

Wie ich dann allerdings noch einmal in die Übersicht der Laufwerke ging - war das Zyxel Laufwerk plötzlich voll sichtbar und ich konnte die immerhin 400 GB Daten auf eine weitere interne Platte problemlos kopieren.

War es der su Befehl? Was auch immer - das Problem ist dank Eurer Hilfe gelöst Herzlichen Dank.

Lorei
 
Hi!

ich weiß zwar nicht ganz genau welche Befehle du ausgeführt hast, aber wenn es "mount" oder "mdadm --assemble" war dann: JA! Diese beiden Befehle brauchen volle Root/Administratorberechtigungen und das erreichst du indem du vorher ein su (=SuperUser) absetzt.

Schnell aufgeben ist fast immer der falsche Weg. Oft kann man mit Linux Mitteln Dinge wieder lesbar machen die vermeidlich komplett verloren sind - ein riesen Unterschied zu Windows.
Linux ist in den Details oft sehr verschieden und je nach Live-Distribution brauchst du zB den vorhergehenden Befehl su nicht. Wenn versucht wird zu helfen geht man von einigen Erfahrungen aus die im Normalfall (vor allem bei NAS Systemen) sehr schnell ungenau werden und man muss sich in ein paar Schritten an die Lösung heranarbeiten - aber wie du selbst herausgefunden hast: Lösung gibts fast immer.

aber schön dass wieder alles so gut geht... und für die Zukunft: an das NAS eine externe Platte mit 2 TB anstecken und eine tägliche Sicherung (zB um 2:00) mittels der (hoffentlich eingebauten) Sicherungsfunktion einplanen - sollte es keine geben: mach dich schlau über den Befehl rsync und den Hintergrunddienst cron!
Google hilft dir mit den Schlagworten "Zyxel NAS rsync backup" sicher auch weiter ;-)

--> dann denkst du dir das nächste mal nur: "hab ich heut schon was geändert? nein! sehr gut -> i spiel nur das Backup ein"

schöne Grüße
Alex
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Leute,

Eure sehr gute Unterstützung wollte ich noch einmal für den Fall dass noch einmal ein Windows User einen Ausflug nach Linux macht abschließend darstellen.

Daher habe ich das Ganze noch einmal durchgespielt.

Der vorgeschlagene Batch (Bild3) lief einwandfrei durch, allerdings war die Zyxel Platte dann nicht zu sehen. Wenn man aber nur die Zeilen

su
mkdir /mnt/disk
mdadm --assemble /dev/md0 /dev/sda2

eingibt (bild 4) ist im Dateimanager (Bild 5) alles sichtbar und kann kopiert werden.

Man müsste sich wohl mal die Zeit nehmen und sich mit Linux befassen!!!!

Habt noch einmal vielen Dank


LoreiKnoppix3.jpgKnoppix4.jpgKnoppix5.jpg
 
Großes Lob an Dich für das Rückspiegeln des Ergebnisses. Das muss zwar nicht, kann aber jemandem der später ein ähnliches Problem hat weiter helfen.
 
Ja vielen dank für die Rückmeldung! Das findet man hier viel zu selten. So sehe ich ob ich den richtigen Tipp gegeben habe und wenn nicht kann ich noch was mitnehmen.

Gruß
 
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